<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Publishing DTD v1.2 20120330//EN" "http://jats.nlm.nih.gov/publishing/1.2/JATS-journalpublishing1.dtd">
<!--<?xml-stylesheet type="text/xsl" href="article.xsl"?>-->
<article article-type="research-article" dtd-version="1.2" xml:lang="de" xmlns:mml="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance">
<front>
<journal-meta>
<journal-id journal-id-type="issn">2749-4411</journal-id>
<journal-title-group>
<journal-title>Zeitschrift Korpora Deutsch als Fremdsprache</journal-title>
</journal-title-group>
<issn pub-type="epub">2749-4411</issn>
<publisher>
<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
</publisher>
</journal-meta>
<article-meta>
<article-id pub-id-type="doi">10.48694/tujournals-62</article-id>
<article-categories>
<subj-group>
<subject>Article</subject>
</subj-group>
</article-categories>
<title-group>
<article-title>&#8222;ICH WILL DAS HIER NICHT AUSF&#220;HRLICH ERL&#196;UTERN; DENN DAS IST VIEL ZU KOMPLIZIERT&#8220;. TERMINOLOGIEARBEIT UND TERMINOLOGISCHE ARBEITSVERWEIGERUNG IN PLENARDEBATTEN DES DEUTSCHEN BUNDESTAGS</article-title>
</title-group>
<contrib-group>
<contrib contrib-type="author">
<name>
<surname>M&#252;ller</surname>
<given-names>Marcus</given-names>
<prefix>Prof. Dr.</prefix>
</name>
<email>marcus.mueller@tu-darmstadt.de</email>
<xref ref-type="aff" rid="aff-1">1</xref>
</contrib>
</contrib-group>
<aff id="aff-1">TU Darmstadt, Institut f&#252;r Sprach- und Literaturwissenschaft, Residenzschloss, Marktplatz 15, 64283 Darmstadt</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2022-07-18">
<day>18</day>
<month>07</month>
<year>2022</year>
</pub-date>
<pub-date pub-type="collection">
<year>2022</year>
</pub-date>
<volume>2</volume>
<issue>1</issue>
<fpage>95</fpage>
<lpage>122</lpage>
<permissions>
<copyright-statement>Copyright: &#x00A9; 2022 The Author(s)</copyright-statement>
<copyright-year>2022</copyright-year>
<license license-type="open-access" xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
<license-p>CC BY 4.0 International - Creative Commons, Namensnennung. See <uri xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</uri>.</license-p>
</license>
</permissions>
<self-uri xlink:href="https://kordaf.tujournals.ulb.tu-darmstadt.de/articles/10.48694/tujournals-62/"/>
<abstract>
<p>Der Aufsatz beschreibt den metasprachlichen Umgang mit Termini im Deutschen Bundestag. Es geht also um die sprachliche Praxis der Terminologiearbeit in einem Umfeld, in dem Begriffsarbeit und Fachsprache zwar einerseits konstitutiv sind, anderseits aber die persuasive Grundfunktion politischer Sprache Verst&#228;ndlichkeit und Allgemeinsprachlichkeit voraussetzt. Auf der Datenbasis der linguistisch aufbereiteten Plenarprotokolle des Deutschen Bundestags wende ich ein korpushermeneutisches Verfahren an. Die verschiedenen Praktiken des Umgangs mit Termini werden beschrieben und an exemplarischen Belegen diskursfunktional bestimmt. Ich unterscheide dabei saliente von nicht-salienten Praktiken der Terminologiearbeit. Es zeigt sich, dass sowohl das Definieren als auch der metakommunikative Umgang mit Terminologie eng mit Praktiken der politischen Positionierung und des semantischen Kampfes in politischen Debatten verflochten ist. Schlie&#223;lich diskutiere ich die Anwendbarkeit sowohl des Verfahrens als auch der Ergebnisse auf die DaF-Didaktik.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p>The paper describes the meta-linguistic handling of terms in the German Bundestag. It is about the linguistic practice of terminology work in an environment in which terminology work and technical language are constitutive on the one hand, but on the other hand, the persuasive basic function of political language presupposes comprehensibility and general language. On the data basis of the linguistically processed plenary minutes of the German Bundestag, I apply a corpus-hermeneutic procedure. The different practices of dealing with terms are described and discourse-functionally determined on the basis of exemplary evidence. I distinguish between salient and non-salient practices of terminology work. It is shown that both defining and metacommunicative use of terminology are closely intertwined with practices of political positioning and semantic struggle in political debates. Finally, I discuss the applicability of both the procedure and the results to the didactics of German as a foreign language.</p>
</trans-abstract>
<kwd-group>
<kwd>Terminologiearbeit</kwd>
<kwd>Definieren</kwd>
<kwd>trialogische Kommunikation</kwd>
<kwd>Korpuslinguistik</kwd>
<kwd>politischer Diskurs</kwd>
<kwd>Parlamentsdebatten</kwd>
<kwd>Rekontextualisierung</kwd>
</kwd-group>
<kwd-group xml:lang="en">
<kwd>Terminology work</kwd>
<kwd>defining</kwd>
<kwd>trialogical communication</kwd>
<kwd>corpus linguistics</kwd>
<kwd>political discourse</kwd>
<kwd>parliamentary debates</kwd>
<kwd>recontextualization</kwd>
</kwd-group>
</article-meta>
</front>
<body>
<sec>
<title>1. Einleitung</title>
<p>Der Aufsatz beschreibt den metasprachlichen Umgang mit Termini im Deutschen Bundestag. Als &#8218;Terminus&#8216; z&#228;hlt dabei jedes Wort, das von den Sprecherinnen und Sprechern metasprachlich selbst als solcher konstituiert wird, z.B. durch explizite Kennzeichnung eines Wortes als <italic>Terminus</italic> oder <italic>Fachwort</italic>, durch Thematisierung einer <italic>Definition</italic> oder durch metasprachliche Attribuierung mit Adjektiven wie <italic>sogenannt</italic>. Es geht also um die sprachliche Praxis des Terminologisierens im Sinne Roelckes (<xref ref-type="bibr" rid="B34">2013: 2</xref>) in einem Umfeld, in dem Begriffsarbeit und Fachsprache zwar einerseits konstitutiv sind, anderseits aber die persuasive Grundfunktion politischer Sprache Verst&#228;ndlichkeit und Allgemeinsprachlichkeit voraussetzt.</p>
<p>Ich verfolge mit diesem Beitrag zwei Ziele: Erstens m&#246;chte ich den metasprachlichen Umgang mit Termini im Deutschen Bundestag dokumentieren, dabei aufzeigen, welche Rolle das Verweisen auf Termini in der parlamentarischen Debatte spielt und &#8211; wo m&#246;glich &#8211; Ver&#228;nderungen &#252;ber die Zeit beschreiben. Zweitens m&#246;chte ich diese Studie als Fallbeispiel f&#252;r metasprachliche Praktiken rund um Termini au&#223;erhalb eindeutiger Fachdiskurse verstehen und demonstrieren, wie man Fachtermini erkennen kann, wenn sie rekontextualisiert sind: Ein Grundproblem beim Erwerb von Fachtermini ist es zu erkennen, was eigentlich ein Fachterminus ist (vgl. Kap. 2). Dabei sind nicht F&#228;lle gemeint, in denen man eine Fachsprache anhand von Fachtexten lernt. Es geht im Folgenden vielmehr um den &#8211; viel h&#228;ufigeren &#8211; Fall, dass man im &#246;ffentlichen Diskurs, in einem interdisziplin&#228;ren Kontext oder im privaten Gespr&#228;ch einem Wort begegnet, dessen Fachlichkeit einem nicht bewusst ist. Parlamentarische Debatten sind f&#252;r solche hybriden Kontexte deswegen ein besonders gutes Beispiel, weil man dort erstens im Zuge von Gesetzgebungsverfahren st&#228;ndig darauf angewiesen ist, &#252;ber spezialisiertes Wissen aus vielen verschiedenen T&#228;tigkeitsbereichen zu sprechen, zweitens selbst &#252;ber eine Fachterminologie des politischen Diskurses verf&#252;gt und drittens auf Allgemeinverst&#228;ndlichkeit der Aussagen achten muss, weil der eigentliche Adressat der Parlamentsrede die &#214;ffentlichkeit ist (vgl. Kap. 3). Im Sinne dieses zweiten Ziels verstehe ich die vorliegende Studie als eine Prop&#228;deutik der DaF-Didaktik. Es wird sich zeigen, dass Termini gerade im politischen Diskurs oft nicht formseitig von Ausdr&#252;cken der Alltagssprache unterscheidbar sind. Wir bekommen aber in vielen F&#228;llen Hinweise darauf, dass Ausdr&#252;cke als Termini gemeint sind. Die hier vorliegende Studie arbeitet daher verschiedene Typen der Terminologiearbeit im Deutschen Bundestag als Heuristik f&#252;r den DaF-Unterricht heraus.</p>
