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STATISTISCH SIGNIFIKANTE FUNKTIONSVERBGEFÜGE IM GEBRAUCH – EINE KORPUSBASIERTE UNTERSUCHUNG FÜR DEN DAF-UNTERRICHT

Author: Susanne Kabatnik (University of Greifswald)

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    STATISTISCH SIGNIFIKANTE FUNKTIONSVERBGEFÜGE IM GEBRAUCH – EINE KORPUSBASIERTE UNTERSUCHUNG FÜR DEN DAF-UNTERRICHT

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Abstract

Vorgestellt wird in diesem Beitrag eine Lehrwerkanalyse zu Funktionsverbgefügen, der eine korpuslinguistische Untersuchung entgegengesetzt wird. Fokussiert wird in dieser Studie erstens ein Verfahren zur Ermittlung statistisch signifikanter Gefüge des Deutschen mithilfe einer Kookkurrenzanalyse. Zweitens wird unter Anwendung des korpusbasierten, quantitativ-qualitativen Ansatzes das Gefüge (eine) Frage stellen  in seinem Gebrauch im Kontext präsentiert. Die Datengrundlage bilden das Deutsche Referenzkorpus (DeReKo 2020) sowie das Wikipedia-Artikel-Korpus (2015) des IDS. Abschließend wird diskutiert, wie die Untersuchungsergebnisse zur Verbesserung von Lern- und Lehrmaterialien beitragen können.


This paper presents a German as a Foreign Language (DaF) textbook analysis of light verb constructions, which is contrasted with a corpus linguistic study. First, this study focuses on a procedure to identify statistically significant constructions of German by means of a co-occurrence analysis. Second, using the corpus-based, quantitative-qualitative approach, the construction (eine) Frage stellen  ‘to ask a question’ is presented in its usage in context. The data basis is the German Reference Corpus (DeReKo 2020) and the Wikipedia Article Corpus (2015) of the IDS. Finally, I discuss how the results of the study can contribute to the improvement of learning and teaching materials.

Keywords: Funktionsverbgefüge, Deutsch als Fremdsprache, korpusbasiert, gebrauchsbasiert, Deutsches Referenzkorpus, Wikipedia-Artikel-Korpus, light verb constructions, German as foreign language, corpus-driven, use-based, German reference corpus, Wikipedia article corpus

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Kabatnik, S., (2021) STATISTISCH SIGNIFIKANTE FUNKTIONSVERBGEFÜGE IM GEBRAUCH – EINE KORPUSBASIERTE UNTERSUCHUNG FÜR DEN DAF-UNTERRICHT Korpora Deutsch als Fremdsprache 1(2), 95–115. doi: https://doi.org/10.48694/tujournals-73

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20 Dec 2021
Peer Reviewed

1. Funktionsverbgefüge für den DaF-Unterricht

1.1 Theoretische Vorüberlegungen und Definition

Im DaF-Unterricht sollen rezeptive wie produktive Fertigkeiten der Zielsprache Deutsch, also das Hör- und Leseverstehen sowie die Sprech- und Schreibkompetenz erworben werden (vgl. Rösler 2012: 57; Funk et al. 2014: 84, 108), d.h. sowohl die Textrezeption als auch –produktion sind als Zielkompetenzen im DaF-Unterricht zentral (vgl. Funk et al. 2014). Funktionsverbgefüge, also Sprachgebrauchsmuster wie (eine) Frage stellen oder in Gang bringen (vgl. Kamber 2008), kommen in verschiedenen auch alltagssprachlichen Textsorten mündlich wie schriftlich vor, z.B. in Zeitungstexten oder Nachrichtentexten (vgl. Popadić 1973; Kamber 2008), Wikipedia-Artikeln (vgl. Storrer 2013), literarischer Prosa (vgl. Daniels 1963; Storrer 2013), aber auch in gesprochener Sprache und Musik-Texten (vgl. Kabatnik 2020: 36-37). Die Konstruktionen sind deswegen für Lernende des Deutschen als Fremdsprache relevant und werden auch in DaF-Lehrwerken behandelt (vgl. Kamber 2008: 1ff.; Kamber 2020; Funk et al. 2013).

Funktionsverbgefüge sind Konstruktionen aus einem Funktionsnomen (z.B. Frage) und einem Funktionsverb (z.B. stellen), die gemeinsam eine semantische Einheit bilden. Diese Einheit hat ein korrespondierendes Basisverb, wie z.B. und fragen oder gehen (vgl. Kamber 2008). Derartige Verbindungen aus einem Nomen und einem Verb, kurz Funktionsverbgefüge (vgl. Kamber 2008), zu definieren, gestaltet sich insgesamt schwierig und ist nach Ágel (2017: 315) „eine der undankbarsten grammatischen Aufgaben“. Denn der Gegenstand müsste zum einen von angrenzenden Disziplinen, wie der Phraseologie- und Kollokationsforschung, abgegrenzt werden (vgl. Ágel 2017: 315). Zum anderen ergeben sich durch die Abgrenzungsproblematik unterschiedliche Positionierungen darüber, welche Gefüge zum Untersuchungsgegenstand Funktionsverbgefüge gerechnet werden können.

Funktionsverbgefüge lassen sich nämlich nicht nur semantisch, morphologisch und (morpho)syntaktisch, sondern auch pragmatisch voneinander unterscheiden (vgl. Helbig / Buscha 2011: 83ff.). Semantisch-aspektuelle Besonderheiten weisen beispielsweise Gefüge wie in Kontakt kommen und in Gang bringen auf. In Kontakt kommen unterscheidet sich von kontaktieren durch den Passiv-Ausdruck (vgl. Eroms 2000: 168-169). In Gang bringen zeigt in Gegenüberstellung mit gehen die Kausativität der Handlung an (vgl. Helbig / Buscha 2011: 84). Morphologisch unterscheiden sich Gefüge wie in Kontakt kommen und Entscheidung treffen von Konstruktionen wie Angst haben und Dienst leisten in der Ableitungsbasis. Angst haben steht mit einem Adjektiv in einem Ableitungsverhältnis und nicht mit einem Basisverb (vgl. Helbig 1979: 274; Welke 2007: 219; Kamber 2008: 22). Andere Gefüge wiederum wie z.B. außer Kraft setzen weisen kein korrespondierendes Basisverb oder -adjektiv auf (vgl. Helbig / Buscha 2011: 70ff.), vgl. *kraften. In der Forschungsliteratur zu Funktionsverbgefügen haben sich drei Definitionsansätze durchgesetzt:

  1. ‚Funktionsverbgefüge‘ als Oberbegriff für unterschiedliche Nomen-Verb-Verbindungen: Sowohl in Gang kommen, in Kontakt treten, in Frage stellen und in Kauf nehmen als auch Frage stellen, Schaden nehmen und Anwendung finden sind Funktionsverbgefüge, auch wenn sie syntaktische, semantische und funktionale Unterschiede aufweisen (vgl. z.B. Gautier 1998; Helbig / Buscha 2011; Seifert 2004; Heine 2006; Kamber 2008).

  2. Die Termini Nominalisierungsverbgefüge und Funktionsverbgefüge in Anlehnung an von Polenz (1987): Funktionsverbgefüge sind lediglich Konstruktionen, die eine Aktionsart ausdrücken – Kontakt halten unterscheidet sich von kontaktieren durch Durativität. Nominalisierungsverbgefüge bezeichnet verschiedene Nomen-Verb-Verbindungen als Oberbegriff, also z.B. Antwort geben oder in Wegfall kommen (vgl. von Polenz 1987; Zifonun et al. 1997; Storrer 2006a; Ágel 2017; Grammis 2020: Elementare Prädikate1).

