1. Einleitung
Sprachliche Zweifelsfälle stellen ein alltägliches sprachliches Phänomen dar, das auf allen linguistischen Ebenen vertreten ist. Besonders mit lexikalisch-semantischen Zweifelsfällen sehen sich Sprecher*innen in ihrem Alltag regelmäßig konfrontiert. Dabei handelt es sich neben lexikalischen Varianten, bei denen der Zweifel die Ausdrucksseite des Wortes betrifft (gern vs. gerne), in vielen Fällen um Wörter, die aufgrund semantischer Ähnlichkeiten Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Bedeutungsunterschiede und ihrer korrekten kontextuellen Verwendung hervorrufen (effektiv vs. effizient). Trotz der Allgegenwärtigkeit dieses sprachlichen Phänomens werden lexikalisch-semantische Zweifelsfälle und ihre Abgrenzung voneinander sowohl in allgemeinen als auch in DaF-Wörterbüchern nur unzureichend behandelt, da es z.B. an kontrastiven Darstellungsmöglichkeiten der Ausdrücke und/oder detaillierten Sprachbeispielen zu ihren verschiedenen Verwendungsaspekten mangelt. Das erschwert es sowohl DaF-Lernenden als auch Muttersprachler*innen, semantisch ähnliche Ausdrücke zuverlässig voneinander zu unterscheiden, was sich wiederum in den zahlreichen Fragen zu den Bedeutungsunterschieden solcher Ausdrücke auf Online-Frageplattformen widerspiegelt (vgl. Storjohann 2023: 18–21).
Weniger bekannt, jedoch weitaus hilfreicher bei der kontrastiven Betrachtung der semantisch-diskursiven Unterschiede und Ähnlichkeiten sprachlicher Zweifelsfälle, sind korpusgestützte Ver-fahren und Werkzeuge, die es ermöglichen, anhand authentischer Sprachdaten die tatsächliche Verwendung von Ausdrücken in unterschiedlichen Kontexten systematisch zu analysieren. Für eine möglichst genaue Identifizierung der einzelnen Verwendungsaspekte und damit auch der Bedeutungsnuancen solcher Zweifelsfälle, wird ergänzend zu etablierten Verfahren wie der Kookkurrenzanalyse (vgl. Belica 1995) und der Untersuchung syntagmatischer Muster, die jeweils nur die Analyse eines einzelnen Ausdrucks in den Blick nehmen, ein noch unbekannteres, innovatives Werkzeug, die sogenannte Self-Organising-Map (SOM), eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein auf der Online-Open-Lab-Plattform DeReKoVecs (vgl. Fankhauser / Kupietz 2017, 2019, 2022; Kupietz et al. 2018) des Programmbereichs Korpuslinguistik am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) lizenzfrei zur Verfügung gestelltes analytisches und visuelles Tool, das es ermöglicht, Ausdrücke basierend auf ihren paradigmatischen Eigenschaften und Beziehungen verschiedenen Verwendungsaspekten zuzuordnen und kontrastiv gegenüberzustellen1. Solche Visualisierungen analysierter Sprachdaten bieten eine erhebliche Erleichterung für die korpusgestützte Arbeit, denn durch sie lässt sich „eine große Datenmenge von Relationen zu einem gemeinsamen Netz formen, das wiederum so ausgelegt wird, dass es interpretiert werden kann“ (Bubenhofer 2020: 5). Durch die komplementäre Verwendung verschiedener Verfahren und Werkzeuge wird eine strukturierte, kontrastive sowie möglichst sprachgebrauchsorientierte Analyse lexikalisch-semantischer Zweifelsfälle gewährleistet, die es ermöglicht, ihre unterschiedlichen Verwendungsaspekte zu bestimmen, diese nach Domänen oder Themenfeldern einzuordnen und damit eine genaue Unterscheidung und Definition dieser vorzunehmen (vgl. Storjohann 2021).
In diesem Beitrag soll anhand des Beispiels vegan/vegetarisch eine Anleitung zu diesem methodischen Vorgehen gegeben werden, das in detaillierten Schritten zeigt, wie lexikalisch-semantische Zweifelsfälle, die über Bedeutungsnuancen verfügen, mittels korpuslinguistischer Werkzeuge und Analysen untersucht werden können, um die Verwendungs- und Bedeutungsunterschiede solcher Ausdrücke klar erfassen und beschreiben zu können. Ziel des Beitrags ist es, eine Untersuchungsmethode so kennenzulernen, dass diese auch selbstständig auf andere lexikalisch-semantische Zweifelsfälle übertragen werden kann; z.B. für die Analyse von Synonymen (Bahn vs. Zug) oder von Fremdwörtern (Mortalität vs. Letalität), um Deutschlernenden und -lehrenden ein Instrument zur Verfügung zu stellen, eigenständig sprachliche Zweifelsfälle zu explorieren, vor allem dann, wenn die Informationen in Wörterbüchern nicht hinreichend sind.
2. Die Problematik
Die Adjektive vegan/vegetarisch stellen einen konkreten lexikalisch-semantischen Zweifelsfall dar, bei dem sprachliche Unsicherheiten sowohl aufgrund der lautlichen als auch der semantischen Ähnlichkeit der Ausdrücke deutlich werden. Das lässt sich besonders gut an den zahlreichen Fragen zum Bedeutungsunterschied der beiden Ausdrücke auf Online-Frageplattformen sehen. So fragt ein*e User*in auf der Frageplattform „gutefrage.net“ am 26.06.2024 beispielsweise:
„Was heißt vegetarisch und vegan? Gibt es da Unterschiede zwischen Vegan und Vegetarisch? Ist das uns allen ein Rätsel? Oder nicht?“ (Vegetarisch, Vegan unterschied? 2024)2
Auch auf multilingualen Frageplattformen, die speziell dem Austausch zwischen Fremdspracherwerbenden und Muttersprachler*innen dienen, wie zum Beispiel „hinative.com“ lassen sich Fragen zum Bedeutungsunterschied inklusive illustrativer Beispiele dieser Ausdrücke finden. So stellt ein*e User*in am 04.07.2023 etwa die Frage:
„What is the difference between Vegan and Vegetarisch? Feel free to just provide example sentences“ (Question about German 2023)3
Dies sind nur zwei Beispiele für die überaus aktuelle Diskussion der beiden Ausdrücke, die sowohl im muttersprachlichen als auch im DaF-Kontext stattfindet. Neben diesen Beispielen finden sich online noch viele weitere Fragen sowie zahlreiche journalistische und populärwissenschaftliche Erklär-Artikel zum Bedeutungsunterschied von vegan/vegetarisch und anderen Wortpaaren mit semantischen Ähnlichkeiten. Im Gegensatz dazu finden sich in Wörterbüchern kaum Angaben zur konkreten Abgrenzung semantisch ähnlicher Ausdrücke. Ein Blick in den Duden (online) veranschaulicht diese Problematik:
Definitionen von vegan/Veganismus und vegetarisch/Vegetarismus im Duden (online)
| vegan | vegetarisch |
| „den Veganismus betreffend, zu ihm gehörend, ihm folgend“ (Duden online „vegan“) | „(in Bezug auf die Ernährungsweise) pflanzlich, Pflanzen…; dem Vegetarismus entsprechend, auf ihm beruhend“ (Duden online „vegetarisch“) |
| Veganismus | Vegetarismus |
| „[ethisch motivierter] völliger Verzicht auf tierische Produkte bei der Ernährung u.a.“ (Duden online „Veganismus“) | „Lehre, die den Genuss ausschließlich oder überwiegend pflanzlicher Kost anstrebt“ (Duden online „Vegetarismus“) |
In den Wörterbuchartikeln zu vegan und vegetarisch sowie in den Artikeln zu den dazugehörigen Substantiven wird nicht eindeutig zwischen den beiden Ausdrücken unterschieden. Zwar lassen sich anhand eines Vergleichs der Artikel einige Unterschiede ableiten – beispielsweise, dass vegan einen völligen Verzicht auf tierische Produkte beschreibt, sich neben der Ernährung auch auf andere Bereiche bezieht und ethisch motiviert ist, während es sich bei vegetarisch lediglich um eine überwiegend pflanzliche Ernährung handelt. Jedoch ist es einerseits aufwendig, diese Unterschiede zu erfassen und andererseits enthalten die Artikel auch Widersprüche und beleuchten viele relevante Aspekte, die in Korpusdaten sichtbar werden, nicht ausreichend. So wird in der lexikografischen Definition von Vegetarismus zum Beispiel auch von einer ausschließlich pflanzlichen Ernährung gesprochen, was sich wiederum mit Veganismus überschneidet, aber nicht weiter erläutert wird. Ferner stellen sich die Fragen, auf welche weiteren Bereiche vegan referieren kann und inwiefern das tatsächlich nur für vegan und nicht auch für vegetarisch gilt. All das erschwert es besonders Deutschlernenden ein umfassendes Verständnis für die kontextuelle Unterscheidung und damit auch die angemessene Verwendung beider Adjektive zu entwickeln. Darüber hinaus stellen gerade die Ausdrücke vegan und vegetarisch Beispiele in aktuellen soziokulturellen Debatten dar, die sowohl medial als auch kontrovers ablaufen. Auch solche diskursiven Merkmale sind i.d.R. kaum in Nachschlagewerken verzeichnet, für den DaF-Unterricht aber äußerst interessant. Zusätzlich wird das Nachschlagen erschwert, wenn einer der Ausdrücke gar nicht dokumentiert ist und ein Vergleich somit nicht möglich ist. Dies ist z.B. im PONS DAF-Wörterbuch (online) der Fall, das nur vegetarisch enthält, aber keinen Eintrag für vegan. Im Folgenden soll daher anhand des Beispiels vegan/vegetarisch eine ausführliche, schrittweise Anleitung dazu gegeben werden, wie zwei semantisch ähnliche Adjektive mittels korpuslinguistischer Methoden detailliert und kontrastiv erfasst und interpretiert werden können.