<p>Zum Erkennen von Termini hilft es zu wissen, was Termini eigentlich sind. Ben&#246;tigt wird also eine Definition. Es ist aber nicht leicht, den Terminus <italic>Terminus</italic> zu definieren. Roelcke, der die synonyme Bezeichnung <italic>Fachwort</italic> verwendet, kritisiert die unscharfe und oft vortheoretische Verwendung des Wortes <italic>Fachwort</italic> in der Fachsprachenforschung und gibt dann selbst folgende Definition:</p>
<disp-quote>
<p>Ein Fachwort ist [&#8230;] die kleinste bedeutungstragende und zugleich frei verwendbare sprachliche Einheit eines fachlichen Sprachsystems, die innerhalb der Kommunikation eines bestimmten menschlichen T&#228;tigkeitsbereichs im Rahmen ge&#228;u&#223;erter Texte gebraucht wird. (<xref ref-type="bibr" rid="B33">Roelcke 2005: 51-52</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Das ist eine zielf&#252;hrende Bestimmung innerhalb der Fachsprachenforschung, es ist aber wohl nicht m&#246;glich, auf dieser Basis ein Fachwort von einem Wort, das kein Fachwort ist, zu unterscheiden. Man kann sich auch keine Definition von <italic>Fachwort</italic> bzw. <italic>Terminus</italic> vorstellen, die das leistet. Termini erkennt man nicht immer an der &#228;u&#223;eren Form und es ist &#8211; im Unterschied zu W&#246;rtern der Alltagssprache &#8211; oft nicht m&#246;glich, vom reinen Gebrauch der W&#246;rter auf die Fachlichkeit ihrer Bedeutung zu schlie&#223;en. Das liegt daran, dass mit Termini auf spezialisiertes Wissen verwiesen wird, das wiederum typischerweise in Definitionen ausgedr&#252;ckt und kontrolliert wird. Sind Termini aber einmal definiert und ist eine Definition im Kreis der Benutzer*innen des Terminus allgemein akzeptiert, dann muss man die Definition nicht mehr nennen. Evtl. referenziert man sie &#8211; je nachdem, welche Regeln im jeweiligen spezialisierten T&#228;tigkeitsbereich gelten. Oft verwendet man den Terminus aber auch einfach &#8211; im Vertrauen darauf, dass alle Akteure im Fachdiskurs dessen spezialisierte Bedeutung kennen. Eine M&#246;glichkeit zu erkennen, dass ein Wort, das jemand gebraucht, ein Terminus ist (also <italic>als</italic> Terminus <italic>gemeint</italic> ist) ist es, genau zu beobachten, ob und wie die Sprecher*innen selbst metasprachlich markieren, dass sie ein Wort mit spezialisierter Bedeutung verwenden. Diese T&#228;tigkeit ist ein Spezialfall dessen, was man <italic>Terminologiearbeit</italic> nennt (vgl. Kap. 2.3). Ich werde F&#228;lle von Terminologiearbeit im Deutschen Bundestag analysieren und voneinander unterscheiden.</p>
<p>In Kap. 2 verorte ich meinen Beitrag zuerst im Forschungskontext der Terminologie- und Fachsprachenforschung und beschreibe die terminologischen Grundlagen meiner Studie. Kap. 3 beschreibt die diskursiven Bedingungen der trialogischen Kommunikation im Deutschen Bundestag. Danach beschreibe ich in Kap. 4 die Datenbasis meiner Studie, die aus den linguistisch aufbereiteten Plenarprotokollen des Deutschen Bundestags besteht, und erl&#228;utere das korpushermeneutische Verfahren mit dem ich Typen sprachlicher Praktiken der Terminologiearbeit gebildet und untersucht habe. Kap. 5 pr&#228;sentiert die Ergebnisse meiner Studie. Ich unterscheide saliente von nicht-salienten Praktiken der Terminologiearbeit. Ich zeige auf, dass sowohl das Definieren als auch der metakommunikative Umgang mit Terminologie eng mit Praktiken der politischen Positionierung und des semantischen Kampfes in politischen Debatten verflochten ist. Schlie&#223;lich gebe ich in Kap. 6 ein kurzes Res&#252;mee und diskutiere die Anwendbarkeit sowohl des Verfahrens als auch der Ergebnisse auf die DaF-Didaktik.</p>
</sec>
<sec>
<title>2. Was einen Terminus ausmacht</title>
<sec>
<title>2.1 Terminologiearbeit und Terminologiedynamik</title>
<p>Unter einem Terminus verstehe ich im Folgenden ein Wort, das in institutionell markierten Kontexten verwendet wird, um spezialisiertes Wissen zu konstituieren, vermitteln, kontrollieren und zu tradieren (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B28">M&#252;ller / Behr / Steffek 2019</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B29">M&#252;ller / Mell 2020</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B37">Steffek / M&#252;ller / Behr 2021</xref>). Das ist ein Verst&#228;ndnis von Termini, das an die empirische Tradition der Terminologieforschung anschlie&#223;t, die stark sprachpragmatisch gepr&#228;gt ist. Diese ist noch verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig jung. In M&#252;ller / Mell (<xref ref-type="bibr" rid="B29">2020: 194-199</xref>) geben wir einen fachhistorischen Abriss der Terminologieforschung, den ich hier verk&#252;rzt wiedergebe: Mit Einsetzen der industriellen Fertigung seriell hergestellter Objekte ergibt sich die Notwendigkeit der Standardisierung und Normierung zur funktionierenden Kommunikation in normierten und seriellen Arbeitsabl&#228;ufen. Der daraus resultierende Bedarf an Regelungen f&#252;r eine Normierung von Benennungen f&#252;hrt zur so genannten <italic>Terminologiearbeit</italic>. Diese geht von Begriffen aus, die sie als objektive, von der menschlichen Erkenntnisf&#228;higkeit grunds&#228;tzlich unabh&#228;ngige Sachverhalte ansieht. Terminologiearbeit zielt nach W&#252;ster (<xref ref-type="bibr" rid="B42">1991: 1</xref>) &#8222;auf scharfe Abgrenzung zwischen den Begriffen&#8220;. Es geht darum, Wortverwendung so pr&#228;zise zu regulieren, dass die W&#246;rter die von ihnen unabh&#228;ngigen Begriffe m&#246;glichst exakt abzubilden in der Lage sind. Dieses Semantik-Verst&#228;ndnis ist schwer mit empirisch-linguistischen Ans&#228;tzen zu vermitteln, f&#252;hrt aber zu funktionalen Normgebungsprozessen f&#252;r Terminologie-Verwendung in den Handlungsfeldern Technik und Industrie.</p>
<p>Eine sprachgebrauchsorientierte Perspektive auf Terminologie hat zuerst Sager (<xref ref-type="bibr" rid="B35">1990</xref>) vorgeschlagen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B40">Temmerman 2000: 23-25</xref>). Nach Sager ist zum Verst&#228;ndnis von Termini neben der kognitiven und linguistischen auch deren kommunikative Dimension zu beachten. Dementsprechend sind Termini als W&#246;rter in Texten zu analysieren (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B35">Sager 1990: 46</xref>). Ausgehend davon hat sich eine empirische Terminologieforschung als dezidiert linguistische Forschungsrichtung entwickelt: In Studien zur Terminologie und zum Fachvokabular (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B32">Pearson 1998</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B16">Gledhill 2000</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B40">Temmerman 2000</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B4">Bertels 2014</xref>) sind seit Ende der 1990er Jahre Termini als Ausdr&#252;cke aufgefasst worden, die eine spezifische Verteilung und ein spezifisches Kotextprofil haben und in Texten vorkommen, deren Produktion sich dem Kontext eines bestimmten Fachdiskurses verdankt. Wissenschaftliche Termini werden dort nicht anders behandelt als Vokabulare der allt&#228;glichen Sprachverwendung. Die Eigenschaften von Termini werden als Gebrauchseigenschaften formuliert und aufsteigend durch Kohortenanalyse des Auftretens eines Ausdrucks in einer bestimmten Wissens- und Handlungsgemeinschaft von Kommunizierenden (<italic>Community of Practice</italic>, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B41">Wenger 1998</xref>) eruiert. Damit kommt man zu Einsch&#228;tzungen wie sie z.B. Budin (<xref ref-type="bibr" rid="B6">2007: 70</xref>) formuliert:</p>