  3. Die Termini Nominalisierungsverbgefügen, Funktionsverbgefüge und Streckverbgefüge: Nominalisierungsverbgefüge und Funktionsverbgefüge werden um einen Begriff für einen bestimmten Subtyp ergänzt: Funktionsverbgefügen wie in Gang bringen oder in Wegfall kommen werden Streckverbgefüge wie (eine) Frage stellen oder Entscheidung treffen gegenübergestellt (vgl. Storrer 2006b, 2013; Taborek 2018)2.

Im Folgenden bezeichne ich sowohl Gefüge wie (eine) Frage stellen, Antwort geben oder Entscheidung treffen als auch Konstruktionen wie in Wegfall kommen, Kontakt halten und Angst haben als Funktionsverbgefüge. Analog zu Funktionsverb verwende ich den Terminus Funktionsnomen (vgl. Wotjak / Heine 2007; Basarić / Petrič 2015). Diese definitorische Entscheidung erscheint im Kontext von Untersuchungen für und von DaF-Materialien sinnvoll, da – wie ich in Kap. 1.2. zeigen werde – unterschiedliche Typen von Nomen-Verb-Verbindungen unter dem Begriff Funktionsverbgefüge aufgeführt werden und in DaF-Lehrmitteln als Chunks und in Übungen verwendet werden (vgl. Giacoma 2017).

Funktionsverbgefüge sind im Deutschen frequent (vgl. z.B. Kamber 2008: 65; Storrer 2013: 192ff.) und kommen in typologisch unterschiedlichen Sprachen vor. Das Gefüge (eine) Frage stellen findet sich beispielsweise in romanischen, slawischen, germanischen sowie in Turksprachen (vgl. z.B. s.a. Kabatnik 2020: 38), d.h. häufig in den potenziellen Herkunftssprachen der Lernenden im DaF-Unterricht in Deutschland:

Liste 1

Funktionsverbgefüge in potenziellen Herkunftssprachen

Sprache Funktionsverbgefüge Basisverb
Englisch to ask a question to ask
Niederländisch een vraag stellen vragen
Französisch poser une question questionner
Spanisch hacer una pregunta a alguien preguntar por
Italienisch porre una domanda domandare
Polnisch zadawać pytanie pytać
Russisch зада́ть вопро́с спроси́ть
Türkisch soru sormak sormak -e -i

Diese tabellarische Auflistung legt nahe, dass auch andere Sprachsysteme Funktionsverbgefüge aufweisen, die einem dem Deutschen ähnlichen Bildungsmechanismus zugrunde liegen, nämlich ein von einem Nomen abgeleitetes Funktionsnomen, wie ital. domanda (‚Frage‘) und domandare (‚fragen‘), das sich mit einem semantisch entleerten Funktionsverb wie Ital. porre (‚stellen‘) verbindet.

Für Deutschlernende kann es beim Erwerb deutscher Funktionsverbgefüge einerseits zu Schwierigkeiten kommen, da die korrekte Zuordnung von Nomen und Verb Potenziale für Interferenzen birgt, die Gefüge unterschiedliche Register ausdrücken oder in den Sprachen unterschiedlich vorkommen, beispielsweise als Funktionsverbgefüge in der L2, in der L1 jedoch als Basisverb (vgl. Mollica 2020: 142). Andererseits können gerade derartige Konvergenzen der Sprachsysteme für didaktische Zwecke durch die Einbeziehung der Herkunftssprachen genutzt werden. Da Funktionsverbgefüge in potenziellen Herkunftssprachen von Lernenden des Deutschen und im deutschen Sprachsystem in unterschiedlichen Textsorten frequent gebraucht werden, sollten sie auch in DaF-Lehrwerken hinsichtlich ihrer Verwendung im (Kon)Text thematisiert werden. Wie Funktionsverbgefüge in DaF-Materialien behandelt werden, wird im Folgenden erläutert. Danach wird eine korpusbasierte quantitativ-qualitative Untersuchung eines Funktionsverbgefüges vorgestellt und insbesondere der Gebrauch von Funktionsverbgefügen fokussiert. Ziel dieses Beitrags ist es, abschließend Vorschläge für mögliche Herangehensweisen im Unterricht zu geben, die auf der quantitativen und qualitativen Korpusstudie basieren.

1.1 Funktionsverbgefüge in studio d und klipp und klar

Untersuchungen zu Mehrworteinheiten in Bezug auf Materialien für den DaF-Unterricht legen offen, dass Funktionsverbgefüge in DaF-Lehrwerken nicht ausreichend behandelt werden (vgl. Kamber 2008; Ďurčo / Vajičková 2016: 125; Giacoma 2017; Flinz 2018; Targońska 2018: 75; Piątkowski 2019: 129-133). Giacoma (2017) bezeichnet Funktionsverbgefüge als „Schwarzfahrer der Didaktik“: „Wenn man Fremdsprachenlernen als eine Reise betrachtet, könnte man demzufolge denken, dass FVG heimlich und ohne gültige Fahrkarte mit den Lernenden mitfahren“ (Giacoma 20173), womit darauf aufmerksam gemacht wird, dass Funktionsverbgefüge zwar in Texten und Aufgabenstellungen in DaF-Materialien vorkommen, sie aber nicht in Übungen behandelt werden. Kamber merkt weiter an, Funktionsverbgefüge würden insgesamt kaum im konkreten Sprachgebrauch thematisiert werden (vgl. Kamber 2008: 3). Es fehlten authentische Beispiele zu Funktionsverbgefügen im Gebrauch und die Konstruktionen hätten nur „exemplarischen Charakter“ (Kamber 2008: 3).

Dies deckt sich mit der Analyse des DaF-Lehrwerks studio d – Die Mittelstufe (B1, 2013) und der DaF-Grammatik klipp und klar (B1, 2016), die für die Analyse exemplarisch dargestellt werden. Studio d orientiert sich an Deutsch für Freizeit und Beruf. Damit wird die Textproduktion als Lehr- und Lernziel explizit angestrebt (vgl. Funk et al. 2013: 1). Bei klipp und klar geht es ausdrücklich um Wortverbindungen unterschiedlicher Art. Diese Lehrwerke werden exemplarisch herangezogen, um die Art und Weise der Didaktisierung aufzuzeigen4. Für beide Lehrmittel wurde die Niveaustufe B1 ausgewählt, da Funktionsverbgefüge in niedrigeren Niveaustufen nicht oder nur als Chunks behandelt werden (vgl. z.B. Menschen oder Schritte plus neu, Giacoma 2017). Interessant ist der Vergleich eines DaF-Lehrbuchs mit einer DaF-Übungsgrammatik in Bezug auf die unterschiedlichen Positionierungen, die in den Übungen und den Beschreibungen zu Funktionsverbgefügen realisiert werden.

In studio d werden Funktionsverbgefüge ohne Hinweise zur Bedeutung und Funktion thematisiert. In Abbildung 1 werden alle vier Übungen zu Funktionsverbgefügen aus studio d aufgeführt:

Abbildung 1
Abbildung 1

Übungen zu Funktionsverbgefügen in studio d (B1, Funk et al. 2013: 75)

In der studio-d-Übung sollen in a) Funktionsnomen Funktionsverben zugeordnet werden, also z.B. in Frage soll mit kommen verbunden werden. Anschließend sollen diese Funktionsverbgefüge in b) mit entsprechenden Basisverben bzw. Adjektiven verknüpft werden, also z.B. in Frage kommen mit möglich sein. Der Fokus liegt hier auf der Zuordnung der Komponenten der Gefüge und ihrer Bedeutung, wodurch nur auf eine Schwierigkeit für DaF-Lernende reagiert wird. Entscheidungen werden im Deutschen beispielsweise getroffen, im Englischen dagegen werden sie gemacht. Funktionsverbgefüge sind demzufolge anfällig für Interferenzen, wie Kamber an den Beispiel-Interferenzen „*ein Foto“ oder „*in Betracht nehmen“ anstelle von „ein Foto machen“ und „in Betracht ziehen“ zeigt (vgl. Kamber 2008: 1; Hervorhebung S.K.).

