1. Einleitung
Mit der Bezeichnung Israelkorpus (IK) werden narrative autobiographische Interviews bezeichnet, die die Sprachwissenschaftlerin Anne Betten und ihre Mitarbeiter_innen zwischen 1989 und 2019 mit deutschsprachigen Jüd_innen durchgeführt haben, welche – mehrheitlich im Laufe der 1930er Jahre – aufgrund der rassistischen und politischen Verfolgung durch das NS-Regime ihre Heimat in Deutschland, Österreich oder einem anderen deutschsprachigen Gebiet in Mitteleuropa verließen und nach Palästina/Israel emigrierten oder flohen.
Das IK untergliedert sich in drei Korpora, deren zentraler Bestandteil der Korpus Emigrantendeutsch in Israel (IS) ist und 150 Interviews mit 170 Sprecher_innen enthält. Die Aufnahmen entstanden von 1989 bis 1994 im Rahmen von Bettens Forschungsprojekt Sprachbewahrung nach der Emigration. Das Deutsch der 20er Jahre in Israel. Aus einer Erweiterung des Projektes, für das im Dezember 1998 mit ehemaligen Österreicher_innen in Israel 24 neue Interviews geführt wurden, geht das zweite Korpus Emigrantendeutsch in Israel: Wiener in Jerusalem (ISW) hervor1. Das dritte Korpus, Zweite Generation deutschsprachiger Migranten in Israel (ISZ), bilden Interviews, die zwischen 1999 und 2007 vorwiegend mit Kindern der Interviewpartner_innen aus der ersten Generation aufgenommen wurden. Ab 2000 wurde das Israelkorpus darüber hinaus ergänzt durch weitere Erstinterviews, einige Videoaufnahmen mit ehemaligen Gesprächspartner_innen, thematische Zusatzinterviews mit früheren Interviewpartner_innen sowie eine Video-Diskussionsrunde 2008 mit Teilnehmer_innen aus allen drei Korpora (IS, ISW, ISZ)2.
Mit dem vorliegenden Beitrag möchte ich das Augenmerk auf einen von der umfangreichen Forschung bisher nur kaum beachteten Teil des IK3 richten. Es handelt sich um 17 Interviews, die von Michaela Metz, einer Studentin Anne Bettens an der Universität Salzburg, zwischen dem 22.12.2010 und 12.01.2011 in Israel (mit einer Ausnahme4) im Rahmen ihres Magisterarbeit-Projektes zum Thema Kindheit und Jugend geführt wurden. In diesen Mehrfachinterviews5 berichten die Sprecher_innen von ihrer Kindheit und Jugend in Mitteleuropa, erinnern u.a. Schulbesuche, Freundschaften, Lebensumstände der Eltern, antisemitische Erlebnisse, Ausreise oder Flucht sowie den neuen Lebensabschnitt in Palästina/Israel, der in nicht wenigen Fällen in einem Kibbuz begann. Um die Erschließung der Interviewgruppe anzuregen, die bisher wissenschaftlich noch nicht ausgewertet werden konnte, sollen im Folgenden zunächst Aufbau und Metadaten sowie Begleitmaterialien beschrieben werden; in einem zweiten Schritt sollen dann zwei Forschungsansätze kurz skizziert werden.