<disp-quote>
<p>[&#8230;], terms are not necessarily fixed in their meanings. Their conceptual content may also depend on situations in which they are used. Conceptual development in a domain is driven by the dynamics of knowledge, which in turn is driven by the constant interaction of people who follow common goals in organizations. Language change is a function of conceptual change and in turn inspires further conceptual change.</p>
</disp-quote>
<p>M&#252;ller und Mell haben sich ebenfalls in diese Tradition gestellt und unter dem Label <italic>Terminologiedynamik</italic> &#8222;Wanderwege wissenschaftlicher Termini&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B29">M&#252;ller / Mell 2020: 198</xref>) beschrieben. In Steffek / M&#252;ller / Behr (<xref ref-type="bibr" rid="B37">2021</xref>) wird gezeigt, wie der Terminus <italic>Regime</italic> aus dem internationalen Seerecht &#252;ber die juristische Fachsprache in diejenige der International Relations wandert, dort einen bestimmten theoretischen Blick auf internationale Beziehungen instruiert, eine Koexistenz mit dem alltagsprachlichen Gebrauch von <italic>Regime</italic> im Sinne von &#8250;autorit&#228;re Regierung&#8249; f&#252;hrt und schlie&#223;lich immer mehr an Einfluss verliert. Methodisch werden dabei korpuslinguistische Messungen mit philologischen Textanalysen, einer begriffsgeschichtlichen Longue-dur&#233;e-Studie und fachgeschichtlichen Recherchen zu sozialen Praktiken rund um die Begriffsverwendung kombiniert.</p>
<p>Bei solchen Forschungen kann man verschiedene Perspektiven einnehmen: W&#228;hrend es in der genannten Studie darum ging, seriellen Sprachgebrauch und besondere Terminologisierungspraktiken zum Zwecke einer Rekonstruktion der historischen Fachsemantik zu untersuchen, behandelt der vorliegende Beitrag nicht die Diskursbedeutung von Termini, sondern die Frage, wie sie in bestimmten Kontexten aufgerufen und in den Diskurs eingef&#252;hrt werden. Den Terminus <italic>Terminologisierung</italic> im Sinne des Einf&#252;hrens terminologischer Systeme in die Linearit&#228;t des Fachtextes hat Roelcke (<xref ref-type="bibr" rid="B34">2013</xref>) gepr&#228;gt.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.2 Eigenschaften von Termini</title>
<p>Im Unterschied zu diesen Ans&#228;tzen geht es mir im Folgenden darum, wie Politikerinnen und Politiker in der &#246;ffentlichen Arena des Deutschen Bundestags (vgl. Kap. 3) mit W&#246;rtern umgehen, die sie f&#252;r Termini halten. Dazu ist es wichtig, sich die Eigenschaften von Termini vor Augen zu f&#252;hren. Wir haben eingangs festgestellt, dass Termini sich grunds&#228;tzlich nicht anders verhalten als andere W&#246;rter auch, allerdings in spezifischen Kontexten verwendet und unter institutionell abgesicherten Bedingungen kontrolliert werden. Grunds&#228;tzlich ist der Sinn des Terminologiegebrauchs, eine Standardisierung und Kontrolle fachlichen Wissens sowie eine gemeinsame Verst&#228;ndigungs- und Handlungsbasis herbeizuf&#252;hren. Wie das genau vonstattengeht, d.h. welche sprachlichen und institutionellen Praktiken sich rund um Termini formieren, das unterscheidet sich aber von Kontext zu Kontext. Entsprechend variieren auch die semantischen Eigenschaften von Termini. In der Terminologiearbeit wie auch in der linguistischen Fachsprachenforschung werden die G&#252;temerkmale &#8218;Klarheit&#8216;, &#8218;Exaktheit&#8216;, &#8218;Eindeutigkeit&#8216;, &#8218;Genauigkeit&#8216;, &#8218;Explizitheit&#8216;, &#8218;Wohldefiniertheit&#8216; und &#8218;Kontextunabh&#228;ngigkeit&#8216; (<xref ref-type="bibr" rid="B14">Fraas 1998: 429</xref>; vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B34">Roelcke 2013: 1-18</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B29">M&#252;ller / Mell 2020: 197</xref>) genannt. Wichtig dabei ist zu bemerken, dass diese Zuschreibungen normativ gemeint sind: Ein Terminus <italic>soll</italic> so verwendet werden, dass man mit ihm klar, pr&#228;zise, eindeutig und genau ein fachliches Konzept benennt. Um das zu erm&#246;glichen, soll er mit einer festen Definition (&#8218;wohldefiniert&#8216;) verbunden werden, die es erm&#246;glicht, den Terminus immer in derselben Weise (&#8218;kontextunabh&#228;ngig&#8216;) zu verwenden. Das funktioniert vereinfacht gesagt umso besser, je stofflicher der Sachverhalt ist, auf den mit dem Terminus referiert wird und je weniger es f&#252;r das Gelingen der mit dem Terminus verbundenen Operation auf den Begriffsinhalt ankommt. Der Terminus <italic>Drahtstift mit Senkkopf Form B, DIN EN 10230-1</italic> bezeichnet genau eine Klasse von N&#228;geln, die genau hinsichtlich zweier Variablen unterspezifiziert ist: Durchmesser des Kopfes und L&#228;nge. Wer also einen Drahtstift mit Senkkopf Form B, DIN EN 10230-1 mit 2,0 mm Durchmesser und 40 mm L&#228;nge bestellt, hat eine klare, pr&#228;zise, eindeutige, genaue, wohldefinierte und kontextunabh&#228;ngige Bezeichnung verwendet. Der entsprechende Terminus wird in allen Kontexten in derselben Weise gebraucht &#8211; entsprechend gibt es auch eine falsche und eine richtige Weise, den Terminus zu anzuwenden. Der abstrakte akademische Terminus <italic>Regime</italic> dagegen ist im Fachdiskurs diverse Male definiert worden, teils in einander paraphrasierenden, teils in gegeneinander gerichteten Definitionen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B37">Steffek / M&#252;ller / Behr 2021</xref>). Es hat also vielfache Anl&#228;ufe der Bedeutungsfixierung (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B12">Felder 2006: 36-37</xref>) von <italic>Regime</italic> gegeben, von denen zwar eine Definition die bekannteste und meist zitierte<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> ist, es aber keine geschafft hat, die Terminusverwendung abschlie&#223;end zu regulieren. Im Endeffekt ist der Terminus <italic>Regime</italic> im politikwissenschaftlichen Diskurs also weder eindeutig noch wohldefiniert noch kontextunabh&#228;ngig &#8211; dennoch hat er nicht nur eine theoretische Position bef&#246;rdert, sondern auch eine ganze Reihe bedeutender Erkenntnisse &#252;ber die Systematik internationaler Kooperationen erm&#246;glicht. Zwischen diesen Extrembeispielen gibt es nun eine ganze Bandbreite an sprachlichen Praktiken rund um Termini: In der Biologie z.B. sind Termini vergleichsweise reguliert, in vielen F&#228;llen gibt die Definition aber nicht den eigentlichen Begriffsinhalt an, sondern verweist vielmehr auf T&#228;tigkeiten, deren Praxis erforderlich ist, um den Terminus vollst&#228;ndig erfassen und korrekt verwenden zu k&#246;nnen. Temmerman (<xref ref-type="bibr" rid="B40">2000</xref>) hat das am Beispiel des Terminus <italic>blotting</italic> in der Molekularbiologie gezeigt.</p>
<p>F&#252;r unseren Zusammenhang ist wichtig, dass Termini, wenn man sie empirisch und nicht normativ betrachtet, ganz unterschiedliche semantische Eigenschaften haben k&#246;nnen &#8211; je nachdem in welchem Kontext sie gepr&#228;gt wurden und tradiert werden.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.3 Rekontextualisierung als Terminologiearbeit</title>
<p>Der Terminus <italic>Terminologiearbeit</italic> ist seinerseits normiert und mit einer Definition in einem technischen Vokabular abgelegt. DIN 2342 (<xref ref-type="bibr" rid="B9">2011: 14</xref>) definiert</p>
<disp-quote>