Mit dem Hinweis „Nomen-Verb-Verbindungen können ersetzt werden“ (Funk et al. 2013: 75) sollen in der nächsten studio-d-Übung in c) alle Funktionsverbgefüge im Text mit Basisverben ersetzt werden. Im Anschluss daran soll in d) diskutiert werden, welcher Text verständlicher und besser im Ausdruck ist (vgl. Funk et al. 2013: 75). Zwei von vier Aufgaben zielen in studio d auf die Substitution mit dem Basisverb ab; die vierte Aufgabe zur Diskussion in der Gruppe thematisiert die Verständlichkeit des Textes mit und ohne Funktionsverbgefüge. Es wird suggeriert, dass es eine verständlichere Variante gäbe.

In klipp und klar (2016) werden Funktionsverbgefüge definiert und hinsichtlich semantischer Funktionen erklärt. Zudem werden die folgenden Aufgabentypen aufgeführt:

  1. ein Lückentext, in dem passende Funktionsverben ergänzt werden sollen;

  2. eine Zuordnungsübung, eine Ergänzungsaufgabe, in der eine Liste von Funktionsverbgefügen erstellt werden soll;

  3. und eine Interpretationsaufgabe, in der erklärt werden soll, was im präsentierten Satz betont wird (s. Abb.: 2).

Abbildung 2
Abbildung 2

Interpretationsaufgabe zu Funktionsverbgefügen in klipp und klar (Fandrych et al. 2016: 131)

In dieser Interpretationsaufgabe wird die Aufmerksamkeit der Lernenden erfreulicherweise auf zusätzliche Bedeutungsaspekte im Zusammenhang mit Funktionsverbgefügen gelenkt: In den Beispielsätzen a) und b) wird der Unterschied zwischen dem inchoativen unter Druck setzen und dem durativen unter Druck stehen fokussiert. In g) und h) werden zu den aspektuellen Bedeutungsveränderungen auch Änderungen der Stellung der Nominalphrasen der Gefüge im Satz thematisiert: So kann zur Debatte in g) am Ende und in h) am Anfang des Satzes unterschiedlich betont werden (vgl. Daniels 1963: 228f.; Wöllstein 2014: 39).

Diese Übung steht im Zusammenhang mit linguistischer Forschungsliteratur zu Nomen-Verb-Verbindungen: Funktionsverbgefüge weisen in direkter Gegenüberstellung mit dem Basisverb semantisch-funktionale Unterschiede auf, die sich, wie in unter Druck setzen oder stehen, im Ausdruck von Aspekt und Aktionsart manifestieren (vgl. Daniels 1963; von Polenz 1963: 27-30; Klein 1968: 7). Zudem können Funktionsverbgefüge syntaktische Eigenschaften aufweisen, die sich nach dem Grad an Lexikalisierung und Festigkeit des Gefüges richten:

  1. Sie stellt diese/wichtige Fragen;

  2. Eine Frage hat sie gestellt;

  3. Sie hat (ihm) eine Frage gestellt      vs.      Sie hat (ihn) (etwas) gefragt;

  4. Sie stellte ihm eine Frage. Die Frage….

Gefüge mit geringerem Grad an Festigkeit und Lexikalisierung wie z.B. (eine) Frage stellen können in Bezug auf ihre Position variabel sein (2), können Erweiterungen (1) oder weniger obligatorische Aktanten als Basisverben aufweisen (3) und referenzfähig (4) sein, was sich auch auf den Gebrauch in Bezug auf die Verknüpfung, Gewichtung und Perspektivierung von sprachlichen Einheiten im (Kon)Text auswirkt (vgl. Schmidt 1968: 56, Popadić 1971: 56, Heidolph et al. 1984: 441f., Hinderdael 1985: 159, 218-219; Eroms 2000: 168-169, Seifert 2004: 192; Heine 2005: 44; Storrer 2006a: 171-172, 2006b, 2013; Burger 2015:162; Arm 2021: 243). Die syntaktische Variabilität korreliert mit akkusativischen Funktionsverbgefügen, weshalb diese Gruppe für die vorliegende Untersuchung von Funktionsverbgefügen im (Kon)Text herangezogen wird.

Eine andere Übung in klipp und klar (vgl. Fandrych et al. 2016: 131) fokussiert anschließend die Substitution von Funktionsverbgefügen. Trotz vorangehender Thematisierung von zusätzlichen Bedeutungsaspekten von Funktionsverbgefügen soll der Text in Aufgabe 3.2 paraphrasiert werden:

Abbildung 3
Abbildung 3

Ersetzungsübung zu Funktionsverbgefügen in klipp und klar (Fandrych et al. 2016: 131)

Im ersten Satz Viele Menschen bringen ihre Abneigung gegen Rauchen in der Öffentlichkeit deutlich zum Ausdruck geht durch die Paraphrase mit ausdrücken, also Viele Menschen drücken ihre Abneigung gegen Rauchen in der Öffentlichkeit deutlich aus, erstens die durative bzw. iterative Lesart des Funktionsverbgefüges und zweitens die Gewichtung auf dem Funktionsnomen verloren. Die Paraphrase stellt also keine echte Ausdrucksalternative dar, soll aber trotzdem eingeübt werden, was aus fremdsprachendidaktischer Perspektive nicht zielführend erscheint. Positiv hervorzuheben ist, anders als in studio d, die neutrale Einführung der Ersetzungsübung zu Funktionsverbgefügen in der Übungsgrammatik klipp und klar. Derartige Substitutionsaufgaben zu Funktionsverbgefügen wie in studio d (2013) und klipp und klar (2016), die in der vorliegenden Untersuchung exemplarisch analysiert wurden, haben bereits Tradition in DaF-Lehrwerken (vgl. Kamber 2020: 11). Dies ist in Anbetracht einer über ein Jahrhundert andauernden Kritik am Gebrauch von Funktionsverbgefügen in Stil- Schreibratgebern nicht verwunderlich und könnte eine Erklärung für die wiederholte Fokussierung der Substitution von Funktionsverbgefügen sein (vgl. Wustmann 1891: 416ff.; Daniels 1963: 9-10; Reiners 2009: 72; Mackowiak 2011: 72). Denn seit Wustmanns Stilkunde 1891 raten Stilratgeber zur Vermeidung von Funktionsverbgefügen. Es seien „aufgeblähte Wendungen“, „farblose Zeitwörter“, „Abklatschwörter“, „schwülstige Umschreibungen“ (z.B. s. Zusammenfassung in Engel 1931; Wustmann 1891: 416; Daniels 1963: 9-10; von Polenz 1963: 11); „die Krone der Hässlichkeit“, „schwer verständliches, abstoßendes Deutsch“ (Zeit online 2018)5. Der Gebrauch wird als unverständliches Behördendeutsch abgetan. Statt Funktionsverbgefüge sollen einfache Verben verwendet werden. Die Substitution von Funktionsverbgefügen wird in DaF-Lehrwerken wie studio d und klipp und klar zur Übung gemacht. Dies beklagt auch Kamber (2020: 11):

All diesen Lehrwerken gemeinsam ist aber die Art der damit zusammenhängenden Übungen. Bevorzugt werden diejenigen, die sich mit der Struktur der Nomen-Verb-Verbindungen selbst befassen, in denen es also darum geht, entweder das passende Verb oder – seltener – das passende Nomen einzusetzen (in Verbindung […]; in […] bringen usw.). Ebenfalls beliebt sind solche, in denen ein einfaches Verb durch ein FVG ersetzt werden soll und umgekehrt, auch unter Berücksichtigung der Modifizierung der Aktionsart (vgl. dazu Fandrych 2012: 131). Nur selten dagegen befassen sie sich mit den Kombinationsmöglichkeiten des FVG; geschieht dies, besteht die Aufgabe dann einzig darin, die richtige Präposition einzusetzen (Wir legen besonderen Wert […] die Loyalität unserer Mitarbeiter, vgl. Buscha, Szita & Raven 2013: 85; ferner Dreyer & Schmitt 2009: 344–345). Zum weiteren Verwendungskontext findet sich nichts.