2. Metadaten und Aufbau der Metz-Interviews im IK
Wie bei allen anderen Aufnahmen der verschiedenen Korpora des IK handelt es sich bei den von Metz aufgenommenen Gesprächen (Metzkorpus) um narrative autobiographische Interviews. Ein erster, möglicher Grund für die fehlende Wahrnehmung dieser Interviewgruppe als eigenes Korpus mag in der Form seiner Archivierung liegen, denn die Interviews sind nicht als zusammenhängender Block in der DGD (Datenbank für Gesprochenes Deutsch) am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache Mannheim archiviert, sondern auf die drei ‚offiziellen‘ Korpora IS, ISW und ISZ verteilt, wie sich den Tabellen 1a, 1b, 1c entnehmen lässt:
Metz-Interviews im Korpus IS: Ereignisnummern, Sprecher_innen, Aufnahmeort und -jahr
Sprecher_innen | Aufnahmeort | Jahr | ||
1. | IS_E_00166 ► | Ballhorn, Elisheva | Jerusalem | 2011 |
2. | IS_E_00167 ► | Ballhorn, Moshe | Jerusalem | 2011 |
3. | IS_E_00168 ► | Beck, Rahel | Kibbuz Aschdot Ja’akow | 2010 |
4. | IS_E_00169 ► | Biran, Rina | Jerusalem | 2011 |
5. | IS_E_00170 ► | Brodsky, Ada | Jerusalem | 2011 |
6. | IS_E_00171 ► | Feiner, Franzi | Haifa | 2010 |
7. | IS_E_00172 ► | Feiner, Paul | Haifa | 2010 |
8. | IS_E_00173 ► | Kadmon, Naftali | Jerusalem | 2011 |
9. | IS_E_00174 ► | Schlesinger, Nurit | Jerusalem | 2011 |
10. | IS_E_00175 ► | Stern, Josef | Haifa | 2010 |
11. | IS_E_00176 ► | Tauber, Ruth | Sde Warburg | 2011 |
12. | IS_E_00177 ► | Zuriel, Dov | Kibbuz Ayelet HaShahar | 2010 |
Metz-Interviews im Korpus ISW: Ereignisnummern, Sprecher_innen, Aufnahmeort und -jahr
Sprecher_innen | Aufnahmeort | Jahr | ||
13. | ISW_E_00026 ► | Goldstein, Jeanette | Jerusalem | 2011 |
14. | ISW_E_00027 ► | Hoffer, Gerda | Jerusalem | 2011 |
15. | ISW_E_00028 ► | Rath, Ari | Wien | 2010 |
Metz-Interviews im Korpus ISZ: Ereignisnummern, Sprecher_innen, Aufnahmeort und -jahr
Sprecher_innen | Aufnahmeort | Jahr | ||
16. | ISZ_E_00066 ► | Lewy, Tom | Tel Aviv | 2011 |
17. | ISZ_E_00067 ► | Sternberg, Michael | Sde Warburg | 2011 |
Die durchschnittliche Aufnahmedauer liegt bei ca. zwei Stunden, wie aus der Tabelle 2 hervorgeht; Ausnahmen bilden v.a. das Interview mit Ada Brodsky, die um konkrete Fragen und dann nach etwa 30 Minuten um Abbruch aus gesundheitlichen Gründen bat, sowie das Interview mit Ruth Tauber, das an zwei Tagen stattfand und ursprünglich über fünf Stunden dauerte. Die Sprecherin hat das Interview aber nur zu einem – wenn auch überwiegenden Teil (ca. vier Stunden) – autorisiert.
Aufnahmedauer, Geburtsort und -datum der Sprecher_innen des Metzkorpus
Sprecher_innen (IS) | Geburtsort und -jahr | Aufnahmedauer | ||
1. | Ballhorn, Elisheva | Frankfurt a.M. | 1919 | 01:56:35 |
2. | Ballhorn, Moshe | Berlin | 1913 | 02:41:15 |
3. | Beck, Rahel | Wien | 1922 | 02:34:47 |
4. | Biran, Rina | Berlin | 1932 | 00:55:12 |
5. | Brodsky, Ada | Frankfurt a.O. | 1924 | 00:28:54 |
6. | Feiner, Franzi | Wien | 1925 | 01:09:37 |
7. | Feiner, Paul | Wien | 1919 | 01:18:39 |
8. | Kadmon, Naftali | Aachen | 1925 | 01:37:25 |
9. | Schlesinger, Nurit | Bratislawa | 1927 | 02:06:57 |
10. | Stern, Josef | Gießen | 1921 | 01:24:44 |
11. | Tauber, Ruth | Lugnian | 1919 | 03:57:25 |
12. | Zuriel, Dov | Berlin | 1925 | 02:10:12 |
13. | Goldstein, Jeanette | Wien | 1920 | 02:01:42 |
14. | Hoffer, Gerda | Wien | 1921 | 02:03:59 |
15. | Rath, Ari | Wien | 1925 | 01:41:51 |
16. | Lewy, Tom | Berlin | 1935 | 02:28:35 |
17. | Sternberg, Michael | Berlin | 1925 | 01:52:12 |
Ein zweiter, möglicher Grund dafür, dass das Metzkorpus bisher nur spärlich ausgewertet wurde, könnte darin bestehen, dass die Interviews zwar als Audiodatei online zugänglich sind, aber bisher nur in geringem Umfang transkribiert wurden. Ausnahmen bilden lediglich die im ISW archivierten Interviews mit Jeanette Goldstein, Gerda Hoffer und Ari Rath, die 2025 online gestellt werden sollen, sowie die Aufnahme mit Elisheva Ballhorn, die ebenfalls in einer korrigierten Endfassung vorliegt6.