3. Korpuslinguistische Analyse von vegan/vegetarisch
Die Ermittlung der Bedeutungsnuancen semantisch ähnlicher Ausdrücke und ihre Gegenüberstellung lässt sich korpuslinguistisch am effektivsten durch die Analyse ihrer Kookkurrenzen4, also der typischen unmittelbaren kontextuellen Mitspieler, umsetzen. Über diese Methode ist es möglich, spezifische kontextuelle Verwendungsaspekte der Ausdrücke zu ermitteln und so ein besseres Verständnis für deren Bedeutungsnuancen bzw. Lesarten zu erlangen (vgl. Sinclair 1991: 110–111). Die computergenerierte Analyse ermöglicht einen systematischen Zugang zu typischen sprachlichen Mustern und erfordert eine anschließende semantische Interpretation der erhobenen Daten. Um möglichst präzise vorzugehen, empfiehlt es sich, mehrere unterschiedliche Werkzeuge und Verfahren komplementär einzusetzen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass sich die Interpretation der Daten sowohl auf die paradigmatischen als auch auf die syntagmatischen Eigenschaften und Beziehungen der Ausdrücke stützt und in mehreren unabhängigen Schritten erfolgt, die sich so gegenseitig ergänzen und validieren. Auf diese Weise wird die komplementär angelegte, quantitativ ausgerichtete Korpusanalyse mit einer qualitativen Untersuchung von vegan und vegetarisch verbunden.
Als Datengrundlage dient das Deutsche Referenzkorpus DeReKo5. In einem ersten Schritt wird über die Benutzerplattform Cosmas II eine Kookkurrenzanalyse durchgeführt, um sowohl die nach Signifikanz geordneten Kookkurrenzen als auch die typischen syntagmatischen Muster der Ausdrücke zu identifizieren. Auf Grundlage dieser Ermittlung erfolgt anschließend eine erste Interpretation der Verwendungsaspekte. In einem zweiten Schritt wird dann eine Analyse der diskursgebundenen Verwendungsaspekte der beiden Ausdrücke mithilfe von Self-Organising-Maps (SOMs) auf der ebenfalls auf dem DeReKo basierenden Online-Open-Lab-Plattform DeReKoVecs6 durchgeführt. Dabei werden die paradigmatischen Beziehungen von vegan und vegetarisch zunächst einzeln und anschließend kontrastiv betrachtet und interpretiert. In einem dritten und letzten Schritt werden die Ergebnisse der beiden Untersuchungen schließlich interpretativ zusammengeführt, was die Grundlage für eine umfassende und kontrastive redaktionelle Auswertung der Verwendungsaspekte und die Erstellung der Bedeutungsprofile der beiden Ausdrücke bildet. Die Ergebnisse lassen sich mit Wörterbucheinträgen vergleichen oder könnten als Grundlage solcher herangezogen werden.
3.1 Kookkurrenzanalyse als eine Methode zur Identifikation von Verwendungsaspekten
Allgemein gesprochen, ist die Kookkurrenzanalyse ein Verfahren, das mittels eines statistischen Maßes bewertet, ob das gemeinsame Auftreten sprachlicher Einheiten auf eine signifikante Assoziation hinweist, die häufiger als erwartbar miteinander vorkommt und somit als Kookkurrenz (oder auch Kollokation im engeren Sinne) bezeichnet werden kann. Über das Kookkurrenzprofil eines Ausdrucks lassen sich demnach alle signifikanten (typischen) Verwendungsaspekte des Suchwortes identifizieren, sodass es Aufschluss über den typischen Gebrauch eines Ausdrucks geben kann (vgl. Perkuhn / Keibel / Kupietz 2012: 113–128). Daher soll nun in einem ersten Schritt eine Kookkurrenzanalyse der Ausdrücke vegan und vegetarisch durchgeführt werden. Davor ist es jedoch von Bedeutung das generelle Aufkommen der zu untersuchenden Ausdrücke im Korpus zu kennen, da dieses bei der Interpretation nicht außer Acht gelassen werden darf (vgl. Schnörch 2019: 17).
In allen verfügbaren Archiven W-W47 des DeReKo, die das Korpus dieser Untersuchung bilden, wird für beide Ausdrücke eine Grundformen-Suche durchgeführt, um ein Bild davon zu erhalten, wie häufig die Ausdrücke jeweils auftreten. Hierfür wird im Suchfeld mit dem Grundformoperator „&“ eine Suchanfrage nach dem Schema „&Grundform“ (&vegetarisch) formuliert. Damit werden automatisch alle Flexionsformen der eingegebenen Grundform berücksichtigt (z.B. vegetarische, vegetarischer etc.)8. Für vegan werden dabei 248.964 Treffer erzielt, für vegetarisch sind es 195.885 Treffer9. Um diese absoluten Werte richtig einordnen und interpretieren zu können, ist es zudem wichtig zu bestimmen, seit wann die Ausdrücke im Korpus belegt sind (und auch wie sich das Korpus zusammensetzt). Dafür werden die Ergebnisse der Grundformen-Suche chronologisch sortiert, sodass sich die Erstbelege ablesen lassen. Vegan ist im Korpus zum ersten Mal im Jahr 1959 belegt, vegetarisch bereits 191910. Damit lässt sich festhalten, dass vegan im untersuchten Korpus in einem kürzeren Zeitraum rund 27 % häufiger auftritt als vegetarisch, was in Anbetracht ihrer semantisch-diskursiven Ähnlichkeit auf einen Trend hinweist.