Sowohl durch die Substitution von Funktionsverbgefügen mit Basisverben als auch durch die Substitution von Basisverben mit Funktionsverbgefügen bleiben spezifische, konstruktionstypische Ausdrucksmöglichkeiten unbeachtet, was Forderungen nach gebrauchsbasierten Ansätzen für den DaF/Daz-Unterricht nicht gerecht wird (vgl. Goldberg 1995; Tomasello 2003; Stoll 2008; Klages / Pagonis 2014).

Zudem ist zu hinterfragen, ob die in diesen Übungen aufgeführten Funktionsverbgefüge zu den frequenten deutschen Nomen-Verb-Verbindungen gehören. Ein Blick in Kambers umfangreiche Korpusstudie (2008) verrät, dass zwar häufige Funktionsverben ausgewählt wurden, wie z.B. stellen, finden oder kommen. Es handelt sich jedoch nicht um die gebräuchlichsten deutschen Funktionsverbgefüge (vgl. Kamber 2008: 78, 106, 284; 2020: 4). Eine Ausnahme bildet dabei das Gefüge in Frage kommen, welches aber häufiger mit stellen verwendet wird (vgl. Kamber 2008: 510f.).

  1. Welche Funktionsverbgefüge sind im Deutschen häufig? Wie werden sie im Kontext gebraucht?

  2. Mit welchen sprachlichen Einheiten werden Funktionsverbgefüge verwendet und in welcher Position?

  3. Und welche Funktionen erfüllen Funktionsverbgefüge in Gegenüberstellung mit ihren Basisverben?

Für die Beantwortung dieser Forschungsfragen wird in dieser Studie erstens ein Verfahren zur Ermittlung statistisch signifikanter Gefüge des Deutschen mithilfe einer Kookkurrenzanalyse etabliert. Anschließend wird unter Anwendung des korpusbasierten, quantitativ-qualitativen Ansatzes nach Lemnitzer / Zinsmeister (2015: 33) das Gefüge (eine) Frage stellen in seinem Gebrauch im Kontext analysiert. Im Zentrum der Analyse stehen die Ebenen der Erweiterbarkeit, der Phorik und der Position von Funktionsverbgefügen im Satz. Abschließend wird diskutiert, wie die Untersuchungsergebnisse zur Verbesserung von Lern- und Lehrmaterialien beitragen können.

2. Daten und Methode

Die Datengrundlage für die vorliegende Untersuchung bilden das Deutsche Referenzkorpus (DeReKo 2020-I) sowie das Wikipedia-Artikel-Korpus (2015) des IDS. Das Deutsche Referenzkorpus (2020-I) wurde herangezogen, um statistisch signifikante Funktionsverbgefüge des Deutschen zu ermitteln. DeReKo (2020-I) besteht aus 9.840.692.470 Textwörtern und 34.068.430 Texten. Ausgangspunkt für die Kookkurrenzanalyse im Deutschen Referenzkorpus bilden die folgenden 13 – in der Forschungsliteratur häufig genannten – Funktionsverben, mit denen erstens akkusativische Funktionsverbgefüge gebildet werden können (vgl. Popadić 1971; Heidolph et al. 1984: 440; Fabricius-Hansen 2006: 262; Kamber 2008; Helbig / Buscha 2011: 70-83) und die zweitens in den oben zitierten Aufgaben in studio d und klipp und klar verwendet werden (z.B. setzen oder stellen, s. Kap. 1.2): ausüben, anstellen, erteilen, üben, vornehmen, erheben, leisten, treffen, halten, setzen, stellen, nehmen, geben.

Zu diesen Funktionsverben wurden nominalisierte Kookkurrenzpartner ermittelt6, die anschließend auf ihre Häufigkeit in DeReKo (2020-I) überprüft und danach sortiert wurden (s. Ergebnisse in Kap. 3.1.). Demnach ist die häufigste deutsche Konstruktion das Gefüge (eine) Frage stellen, die aufgrund ihrer Frequenz im Deutschen für die weitere Untersuchung des Gebrauchs von Funktionsverbgefügen im Kontext ausgewählt wurde. Als Datengrundlage wurden dafür Wikipedia-Artikel gewählt, da Funktionsverbgefüge in diesen Hypertexten erstens gebraucht werden (vgl. Storrer 2013; Kabatnik 2020). Die Wikipedia stellt zweitens die größte multilinguale Online-Wissensressource weltweit dar, ist eine der meistbesuchten Seiten im WWW (vgl. Wikipedia: Liste der meistaufgerufenen Websites7) und kann im Kontext von Fremdspracherwerb als nützliche und leicht zugängliche Quelle dienen (vgl. Hepp 2017: 97). Das Wikipedia-Artikel-Korpus (2015) besteht aus 824.692.227 Textwörtern und 1.802.682 Texten, in dem das Gefüge (eine) Frage stellen ermittelt wurde und auf der Basis einer Zufallsstichprobe von 500 Treffern manuell bereinigt und auf den Gebrauch im Kontext hin korpusbasiert, quantitativ und qualitativ analysiert wurde (vgl. Lemnitzer / Zinsmeister 2015: 33). Auf die quantitativen und qualitativen Ergebnisse der Erweiterungen, Valenz, der Position und Phorik von (eine) Frage stellen gehe ich nachstehend detailliert ein.

3. Quantitative Analyse

3.1 Die häufigsten akkusativischen Gefüge im Deutschen

Die Kookkurrenzanalyse von 13 Funktionsverben, die Selektion von nominalisierten Funktionsnomen und die Häufigkeitsabfrage in DeReKo (2020-I) ergibt die folgende Auflistung statistisch signifikanter Funktionsverbgefüge nach Häufigkeit sortiert:

Tabelle 1

Statistisch signifikante Funktionsverbgefüge in DeReKo (2020-I)

Funktionsverbgefüge absolute Häufigkeit relative Häufigkeit pmW relative Häufigkeit in %
1. Frage stellen 595.665 60.5 pMW 0.006053 %
2. Grund geben 276.463 28.1 pMW 0.002809 %
3. Entscheidung treffen 221.353 22.5 pMW 0.002249 %
4. Beitrag leisten 183.443 18.6 pMW 0.001864 %
5. Antrag stellen 177.303 18.0 pMW 0.001802 %
6. Antwort geben 151.842 15.4 pMW 0.001543 %
7. Platz nehmen 132.273 13.4 pMW 0.001344 %
8. Arbeit leisten 109.709 11.15 pMW 0.001115 %
9. Ziel setzen 97.565 09.9 pMW 0.000991 %
10. Kritik üben 92.165 09.37 pMW 0.000937 %

Frage stellen, Grund geben, Entscheidung treffen, Beitrag leisten, Antrag stellen, Antwort geben, Platz nehmen, Arbeit leisten, Ziel setzen und Kritik üben sind DeReKo (2020-I) nach statistisch signifikante Nomen-Verb-Verbindungen. Wie in Kambers Untersuchung von 2008 ist (eine) Frage stellen hier das häufigste Gefüge (vgl. Kamber 2008: 107), es kommt jedoch in den präsentierten DaF-Übungen nicht vor8. Die relativen Frequenzen in pro Million Wortformen erlauben es, Wortkombinationen ihrer Häufigkeit nach in verschiedene Häufigkeitsklassen einzuteilen (vgl. Keibel 2009). Dadaismus beispielweise ist mit 0,23 pMW als selten einzustufen. Dagegen sind Artikel mit 92.00 pMW in der höchsten Häufigkeitsklasse. (Eine) Frage stellen kann mit 60.5 pMW als sehr frequente und damit alltägliche Konstruktion des Deutschen eingestuft werden, die ich weiter hinsichtlich des Gebrauchs im Kontext anderer sprachlicher Einheiten analysiert habe.