Anlässlich der Tagung Forschungsperspektiven und methodische Zugänge zu (auto-)biographischen Korpora (14.-15.12.2023) an der Universität Bologna wurden für die 12 im Korpus IS gespeicherten Interviews (IS_E_00166 bis IS_E_00177) sowie für die Interviews mit Tom Lewy (ISZ_E_00066) und Michael Sternberg (ISZ_E_00067) mit Hilfe der Software audiotranskription7 automatische Transkripte hergestellt. Diese Transkripte sind zwar von unterschiedlich guter Qualität, sie ermöglichen aber in jedem Fall, sich einen Überblick über die angesprochenen Themen, über linguistische und narratologische Aspekte zu verschaffen und bilden eine gute, bis sehr gute Grundlage für die Herstellung eines orthographischen oder auch eines detaillierteren Feintranskripts.
3. Zwei Forschungsansätze
Wie oben bereits ausgeführt, umfasst das Metzkorpus narrative autobiographische Interviews, die die Interviewerin mit der offenen, erzählgenerierenden Frage nach der Kindheit und Jugend der Sprecher_innen beginnt.
Diesen ersten Teil bewältigen alle Interviewten, aber in durchaus unterschiedlichem Umfang. Einige Interviewpartner_innen – wie z.B. Rina Biran – bleiben auf den Themenkreis Kindheit und Jugend nahezu während des gesamten Gesprächs konzentriert; dagegen widmen andere Sprecher_innen, wie z.B. Beispiel Elisheva Ballhorn und Paul Feiner, diesem Thema nur einen weit geringeren Teil. Elisheva Ballhorn spricht bei einer Gesamtlänge des Interviews von 01:56:35 Stunde tatsächlich nur etwa 00:13:23 Minuten über ihre Kindheit und Jugend; Paul Feiner dagegen ca. 00:28:56 Minuten von insgesamt 01:18:39 Stunde.
Die damit – auszugsweise und nur angedeutete – Heterogenität dieser Interviews auf thematischer Ebene8 macht sie aber eben auch für Untersuchungen interessant, die andere inhaltliche Aspekte als das eigentlich anvisierte Hauptthema Kindheit und Jugend in den Blick nehmen möchten: beispielsweise das Thema Flucht im Interview mit Nurit Schlesinger oder das Thema Rückreise im Gespräch mit Max Ballhorn. Wie oben bereits angedeutet eröffnen diese zum überwiegenden Teil noch nicht überarbeiteten Transkripte die Möglichkeit, die Interviews hinsichtlich der ganzen Bandbreite an Forschungsansätzen zu untersuchen, die Betten / Flinz / Leonardi (2023) in dem Aufsatz Emigrantendeutsch in Israel: Die Interviewkorpora IS, ISW und ISZ im Archiv für Gesprochenes Deutsch des IDS zusammenfassend dargestellt haben9.
Das Metzkorpus enthält – bis auf das Gespräch mit Nurit Schlesinger10 – geplante Zweitinterviews (z.B. Rahel Beck), bzw. Dritt- (z.B. Moshe Ballhorn) oder Viertinterviews (z.B. Tom Lewy) oder auch Fünfinterviews (z.B. Ari Rath):
Ausgehend von der breitgefächerten Vernetzung der Metz-Interviews im IK – wie oben in Tabelle 3 zusammengefasst – können relevante Forschungsansätze entwickelt werden, von denen hier aus Platzgründen jedoch nur zwei kurz skizziert werden sollen.