<p><bold>Terminologiearbeit</bold> als die &#8218;auf der Terminologielehre aufbauende Planung, Erarbeitung, Bearbeitung oder Verarbeitung, Darstellung oder Verbreitung von Terminologie&#8216;. Dabei wird festgestellt, dass auch die Extraktion von Terminologie aus Texten sowie die Einarbeitung von Terminologie in Texte zur Terminologiearbeit zu rechnen sind. (<xref ref-type="bibr" rid="B10">Drewer / Schmitz 2017: 23</xref>, Fettdruck im Originalzitat)</p>
</disp-quote>
<p>Meine Verwendung des Terminus <italic>Terminologiearbeit</italic> ist ein performativer Selbstkommentar: In unserem Kontext des Deutschen Bundestags geht es nicht um die systematische Erhebung und Pflege fachlich kontextualisierter Vokabulare, sondern darum, was Politikerinnen und Politiker tun, wenn sie fachliche Konzepte in den Diskurs einf&#252;hren, von denen sie selbst denken, dass diese zumindest in der mitadressierten Medien&#246;ffenlichkeit (s. Kap. 3) nicht vorausgesetzt werden k&#246;nnen<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref>. Das f&#228;llt dem Wortlaut nach unter den Sachverhalt &#8218;Einarbeitung von Terminologie in Texte&#8216;, ist also eine von DIN 2342 gedeckte Verwendung des Terminus. Dennoch handelt es sich um eine Rekontextualisierung, da die zu Plenardebatten beitragenden Politikerinnen und Politiker Fachw&#246;rter ja eben nicht linear im Kontext von Produktions- oder Verarbeitungsprozessen verwenden, sondern sie im Zuge der Diskussion gesellschaftlicher Konflikte und rechtlicher Regelungsbedarfe, die damit verbunden sind, in neue Zusammenh&#228;nge einf&#252;hren. Es handelt sich also sowohl im vorliegenden Beitrag als auch bei den sprachlichen Praktiken im Bundestag um Rekontextualisierungen<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref> von Termini, die Arbeit am Begriff erfordern in dem Sinne, dass sie das mit dem Terminus verbundene Wissen genau in dem Ma&#223;e zu explizieren haben, wie es der neue Kontext erfordert. Im Falle dieses Beitrags bedeutet das den akademischen Qualit&#228;tskriterien gem&#228;&#223;, dass die kanonische Ausgangsdefinition des Terminus zitiert wird und transparent gemacht wird, wie sich der eigene Terminusgebrauch zu dieser Definition verh&#228;lt. Bezogen auf die Praktiken der terminologischen Integration im Deutschen Bundestag sind die Regeln weniger klar. Diese zu beschreiben ist Aufgabe des vorliegenden Beitrags. Wie oben ausgef&#252;hrt werden im Deutschen Bundestag sowohl Termini verhandelt, die aus spezialisierten T&#228;tigkeitsbereichen au&#223;erhalb der politischen Debatte stammen, aber f&#252;r die parlamentarische Debatte von Bedeutung sind, als auch solche, die im politischen Diskurs selbst gepr&#228;gt wurden. Erstere nenne ich im Folgenden <italic>diskursextrinsische Termini</italic>, zweitere hei&#223;en <italic>diskursintrinsische Termini</italic>. Unter einem diskursextrinsischen Terminus verstehe ich also in Anlehnung an M&#252;ller (<xref ref-type="bibr" rid="B24">2007: 152</xref>) einen Terminus, der au&#223;erhalb des parlamentarischen Diskurses in einem Fachdiskurs gepr&#228;gt und zur Kontrolle fachlichen Wissens verwendet wird, in einem gegeben thematischen Kontext aber Eingang in den parlamentarischen Diskurs findet (z.B. <italic>Fracking</italic>). Ein diskursintrinsischer Terminus ist definiert als Terminus, der innerhalb des politischen Diskurses gepr&#228;gt wurde und in einem gegebenen thematischen und situativen Kontext wieder aufgerufen wird (z.B. <italic>Willkommenskultur</italic>).</p>
</sec>
<sec>
<title>2.4 Praktiken der terminologischen Integration</title>
<p>W&#228;hrend es in der metaterminologischen und linguistischen Literatur zahlreiche Beschreibungen und Klassifikationen zu Definitionen gibt (&#220;berblick in <xref ref-type="bibr" rid="B36">Schnedermann 2021: 79-120</xref>), ist der tats&#228;chliche Umgang mit Termini in wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Texten noch weitgehend unerforscht. Grunds&#228;tzlich bestehen Definitionen aus einem zu definierenden Sachverhalt (<italic>Definiendum</italic>) und einem definierenden Konzept (<italic>Definiens</italic>), die durch eine Verbalkonstruktion (<italic>Definitor</italic>) zueinander ins Verh&#228;ltnis gesetzt werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B33">Roelcke 2005: 55</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B7">Cramer 2011: 62</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B36">Schnedermann 2021: 119</xref>). Roelcke (<xref ref-type="bibr" rid="B33">2005: 54-61</xref>) gibt eine Synthese der Literatur zu Definitionen und stellt Typen von Definitionen zusammen. Im Hinblick auf den semiotischen Status des Definiendum unterscheidet er Nominaldefinitionen, welche sich auf die sprachliche Repr&#228;sentation eines Sachverhalts, also die Bedeutung des Terminus im Sinne eines sprachkonstruktivistischen Modells, beziehen, von Realdefinitionen, welche sich auf den Begriff des Sachverhalt im Sinne eines erkenntnisrealistischen Modells beziehen. Bezogen auf die Form von Definitionen unterscheidet er aristotelische Definitionen, deren Definiens zweiteilig ist, n&#228;mlich aus der n&#228;chsten Oberklasse (<italic>genus proximum</italic>) und dem unterscheidenden Merkmal (<italic>differentia specifica</italic>) besteht, von explikativen Definitionen, deren Definiens aus Merkmalsangaben besteht, und exemplarische Definitionen, bei denen das Definiens aus der Angabe charakteristischer Vertreter der zu definierenden Gattung besteht. Daneben nennt Roelcke (<xref ref-type="bibr" rid="B33">2005: 60</xref>) &#8222;genetische oder operationale Definitionen&#8220; (Angabe des Verfahrens mit dem ein zu definierendes Produkt hergestellt wird), &#8222;induktive Definitionen&#8220; (Angabe eines Basisinventars plus Kombinationsregeln), die &#8222;Synonymendefinition&#8220; (Angabe bedeutungsgleicher W&#246;rter) und &#8222;wortassoziative Definition&#8220; (Angabe assoziativ mit dem Definiendum verbundener W&#246;rter). In unserem Projekt <italic>Terminologische Integration in Fachkulturen</italic> (dokumentiert in <xref ref-type="bibr" rid="B3">Bender in Vorb.</xref>), das sich auf den Umgang mit Termini in akademischen Dissertationen unterschiedlicher Disziplinen bezieht, fassen wir diese Definitionstypen als Sonderf&#228;lle heuristischer Textpraktiken (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Bender / M&#252;ller 2020</xref>), mit denen spezialisiertes Wissen in Texte eingef&#252;hrt wird. Daneben finden sich Benennungen von Termini mit Existenzpr&#228;supposition und metakommunikative Praktiken wie diskusreferentielle Verweise, Entfaltung der Gebrauchsgeschichte des Terminus oder Distanzmarkierungen durch Adjektive wie <italic>sogenannt.</italic> Insbesondere der letzte Typ findet sich auch im parlamentarischen Diskurs. (s. Kap. 5.2.2)</p>
<p>Schnedermann (<xref ref-type="bibr" rid="B36">2021</xref>) untersucht das Definieren im Burnout-Diskurs und beschreibt sowohl Alltagsdefinitionen, die formal schwer bestimmbar und insbesondere von allgemeinen Zuschreibungen an Sachverhalte (<italic>Das Wetter ist sch&#246;n. Paris ist besonders im September eine Reise wert.</italic>) schwer abgrenzbar sind, als auch institutionell abgesicherte Definitionen, die &#8222;deklarative Kr&#228;fte entfalten k&#246;nnen&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B36">Schnedermann 2021: 123</xref>). Ihre Erkenntnisse stellt sie in einen diskurstheoretischen Rahmen, der es erm&#246;glicht, einerseits die Typik diskursiver Definitionspraktiken und andererseits den dahinter aufscheinenden Normalismusdiskurs herauszuarbeiten. Sie zeigt, wie definitorische Praktiken die Sachverhaltskonstitution im Text b&#252;ndeln, auf Vordefinitionen verweisen und diese modifizieren, wie sich definitorische Praktiken aus medialen und institutionellen Bedingungen der kommunikativen Gattung, der Wirklichkeitsannahmen ihrer Autor*inn*en und aus ihrer Funktion im Rahmen textueller Entfaltungsstrategien formieren. Zum Definieren gibt Schnedermann (<xref ref-type="bibr" rid="B36">2021: 126</xref>) folgende Bestimmung:</p>