3.2 (eine) Frage stellen im Gebrauch mit anderen sprachlichen Einheiten

Das Funktionsverbgefüge (eine) Frage stellen wurde im Wikipedia-Artikel-Korpus (2015) ermittelt. Nach der manuellen Bereinigung der 500 exportierten Treffer konnten 232 weiter untersucht werden. Bei den übrigen 268 Treffern handelt es sich entweder um die reflexive Funktionsverbgefüge-Variante sich eine Frage stellen (198 Treffer) oder Falsch-Positive Treffer, d.h. Treffer, bei denen stellen und Frage zwar in einem Satz vorkommen, aber kein Funktionsverbgefüge bilden (70 Falsch-Positive Treffer), wie z.B. […] dass die zuständigen Stellen keine klare Antwort auf das Phänomen hatten - Fragen danach waren daher unerwünscht9.

Tabelle 2

Quantitative Auswertung von Frage stellen in WiKo-A (2015) – Erweiterung, Position und Phorik

Korpus Funktions-verbgefüge Abs. Treffer Rel. Häufig. pMW10 Export Treffer Reflexive Treffer Falsch-Positive-Treffer Bereinigte Treffer
Absolut Relativ zu exp. Treffer Absolut Relativ zu exp. Treffer Abs. Relativ zu exp. Treffer
WPD15 Frage stellen 6.256 7.586 500 198 39,60 % 70 14 % 232 46,40 %
268 53,60 %
 
Erweiterung der Nominalphrase Absolut Relativ % von 232
FN-Komposita 3 1,29 %
Artikelwort 130 56,03 %
Adjektiv 67 28,88 %
                          Qualität 33 49,25 %
                          Relation 5 7,46 %
                          Quantität: Zahl 12 17,91 %
                          Quantität: unbest. Angabe 7 10,45 %
                          Partizipiales Adjektiv 7 10,45 %
                          Mischtyp 3 4,48 %
                          Einfach 50 74,63 %
                          Komplex 17 25,37 %
                          komplex koordiniert 5 7,46 %
                          komplex subordiniert 12 17,91 %
Genitivphrase 4 1,72 %
FV-Partizip 3 1,29 %
Präpositionalphrase 40 17,24 %
Satzförmige Erweiterung 95 40,95 %
Mehrfache Erweiterung 60 25,86 %
Erweiterung insgesamt 215 92,67 %
 
Position der Nominalphrase Absolut Relativ % von 232
Vorfeld 33 14,22 %
Mittelfeld 147 63,36 %
Linker Innenrand 15 6,47 %
Mittelteil 47 20,26 %
Rechter Innenrand 85 36,64 %
Nachfeld 52 22,41 %
FVG in Nebensatz 52 22,41 %
Linker Innenrand 7 3,02 %
Mittelteil 7 3,02 %
Rechter Innenrand 38 16,38 %
 
Referenz der Funktionsnomen Absolut Relativ % von 232
Keine Wiederaufnahme 61 26,29 %
Wiederaufnahme 171 73,71 %
              FN-Antezedent/Anker 117 50,43 %
                          direkt 101 43,53 %
                          indirekt 16 6,90 %
              FN-Anapher 17 7,33 %
                          direkt 8 3,45 %
                          indirekt 9 3,88 %

In Bezug auf die Erweiterbarkeit des Funktionsnomens kann Frage um Artikelwörter, Adjektive, Nomen, Genitiv- und Präpositionalphrasen und Sätze erweitert werden. In 92,67 % der exportierten Treffer von (eine) Frage stellen sind Erweiterungen der Nominalphrase festzustellen. Neben Artikelwörtern und satzförmigen Erweiterungen sind mit 28,88 % Adjektive die häufigsten Erweiterungsarten von Frage stellen, und darunter sind qualitative Adjektive mit 49,25 % die frequentesten, aber auch bestimmte oder unbestimmte Mengenangaben sind mit Fragen häufig. Bezüglich der Qualitätsadjektive konnten Adjektive identifiziert werden, die mit Bewertungen der Fragen verbunden sind, wie z.B. dumm, sinnlos, unbequem, wichtig, hilfreich, differenziert, groß, konkret, peinlich, kritisch und alt. Zudem können die Adjektive aus dem Bereich der Wissenschaft wie physikalisch oder astronomisch stammen11. Durch Adjektivattribute können sich dann einzelsprachspezifische Kollokationen herausbilden (vgl. Lehr 1993).

Für die Positionsbestimmung des Funktionsnomens wurde in der Annotation das topologische Feldermodell (vgl. Wöllstein 2014; Grammis 2020) herangezogen, das sich in Vorfeld, Mittelfeld und Nachfeld sowie die rechte und linke Satzklammer gliedert. Weil das Mittelfeld mehrere Konstituenten beinhalten und dadurch umfangreich werden kann, wurde das Mittelfeld zur genaueren Positionsbestimmung von Frage weiter in linken Innenrand, Mittelteil und rechten Innenrand unterteilt (vgl. Grammis 2020: Informationsstruktur des Mittelfeldes12). Frage tendiert in den analysierten Treffern zur Besetzung der rechten Felder im Satz, d.h. dem rechten Innenrand des Mittelfelds (36,64 %) oder in Nebensätzen (16, 38 %). Das Nomen des Gefüges kann aber auch linksperipher im Vorfeld realisiert werden (14,22 %).

Auf der Ebene der Phorik ist festzustellen, dass sich das Funktionsnomen Frage referentiell auf sprachliche Einheiten im Kontext bezieht und als (in)direkte Anapher, Antezedent oder Anker (vgl. Schwartz-Friesel / Consten 2014) fungieren kann (73, 71 %).

Die quantitative Analyse der Treffer von (eine) Frage stellen zeigt deutliche Verwendungstendenzen auf: Das Nomen des Gefüges wird häufig um Adjektive, darunter qualitative und quantitative, und satzförmig erweitert; es tendiert zur Rechtspositionierung und bezieht sich referentiell auf sprachliche Einheiten im Kontext. Diese kontextuellen Informationen zu Funktionsverbgefügen können gerade für einen gebrauchsbasierten Fremdsprachenunterricht wesentlich sein.

4. Qualitative Analyse: Frage stellen in Gegenüberstellung mit fragen

Im Folgenden werden die aus der quantitativen Analyse hervorgehenden Ergebnisse qualitativ-funktional untersucht. Dafür werden Beispielbelege in Gegenüberstellung mit dem Basisverb analysiert. Diese Vorgehensweise zielt auf den in DaF-Lehrwerken verbreiteten Aufgabentyp ab, in der Funktionsverbgefüge mit Basisverben ersetzt werden sollen (vgl. Kap. 1.2.; Kamber 2020: 11).

In den folgenden Beispielbelegen aus WiKo-A (2015) wird das Gefüge (eine) Frage stellen um ein Qualitäts- (5, 6) und ein Zahladjektiv (7) erweitert:

  • (5) Der Polizeibeamte […] hat einfach nicht die richtigen Fragen gestellt […].13

  • (5a) Der Polizeibeamte […] hat einfach nicht richtig gefragt […].

  • (6) […] "unsere berühmte Frage", die die Mutter daraufhin stellt […].14

  • (6a) *fragte […] "berühmt", was die Mutter daraufhin fragt […].

  • (7) Dem Kandidaten wurden […] drei Fragen gestellt.15

  • (7a) Der Kandidat wurde […] dreimal gefragt.