Häufigkeitsverteilung der absoluten Treffer zu vegetarisch und vegan (2002–2023)11
Werden sehr frühe Belege von vegetarisch betrachtet, die noch vor dem Aufkommen von vegan vorliegen, so fällt außerdem auf, dass vegetarisch in diesen oft im Sinne einer ausschließlich pflanzlichen Ernährungsform, also der Bedeutung von vegan, benutzt wird. Die Wortgeschichte von vegetarisch zeigt, dass sich die heutige Bedeutung als eine Ernährungsform ohne Bestandteile getöteter Tiere erst später herausgeprägt hat, nach dem Aufkommen von vegan (das vermutlich aus dem Englischen entlehnt wurde). Daraufhin erfolgte eine Differenzierung und Spezifizierung, um so zwischen zwei Ernährungsformen unterscheiden zu können (vgl. Oxford English Dictionary „vegan“).
Für das Vorgehen bei der Interpretation der Kookkurrenzanalyse soll sich an Schnörch (2019) orientiert werden. Dafür wird zunächst eine Eingrenzung der zu untersuchenden Kookkurrenzen vorgenommen. Bei der Bestimmung der Untersuchungsmenge ist es zum einen wichtig eine überschaubare Anzahl von Kookkurrenzen mit signifikantem Aufkommen zu wählen, zum anderen sollte die gewählte Untersuchungsmenge möglichst alle signifikanten Facetten des Ausdrucks abdecken, damit idealerweise alle relevanten Verwendungsaspekte repräsentiert werden. Diese Auswahl ist für jeden Ausdruck individuell. Bei vegan und vegetarisch wurde sich nach einer ausführlichen Auseinandersetzung mit ihren Kookkurrenzprofilen schließlich je Ausdruck für die 80 am häufigsten auftretenden Kookkurrenzen entschieden12. Dabei handelt es sich überwiegend um Substantive, die durch die Adjektive vegan und vegetarisch näher beschrieben werden. Daneben treten aber auch einige Verben auf, welche durch vegan und vegetarisch adverbial modifiziert werden, sowie einige Adjektive, die meist ebenfalls eine gewisse Ernährungsweise beschreiben und in Aufzählungen mit den untersuchten Ausdrücken (häufig in kohyponymer Beziehung) auftreten.
In einem nächsten Schritt werden die ausgewählten Kookkurrenzen nun für jeden Ausdruck einzeln nach semantisch-diskursiven Aspekten gruppiert. Ziel ist es, aus den resultierenden Wortgruppen anschließend die Verwendungsaspekte des untersuchten Ausdrucks abzuleiten. Dabei handelt es sich um einen interpretativen Prozess, der direkt von den Kookkurrenzen und deren intuitiv ersichtlichen semantisch-diskursiven Ähnlichkeiten und Unterschieden geleitet werden sollte. Grammatische Merkmale, wie die Wortart, spielen dabei eine untergeordnete Rolle. So kann bei vegan und vegetarisch beispielsweise schnell zwischen Kookkurrenzen aus dem großen Bereich „Ernährung“ und anderweitigen Bereichen unterschieden werden. Die entstandenen Gruppen werden dann unter feineren semantisch-diskursiven Gesichtspunkten näher analysiert, um möglichst alle Verwendungsaspekte des Ausdrucks innerhalb dieser groben, abstrahierten Bereiche zu identifizieren. Dabei sollten alle Kookkurrenzen sowohl einzeln als auch in Kombination mit semantisch-diskursiv naheliegenden Kookkurrenzen unter der Fragestellung „Was beschreibt der untersuchte Ausdruck in diesem Kontext?“ betrachtet werden. Es ist wichtig, kontextspezifisches Wissen zu aktivieren und kritisch zu denken, gleichzeitig jedoch stets offen gegenüber unerwarteten Kategorien oder Überschneidungen zu sein. So entstehen kleinere Subgruppen, die alle einen bestimmten, klar definierten Verwendungsaspekt des Ausdrucks repräsentieren sollten. Für vegan und vegetarisch wurden hierbei zum Beispiel aus dem Bereich „Ernährung“ die Verwendungsaspekte „Ernährungsform“, „Alternative“, „eine Art zu Kochen“ und „eine Zubereitungsweise“ abgeleitet. Insgesamt wurden nach diesem Schema für beide Adjektive jeweils acht granulare Verwendungsaspekte ermittelt (siehe Tabelle 2).
Zuletzt werden die syntagmatischen Muster, in die die Ausdrücke eingebettet sind, für jeden der identifizierten Verwendungsaspekte näher betrachtet. Dabei werden den Verwendungsaspekten relevante, hochfrequente und komplexere syntagmatische Muster beigefügt, die ebenfalls automatisch aus DeReKo extrahiert werden und gegebenenfalls zu weiteren Spezifizierungen der Verwendungsaspekte führen. So wurde für vegan beispielsweise der Verwendungsaspekt „Alternative“ zu „Alternative/Ersatz“ erweitert, da ersichtlich wurde, dass hier die Alternativprodukte im Gegensatz zu durch die syntagmatischen Muster ausgedrückten Alternativen von vegetarisch selbstständig für sich stehen und nicht nur als eine Wahlmöglichkeit zu einem tierischen Produkt umschrieben werden. Tabelle 2 fasst diese Ergebnisse zusammen und stellt die Verwendungsprofile eines jeden Ausdrucks zum Vergleich gegenüber:
Gegenüberstellung der Verwendungsaspekte von vegan und vegetarisch
| vegan | vegetarisch | ||||
| Kollokatoren |
Syntagmatische Muster |
Verwendungsaspekt | Verwendungsaspekt |
Syntagmatische Muster |
Kollokatoren |
| Ernährung, ernähren (x3), Kost, Rohkost, Ernährungsweise, Essen, essen |
vegane [z.B. regionale] Ernährung; sich vegan [zu] ernähren; vegane [z.B. fleischlose] Kost |
‚eine Ernährungsform beschreibend‘ | ‚eine Ernährungsform beschreibend‘ |
Formen der vegetarischen Ernährung; vegetarisches Essen anbieten; streng […] vegetarisch |
Ernährung, Kost, ernähren (x5), Essen, essen (x2), Mahlzeiten, Vollwertkost, Ernährungsweise, Diät, Vollkost, streng |
| Vegetarisch (x8), glutenfrei (x2), Lebensmittel (x2), bio (x2), tierisch, laktosefrei (x2), gluten, laktose |
vegan, also ohne jegliche tierische Zutaten; bio und vegan; vegane [z.B. klimafreundliche] Lebensmittel |
‚eine Produkt- und Lebensmitteleigenschaft beschreibend‘ | ‚eine Produkt- und Lebensmitteleigenschaft beschreibend‘ |
vegetarisch und|oder vegan; ob vegan […] vegetarisch glutenfrei oder …; Nachfrage nach vegetarischen Lebensmitteln |
vegan (x7), glutenfrei, Lebensmittel |