<disp-quote>
<p>Der kommunikative Zweck einer Definierens-Handlung besteht im strengen Sinn und insbesondere in Fachtexten darin, dass der Definierende das in Frage stehende Zeichen benennt (= Definiendum) und in eine Entsprechungs-, bzw. &#196;quivalenzbeziehung (= Definitor) zu anderen bereits bekannten Zeichen(ketten) stellt (= Definiens), wodurch er das Definiendum f&#252;r sich selbst und etwaige Rezipienten hinreichend genau, wesentlich bzw. in seiner Typik erfassend und mit dem Anspruch der Ad&#228;quatheit und intersubjektiver/allgemein konsentierter G&#252;ltigkeit feststellt oder festsetzt, von anderen Sachverhalten/Begriffen/Termini differenziert und in bestehendes Wissen einordnet. (<xref ref-type="bibr" rid="B36">Schnedermann 2021: 126-127</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Aus dieser Definitionsdefinition wird deutlich, dass das Definieren, auch wenn es sich je nach Kontext durch eine mehr oder weniger gro&#223;e Musterhaftigkeit auszeichnet, nur diskurspragmatisch und damit kontextsensitiv gefasst werden kann. Ich habe sie hier eingef&#252;hrt, damit man die Praktiken der parlamentarischen Terminologiearbeit dazu ins Verh&#228;ltnis setzen und ihre Eigengesetzlichkeit besser begreifen kann.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>3. Trialogische Kommunikation im Deutschen Bundestag</title>
<p>Parlamentarische Debatten bilden einen besonders interessanten Kontext f&#252;r die Rekontextualisierung von Termini, weil man dort erstens im Zuge von Gesetzgebungsverfahren st&#228;ndig darauf angewiesen ist, &#252;ber spezialisiertes Wissen aus vielen verschiedenen T&#228;tigkeitsbereichen zu sprechen, zweitens selbst &#252;ber eine Fachterminologie des politischen Diskurses verf&#252;gt und drittens auf Allgemeinverst&#228;ndlichkeit der Aussagen achten muss, weil der eigentliche Adressat der Parlamentsrede die &#214;ffentlichkeit ist. Es ist also f&#252;r Parlamentsdebatten konstitutiv, dass die Debattenbeitr&#228;ge doppelt adressiert sind, n&#228;mlich an einen inneren Adressatenkreis aus Parlamentsmitgliedern und an einen &#228;u&#223;eren Adressenkreis aus B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B39">Stopfner 2017</xref>). Sieht man von den Zuh&#246;renden vor Ort ab, erf&#228;hrt die &#214;ffentlichkeit von Redebeitr&#228;gen im Deutschen Bundestag vor allem aus den Medien und &#8211; da der Zuh&#246;rerkreis von Live-&#220;bertragungen aus dem Deutschen Bundestag ein sehr kleiner ist &#8211; hier wieder vor allem aus kleinen Ausschnitten der Reden in den Hauptfernsehnachrichten, aus Tweets und Social-Media-Beitr&#228;gen von Handelnden aus Politik und Medien und aus der zusammenfassenden Berichterstattung der Printmedien mit wenigen Originalzitaten. Das f&#252;hrt dazu, dass die Beitr&#228;ge auf Pointen, Zuspitzungen und auff&#228;llige Sprachbilder hin formuliert werden. Dieckmann (<xref ref-type="bibr" rid="B8">1981</xref>) hat f&#252;r die systematische Doppeltadressierung der Rede in Plenardebatten den Terminus &#8222;trialogische Kommunikation&#8220; gepr&#228;gt. Niehr (<xref ref-type="bibr" rid="B31">2019: 8-19</xref>) stellt besonders eindr&#252;ckliche Beispiele daf&#252;r aus dem parlamentarischen Sprachgebrauch der Neuen Rechten zusammen und ordnet sie ein. Einen Fachterminus, der langwierig erkl&#228;rt werden muss, gilt es in der trialogischen Kommunikation zu vermeiden. Auf der anderen Seite bildet der politische Diskurs &#8211; verstanden als Gespr&#228;ch zwischen den politischen Akteuren &#8211; selbst einen fachlichen Kontext, in dem z.B. implizites Prozesswissen &#252;ber Gesetzgebungsverfahren, parlamentarische Formen und Routinen und demokratietheoretische Grundlagen vorausgesetzt werden. Au&#223;erdem werden Parlamentsdebatten in der Regel von Fachpolitikerinnen und -politikern in Aussch&#252;ssen vorbereitet und meist auch im Plenum vorgetragen. Die Debatten werden auf der Grundlage schriftlicher Beschlussvorlagen und abzustimmender Dokumente gef&#252;hrt. Das alles f&#252;hrt zu einer Routinisierung von Benennungen und dazu, dass Zentralbegriffe einer Debatte eine interne Terminologisierung erfahren, die aber ihren ganz eigenen Regeln folgt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B30">M&#252;ller / Mell 2021: 4</xref>). Zu diesen Regeln geh&#246;rt, dass politisches Vokabular m&#246;glichst sprechend sein soll und im &#246;ffentlichen Diskurs sofort verst&#228;ndlich sein muss, dass dieses Vokabular oft in bereichsspezifische formelhafte Wendungen integriert ist, die im Rahmen verschiedener kommunikativer Gattungen funktionieren und abrufbar sind und dass sie mit ihnen themenspezifisches Fachwissen ebenso wie politisches Prozesswissen kontextualisiert wird (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B38">Stein 2017</xref>). In M&#252;ller (<xref ref-type="bibr" rid="B25">2015: 288-290</xref>) habe ich das an Routinen des Typs <italic>Umgang mit gef&#228;hrlichen Organismen / menschlichem Leben / biotechnologischen Verfahren</italic> gezeigt. Die Diskursfunktion dieser Konstruktion liegt in der kommunikativen Aufgabe von Politikerinnen und Politikern, die Komplexit&#228;t von Sachverhalten in &#246;ffentlichen Kontexten nicht durch eine komplexe Syntax zu betonen, sondern sie in formelhaften Wendungen m&#246;glichst so zu repr&#228;sentieren, dass sie kommunikativ in m&#246;glichst vielen unterschiedlichen Situationen abrufbar sind. Das geschieht eben z.B. durch die Konstruktion <italic>Umgang mit ADJEKTIV NOMEN</italic>, die intern bis zu zwei Pr&#228;dikationsakte und extern einen weiteren Pr&#228;dikationsakt repr&#228;sentieren kann. Die Konstruktion kann sich im Diskurs als formelhaftes Bew&#228;ltigungsmuster von Komplexit&#228;t ausbilden, weil sich in der &#246;ffentlichen politischen Debatte Akteure, Situationen und Themen zu immer &#228;hnlichen Konstellationen formieren.</p>
<p>In diesem hybriden Kontext aus Fachdiskurs und &#246;ffentlichem Diskurs ist es nun ganz besonders interessant und lehrreich zu untersuchen, wie die Akteure mit Termini aus spezifischen fachlichen Kontexten, z.B. der Wissenschaft oder der Technik, umgehen: Welches sind die Praktiken, mit denen als fachlich pr&#228;supponierte Konzepte in den parlamentarischen Diskurs eingef&#252;hrt werden?</p>
</sec>
<sec sec-type="methods">
<title>4. Daten und Methode: Korpushermeneutik</title>
<sec>
<title>4.1 Korpus</title>
<p>Die Analyse basiert auf der vollst&#228;ndigen Sammlung aller offiziellen Protokolle der Plenardebatten des Deutschen Bundestages von 1949 bis 2021, die alle Legislaturperioden (LP) von 1 bis 19 abdeckt<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref>. Die Daten werden vom Deutschen Bundestag zur Verf&#252;gung gestellt (<ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.bundestag.de/services/opendata">https://www.bundestag.de/services/opendata</ext-link>) und wurden vom <italic>Discourse Lab</italic> f&#252;r die digitale Linguistik aufbereitet (<ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="www.discourselab.de/cqpweb/">www.discourselab.de/cqpweb/</ext-link>). Das Korpus ist &#252;ber das webbasierte Korpusanalysesystem CQPWeb (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B18">Hardie 2012</xref>) verf&#252;gbar und kann nach einmaliger Registrierung abgerufen werden. Die automatische Vorverarbeitung umfasst Tokenisierung, Satzsegmentierung, Lemmatisierung, Part-of-Speech-Tagging, die Annotation von Diskursrollen und Parteizugeh&#246;rigkeit der Sprecher sowie die separate Markierung von Zwischenrufen.</p>