In (5) geht es um richtige im Sinne von ‚zielführende‘ Fragen eines Polizeibeamten. In (6) wird eine Frage als berühmt qualifiziert im Sinne von ‚den Anwesenden bekannt‘. Bsp. (7) handelt von einer Quizsendung, in der einem Kandidaten drei Fragen gestellt werden. Versucht man das adjektivisch erweiterte Gefüge durch das Basisverb fragen zu ersetzen, wie in den Paraphrasen (5a) richtig gefragt, (6a) berühmt fragte oder (7a) dreimal gefragt, kann es zu Bedeutungsveränderungen oder ungrammatischen Paraphrasen kommen. Das Adjektiv bezieht sich nämlich in adverbialer Funktion auf die vom Verb ausgedrückte Handlung, d.h. auf die Art und Weise der Handlung (vgl. z.B. Schmidt 1968: 50f.), also wiederholend dreimal das Gleiche oder auf die richtige, ferner auch auf eine berühmte Art und Weise. Dagegen bezieht sich das Adjektiv in attributiver Funktion im Original auf das Funktionsnomen, sodass das Nomen Frage so modifiziert, evaluiert und spezifiziert werden kann (vgl. Popadić 1971: 42f.; Schwarz-Friesel / Consten 2014: 137). Paraphrase 6a. wird als ungrammatisch eingestuft, weil der Bezug im angeschlossenen Relativsatz verloren geht und durch die entstehende Redundanz fragte […] fragt die Sinnhaftigkeit der Aussage gänzlich fehlt. Derartige links- und rechtserweiterte Funktionsnomen kommen im untersuchten Korpus in 25,86 % der Treffer vor.

Funktionsnomen können beispielsweise durch komplex-subordinierte Adjektivphrasen und Attributsätze erweitert werden:

  • (8) Eine ganz andere Frage, die er danach sich und dem Leser stellt, ist die, […].16

  • (8a) *Ganz anders gefragt, was er danach sich und den Leser fragt, ist, […].

In (8) wird durch eine ganz andere Frage der Kontrast zu einer existierenden Frage hervorgehoben. Der Relativsatz die er danach sich und dem Leser stellt drückt eine zeitliche Abfolge des Frageprozesses aus und schließt mit dem Funktionsnomen als Prädikat ab. Das Funktionsverbgefüge verteilt sich in (8) auf Haupt- und Nebensatz (vgl. Storrer 2006a: 173), in dem die Konstituenten [er danach sich] und [dem Leser] koordiniert werden. Dadurch können komplexe Informationen auf engem Raum verdichtet werden (vgl. Daniels 1963: 231). Eine Paraphrase derartiger Belege gestaltet sich schwierig, denn je komplexer die attribuierte Phrase, desto schwieriger die Paraphrase, weil eines der Erweiterungselemente die Paraphrase blockiert: Die Bezüge im Satz gehen – wie in (8a) – verloren oder verändern sich und es kommt zu Bedeutungsveränderungen sowie ungrammatischen Sätzen.

Wertende Erweiterungen des Funktionsnomens können darüber hinaus eine spezifische Perspektivierung von Informationen im Kontext ausdrücken, die nicht verbal realisiert werden kann:

  • (9) Narwuar [sic!] ist bekannt dafür, […] diesen dort peinliche […] Fragen zu stellen.17

  • (9a) Narwuar [sic!] ist bekannt dafür, […] diese dort peinlich […] zu fragen.

In jemandem peinliche Fragen stellen wird durch den attributiven Bezug der Adjektive der Aufmerksamkeitsfokus auf die Frage gelenkt, im Sinne von ‚für den Befragten ist die Frage peinlich‘. Mit dem Basisverb ausgedrückt, also peinlich fragen, liegt die Peinlichkeit bei der Fragehandlung, also auch näher am/an der Verursacher*in der Handlung, der/die peinlich im Sinne von ‚unangemessen‘ fragt. Die Bedeutung der Paraphrase ändert sich also auch hier.

In Bezug auf den Gebrauch von Funktionsverbgefügen im Kontext wurde die Position des Funktionsnomens im Satz ausgewertet. Nach dem topologischen Satzmodell können Funktionsnomen das Vorfeld (10), Mittelfeld (11) und Nachfeld (12) besetzen:

VF LK MF RK NF
(10) Die Fragen sind symmetrisch gestellt.18
(11) Lesch […] stellt […] Fragen.19
(12) Es geht darum, gezielt Fragen zu stellen.20

Je nach referentiellem Status des Funktionsnomens können Informationen im Text unterschiedlich gewichtet werden: Informationen in rechten Feldern sind rhematische Vordergrundinformationen; Informationen in den linken Feldern sind thematische Hintergrundinformationen (vgl. Wöllstein 2014: 37ff.; Grammis 2020: Informationsstruktur des Mittelfeldes21). Die Funktionsnomen in (11) und (12) können deswegen als Rhemata interpretiert werden, während sich das Funktionsnomen in (10) auf einen bereits eingeführten Sachverhalt oder eine Frage bezieht und deswegen als thematisches Element fungiert. Der Substitutionstest zeigt hier Änderungen in Bezug auf die Gewichtung der Informationen:

VF LK MF RK NF
(11) Lesch […] stellt dem Theologen Schwartz Fragen.22
(11a) Lesch […] fragt den Theologen Schwartz.

Das Nomen im rechten Feld bildet das Rhema des Satzes, welches sich in der Paraphrase auf die Person Schwartz im rechten Mittelfeld verschiebt. Trotz der grammatischen Paraphrase ändert sich in (11a) die Informationsstruktur und damit auch die Satzbedeutung durch eine andere Gewichtung der Konstituenten im Satz.

Durch Fragen im Vorfeld als Thema des Satzes können zuvor verbalisierte rhematische Fragen wiederaufgenommen werden:

  • (12) Auf den Tracks 10-19 beantwortet er diverse Fragen bezüglich des Albums. Die Fragen werden während des Interviews nicht gestellt.23

In (12) werden im ersten Satz diverse Fragen als Redegegenstand eingeführt, die im zweiten Satz durch das Funktionsnomen als Thema – hier lexikalisch rekurrent im Vorfeld – wiederaufgenommen werden. Durch die unterschiedlichen Positionen und die Referenzfähigkeit von Funktionsnomen können durch den Gebrauch von Funktionsverbgefügen wesentliche Funktionen in Bezug auf die Thema-Rhema-Gliederung und die thematische Progression im Text erfüllt werden.

Dies zeigt sich auch an weiteren Belegen zur lexikalischen Rekurrenz oder der pronominalen Wiederaufnahme, d.h. durch Wiederholung desselben Wortmaterials oder als Pro-Form können Koreferenzketten gebildet werden (vgl. Averintseva-Klisch 2013; Adamzik 2016):

  • (13) Das Mitglied […] stellte mehrere Fragen […]. Die Fragen zielten unter anderem darauf ab, […].24

  •               13a. Das Mitglied […] fragte mehrmals […]. Die Fragen zielten unter anderem darauf ab, […].

  • (14) Sie habe ihm die verbotene Frage […] gestellt, und er müsse sie nun beantworten.

  •               14a. *Sie habe ihn verboten gefragt […], und er müsse sie nun beantworten.

In (13) werden im ersten Satz mehrere Fragen eines Mitglieds aufgeführt, die im zweiten Satz direkt wiederaufgenommen werden. In Paraphrase 13a. ist zwar nicht mehr eindeutig, ob es sich um die gleichen oder unterschiedlichen Inhalte der Fragehandlung handelt. Die Paraphrase kann jedoch durch die Fähigkeit von Fragen, auch komplexanaphorische Bezüge auszudrücken (s. Kabatnik 2020: 322ff.) als grammatisch eingestuft werden. Anders gestaltet sich dies in 14 und 14a.: Die verbotene Frage wird in 14 durch sie pronominal wiederaufgenommen. Ungeachtet der Frage nach der Grammatikalität der Paraphrase verboten fragen in 14a. kann der Satz als ungrammatisch eingestuft werden. Denn das Personalpronomen sie verliert in 14a. das Bezugswort und wird so inkohärent.