| Fleisch, Alternativen, Variante, Käse, Schnitzel, Wurst, Ersatzprodukte, Tofu, Schokolade, Würstchen, Kosmetik, Leder |
Nachfrage nach|an veganen Alternativen; vegane […] Ersatzprodukte kaufen; auch als|eine vegane Variante |
‚eine Alternative/Ersatz (zu tierischen Produkten) beschreibend‘ + ‚Nicht-Lebensmittel-Alternativen beschreibend‘ |
‚eine Alternative (zu Fleisch) beschreibend‘ |
eine vegetarische … mit … Gemüse; in einer vegetarischen Variante serviert; auch eine|als vegetarische Alternative angeboten |
Alternative (x2), Variante, Tofu, Würstchen, Schnitzel, Gemüse, Fleisch, Fisch |
| Küche, Rezept, kochen, Kochbücher (x2) |
auf vegane Küche spezialisiert; vegan [zu] kochen; vegane [z.B. leckere] Rezepte finden |
‚eine Art zu Kochen beschreibend‘ |
‚eine Art zu Kochen beschreibend‘ |
vegetarische Gerichte kochen; Kochbuch mit rein vegetarischen Rezepten; fleischige oder vegetarische Küchenhits |
Küche, kochen (x3), Rezepte (x2), Kochbuch, Küchenhits, Lieblingsrezept, Kochkurs |
| Lebensweise, leben (x3), Lebensstil |
vegan [zu] leben; Trend zur veganen Lebensweise; für einen veganen Lebensstil interessieren |
‚einen Lebensstil beschreibend‘ | ‚einen Lebensstil beschrei-bend‘ |
eine streng vegetarische Lebensweise; konsequent vegetarisch leben |
Lebensweise, leben |
| Produkte (x2), Veganz, Angebot, Sortiment, Fast Food, Menü (x2) |
Sortiment an|ausschließlich aus veganen Produkten; […] der veganen Supermarktkette […] Veganz; das Angebot an veganen Lebensmitteln|Varianten |
‚ein Produktsortiment beschreibend‘ | ‚ein Produktsortiment beschreibend‘ |
vegetarische Produkte im Sortiment; auch|eine vegetarische Variante angeboten; zur Auswahl … eines|davon ist … vegetarisch |
Produkte, Angebot, angeboten, Auswahl |
| Burger, Schnitzel, Currywurst, Cupcakes, Eis, Kuchen, Gerichte, Speisen, Köstlichkeiten |
vegane Speisen anbieten; [z.B. leckere] vegane Gerichte; einen veganen Burger [zu] essen |
‚eine Zubereitungsweise beschreibend‘ | ‚eine Zubereitungsweise beschreibend‘ |
regionale und vegetarische Spezialitäten; werden vorwiegend vegetarische Speisen serviert; Fleisch [Fisch|und] vegetarische Gerichte |
Burger, Schnitzel, Brotaufstrich, Suppen, Pizza, Lasagne, Salate, Gerichte (x2), Speisen, Köstlichkeiten, Spezialitäten, Fleischgerichte |
| Trend, Society, Attila Hildmann (x2), Restaurant (x2) |
der|die Vegan […] Society; Vegan liegt|ist ein|im Trend; ein veganes Restaurant [zu] eröffnen |
‚einen gesellschaftlichen Trend beschreibend‘ | ‚eine Gastronomieform beschreibend‘ |
ein vegetarisches Menü serviert; eine vegetarische Speisekarte anbieten; die vegetarische Restaurantkette Tibits |
Restaurant (x2), Menü (x2), Menu, Hiltl, Speisekarte, Kantinen, servieren, Tibits, Tian Ivic Paul |
Die Verwendungsprofile beider Ausdrücke überschneiden sich in vielen Kontexten, jedoch wird bei genauerer Betrachtung deutlich, dass diese meist unterschiedlich stark vertreten oder ausgeprägt sind. So sind die Verwendungsaspekte „eine Art zu Kochen beschreibend“ und „eine Ernährungsform beschreibend“ bei vegetarisch eindeutig stärker vertreten, während vegan für die beiden Verwendungsaspekte „ein Produktsortiment beschreibend“ und „eine Produkt- und Lebensmitteleigenschaft beschreibend“ mehr Kookkurrenzen aufweist. Darüber hinaus umfasst der Aspekt „ein Produktsortiment beschreibend“ bei vegan, im Gegensatz zu vegetarisch, Kookkurrenzen, die spezifische Marken und Produktnischen benennen und so auf ein eigenes veganes Geschäftsmodell hinweisen. Ähnlich verhält es sich mit dem Verwendungsaspekt „eine Alternative beschreibend“. Während bei vegan explizit von Ersatzprodukten die Rede ist, wird bei vegetarisch meist der Bezug zu etwas Nicht-Vegetarischem hergestellt. Zudem werden unter diesem Aspekt von vegan auch Nicht-Lebensmittel-Alternativen gelistet, was zu einer Erweiterung des Verwendungsaspektes um diesen Teilaspekt führt (siehe auch Beleg 1 und 2).
- (1)
- […] die breite Palette an veganen Ersatzprodukten wie Sojamilch, Cashew-Sahne oder Margarine […] (Bramscher Nachrichten, 08.10.2015)
- (2)
- […] statt zum Fleisch häufiger mal zu vegetarischen Alternativen greifen […] (Allgemeine Zeitung, 17.08.2016)
Schließlich verfügen die Ausdrücke auch über Verwendungsaspekte, die bei dem jeweils anderen Ausdruck nicht vorkommen. Vegan besitzt den Verwendungsaspekt „einen gesellschaftlichen Trend beschreibend“, während vegetarisch über den Verwendungsaspekt „eine Gastronomieform beschreibend“ verfügt13.
Diese ersten Ergebnisse veranschaulichen, dass die vegetarische Ernährung stärker als eine alternative Ernährung zum Fleischessen verstanden wird, während die vegane Ernährung stärker als ein Ersatz zur tierischen Ernährung wahrgenommen wird, was entsprechende Ersatzprodukte bedingt. Zudem ist vegetarisch viel stärker im Ernährungs- und besonders auch Küchen-Kontext verankert, während vegan sich über diese Kontexte hinaus auch auf gesellschaftliche Bereiche ausweitet. So wird vegan stärker mit einem Lebensstil und sogar Trend assoziiert, dessen Anhänger*innen zu einer Society (vgl. Tabelle 2) gehören und auf Basis dessen ein ganzes Geschäftsmodell mit veganen Ersatzprodukten entsteht. Insgesamt ist somit zu erkennen, dass sich vegan durch diese Assoziationen auf weitaus diversere Bereiche ausweitet, wie beispielsweise Pflege (vgl. Kosmetik) oder Mode (vgl. Leder) und dementsprechend über die Ernährung hinaus gelebt wird. Vegetarisch hingegen bleibt in allen Kookkurrenzen und Verwendungsaspekten, mit Ausnahme von „einen Lebensstil beschreibend“ auf den Bereich der Ernährung beschränkt. All diese Nuancen können mithilfe von Kookkurrenzanalysen ausfindig gemacht werden. Die oben skizzierten Ergebnisse werden nun anschließend mithilfe einer weiteren Methode, den Self-Organising-Maps überprüft.