Vernetzung der Metz-Interviews in den Korpora IS, ISW und ISZ11
Interviews mit Michela Metz | Sprecher_innen | Jahr | weitere Interviews (Interviewer_in) | Jahr | zusätzl. Angaben | |
1. | IS_E_00166 ► | Ballhorn, Elisheva | 2011 |
IS_E_00179 ► (AB*) IS_E_00164 ► (JS) |
2000 2010 |
zus. mit Ehemann MB zus. mit Ehemann MB |
2. | IS_E_00167 ► | Ballhorn, Moshe | 2011 |
IS_E_00006 ► (AB) IS_E_00179 ►(AB) IS_E_00164 ► (JS) |
1990 2000 2010 |
zus. mit Ehefrau EB zus. mit Ehefrau EB |
3. | IS_E_00168 ► | Beck, Rahel | 2010 | IS_E_00010 ► (AB) | 1990 | |
4. | IS_E_00169 ► | Biran, Rina | 2011 |
IS_E_00016 ► (MD) IS_E_00188 ► (RL) |
1991 2019 |
zus. mit Ehemann UB |
5. | IS_E_00170 ► | Brodsky, Ada | 2011 |
IS_E_00018 ► (MD) IS_E_00178 ► (AB) |
1991 2008 |
Round table Jeckes |
6. | IS_E_00171 ► | Feiner, Franzi | 2010 |
IS_E_00181 ► (AB) IS_E_00157 ► (AB) |
2000 2007 |
zus. mit Ehemann PF |
7. | IS_E_00172 ► | Feiner, Paul | 2010 |
IS_E_00036 ► (AB) IS_E_00181 ►(AB) IS_E_00158 ► (AB) |
1990 2000 2007 |
zus. mit Ehefrau FF |
8. | IS_E_00173 ► | Kadmon, Naftali | 2011 | IS_E_00063 ► (AB) | 1991 | |
9. | IS_E_00174 ► | Schlesinger, Nurit | 2011 | Erstinterview | ||
10. | IS_E_00175 ► | Stern, Josef | 2010 | IS_E_00124 ► (AB) | 1991 | |
11. | IS_E_00176 ► | Tauber, Ruth | 2011 |
IS_E_00129 ► (AB) IS_E_00163 ► (AB) IS_E_00187 ► (AB) IS_E_00178 ► (AB) |
1991 2005 2006 2008 |
zus. mit KW, MS Diskussions- teilnehmer_innen Round table Jeckes |
12. | IS_E_00177 ► | Zuriel, Dov | 2010 | IS_E_00162 ► (AB) | 2000 | |
13. | ISW_E_00026 ► | Goldstein, Jeanette | 2011 | ISW_S_00009 ► (GS/MH) | 1998 | |
14. | ISW_E_00027 ► | Hoffer, Gerda | 2011 | ISW_S_00011 ► (IR) | 1998 | |
15. | ISW_E_00028 ► | Rath, Ari | 2010 |
ISW_S_00019►(AB) ISW_E_00020►(AB) ISW_E_00021►(AB) ISW_E_00022►(AB) IS_E_00178 ► (AB) |
1998 1999 1999 2000 2008 |
Round table Jeckes |
16. | ISZ_E_00066 ► | Lewy, Tom | 2011 |
ISZ_E_00027 ► (AB) ISZ_E_00068 ► (AB) ISZ_E_00075 ► (AB) ISZ_E_00087 ► (RL) |
2006 2012 2018 2019 |
Diskussions-teilnehmer_innen |
17. | ISZ_E_00067 ► | Sternberg, Michael | 2011 |
ISZ_E_00052 ► (AB) IS_E_00163 ► (AB) ISZ_E_00068 ► (AB) |
1999 2005 2012 |
zus. mit RT, KW Diskussions-teilnehmer_innen |
3.1. Sprache und Alter
Richtet man sein Augenmerk auf die Entstehungsjahre der Aufnahmen12 sowie auf das Alter der Sprecher_innen13, so ergibt sich folgende Situation: Die Zeitspanne zwischen den Erstinterviews14 und den Metz-Interviews bemisst 11 bis 29 Jahre15; das Alter der Sprecher_innen liegt bei den Erstinterviews zwischen 59 und 81 Jahren sowie zwischen 79 und 91 Jahren bei den Metz-Interviews. Eine solche Datenlage ist für Untersuchungen von Bedeutung, die den Themenkomplex Sprache und ageing in den Blick nehmen wollen16. Neben Überlegungen zum ‚Altersstil‘ der Sprecher_innen im Korpus IS (vgl. Betten 2003), sind zudem altersspezifische Fragen von Sprache (vgl. u.a. Fiehler 2001; Fiehler / Timm 2003; Phelan 2018) im Israelkorpus bisher nur anhand von stillen Pausen in sog. retellings17 im Rahmen von Wiederholungsinterviews des ISZ (vgl. Luppi 2022) analysiert worden. Da gerade in den Interviews des Metzkorpus die Sprecher_innen wiederholt das eigene Alter im Zusammenhang mit Fragen des Erinnerns, bzw. des Vergessens thematisieren, könnten hier interessante Aspekte von Altersidentität (vgl. Fiehler 2001) und ihrer Konstruktion in der interpersonalen Kommunikation (vgl. Fiehler 2010; Palander-Collin et al. 2010) herausgearbeitet werden.