Das Nomen des Gefüges kann aber nicht nur im Text weitergeführt werden, sondern sich beispielsweise auch auf zuvor eingeführte komplexe Prozesse und Fragesätze beziehen:

  • (15) Die Mutter fragt ihren Sohn: Kannst du kurz zum Supermarkt und Butter kaufen? […] Die Frage wurde von ihr in der Annahme gestellt, dass der Sohn bejaht.25

  • (15a) Die Mutter fragt ihren Sohn: Kannst du kurz zum Supermarkt und Butter kaufen? […] Dies wurde von ihr in der Annahme gefragt, dass der Sohn bejaht.

In (15) geht es um eine Frage der Mutter an ihren Sohn, die als direkter Fragesatz realisiert wird. Durch das Funktionsnomen Frage wird diese zuvor eingeführte Frage als Komplexanapher wiederaufgenommen (vgl. Marx 2011: 10; Schwarz-Friesel / Consten 2014: 125; Kabatnik 2020: 322ff.) und um weitere, neue Informationen prädikatiert. Die Frage wird in (15a) durch dies substituiert. Die Substitution mit dem Basisverb führt hier zwar zu einem grammatischen Satz, es entsteht jedoch ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Original (15) und der Paraphrase 15a. Denn der Aufmerksamkeitsfokus ist bei Nomen höher als bei Pronomen (vgl. Frank 2019: 399), d.h. Nomen sind im Text salienter als Pronomen und können dadurch nicht zu einem schlechteren, sondern sogar besseren Textverständnis führen.

Zudem können der Fragesatz und das anaphorische Funktionsnomen im Text unterschiedlich weit auseinanderliegen:

  • (15) Die Mutter fragt ihren Sohn: Kannst du kurz zum Supermarkt und Butter kaufen?

  • Sohn: Nein, ich spiel grad! Mutter (sauer): Dann mach es eben nicht, aber toll, dass du immer so hilfsbereit bist! Die Mutter gibt unterschwellig zu verstehen, dass sie damit unzufrieden ist, wie ihr Sohn handelt. Die "offene" Frage war eigentlich eine Anweisung oder eine Bitte. Dem Sohn bleibt nun keine Möglichkeit, ohne emotionale Konflikte zu handeln: Geht er nicht einkaufen, kränkt er seine Mutter und bestätigt ihren Vorwurf, er sei nicht hilfsbereit; geht er Butter kaufen, wird er mit sich selbst im Konflikt sein, da er gegen seine vorhergehende Antwort handelt. Hätte die Mutter ihren Sohn direkt angewiesen oder darum gebeten einkaufen zu gehen, wäre der Konflikt nicht entstanden.

  • (15a) Die Frage wurde von ihr in der Annahme gestellt, dass der Sohn bejaht.26

Trotz der Distanz von Fragesatz und anaphorischem Funktionsnomen können die Zusammenhänge im Text in (15) problemlos interpretiert werden, was durch eine pronominale Paraphrase mit dies wurde … gefragt, wie in (15a), nicht mehr möglich ist. Denn die Referenz auf den Fragesatz durch das Pronomen in der Paraphrase ist nicht mehr herstellbar, d.h. der Text ohne Funktionsverbgefüge verliert den Zusammenhang und wird unverständlich.

Durch den Gebrauch von Funktionsverbgefügen im Kontext anderer sprachlicher Einheiten können Informationen im Text angereichert, verdichtet, perspektiviert, gewichtet sowie wiederaufgenommen werden. Die Gegenüberstellung der Beispielbelege mit einer Basisverb-Paraphrase zeigt, dass Funktionsverbgefüge spezifische Inhalte ausdrücken und nicht ohne Einbußen der Grammatikalität oder Satzbedeutung substituiert werden können.

5. Diskussion und Didaktisierung

Die Kookkurrenzanalyse in DeReKo bringt 10 statistisch signifikante akkusativische Funktionsverbgefüge hervor, in Bezug auf (eine) Frage stellen kann Kambers Korpusstudie von 2008 bestätigt werden. Zu bedenken ist bei diesem Ergebnis jedoch, dass die Häufigkeitsabfragen unbereinigt sind, d.h. an dieser Stelle ist die Untersuchung also limitiert. In Bezug auf das Funktionsverbgefüge (eine) Frage stellen hat die manuelle Bereinigung der Zufallsstichprobe im Wikipedia-Artikel-Korpus offengelegt, dass es sich bei etwa der Hälfte der Treffer um das reflexive sich eine Frage stellen handelt. Inwieweit die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung auf das reflexive Pendent des Gefüges übertragen werden können, muss noch empirisch überprüft werden. Insgesamt zeigt aber die Häufigkeit von Funktionsverbgefügen im Deutschen ihre Relevanz für den DaF-Unterricht auf und das Verfahren zur automatischen Ermittlung statistisch signifikanter Gefüge kann für die Konzeption von DaF-Lehrwerken adaptiert werden, indem Funktionsverben ausgewählt, Kookkurrenzpartner gesucht und die Gefüge hinsichtlich ihrer Häufigkeit und Gebräuchlichkeit untersucht werden. Die exemplarische Analyse von zwei DaF-Lehrmitteln lässt auf eine sehr unterschiedliche Behandlung von Funktionsverbgefügen schließen. Die Aufgabentypen sowie die theoretische Thematisierung von Funktionsverbgefügen im Grammatikteil von klipp und klar (B1, 2016: 130-131) zeigt, dass Funktionsverbgefügen dort ein höherer Stellenwert zukommt und sie dort ohne wertende Implikatur in der Aufgabenstellung behandelt werden als in studio d (B1, 2013). Es finden sich in beiden Lehrwerken Substitutionsaufgaben, die durch weitere Aufgaben zum Gebrauch von Funktionsverbgefügen im Kontext ersetzt werden könnten.

Dem steht die empirische Untersuchung von (eine) Frage stellen im Wikipedia-Artikel-Korpus (2015) gegenüber, die einerseits zeigt, dass Funktionsverbgefüge nicht ohne Bedeutungsveränderung oder Verlust der Grammatikalität mit dem Basisverb ersetzt werden können. Und andererseits zeigt die Studie signifikante Gebrauchsmuster zu diesem Gebrauchsmuster: Frage geht mit Bewertungen oder Mengenangaben einher, kann an unterschiedlichen Positionen im Satz vorkommen, tendiert zur Rechtspositionierung, und kann zuvor verbalisierte Inhalte wiederaufnehmen sowie selbst wiederaufgenommen werden. Die Erweiterung der Nominalphrase durch Attribute und Artikelwörter führt zur Anreicherung, Spezifikation, Perspektivierung oder – bei Mehrfacherweiterung – auch zur Verdichtung von Informationen. Durch die variierende Position der nominalen Komponente können Inhalte verschieden gewichtet werden. Das Nomen als Rhema im Text kann als Thema wiederaufgenommen und weitergeführt werden. Der Substitutionstest weist nach, dass Funktionsverbgefüge Informationen im Satz anders verteilen, gewichten und wiederaufnehmen können als entsprechende Basisverben. Entgegen der Auffassung, Funktionsverbgefüge machen Texte weniger verständlich, kann durch den Gebrauch der Gefüge mehr Verständlichkeit durch Kohärenz erreicht werden.