3.2 Visualisierung von Verwendungsaspekten mit Self-Organising-Maps
Self-Organising-Maps (SOMs) sind zweidimensionale Merkmalskarten, in denen die innerhalb eines multidimensionalen Vektorraumes ermittelten Lexeme aufgeführt werden, „die dem eigentlich zu untersuchenden Wort in Hinblick auf ihr KP [Kookkurrenzprofil] am ähnlichsten sind. So enthüllt die Merkmalskarte die verschiedenen Verwendungsaspekte des gegebenen Wortes“ (Marková 2012: 44). Durch Selbstorganisation werden diese Lexeme so angeordnet, dass ihre topografische Nähe zueinander den Grad der Ähnlichkeit ihrer Kookkurrenzprofile untereinander widerspiegelt. Die farbliche Gestaltung unterstützt die Einordnung und Bündelung und deutet auf ein Kontinuum, statt auf starre semantische Grenzen. Diese auf den paradigmatischen Beziehungen zwischen den einzelnen Lexemen basierende Organisation und visuelle Gestaltung der Merkmalskarten ermöglicht es, die Struktur diskursgebundener Verwendungsaspekte eines Ausdrucks basierend auf seinen relevanten Bedeutungs- sowie Gebrauchsfacetten intuitiv zu identifizieren (vgl. Belica 2011: 165–167; Marková 2012: 46–47)14. Dieses Verfahren lässt sich zum einen für einen einzelnen Ausdruck durchführen (siehe Abbildungen 2 und 3), zum anderen ist eine kontrastive Gegenüberstellung zweier Ausdrücke innerhalb einer SOM möglich (siehe Abbildung 4). Zunächst wird für jeden Ausdruck automatisch eine separate SOM erstellt:
Diese Merkmalskarten gilt es nun unabhängig voneinander zu interpretieren. Dabei wird sich an der Vorgehensweise von Vachková / Belica (2009) orientiert. Hierfür wird zunächst eine beliebige Ecke der Merkmalskarte ausgewählt, um die Ausdrücke in diesem äußersten Clusterfeld genauer zu analysieren. Ziel ist es, im Vergleich mit den Clusterfeldern in den verbleibenden Ecken, das zugrundeliegende Themenkonzept der Wörter in diesem Feld zu bestimmen. Ist dies geschehen, so werden die benachbarten Clusterfelder in diesen Assoziationsprozess einbezogen. Nun wird sich für jedes Feld überlegt, ob die darin enthaltenen Wörter dem gleichen Themenkonzept entsprechen oder ob ein anderes Themenkonzept passender erscheint. Linguistische Aspekte wie beispielsweise die Wortart spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Stattdessen sollte der Vorgang möglichst stark von den abstrahierten Assoziationen der aufgelisteten Ausdrücke mit bestimmten Bereichen und Verwendungsaspekten geleitet werden. Auf diese Weise werden intuitiv Grenzen gezogen, an denen das eine Themenkonzept ausbleicht und ein neues eindeutig hervortritt. Die entstehenden Felder werden anschließend entsprechend markiert und benannt. Dieser Vorgang wird für jede Ecke und alle Richtungen der SOM wiederholt, bis die gesamte Merkmalskarte in verschiedene Themenkonzepte, die die einzelnen Verwendungsaspekte des Ausdrucks widerspiegeln, aufgeteilt ist.
Ein Vergleich der beiden SOMs zeigt, dass sich die Ausdrücke einige Themenkonzepte wie Lebensmittel, Ernährungsweise und Produkt-/Lebensmitteleigenschaft teilen. Daneben werden aber auch viele unterschiedliche Themenkonzepte und Ausprägungen dieser deutlich. So werden zwar sowohl vegetarisch als auch vegan mit verschiedenen Lebensmitteln assoziiert, jedoch treten in der SOM für vegetarisch, bis auf die einmalige Nennung von Fleischersatz, keine Ersatzprodukte auf, während diese bei vegan sogar ein eigenes Themenkonzept bilden. Dadurch wird erneut die Bedeutung von veganer Ernährung als ein fester Ersatz zu einer tierischen Ernährung betont. Hingegen sind in der SOM für vegetarisch auffällig viele fleischhaltige Lebensmittel zu finden, was auf den bloßen Alternativ-Charakter von vegetarisch hinweist. Für vegan stellt das Themenkonzept Bewusstsein zudem einen interessanten Bereich dar. Dieser verdeutlicht die Assoziation von vegan mit einem nachhaltigen, ethischen sowie bewussten Ernährungs- und Lebensstil. Es entsteht eine starke Verknüpfung des Ausdrucks mit persönlichen Werten, die als eine Einstellung mit dem Lebensstil einer Person fest verbunden sind. Dies erweitert den Wirkungsbereich des Ausdrucks erheblich und macht vegan über eine reine Ernährungsweise hinaus zu einer ganzen Ernährungsidentität, was im Vergleich mit vegetarisch ein Alleinstellungsmerkmal des Ausdrucks darstellt. Diese Assoziation wird auch auf vegane Produkte und ihre Herstellung übertragen, wie anhand des Themenkonzepts Ökologische Produkte/Herstellung deutlich wird. Zusammen erklärt das, weshalb und unter welchen Gesichtspunkten vegane Produkte stärker mit einem eigenen Produktsortiment assoziiert werden. Für vegetarisch sind vor allem die Themenkonzepte Gerichte/Kochen und Cuisine auffallend. Diese verdeutlichen eine starke Assoziation des Ausdrucks mit dem Bereich Kochen. In diesem Referenzbereich unterscheidet sich vegetarisch stark von dem Verwendungsprofil von vegan. Während das mit vegan bezeichnete Konzept seinen Wirkungsbereich auf Bereiche außerhalb der Ernährung ausweitet, entfaltet vegetarisch viele verschiedene Verwendungsfacetten innerhalb des Ernährungsbereiches. Tabelle 3 fasst diese Ergebnisse nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zusammen:
Gegenüberstellung der Verwendungsaspekte von vegan und vegetarisch auf Basis ihrer SOMs
| vegan | vegetarisch |
|
‚eine Lebensmitteleigenschaft beschreibend‘ → Ersatzprodukte → Ökologische Produkte |
‚eine Lebensmitteleigenschaft beschreibend‘ |
| ‚eine Ernährungsweise beschreibend‘ | ‚eine Ernährungsweise beschreibend‘ |
|
‚Gerichte/eine Art zu Kochen beschreibend‘ → Cuisine |
|
|
‚Produkt-/Lebensmitteleigenschaften beschreibend‘ → Ökologische Herstellung |
‚Produkt-/Lebensmitteleigenschaften beschreibend‘ → Ökologische Herstellung |
| ‚eine bewusste Haltung beschreibend‘ | |
| ‚eine Ernährungsidentität beschreibend‘ |
Um diese sich zunehmend herauskristallisierenden Unterschiede noch genauer zu erfassen, soll abschließend eine kontrastive SOM der beiden Ausdrücke erstellt werden (siehe Abbildung 4). Hierbei werden die Lexeme, die den Kookkurrenzprofilen der untersuchten Ausdrücke am ähnlichsten sind, für jeden der beiden Ausdrücke separat berechnet und in einer gemeinsamen Merkmalskarte zusammengeführt. Es werden beide Pole separat berücksichtigt und dann farblich dargestellt, welche Lexeme eine signifikant höhere Ähnlichkeit zu einem Ausdruck aufweisen, indem ein Ausdruck die Farbe Rot und der andere die Farbe Grün erhält. Überschneidungen der Ähnlichkeiten zwischen den beiden Ausdrücken werden durch Farbabstufungen in Richtung Orange und Gelb markiert (vgl. Keibel / Belica 2007: 5). Die Erstellung sowie Interpretation dieser SOM erfolgt nach dem gleichen Schema wie bei den einfachen SOMs (vgl. Vachková / Belica 2009). Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die Suchanfrage nun beide Ausdrücke enthalten muss und diese mit „|“ getrennt werden (vegan | vegetarisch).
Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass sich vegan auf weitaus mehr Bereiche ausdehnt, während sich vegetarisch auf die drei Kernbereiche Kochen/Gerichte, Ernährungsweise und Lebensmittel beschränkt. In den gelben Feldern, die sich vegan und vegetarisch teilen, sind teilweise Assoziationen mit Ersatzprodukten erkennbar, vorwiegend besteht das Themenkonzept Lebensmittel bei vegetarisch jedoch aus von Natur aus vegetarischen Lebensmitteln. Beim Themenkonzept Kochen/Gerichte fällt erneut die starke Nähe zu Fleisch auf. So sind viele fleischhaltige Gerichte wie beispielsweise Rindersteak oder Schweineschnitzel zu finden. Das verdeutlicht erneut, dass vegetarisch stärker als eine Alternative zu Fleisch wahrgenommen wird und grenzt den Ausdruck damit von vegan ab. Insgesamt bleibt vegetarisch vor allem im Ernährungsbereich, wobei auch in den gelben Kästchen kaum Assoziationen außerhalb dieses Feldes erkennbar sind. Das zeigt, dass die Ähnlichkeiten zwischen vegan und vegetarisch vor allem im Ernährungsbereich zu verorten sind. Im Gegensatz dazu wird erkennbar, dass sich vegan auf wesentlich mehr Bereiche erstreckt, auch über den Ernährungsbereich hinaus. Die Assoziation mit dem Bereich Ernährung ist hier zwar ebenfalls prominent, darüber hinaus werden jedoch weitere gesellschaftliche Bereiche umfasst. Somit zeigt sich erneut, dass vegan in einem viel breiteren Kontext verwendet wird und durch die Assoziation mit verschiedenen persönlichen sowie produktbezogenen Eigenschaften und Gegenständen deutlich in den Lifestyle-Bereich übergeht.