3.2. Positionierungen in Mehrfachinterviews
Wie Betten / Flinz / Leonardi (2023: 9) hervorheben, eröffnen Mehrfachinterviews mit diversen Interviewer_innen zudem die Möglichkeit, unterschiedliche Positionierungen herauszuarbeiten, die die Sprecher_innen über einen langen Zeitraum hinweg zu bestimmten Themenkreisen entwickeln18. Unter Positionierung versteht man eine diskursive Praxis, mittels der sich Sprecher_innen im Verlauf der Kommunikation explizit oder implizit im sozialen Raum verorten, bzw. ihrer Interaktionspartner_in einen bestimmten sozialen Raum zuweisen19. Die einschlägige Forschung unterscheidet dabei Selbst- und Fremdpositionierung sowie darüber hinausgehend drei Ebenen, auf denen sich der Positionierungsprozess entfaltet: auf der Ebene der erzählten Geschichte zwischen Erzähler_in und den handelnden Personen, auf der Ebene der Interaktion zwischen Erzähler_in und Interaktionspartner_in sowie auf einer dritten Ebene hinsichtlich der Selbstkonstruktion der Erzähler_in, d.h. wie er/sie bereits bestehende Erzählmuster nutzt und sich innerhalb dominanter Diskurse oder Masternarrative verortet(vgl. dazu Bamberg / Georgakopoulou 2008: 385). Was das Metzkorpus und die mit ihm vernetzten Interviews angeht, könnten u.a. der Themenkreis Kindheit und Jugend mit den relevanten Unterthemen – wie z.B. Hachschara, Jugendalija20, Freundschaften in der Kindheit, antisemitische Erlebnisse, Verlust der Eltern, Leben im Kibbuz oder Flucht – interessante Ansatzpunkte bieten; entsprechende Textstellen aus den jeweiligen Mehrfachinterviews wären hier hinsichtlich veränderter Perspektiven, narrativer Identitätszuweisungen und emotionaler Affiziertheit21 der Erzähler_innen zu konfrontieren. Einige Gesprächspartner_innen haben darüberhinaus autobiographische Texte verfasst22, die ebenfalls zur Analyse herangezogen werden könnten23 – wie z.B. im Fall von Josef Stern: Dessen autobiographische Erzählungen – die von ihm im Geleitwort als „unpersönlich“ bezeichnete Autobiographie Stark wie ein Spiegel (Stern 1989: XVIII), sowie die Interviews mit Anne Betten (1991) und Michaela Metz (2011) – weisen deutliche Diskrepanzen hinsichtlich der Selbstpositionierung auf allen drei der o.g. Ebenen auf sowie hinsichtlich der emotionalen Involviertheit des Sprechers24.