</sec>
<sec sec-type="methods">
<title>4.2 Methode</title>
<p>Das vorliegende Korpus bietet also eine vollst&#228;ndige Datengrundlage f&#252;r die hier zu bearbeitende Forschungsfrage, wie Fachtermini im Deutschen Bundestag in den Diskurs eingef&#252;hrt werden. Allerdings ist es nicht leicht, Praktiken der Terminologiearbeit in den Daten zu finden. Dabei stellen sich zwei Aufgaben: Erstens ist es ein Hauptproblem der empirischen Terminologieforschung, die Extension des Terminus <italic>Terminus</italic> zu bestimmen, also festzulegen, was eigentlich in einem gegebenen Datensatz als Terminus zu behandeln ist und was nicht. Das liegt daran, dass insbesondere im akademischen Diskurs &#8211; wie wir gesehen haben &#8211; Termini sich nicht unbedingt durch die Wortform von anderen W&#246;rtern unterscheiden, sondern ggf. mit Definitionen kontrollierte Spezialbedeutungen haben. In dem Moment, in dem das mit dem Terminus verbundene Fachwissen aber im Fachdiskurs als bekannt vorausgesetzt wird, wird der Terminus nicht mehr als Terminus markiert, sondern einfach verwendet. Zudem ist das Wissen in Fachdiskursen skalierbar, es gibt also eine Bandbreite zwischen Termini, die fachliches Spezialwissen transportieren und W&#246;rtern der Allgemeinsprache. Dazwischen liegen z.B. Ausdr&#252;cke der sogenannten &#8222;allt&#228;glichen Wissenschaftssprache&#8220;, z.B. <italic>im Folgenden</italic>, (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B11">Ehlich 1999</xref>) und des Diskurses einer Fakult&#228;t wie der Ingenieurswissenschaften, z.B. <italic>Mechatronik</italic>, oder der Physik, z.B. <italic>Masse</italic>. Dieses Bestimmbarkeits-Problem stellt sich in einem hybriden Kontext, wie ihn der Deutsche Bundestag darstellt (s. Kap. 3), in besonderem Ma&#223;e, da der Grad an Fachlichkeit eines diskursextrinisischen Terminus nicht durch den institutionellen Kontext bestimmt werden kann und kontrollierende Definitionen in aller Regel nicht aufgerufen werden. Eine erste Pr&#228;misse der Operationalisierung lautet deshalb, dass als Terminus nur gelten soll, was als solcher von den Akteuren auch markiert wird. Wenn man diese Pr&#228;misse allerdings zu eng auslegt und etwas nur die Ausdr&#252;cke ber&#252;cksichtigt, die als <italic>Terminus</italic> oder <italic>Fachwort</italic> bezeichnet werden, dann wird man wohl nicht die Mehrzahl an Praktiken der terminologischen Integration beschreiben k&#246;nnen, die an weniger explizite Formen der metasprachlichen Markierung von Fachlichkeit gebunden sind. Von Interesse sind hier alle diejenigen Ausdr&#252;cke, von denen die Sprecherinnen und Sprecher annehmen, dass sie Wissen aufrufen, das im (doppelten) Adressatenkreis nicht allgemein vorausgesetzt werden kann.</p>
<p>In dieser Studie bin ich folgenderma&#223;en vorgegangen: Erstens habe ich eine Systematik von Praktiken der terminologischen Integration erarbeitet (1) und zweitens habe ich &#8211; in F&#228;llen, in denen dies m&#246;glich und sinnvoll war &#8211;, nach lexiko-grammatischen Markern f&#252;r diese Praktiken gesucht und deren Auftreten im Zeitverlauf gemessen (2).</p>
<p>Zu 1): Um zu einer Systematik sprachlicher Praktiken der terminologischen Integration zu gelangen, habe ich ein korpushermeneutisches Verfahren angewendet: Mein erster Ansatz war dabei, die Keywords eines Subkorpus aus allen Beitr&#228;gen zum Deutschen Bundestag, die Komposita und Phrasen mit *energie* (&#8218;Strom&#8216;) enthalten, auf metasprachliche Terminologie-Marker zu analysieren. Damit habe ich die Idee verbunden, dass sich mit diesem Suchausdruck ein thematischer Kontext mit mutma&#223;lich hoher Terminologie-Dichte finden l&#228;sst, in dessen signifikantem Vokabular sich Hinweise auf metasprachliche Terminologiemarker ergeben. Diese These musste allerdings verworfen werden: Es hat sich herausgestellt, dass die Keyword-Liste zwar eine Reihe von W&#246;rtern enth&#228;lt, die ich als dem parlamentarischen Diskurs extrinsische Termini eingesch&#228;tzt habe. Im signifikanten Vokabular haben sich aber keine entsprechenden Marker gefunden. Daher habe ich aus der Keyword-Liste Terminus-Kandidaten extrahiert und deren engeren Kotexte nach Hinweisen f&#252;r terminologische Integration durchsucht<xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref>. Zu den auf diese Weise identifizierten Termini habe ich Kollokationsanalysen durchgef&#252;hrt<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref>. Auf diese Weise habe ich Belege eruiert, die ich nach Praktiken der terminologischen Integration klassifiziert habe. Bei der Kategorisierung habe ich auf Vorarbeiten des erw&#228;hnten Projekts <italic>Terminologische Integration in Fachkulturen</italic> (dokumentiert in <xref ref-type="bibr" rid="B3">Bender in Vorb.</xref>) zur&#252;ckgegriffen und die dort f&#252;r Dissertationen aus verschiedenen Disziplinen erhobenen textpragmatischen Kategorien an die Befunde aus dem Plenardebattenkorpus angepasst. In den Kollokationslisten haben sich zudem weitere Termini gefunden, deren Kollokationsfelder wiederum durchsucht wurden, um weitere Belege zu erheben. Dieses iterative Verfahren habe ich solange durchgef&#252;hrt, bis eine Kategorien-S&#228;ttigung im Sinne der Grounded Theory (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B17">Glaser / Strauss 2010</xref>) erreicht war, bis sich also keine Belege mehr gefunden haben, die sich keiner bereits aufgemachten textpragmatischen Kategorie zugeordnet werden konnten. Ich habe also mit den gut eingef&#252;hrten Methoden der Korpuslinguistik das Instrumentarium der schlie&#223;enden Statistik verwendet, um qualitative Kategorien zu bilden. Dabei handelt es sich um die in Kap. 5 beschriebenen Kategorien von Praktiken der terminologischen Integration. Auf diese Weise bin ich auf Belege gesto&#223;en, die neben dem urspr&#252;nglich aufgesuchten thematischen Kontext &#8218;Energie&#8216; vielf&#228;ltige Wissensdom&#228;nen wie Arbeitsrecht, Au&#223;en-, Identit&#228;ts- oder Sozialpolitik thematisieren.</p>
<p>Zu 2): Eine vollst&#228;ndige Quantifizierung dieser Kategorien ist an dieser Stelle nicht m&#246;glich, da die Varianz einerseits im Vollzug der beobachteten Praktiken und andererseits im Gebrauch der W&#246;rter, mit denen sie vollzogen werden, sehr gro&#223; ist<xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref>. Um aber dennoch absch&#228;tzen zu k&#246;nnen, welche Rolle die einzelnen Praktiken im parlamentarischen Diskurs spielen, habe ich &#8211; wo sinnvoll und m&#246;glich &#8211; die lexiko-grammatischen Indikatoren (z.B. <italic>Fachwort, verstehen unter</italic>) und deren Auftreten im Zeitverlauf gemessen. Nach der Messung der relativen Frequenzen dieser Ausdr&#252;cke habe ich eine Peaks-and-Troughs-Analyse angewendet, wie sie von Gabrielatos et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B15">2012</xref>) vorgeschlagen wurde (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Brezina 2018: 241-245</xref>). Dabei handelt es sich um eine statistische Methode zur Ermittlung von Ausrei&#223;ern in der H&#228;ufigkeitsentwicklung eines sprachlichen Items (in unserem Fall die lexiko-grammatischen Indikatoren f&#252;r Terminologiearbeit), die signifikant &#252;ber oder unter dem Trend in einem Datensatz liegen. Diese Ausrei&#223;er werden als &#8222;Peaks&#8220; bzw. &#8222;Troughs&#8220; bezeichnet (<xref ref-type="bibr" rid="B15">Gabrielatos et al. 2012: 152</xref>). Die relativen H&#228;ufigkeiten aller Vorkommen unserer Suchausdr&#252;cke wurden f&#252;r jedes Jahr von 1949 bis 2021 ermittelt. Dann wurde ein nichtlineares Regressionsmodell angepasst (das in der Grafik als Kurve dargestellt ist) und 95%- und 99%-Konfidenzintervalle berechnet. Die Berechnungen und die Visualisierung wurden in R durchgef&#252;hrt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Brezina 2018</xref>; <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="http://corpora.lancs.ac.uk/stats">http://corpora.lancs.ac.uk/stats</ext-link>). Wichtig ist festzuhalten, dass es sich hierbei um eine schwache Operationalisierung handelt: Ich messe Indikatoren f&#252;r die Praktiken und nehme dabei in Kauf, dass die einzelnen Ergebnisse mehr oder weniger dem Prototypen gleichen.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>5. Ergebnisse: Praktiken der terminologischen Integration</title>