4. Gegenüberstellung der Bedeutungsprofile
Die Ergebnisse beider Methoden können nun verglichen und die identifizierten Verwendungsaspekte anhand ihrer Überschneidungen und Unterschiede präzisiert und erweitert werden. Dabei wird deutlich, dass stets ähnliche Bereiche identifiziert werden konnten und teilweise Überschneidungen zwischen einzelnen Verwendungsaspekten vorliegen (z.B. Lebensmittel-/Produkteigenschaften). Entsprechend ergänzen und bestätigen sich die Ergebnisse beider Methoden gegenseitig. Gleichzeitig zeichnen sich innerhalb dieser aber auch unterschiedliche Nuancen oder Erweiterungen einzelner Aspekte ab. Insbesondere für die Verwendungsaspekte von vegan, die die Bereiche Lifestyle und Ernährung betreffen, haben sich im Vergleich noch differenziertere Verwendungsaspekte herauskristallisiert. So kann beispielsweise zwischen den Verwendungen des Adjektivs zur Beschreibung einer Ernährungsidentität, eines Ernährungs- und Konsumstils sowie einer ethisch motivierten Lebensweise differenziert werden. Abbildung 4 fasst das semantische Profil beider Adjektive nach der Korpusauswertung zusammen:
Die einzelnen Verwendungsaspekte werden nach dem Grad ihrer Ähnlichkeit zueinander von „gleiche Bedeutung“ bis hin zu „Unterschiede“ sortiert und in Relation gesetzt. Im Bereich der ähnlichen Bedeutungen visualisiert die Intensität der Farbe eines Verwendungsaspektes zudem die Dominanz der Assoziation des Ausdrucks zu diesem (siehe Tabelle 4)15.
Gegenüberstellung der Bedeutungsprofile von vegan und vegetarisch
| vegan | vegetarisch |
| Gleiche Bedeutung: | |
| Ernährung: ‚eine ausschließlich pflanzliche Ernährungsform beschreibend‘ | Ernährung: ‚eine ausschließlich pflanzliche Ernährungsform beschreibend (älter)‘ |
| Ähnliche Bedeutung: | |
| Produktbeschreibung: ‚eine Lebensmittel-/Produkteigenschaft beschreibend (ohne tierische Bestandteile)‘ | Produktbeschreibung: ‚eine Lebensmittel-/Produkteigenschaft beschreibend (ohne Bestandteile getöteter Tiere)‘ |
| Kochen: ‚eine Zubereitungsart beschreibend (ohne tierische Bestandteile)‘ | Kochen: ‚eine Zubereitungsart beschreibend (ohne Bestandteile getöteter Tiere)‘ |
| Produktbeschreibung: ‚ein Produktsortiment beschreibend (ohne tierische Bestandteile)‘ | Produktbeschreibung: ‚ein Produktsortiment beschreibend (ohne Bestandteile getöteter Tiere)‘ |
| Kochen: ‚eine Art zu Kochen beschreibend (ohne tierische Bestandteile)‘ | Kochen: ‚eine Art zu Kochen beschreibend (ohne Bestandteile getöteter Tiere)‘ |
| Unterschiede: | |
| Lifestyle: ‚eine Ernährungsidentität beschreibend (nachhaltig, bewusst, ethisch)‘ | Ernährung: ‚eine „nur“ vorwiegend pflanzliche Ernährungsweise beschreibend‘ |
| Lifestyle: ‚einen gesellschaftlichen Trend beschreibend‘ | Gastronomie: ‚eine Gastronomieform beschreibend (mit fleischloser Küche)‘ |
| Lifestyle: ‚einen Ernährungs- und Konsumstil beschreibend (als Ersatz zu tierischer Ernährung/ Konsum)‘ | Kochen: ‚eine Ernährungs- und Zubereitungsweise beschreibend (als Alternative zu fleischhaltiger Kost)‘ |
| Lifestyle: ‚eine ethisch motivierte Lebensweise beschreibend‘ | |
Semantische Überlappungen zwischen den beiden Ausdrücken sind besonders im Referenzbereich Ernährung zu verorten. Hier werden beide Ausdrücke zur Beschreibung einer ausschließlich pflanzlichen Ernährungsform genutzt, vermutlich zurückführbar auf die ursprüngliche Bedeutung von vegetarisch, vor der Etablierung von vegan. Ähnliche Verwendungsaspekte sind in den Bereichen Produktbeschreibung und Kochen zu finden. Hier treten die Adjektive im Kontext gleicher Gegenstände und Praktiken auf, jedoch bezieht sich vegan auf Objekte ‚ohne tierische Bestandteile‘, während vegetarisch nur etwas ‚ohne Bestandteile toter Tiere‘ bezeichnet. So dienen beide Ausdrücke der Beschreibung diverser Produkte sowie einer bestimmten Koch- bzw. Zubereitungsweise. Durch die Farbintensität zeigt sich überdies, dass die Tendenz besteht, dass vegan stärker mit einem spezifischen Produktsortiment assoziiert wird, während vegetarisch eher in Verbindung mit einer Art zu Kochen gebracht wird. Konkrete Unterschiede bestehen schließlich vor allem darin, dass vegan eine rein pflanzliche Ernährung beschreibt, während vegetarisch nur eine Ernährungsform ohne Bestandteile getöteter Tiere beschreibt, dabei aber nicht generell auf tierische Produkte verzichtet. Darüber hinaus konnte anhand der Analyse festgestellt werden, dass sich vegan heutzutage durch gesellschaftliche Trends und Ernährungsentwicklung bereits auf weitere Bereiche ausgedehnt hat und eine Bedeutungserweiterung erfahren hat. Im Gegensatz dazu ist vegetarisch kontextuell hauptsächlich im Ernährungsbereich angesiedelt und wird stärker mit verwandten Bereichen wie Kochen oder Gastronomie assoziiert. Außerdem wird ersichtlich, dass vegan stärker als Ersatz zum Konsum tierischer Produkte angesehen wird, während vegetarisch oft nur eine Alternative zu diesen darstellt und daher semantisch viel näher an diesen angesiedelt ist. Diese Unterschiede führen zu einer zunehmenden Differenzierung der Ausdrücke in Bezug auf ihre Semantik und Verwendung. So wurde anhand der Daten deutlich, dass vegan im Gegensatz zu vegetarisch viel stärker mit moralisch-kulturellen Werten und mit einer ganzen Ernährungsidentität bzw. einer Lebensweise in Verbindung gebracht wird. In diskursiver Hinsicht ist aufgrund dieser Assoziationen auch eine gewisse emotionale Aufgeladenheit von vegan zu beobachten, da der Ausdruck dadurch ein moralisches Prinzip widerspiegelt. Das ist besonders in Kontexten sichtbar, in denen die Vermarktung veganer Produkte und des veganen Lifestyles thematisiert wird (siehe Beleg 3).