4. Ausblick
Neben der wissenschaftlichen wäre eine didaktische Auswertung des Metzkorpus für den landeskundlichen Teil des DaF-Unterrichts ebenfalls erstrebenswert. Auszüge der Interviews können ab der Niveaustufe B1-2 zusammen mit orthographischen Transkripten zur Arbeit an authentischen Texten in einer Unterrichtseinheit zur Shoah herangezogen werden. Diverse Sprecher_innen berichten von ihrer Jugend in Palästina, da sie ihre Heimat als Kinder oder Heranwachsende – oft auch ohne elterliche Begleitung – verlassen mussten. Die Erzählungen über die Erfahrung historischer Zwangsmigration eröffnen nicht nur einen besonderen Blick auf die Lebenswelt der jüdischen Menschen, die die Shoah überlebt haben, sondern bieten vielfältige Ansatzpunkte, um an aktuelle Notlagen von Kindern und Jugendlichen anzuknüpfen, die vor Krieg, Verfolgung und Armut fliehen.
Notes
- Das Korpus ISW umfasst insgesamt 28 Interviews. [^]
- Für einen Überblick über die Entstehung des Projektes sowie die Archivierung der Interviews und Materialien s. Betten (2023); zum aktuellen Stand der Archivierung s. u.a. Betten / Flinz / Leonardi (2023). Eine vollständige, laufend aktualisierte Pu¬blikationsliste zu den Korpora IS, ISW und ISZ ist über die Literaturdatenbank Zotero zugänglich. https://www.zotero.org/groups/2219390/israelkorpus (17.11.2024). [^]
- Zu den wenigen Ausnahmen gehört z.B. die Arbeit von Luppi / Pellegrino (2024), die u.a. Emotionsausdruck und thematisches Wiederholungsverfahren im Interview von Ari Rath mit Michaela Metz untersuchen. [^]
- Das Interview mit Ari Rath wurde in Wien, vor Metz’ Abreise nach Israel geführt. [^]
- S. dazu Abschnitt 3. [^]
- Schriftliche Auskunft von Anne Betten erhalten am 15.01.2024. [^]
- https://www.audiotranskription.de/ (17.11.2024). [^]
- Der Begriff Thema wird bei Chafe (2015: 393) als „a coherent aggregate of thoughts that may be introduced by a participant in a conversation and developed either by that participant or by another, or by several participants jointly“ definiert. [^]
- Hinsichtlich des „linguistischen Untersuchunspotenzials“ (Betten / Flinz / Leonardi 2023: 4) der Korpora verweisen die Autorinnen auf die Themenbereiche „Sprachgeschichte und -variation, Sprachkritik, Sprachinselforschung und Migrationslinguistik“ und hier im Besonderen auf „historische regionale Sprechsprachen“ sowie auf „Migrationsvarietäten in der 1. und 2. Generation“ (ebd.: 5-7) ; in Bezug auf die Forschungsgebiete der „Gesprächs- und Erzählanalyse“ werden „Textsorten und Interaktionstypen“ (ebd.: 7-8) genannt sowie das „Wechselspiel zwischen Erzählen und Erinnern“ mit besonderem Fokus auf „Strategien, Strukturen und Chronotopoi“ (ebd.: 8-10); im Rahmen „quantitativ-qualitativer Herangehensweisen“ (ebd.) wird auf Arbeiten zur „Emotionsthematisierung und Emotionsausdruck“ (ebd.: 10-12) aufmerksam gemacht. [^]
- Das Gespräch mit Nurit Schlesinger kam spontan zustande; sie war im gleichen Seniorenheim untergebracht wie das Ehepaar Ballhorn und dort konnte auch die Interviewerin für eine Woche lang als Besucherin übernachten (Ich danke Anne Betten für diese mündliche Auskunft vom 21.03.2024). Schlesinger gehört eigentlich nicht zur Gruppe der Jeckes, d.h. der aus Deutschland und Österreich nach Palästina / Israel ausgewanderten Jüdinn_en (zum Begriff Jeckes vgl. Betten 2013); sie ist in der Slowakei geboren, als Kind mit ihren Eltern nach Ungarn geflohen und von dort aus nach einem KZ-Aufenthalt in Bergen-Belsen mit dem sog. Kastner-Transport (vgl. Bauer 1994) 1944 in die Schweiz gelangt und von dort 1945 nach Palästina emigriert. [^]