<p>In diesem Kapitel stelle ich Praktiken der Integration von Termini in den parlamentarischen Diskurs vor. Die Verfahren zum Auffinden der Belege und zur Kategorisierung habe ich oben in Kap. 4.2 beschrieben. In einigen F&#228;llen habe ich eine diachrone Messung zur Verteilung &#252;ber die Zeit vorgenommen. Ich unterscheide zwischen salienter (Kap. 5.1) und nicht-salienter Terminologiearbeit (Kap. 5.2). Unter <italic>salienter Terminologiearbeit</italic> verstehe ich sprachliche Praktiken, mit denen ein Ausdruck explizit als Terminus markiert wird<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref>. <italic>Nicht-saliente Terminologiearbeit</italic> findet statt, wenn Sprecher*innen die Semantik eines Ausdrucks als spezifikationsbed&#252;rftig markieren, ohne diesen als Terminus auszuweisen.</p>
<sec>
<title>5.1 Saliente Terminologiearbeit</title>
<sec>
<title>5.1.1 Explizite Integratoren</title>
<p>Eine naheliegende Weise mit einem Terminus im Diskurs umzugehen, ist, ihn ausdr&#252;cklich als <italic>Terminus</italic> oder <italic>Fachwort</italic> zu bezeichnen. Diese Ausdr&#252;cke m&#246;chte ich <italic>explizite Integratoren</italic> nennen, weil mit ihnen ein neu einzuf&#252;hrendes Wort ausdr&#252;cklich metasprachlich als Terminus markiert und so in den Diskurs integriert wird. Die diese Praxis dokumentierende Belege (1, 2) zeigen, dass mit der expliziten Integration von Termini keine Definition einhergehen muss (und in der Regel auch nicht einher geht), sondern dass damit lediglich ein Ausdruck als &#8218;wohlbestimmt&#8216; markiert wird. In Beleg (1) geht es um Terminologiearbeit im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens. In Beleg (2) wird hier die nicht weiter explizierte Fachsemantik dadurch betont, dass der Sprecher mit einem diskursreferentiellen Verweis<xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref> auf einen anderen Situationstyp (&#8222;Fraktionsanh&#246;rung&#8220;) verweist, f&#252;r den die Integration fachlichen Wissens konstitutiv ist und den Terminus auch auf eine entsprechend als Fachvertreterin benannte Person zur&#252;ckf&#252;hrt.</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(1)&#160;&#160;&#160;<italic>Nach Ansicht meiner Fraktionsfreunde ist es unbedingt notwendig, da&#223; wir diese Worte &#8222;Eisen und Stahl erzeugende Industrie&#8220; erl&#228;utern, da&#223; wir also in das Gesetz unter dem Buchstaben b eine Definition dar&#252;ber aufnehmen, was <bold>Eisen und Stahl erzeugende Industrie</bold> bedeutet. <bold>Wir haben den Begriff definiert</bold> und beantragen, unter Buchstabe b folgende Formulierung aufzunehmen: Zu den Unternehmen der Eisen und Stahl erzeugenden Industrie im Sinne dieses Gesetzes geh&#246;ren alle Unternehmen, die Eisen und Stahl erzeugen oder insbesondere warm verarbeiten, einschlie&#223;lich aller Betriebsabteilungen</italic>. Dr. Harald Koch, SPD, 04.04.1951<xref ref-type="fn" rid="n10">10</xref></p></list-item>
<list-item><p>(2)&#160;&#160;&#160;<italic>Bei einer Fraktionsanh&#246;rung am Montag hat uns die Vertreterin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft erkl&#228;rt, dass <bold>der Begriff &#8222;Grundlast&#8220;</bold> aus dem deutschen Energieversorgungssystem verschwinden wird</italic>. Michael Kauch, FDP, 11/02/2011</p></list-item>
</list>
<p>Um absch&#228;tzen zu k&#246;nnen, welche Rolle die explizite Terminologisierung im Deutschen Bundestag spielt, habe ich zuerst das Wortfeld der expliziten Integratoren ermittelt. Dazu habe ich die terminologiewissenschaftliche Fachliteratur (s. Kap. 2) ausgewertet und Probeanalysen im Korpus durchgef&#252;hrt. In der Folge habe ich folgende Lemmata angesetzt, die ich als Synonyme bzw. partielle Synonyme f&#252;r <italic>Fachwort</italic> ermitteln konnte: <italic>Terminus, Terminologie, Fachausdruck, Fachwort</italic> und <italic>Begriff</italic> sowie die Lemmata der Komposita mit dem Grundwort <italic>Begriff</italic> (au&#223;er <italic>Kampfbegriff</italic>)<xref ref-type="fn" rid="n11">11</xref>. Die sich ergebenden Daten sind in zweierlei Hinsicht aufschlussreich: Erstens sieht man deutlich, dass die Streuung des Gebrauchs der expliziten Integratoren stark abnimmt. W&#228;hrend deren Verwendung bis in die 1970er Jahre stark schwankt, findet man ab 1980 nur noch wenige statistisch signifikante Ausrei&#223;er. Der Gebrauch der expliziten Integratoren pendelt sich also ein. Zweitens zeigt der Trend nach unten, die Frequenzen der Ausdr&#252;cke im Wortfeld <italic>Terminus</italic> nehmen also insgesamt ab.</p>
<fig id="F1">
<label>Abbildung 1</label>
<caption>
<p>Peaks and Troughs-Analyse des Wortfeldes um <italic>Terminus</italic> in den Plenarprotokollen des Deutschen Bundestags 1949&#8211;2021, Frequenzen pro 1 Mio. W&#246;rter</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-2-1-62-g1.png"/>
</fig>
<p>Daraus kann man den folgenden ersten Schluss ziehen: Es scheint so zu sein, dass das Ausstellen eines Wortes als Terminus an Bedeutung verloren hat. Unwahrscheinlich ist es allerdings, dass diskursextrinsische Termini mit der Zeit im Deutschen Bundestag seltener verwendet werden. Dagegen spricht z.B. die an anderer Stelle gewonnene Evidenz, dass technologische Kontexte im Bundestag an Bedeutung gewinnen<xref ref-type="fn" rid="n12">12</xref>. Der Wandel muss also mit ver&#228;nderten &#8211; oder besser: verfestigten &#8211; Formulierungsgewohnheiten rund um als Termini pr&#228;supponierte Ausdr&#252;cke zu tun haben. Daf&#252;r spricht auch die Abnahme der Streuung der Frequenzen.</p>
<p>Der erste hohe <italic>Peak</italic> aus dem Jahr 1957 hat mit Debatten im Arbeitsrecht im Zuge der in jenem Jahr beschlossenen Rentenreform zu tun, in denen Ausdr&#252;cke wie <italic>Berufsunf&#228;higkeit, Erwerbst&#228;tigkeit, Erkrankung, Gesundheit, Geschwisterrente, Produktivit&#228;tsrente, Arbeitnehmer</italic> als <italic>Begriff, Terminus</italic> usw. bezeichnet und damit metasprachlich markiert werden. Daran erkennt man die Bedeutung der Sozialpolitik in der zweiten Legislaturperiode<xref ref-type="fn" rid="n13">13</xref>, man erkennt aber auch die mit akademischem Duktus betriebene Arbeit am Begriff, welche von den Abgeordneten betrieben wurde. Interessanterweise stammen &#252;ber 95% der Belege f&#252;r explizite Integratoren (360 von 373) aus dem ersten Halbjahr 1957 &#8211; dem letzten vor der Bundestagswahl 1957, die im September stattfand. Im neu gew&#228;hlten vierten deutschen Bundestag werden die Begriffsw&#246;rter dann signifikant seltener verwendet. 1958 sind &#8211; relativ zum Gesamtaufkommen der W&#246;rter &#8211; nur noch gut halb so viele explizite Integratoren belegt.</p>