- (3)
- Vegan leben ist für mich jetzt mehr gewinnen als verzichten. Ich tausche Käse gegen Cashew-Käse, Hefeflocken gegen Parmesan, ein schlechtes Gewissen gegen ein Leben im Einklang mit meinen Werten. (NZZ am Sonntag, 14.04.2019)
Die starke Präsenz dieses Themas führt gegenwärtig wiederum zu einem zunehmenden Gebrauch des Ausdrucks in der öffentlichen Diskussion. Ein weiterer Faktor für das hohe Aufkommen von vegan ist aber auch, dass vegane Produkte immer auch die vegetarische Ernährungs- und Lebensweise bedienen, was umgekehrt nicht der Fall ist, und daher die Beschreibung eines Produkts oder Sachverhalts als vegan oft universaler wirkt.
5. Resümee
Abschließend lässt sich sagen, dass kontrastive korpusgesteuerte Analysen eine präzise Definition und Abgrenzung lexikalisch-semantischer Zweifelsfälle mit semantischen Ähnlichkeiten wie vegan und vegetarisch ermöglichen und so zu einer Verbesserung des allgemeinen Verständnisses dieser beitragen (siehe auch Teichmann 2019). Anhand ihrer realen kontextuellen Verwendung sowie ihrer syntagmatischen und paradigmatischen Beziehungen konnten die untersuchten Ausdrücke in all ihren unterschiedlichen Verwendungsaspekten und Bedeutungsnuancen detailliert analysiert und sich gegenübergestellt werden. Diese Ergebnisse ergänzen die bisherigen lexikografischen Angaben zu den Ausdrücken, zeigen aber gleichzeitig auch, dass detaillierte Korpusanalysen komplex und aufwändig sind. Gerade bei typischen lexikalisch-semantischen Zweifelsfällen mit zahlreichen semantischen Ähnlichkeiten lohnt sich jedoch die Untersuchung von Korpusdaten mit komplementären Methoden, um Präferenzen zu ermitteln und Lernende gezielter mit Nuancen und Unterschieden vertraut machen zu können. So können vor allem Zweifel an der Angemessenheit eines Ausdrucks in einer bestimmten Gebrauchssituation besser vorgebeugt werden. Der hierdurch erzeugte Einblick in die Verwendungsweisen beider Ausdrücke ist fundamental für ein umfassendes Verständnis dieser, sowohl im didaktischen Bereich des Fremdspracherwerbs als auch für die Lernerlexikografie. Denn:
Während Muttersprachler eher formalsprachliche Aspekte der Wortverwendung suchen […], suchen Deutschlerner eher text(sorten)spezifische Informationen hinsichtlich der wortartentypischen semantisch-syntaktischen Valenz, Kollokationsverwendungen, stilistisch-pragmatische Spezifizierungen des Wortgebrauchs oder Verwendungskontexte. (Kühn 2010: 310)
Diese ihre Verwendungsaspekte betonende Beschreibung der Ausdrücke stellt somit sowohl für DaF-Lernende als auch für Muttersprachler*innen eine wichtige Hilfestellung dar, um deren Bedeutung vollständig zu erfassen und sie kontextgerecht verwenden zu können. Darüber hinaus liefert dieser Beitrag durch die detaillierte Darstellung der qualitativen semantischen Interpretation der Daten eine nachvollziehbare Anleitung für die Analyse diverser weiterer lexikalisch-semantischer Zweifelsfälle, wie Paronyme (universal vs. universell), Synonyme (schnell vs. rasch) oder Fremdwörter (validieren vs. verifizieren), um diese zukünftig eigenständig und gezielt untersuchen und somit besser verstehen zu können. Auch die dafür nötigen Werkzeuge wurden in diesem Beitrag vorgestellt. Ihre öffentliche Verfügbarkeit ermöglicht Lehrenden und Lernenden gleichermaßen einen systematischen Zugang zu sprachlichen Strukturen, Mustern und Gebrauchsbesonderheiten.
Notes
- Die ersten SOM-Werkzeuge waren bereits auf der Experimentierplattform CCDB nutzbar, s. https://corpora.ids-mannheim.de/ccdb/ (20.02.2025). Die Datenaktualisierung wurde dort 2007 eingestellt (vgl. Belica 2001). [^]
- gutefrage.net (20.02.2025). [^]
- hinative.com (20.02.2025). [^]
- Im vorliegenden Text wird von Kookkurrenzen aus rein korpuslinguistischer Perspektive gesprochen. Nach diesem Verständnis ist Kookkurrenz der Oberbegriff und umfasst immer auch das Konzept Kollokation (vgl. Sinclair 2004). Sinclair definiert Kookkurrenz als Tendenz von Wörtern innerhalb eines bestimmten Kontextes zusammen aufzutreten, in einer Weise, die nicht rein zufällig ist. Mithilfe von Kookkurrenz können Kollokationen identifiziert werden (z.B. starker Kaffee, eine Entscheidung treffen). Kollokationen sind wiederkehrende Wortverbindungen, die durch ihre Häufigkeit und natürliche Verwendung in der Sprache charakterisiert sind. Sie werden hier aber nicht, wie z.B. in der Phraseologie, ausschließlich als feste Wortverbindung im Sinne einer idiomatischen Wendung verstanden (vgl. auch McEnery / Hardy 2012). [^]
- DeReKo ist die weltweit größte Sammlung elektronischer Korpora deutschsprachiger Schrifttexte, siehe unter https://www.ids-mannheim.de/digspra/pb-s1/projekte/korpora/ (20.02.2025). [^]
- Siehe unter https://corpora.ids-mannheim.de/derekovecs (20.02.2025). [^]
- Die Archive W-W4 sind die vier Archive der geschriebenen Sprache und bilden die größten Archive des DeReKo, weshalb sie das Korpus dieser Untersuchung bilden. [^]
- Alle lemmatisierten Formen werden anschließend aufgelistet, sodass bestimmte Formen ggf. auch von der Suche ausgeschlossen werden können. [^]
- Für vegan wurde dabei die aus der Ergebnisliste der lemmatisierten Wortformen Veganer herausgefiltert, um das Substantiv in den Ergebnissen möglichst zu vermeiden. [^]
- Stand der Korpusdaten: Februar 2025. [^]
- Der Anstieg der absoluten Treffer spiegelt nicht nur eine erhöhte Nutzung der Ausdrücke wider, sondern auch die wachsende Gesamtmenge der im DeReKo-Korpus enthaltenen Texte. [^]
- Ab diesem Schwellenwert traten vor allem Synonyme zu den bisherigen Kookkurrenzen auf, die keine neuen Verwendungsaspekte gebildet hätten. [^]
- Das bedeutet nicht, dass der eine Ausdruck in diesen Kontexten gar nicht auftritt, jedoch in einer nicht ausreichend signifikanten Menge, um den Verwendungsaspekt für diesen Ausdruck innerhalb der Untersuchungsmenge zu repräsentieren. [^]
- Marková hat solch eine Analyse für die Untersuchung von Synonymen vorgestellt (vgl. Marková 2012). [^]
- Diese Einschätzung basiert auf der Anzahl der Kollokatoren und SOM-Cluster zu dem jeweiligen Verwendungsaspekt für das Adjektiv in der Analyse. [^]
Literatur und Ressourcen
1 Belica, Cyril (1995): Statistische Kollokationsanalyse und -clustering. Korpuslinguistische Analysemethode. http://corpora.ids-mannheim.de/ (20.02.2025).
2 Belica, Cyril (2001): Kookkurrenzdatenbank CCDB. Eine korpuslinguistische Denk- und Experimentierplattform für die Erforschung und theoretische Begründung von systemisch-strukturellen Eigenschaften von Kohäsionsrelationen zwischen den Konstituenten des Sprachgebrauchs. https://corpora.ids-mannheim.de (20.02.2025).
3 Belica, Cyril (2011): Semantische Nähe als Ähnlichkeit von Kookkurrenzprofilen. In: Abel, Andrea / Zanin, Renata (Hrsg.): Korpora in Lehre und Forschung. Bozen-Bolzano: Freie Universität, 155–178.