Nach der Datenerhebung und Analyse des ausgewählten Funktionsverbgefüges sowie der Wikipedia-Texte erfolgt nun die Didaktisierung hinsichtlich Vorüberlegungen für den Unterricht und konkreter Vorschläge zur didaktisch-methodischen Arbeit mit den Texten – stets unter Berücksichtigung und in Abhängigkeit des Sprachniveaus der Lernenden. Zu den Lernzielen gehören das Verständnis und der richtige Gebrauch von Funktionsverbgefügen sowie die Sensibilisierung für das Vorkommen von Funktionsverbgefügen in der L1. Zudem kann nach gemeinsamen Funktionsverbgefügen gesucht werden: Wo gibt es in der L1 ein Funktionsverbgefüge, für das es im Deutschen nur ein verbales Element gibt und umgekehrt? Gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den L1- und L2-Funktionsverbgefügen? Dazu folgt im Unterricht zuerst eine ausführliche Thematisierung von präpositionalen und akkusativischen Funktionsverbgefügen. Statistisch signifikante Funktionsverbgefüge werden mit in das Lehrbuch aufgenommen. Funktionsverbgefüge werden nicht nur in Übungen, sondern auch sonst in den Texten mit Basisverben thematisiert. Sie können auch ruhig mit dem Ziel gegenübergestellt werden, auf die Besonderheiten hinsichtlich ihrer Verknüpfungsmöglichkeiten sowie die Position beider Konstruktionstypen aufmerksam zu machen. Dazu werden Funktionsverbgefüge in einem Text gesucht, die Bedeutung davon bestimmt sowie Erweiterungs- und Anschlussmöglichkeiten im Satz und über die Satzgrenze hinaus thematisiert. Zudem können die Texte aus dem Korpus für Aufgaben verwendet werden. Diese stellen alltägliche Texte dar, die nach dem Hamburger Verständlichkeitskonzept konzipiert wurden und andere häufige Funktionsverbgefüge, wie Antwort geben oder Entscheidung treffen enthalten. In Bezugnahme auf die Wikipedia-Korpora des IDS und unter Berücksichtigung der Niveaustufe der Lernenden können auf der Basis authentischer Sprachdaten Textaufgaben zum Lesen und der anschließenden Verständlichkeitsprüfung erstellt werden.

An dieser Stelle sind DaF-Lehrwerke zu verbessern: Substitutionsaufgaben sind erstens als ungeeignet einzustufen, da beide Konstruktionstypen im Kontext ein eigenes kommunikatives Potenzial entfalten und unterschiedliche Sachverhalte ausdrücken können. Zweitens können frequente akkusativische Gefüge sowie drittens Informationen und weitere Aufgaben zum Gebrauch im Kontext ergänzt werden, in denen die Lernenden für die unterschiedlichen Bedeutungen beider Konstruktionstypen sensibilisiert werden. Es zeigt sich nämlich unter verschiedensten Gesichtspunkten der breit angelegten und empirischen Untersuchung, dass Funktionsverbgefüge im täglichen Sprachgebrauch und damit auch für die Textkompetenz von Lernenden unabdingbar sind.

Notes

  1. https://grammis.ids-mannheim.de/systematische-grammatik/2082 (14.06.2019). [^]
  2. Die Opposition von Streckverbindungen, wie z.B. Frage stellen, und Funktionsverbgefügen, wie z.B. in Gang bringen, findet sich auch bei Heringer (1988). [^]
  3. Book of Abstracts unter: http://centres.fusl.ac.be/LING10_08/document/Linguistics_site/SeSLa/documents/lightverbs/Book%20of%20Abstracts_20171023_FINAL.pdf (15.10.2018). [^]
  4. Weitere Lehrwerke, in denen Funktionsverbgefüge behandelt werden und die für weitere Untersuchungen herangezogen werden können, sind die folgenden: Lehrwerke Sicher! Aktuell, Aspekte neu, Mittelpunkt neu und die Grammatiken Übungsgrammatik für die Mittelstufe, em-Grammatik, klipp und klar B2-C1 oder C-Grammatik. [^]
  5. Für einen Überblick zur gegenwärtigen Stilkritik an Funktionsverbgefügen, die sich im Internet, in Schreibratgebern sowie universitären Richtlinien zum Verfassen von Abschlussarbeiten findet, verweise ich auf Kabatnik (2020: 19ff.; i.V.). [^]
  6. Für die Abfrage in DeReKo (2020-I) wurde die Suchanfrage „&Funktionsverb“ gestellt, also beispielsweise &ausüben, die gewährleistet, dass alle Flexionsformen des Funktionsverbs berücksichtigt werden (vgl. Perkuhn / Keibel / Kupietz 2012: 111). [^]
  7. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_meistaufgerufenen_Websites (27.11.2018). [^]
  8. Dass das Funktionsverbgefüge in den präsentierten Übungen nicht vorkommt, kann aber durch seine Frequenz im Deutschen an anderen Stellen des Lehrwerks realisiert werden. [^]
  9. WPD15/U01.48921: Ufologie. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Ufologie (Wikipedia, 2015). [^]
  10. Häufigkeit pro Million Wortformen (pMW). [^]
  11. Dieses Ergebnis über qualitative Adjektive aus der Wissenschaft kann mit der Textsorte Wikipedia-Artikel zusammenhängen, in der Begriffe im Kontext ihrer Wissenschaftsdisziplin eingeordnet und erörtert werden. [^]
  12. https://grammis.ids-mannheim.de/kontrastive-grammatik/4465 (22.06.2020). [^]
  13. WPD15/D43.08912: DYRIAS. In: http://de.wikipedia.org/wiki/DYRIAS (Wikipedia, 2015 (22.06.2020). [^]
  14. WPD15/C74.93956: Chinesisches Roulette. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisches_Roulette (Wikipedia, 2015) (22.06.2020). [^]
  15. WPD15/E06.91846: Einer wird gewinnen. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Einer_wird_gewinnen (Wikipedia, 2015) (22.06.2020). [^]
  16. WPD15/L03.73831: Lolita (Roman), In: URL:http://de.wikipedia.org/wiki/Lolita_(Roman) (Wikipedia, 2015) (22.06.2020). [^]
  17. WPD15/N42.30536: Nardwuar the Human Serviette. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Nardwuar_the_Human_Serviette (Wikipedia, 2015) (22.06.2020). [^]
  18. WPD15/C06.46928: Conflict Tactics Scales. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Conflict_Tactics_Scales (Wikipedia, 2015) (22.06.2020). [^]
  19. WPD15/A15.22006: Alpha bis Omega. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Alpha_bis_Omega (Wikipedia, 2015) (22.06.2020). [^]
  20. WPD15/A02.08145: Appreciative Inquiry. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Appreciative_Inquiry (Wikipedia, 2015). (22.06.2020) [^]
  21. https://grammis.ids-mannheim.de/kontrastive-grammatik/4465 (22.06.2020). [^]
  22. WPD15/A15.22006: Alpha bis Omega. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Alpha_bis_Omega (Wikipedia, 2015) (22.06.2020). [^]
  23. WPD15/H48.43685: Holy Diver. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Holy_Diver (Wikipedia, 2015) (22.06.2020). [^]
  24. WPD15/F72.45179: Fall Kemal C. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Fall_Kemal_C (Wikipedia, 2015) (22.06.2020). [^]
  25. WPD15/D02.24847: Doppelbindungstheorie. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelbindungstheorie (Wikipedia, 2015) (22.06.2020). [^]
  26. WPD15/D02.24847: Doppelbindungstheorie. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelbindungstheorie (Wikipedia, 2015) (22.06.2020). [^]

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Kurzbio:

Susanne Kabatnik arbeitet seit 2019 an der Universität Greifswald im Bereich der Germanistischen Sprachwissenschaft als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Zuvor studierte sie an der Universität Mannheim und promovierte zu „Leistungen von Funktionsverbgefügen im Text – eine korpusbasierte-quantitativ-qualitative Untersuchung am Beispiel von deutschen und polnischen Wikipedia-Artikeln“. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Textlinguistik, der Gesprächsforschung, kontrastiven Linguistik und Deutsch als Fremdsprache.