- Legende der Namenskürzel: AB = Anne Betten; EB = Elisheva Ballhorn; FF = Franzi Feiner; GS = Gina Staats; IR = Ingo Reiffenstein; KW = Käthe Walter; JS = Johannes Schwitalla; MB = Moshe Ballhorn; MD = Miriam Du-nour; MH = Maria Hovdar; MM = Michaela Metz; MS = Michael Stern; PF = Paul Feiner; RL = Rita Luppi; RT = Ruth Tauber; UB = Uri Biran. [^]
- S. dazu Tabelle 3. [^]
- S. dazu Tabelle 2. [^]
- Die hier relevanten Erstinterviews wurden geführt von Anne Betten, Miriam Du-nour, bzw. von am Forschungsprojekt Emigrantendeutsch in Israel: Wiener in Jerusalem beteiligten Student_innen. [^]
- 11 Jahre im Fall von Elisheva Ballhorn; 29 Jahre bei Josef Stern. [^]
- Vgl. dazu u.a. Lombardi (2022) sowie die Beiträge in der 2023 gegründeten Zeitschrift Journal of Language and Aging Research: https://journals.sub.uni-hamburg.de/hup2/jlar/issue/archive (20.11.2024). [^]
- Bei retellings handelt es sich um eine spezifische Form der erzählerischen Reproduktion und Rekontextualisierung einer Geschichte, die von derselben Sprecher_in bereits bei ähnlichen oder auch verschiedenen Gelegenheiten erzählt wurde (vgl. Schuhmann et al. 2015: 10); die Sprecher_in hat damit die Möglichkeit, ihre Geschichte zu rekonstruieren und sie in der neuen kommunikativen Situation neu zu interpretieren (vgl. Stockburger 2008: 326- 348). Retellings im IK wurden besonders von Luppi (2020, 2022, erscheint 2025) untersucht. [^]
- S. dazu u.a. Betten (2016) sowie Luppi (2022). [^]
- Der Begriff Positionierung bzw. positioning stammt ursprünglich aus der Diskursiven Psychologie und geht auf die Arbeiten von Hollway (1984) sowie Harré / van Langenhove (1999) zurück. Bamberg (1997, 1999) sowie Lucius-Hoene / Deppermann (2002) und Bamberg / Georgakopoulou (2008) haben das Konzept für das Erzählen aufgegriffen und weiterentwickelt. [^]
- Die Jugendalija ist eine von Recha Freier und Eva Michaelis-Stern ab 1933 aufgebaute zionistische Hilfsorganisation, die die Gruppenauswanderung von jüdischen Jugendlichen (im Alter von 14-17 Jahren) ohne elterliche Begleitung ins Exil nach Palästina organisierte. In Palästina leitete Henrietta Szold die Jugendalija. Bis ca. 1939 wurden die Jugendlichen dafür ausgewählt und in sog. Hachschara-Kursen, die auf landwirtschaftlichen Gütern durchgeführt wurden, auf das Leben in Palästina vorbereitet. Später konnten diese Kurse aufgrund der Nazi-Verfolgung nicht mehr durchgeführt werden. Zwischen 1934 bis Ende März 1939 kamen ca. 5000 Jugendliche im Rahmen der Jugendalija nach Palästina. Vgl. dazu Urban (2006). [^]
- Die emotionale Involviertheit der Sprecher_innen des IK beim Erinnern und Erzählen ist ein zentrales Thema der Forschung zum IK. Ein Überblick zu den einschlägigen Arbeiten findet sich in der Literaturdatenbank Zotero unter folgendem Link: https://www.zotero.org/groups/2219390/israelkorpus/collections/NB4TFF8J/search/Emotion/titleCreatorYear (19.11.2024). [^]
- Es handelt sich um die Autobiographien von Ari Rath (Ari heißt Löwe; 2012), Gerda Hoffer / Judith Hübner (Zwei Wege ein Ziel. Zwei Frauenschicksale zwischen Wien und Jerusalem; 2011) und Josef Stern (Stark wie ein Spiegel; 1989). [^]
- Zur Emotionsausdruck in der Autobiographie Raths und sein Erstinterview mit Anne Betten vgl. Luppi (2017); zur Thematik autobiographischer Rekonstruktionen in mündlichen und schriftlichen Erzählungen vgl. u.a. Betten (2018). [^]
- Zu diesem Thema finden sich erste Anregungen in der unveröffentlichten Seminararbeit von Lechner-Messner (2013), einer Studentin von Anne Betten an der Universität Salzburg. [^]
Literatur und Ressourcen
Bamberg, Michael (1997): Positioning between Structure and Performance. In: Journal of Narrative and Life History 7: 1-4, 335–342.