4 Bubenhofer, Noah (2020): Visuelle Linguistik. Zur Genese, Funktion und Kategorisierung von Diagrammen in der Sprachwissenschaft. Berlin / Boston: de Gruyter.
5 Deutsches Referenzkorpus (DeReKo): IDS, Cosmas II. https://cosmas2.ids-mannheim.de/cosmas2-web/ (20.02.2025).
6 Deutsches Referenzkorpus (DeReKo): IDS, DeReKoVecs. https://corpora.ids-mannheim.de/openlab/derekovecs/ (20.02.2025).
7 Duden online (o.D.): vegan. https://www.duden.de/node/196121/revision/1376303 (20.02.2025).
8 Duden online (o.D.): Veganismus. https://www.duden.de/node/193261/revision/1376338 (20.02.2025).
9 Duden online (o.D.): vegetarisch. https://www.duden.de/node/196124/revision/1375026 (20.02.2025).
10 Duden online (o.D.): Vegetarismus. https://www.duden.de/node/193269/revision/1371767 (20.02.2025).
11 Fankhauser, Peter / Kupietz, Marc (2017): Visualizing Language Change in a Corpus of Contemporary German. In: Proceedings of the 9th International Corpus Linguistics Conference, Birmingham, UK, July 25–28, 2017. Birmingham: University of Birmingham. https://www.birmingham.ac.uk/documents/college-artslaw/corpus/conference-archives/2017/general/paper245.pdf (20.02.2025).
12 Fankhauser, Peter / Kupietz, Marc (2019): Analyzing domain specific word embeddings for a large corpus of contemporary German. In: Proceedings of the 10th International Corpus Linguistics Conference, Cardiff, Wales, UK, July 22–26, 2019. Cardiff: Cardiff University. https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/9117/file/Fankhauser_Kupietz_Analyzing_domain_specific_word_embeddings_2019.pdf (20.02.2025).
13 Fankhauser, Peter / Kupietz, Marc (2022): Count-Based and Predictive Language Models for Exploring DeReKo. In: Bański, Piotr / Barbaresi, Adrien / Clematide, Simon / Kupietz, Marc / Lüngen, Harald (eds.): Proceedings of the LREC 2022. Workshop on Challenges in the Management of Large Corpora (CMLC-10 2022), Marseille, France, June 20–25, 2022. Marseille: ELRA, 27–31. http://www.lrec-conf.org/proceedings/lrec2022/workshops/CMLC10/pdf/2022.cmlc10-1.5.pdf (20.02.2025).
14 Gutefrage (2024): Vegetarisch, Vegan unterschied?. https://www.gutefrage.net/frage/vegetarischvegan-unterschied (20.02.2025).
15 Hinative (2023): Question about German. https://hinative.com/questions/24236495?feedbackable=true&pos=1&utm_content=search_questions_index&utm_medium=referral&utm_search_language_id=32&utm_source=hinative&utm_term=vegan+vegetarisch (20.02.2025).
16 Keibel, Holger / Belica, Cyril (2007): CCDB: A Corpus-Linguistic Research and Development Workbench. In: Proceedings of the 4th Corpus Linguistics Conference (CL 2007), Birmingham, UK, July 27–30, 2007. Birmingham: University of Birmingham. https://corpora.ids-mannheim.de/cl2007-134.pdf (20.02.2025).
17 Kühn, Peter (2010): Wörterbücher / Lernerwörterbücher. In: Helbig, Gerhard / Götze, Lutz / Henrici, Gert / Krumm, Hans-Jürgen (Hrsg.): Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Ein internationales Handbuch. 1. Halbband. Berlin / New York: de Gruyter Mouton, 304–314.
18 Kupietz, Marc / Lüngen, Harald / Kamocki, Paweł / Witt, Andreas (2018): The German Reference Corpus DeReKo: New Developments – New Opportunities. In: Calzolari, Nicoletta / Choukri, Khalid / Cieri, Christopher / Declerck, Thierry / Goggi, Sara / Hasida, Koiti / Isahara, Hitoshi / Maegaard, Bente / Mariani, Joseph / Mazo, Hélène / Moreno, Asuncion / Odijk, Jan / Piperidis, Stelios / Tokunaga, Takenobu (eds.): Proceedings of the 11th International Conference on Language Resources and Evaluation (LREC 2018), Miyazaki, Japan, May 7–12, 2018. Miyazaki: ELRA, 4353–4360. https://aclanthology.org/L18-1689.pdf (20.02.2025).
19 Marková, Věra (2012): Synonyme unter dem Mikroskop. Eine korpuslinguistische Studie. (CLIP 2). Tübingen: Narr.
20 McEnery, Tony / Hardie, Andrew (2012): Corpus Linguistics: Method, Theory and Practice. Cambridge: Cambridge University Press.
21 Oxford English Dictionary (o.D.): vegan. https://www.oed.com/dictionary/vegan_n2?tl=true&tab=meaning_and_use (20.02.2025).
22 PONS Deutsch als Fremdsprache (o.D.): vegetarisch. https://de.pons.com/übersetzung/deutsch-als-fremdsprache?q=vegetarisch#google_vignette (20.02.2025).
23 Perkuhn, Rainer / Keibel, Holger / Kupietz, Marc (2012): Korpuslinguistik. LIBAC – Linguistik für Bachelor. Paderborn: Fink.
24 Schnörch, Ulrich (2019): Kookkurrenzanalyse und Vergleich: Überlegungen zur Methodenanwendung bei der lexikografischen Beschreibung von Paronymen. In: Deutsche Sprache 47: 1, 12–24.
25 Sinclair, John (1991): Corpus, Concordance, Collocation. Oxford: Oxford University Press.
26 Sinclair, John (2004): Trust the text. Language, corpus and discourse. London: Routledge.
27 Storjohann, Petra (2013): Korpuslinguistische und lexikografische Ansätze zur Beschreibung deutscher Paronyme. In: Sava, Doris / Scheuringer, Hermann (Hrsg.): Im Dienste des Wortes, Lexikologische und lexikografische Streifzüge. Festschrift für Ioan Lazarescu. Passau: Stutz, 401–418.
28 Storjohann, Petra (2021): Mit kontrastiven Analysemethoden zu vergleichenden lexikografischen Einträgen. In: Kloudová, Věra / Šemelík, Martin / Racochová, Alžběta / Koptík, Tomáš (Hrsg.): Spielräume der modernen linguistischen Forschung. Festschrift für Marie Vachková. Prag: Karolinum, 166–196.
29 Storjohann, Petra (2023): Sprachliche Zweifelsfälle. Lexikalisch-semantische, flexivische und wortbildungsbedingte Zweifelfälle. Heidelberg: Winter.
30 Teichmann, Mareike (2019): SOM und CNS als korpuslinguistische Methoden zur Analyse von Paronymen am Beispiel technisch/technologisch. In: Deutsche Sprache 1, 25–41.
31 Vachková, Marie / Belica, Cyril (2009): Self-Organizing Lexical Feature Maps. Semiotic Interpretation and Possible Application in Lexicography. In: lnterdisciplinary Journal for Germanic Linguistics and Semiotic Analysis 13: 2, 223–260.
Biographische Notiz
Melissa Roth ist seit 2023 am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache im Projekt „Lexikographie sprachlichen Wandels“ in der Abteilung Lexik tätig. Im Jahr 2024 wurde sie in das Mentoring-Programm des Instituts aufgenommen. Ihr Forschungsinteresse liegt in den Bereichen der Korpuslinguistik und der Lexikografie. Insbesondere befasst sie sich mit dem Aufbau von Korpora, korpusbasierten Sprachanalysen und Sprachdatenannotationen sowie lexikografischen Analysen und Dokumentationen.
Kontaktanschrift:
Melissa Roth
Leibniz-Institut für Deutsche Sprache
R5 6–13
68161 Mannheim