Bamberg, Michael (1999): Is There Anything Behind Discourse? Narrative and the Local Accomplishment of Identities. In: Maiers, Wolfgang (ed.): Challenges to Theoretical Psychology. Selected / Edited Proceedings of the Seventh Biannual Conference of The International Society for Theoretical Psychology. North York: Captus Press, 220–227.
Bamberg, Michael / Georgakopoulou, Alexandra (2008): Small stories as a new perspective in narrative and identity analysis. In: Text & Talk 28: 3, 377–396.
Bauer, Yehuda (1994): Jews for Sale? Nazi-Jewish Negotiations, 1933–1945. New Haven / London: Yale University Press.
Betten, Anne (2003): Ist ‚Altersstil‘ in der Sprechsprache wissenschaftlich nachweisbar? Überlegungen zu Interviews mit 70- bis 100-jährigen Emigranten. In: Fiehler, Reinhard / Thimm, Caja (Hrsg.): Sprache und Kommunikation im Alter. Radolfzell: Verlag für Gesprächsforschung, 131–143.
Betten, Anne (2013): Sprachbiographien deutscher Emigranten. Die „Jeckes“ in Israel zwischen Verlust und Rekonstruktion ihrer kulturellen Identität. In: Deppermann, Arnulf (Hrsg.): Das Deutsch der Migranten. Berlin et al.: de Gruyter, 145–191.
Betten, Anne (2016): Familiales Gedächtnis und individuelle Erinnerung. Zum Umgang mit traumatischen Erfahrungen in der 1. und 2. Generation deutsch-jüdischer Migranten in Israel. In: Leonardi, Simona / Thüne, Eva-Maria / Betten, Anne (Hrsg.): Emotionsausdruck und Erzählstrategien in narrativen Interviews. Analysen zu Gesprächsaufnahmen mit jüdischen Emigranten. Würzburg: Königshausen & Neumann, 85–121.
Betten, Anne (2018): Autobiographische (Re-)Konstruktion am Beispiel schriftlicher und mündlicher Erzählungen von Holocaust-Überlebenden. In: Kämper, Heidrun / Voigt, Christopher (Hrsg.): Konzepte des Authentischen - Prozesse der Authentisierung. Wallstein Verlag: Göttingen, 91–131.
Betten, Anne (2023): Interview mit Anne Betten zur Entstehungsgeschichte und Archivierung der sog. Israelkorpora. In: Häußinger, Barbara / Flinz, Carolina / Leonardi, Simona / Pellegrino, Ramona / Thüne, Eva-Maria (Hrsg.): Erzählte Chronotopoi: Orte und Erinnerung in Zeitzeugeninterviews und -berichten zu erzwungener Migration im 20. Jahrhundert [= Annali. Sezione germanica 33], 9–50.
Betten, Anne / Flinz, Carolina / Leonardi, Simona (2023): Emigrantendeutsch in Israel: Die Interviewkorpora IS, ISW und ISZ im Archiv für Gesprochenes Deutsch des IDS. In: Kupietz, Marc / Schmidt, Thomas (Hrsg.): Neue Entwicklungen in der Korpuslandschaft der Germanistik. Beiträge zur IDS-Methodenmesse 2022. Tübingen: Narr Francke Attempto, 171–188.
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Biographische Notiz
Barbara Häußinger ist Professorin an der Universität Orientale in Neapel und lehrt dort Deutsche Sprache und Sprachwissenschaft. Ihre Hauptschwerpunkte liegen im Bereich der Phraseologie, Kognitiven Linguistik (Metaphorik), Deutsch als Fremdsprache, der Erzähl- und Gesprächsanalyse sowie der Emotionslinguisitk. Sie ist Mitglied des editorial board der Zeitschrift Annali. Sezione Germanica.
Kontaktanschrift:
Prof. Barbara Häußinger
Università degli Studi di Napoli „L’Orientale“
Dipartimento di Studi Letterari, Linguistici e Comparati
Via Duomo 219, 80128 Napoli