<p>Der zweite und h&#246;chste <italic>Peak</italic> der Kurve repr&#228;sentiert die Verh&#228;ltnisse im Jahr 1973. Es regiert die sozial-liberale Koalition mit Bundeskanzler Willy Brandt, die im November 1972 im Amt best&#228;tigt wurde. Die SPD stellt erstmals die gr&#246;&#223;te Fraktion im Deutschen Bundestag. Themen sind &#8211; neben der ersten &#214;lkrise &#8211; die Entspannungspolitik gegen&#252;ber den Ostblockstaaten und die Aufnahme Deutschlands in die Vereinten Nationen. Der gr&#246;&#223;te messbare Block an Thematisierungen besch&#228;ftigt sich mit dem Terminus <italic>Nation</italic>. An den Belegen (3) und (4) kann man erkennen, wie die Begriffsarbeit unmittelbar in die Argumentation der parlamentarischen Debatte eingeflochten ist.</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(3)&#160;&#160;&#160;<italic>Die Aufgabe der pr&#228;zisen Konturen in der Deutschlandpolitik und die Einf&#252;hrung schwer definierbarer Begriffe wie &#8222;Kulturnation&#8220; machen diese Politik vielleicht f&#252;r viele akzeptabler, weil sie nicht <bold>mit dem randsch&#228;rferen und pr&#228;ziseren Begriff der politischen Nation</bold> konfrontiert werden</italic>. Dr. Manfred Abelein, CDU/CSU, 15.02.1973</p></list-item>
</list>
<p>Daneben findet sich 1973 aber eine breite Palette an Ausdr&#252;cken und Themen, die mit expliziten Integratoren kontextualisiert sind, ohne dass daraus ein thematisches oder sprachliches Muster ableitbar ist. Zum Beispiel werden mit expliziten Integratoren <italic>Lebensqualit&#228;t, Unzucht, Wahrheit, &#252;berragende Marktstellung</italic> und <italic>Souver&#228;nit&#228;t</italic> als Termini markiert und in den Diskurs eingef&#252;hrt.</p>
<p>Wenn man sich die Ausdr&#252;cke ansieht, die mit einem expliziten Integrator thematisiert werden, f&#228;llt auf, dass viele ausdrucksseitig nicht als Terminus, also als Wort mit einer spezialisierten Bedeutung, erkennbar sind. Die Integratoren dienen offensichtlich dazu, die Fachlichkeit der Ausdr&#252;cke herauszuheben. Wir sehen dabei, dass Konstruktionen mit Ausdr&#252;cken des Wortfelds <italic>Terminus</italic> in der Regel dazu dienen, Fachsemantiken einzuf&#252;hren, ohne sie zu explizieren. Damit nehmen die sprachlich Handelnden im hybriden Kontext des Parlaments in Kauf, dass die indizierte Semantik eben doch vage bleibt.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.1.2 Explizit Definieren</title>
<p>Nat&#252;rlich gibt es auch Terminologiearbeit, die auf der Explikation von Fachsemantiken beruht. In seiner ausdr&#252;cklichsten Form geh&#246;ren dazu Praktiken, die mit dem Verb <italic>definieren</italic> oder dem Substantiv <italic>Definition</italic> operieren. Der SPD-Politiker Heinz Kreutzmann gibt in seiner Replik auf den in Beleg (3) dokumentierten Beitrag von Manfred Abelein (CDU) ein Beispiel. Abelein hatte die Ausdr&#252;cke <italic>Kulturnation</italic> und politische Nation explizit als <italic>Begriffe</italic> eingef&#252;hrt, sie aber inhaltlich nur insofern bestimmt, als er sagte, dass der eine, <italic>Kulturnation</italic>, schwer zu bestimmen sei. Kreutzmann greift nun die Terminologiearbeit auf und thematisiert die jeweiligen Fachsemantiken, indem er Abelein seinerseits vorwirft, den Begriff <italic>politische Nation</italic> nicht <italic>definiert</italic> zu haben. Im Anschluss gibt er eine narrativ gehaltene explikative Definition des Terminus <italic>Kulturnation</italic>:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(4)&#160;&#160;&#160;<italic>Ich meine, dazu geh&#246;rt auch die Frage nach <bold>dem Begriff &#8222;Nation&#8220;</bold>. Herr Abelein hat heute der Bundesregierung vorgeworfen, sie habe die staatliche Einheit Deutschlands preisgegeben und fl&#252;chte sich in <bold>den unverbindlichen Begriff der Kulturnation</bold>, statt die Einheit der politischen Nation zu wahren. Ich habe vermi&#223;t, da&#223; Herr Abelein <bold>den Begriff der politischen Nation definiert h&#228;tte</bold>. Sein historisches Beispiel jedenfalls hinkt nach. Ohne die Existenz einer deutschen Kulturnation nach dem Ende des Heiligen R&#246;mischen Reiches Deutscher Nation w&#228;re es wohl niemals zu der Gr&#252;ndung eines deutschen Einheitsstaates unter Bismarck gekommen. Diese Kulturnation hat das die Kleinstaaterei &#252;berw&#246;lbende Dach gebildet und deren &#220;berwindung erm&#246;glicht. Aber <bold>der Begriff der Nation ist</bold> ja bis zum heutigen Tage <bold>noch niemals definiert worden</bold>. So, wie Sie ihn heute interpretiert haben, kommt er nach meinem Gef&#252;hl jedenfalls eher den Vorstellungen Treitschkes nahe als denen irgendeines anderen Historikers</italic>. Dr. Heinz Kreutzmann, SPD, 15.02.1973</p></list-item>
</list>
<p>Es handelt sich hier also um einen semantischen Kampf (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B13">Felder 2010</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B19">Klein 2016</xref>), der mit Mitteln der Terminologiearbeit ausgetragen wird. Dabei geht es aber nicht darum, ein m&#246;glichst pr&#228;zises begriffliches Instrumentarium im Rahmen eines Arbeits- oder Wissensbildungsprozesses zu entwickeln, sondern es geht um eine trialogische Positionierung in der Debatte um die deutsche Einheit und das Verh&#228;ltnis zur DDR. Dass das Definieren hier vor allem dazu dient, inhaltliche Positionen f&#252;r die politische &#214;ffentlichkeit m&#246;glichst markant gegeneinander abzugrenzen, sieht man daran, dass Kreutzmann Abeleins Umgang mit dem Begriff <italic>Nation</italic> nicht nur Unsch&#228;rfe und Subjektivit&#228;t unterstellt (<italic>wie sie ihn interpretiert haben</italic>), sondern auch mit dem Gedankengut des Antisemiten Heinrich von Treitschke in Verbindung bringt.</p>
<p>Betrachten wir ein weiteres Beispiel (5). Hier geht es um den Armutsbegriff. Wieder werden K&#228;mpfe um Fachsemantiken ausgetragen, um eine politische Position zu st&#252;tzen &#8211; hier in der Sozialpolitik. Dieser Vorwurf einer mangelnden Explikation der Fachsemantik eines Ausdrucks wird als Angriff auf das damit verbundene politische Programm vorgetragen:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(5)&#160;&#160;&#160;<italic>Sie haben das Wort <bold>Armut</bold> auch heute immer wieder im Munde gef&#252;hrt, aber <bold>Sie haben es nicht richtig definiert</bold>. Wenn Sie Armut mit Sozialhilfebezug gleichsetzen, dann schauen Sie sich bitte bei den europ&#228;ischen Nachbarn um. Eine Familie mit zwei Kindern in den alten Bundesl&#228;ndern erh&#228;lt 2 900 DM Sozialhilfe. Ich h&#228;tte Ihnen gerne die Frage gestellt, ob Sie diesen Betrag kennen und ob Sie das mit Armut gleichsetzen. Wir von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion tun dies nicht</italic>. Hannelore R&#246;nsch, CDU/CSU, 30.09.1999</p></list-item>
</list>
<p>In Beleg (6) geht es um den Terminus <italic>Familie</italic>. Hier wird die Verbindung von Fachsemantik und politischer Position explizit gemacht. Die Sprecherin diskreditiert die Definition, indem sie diese als Hinweis auf eine Ideologie, gemeint als Stigmawort im Sinne von &#8218;realit&#228;tsvergessene totalit&#228;re Ideenlehre&#8216; deutet:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(6)&#160;&#160;&#160;<italic>Ich denke an die familienpolitischen Beschl&#252;sse von Hamburg, in denen Sie nicht mehr in der Lage waren, <bold>die Familie so zu definieren, wie wir das in Deutschland tun</bold>, n&#228;mlich die Familie als Einheit von Vater, Mutter und Kindern zu zeigen. Sie haben da <bold>eine Definition</bold> gefunden, die von Ihrer Ideologie zeugt, <bold>eine Definition</bold>, die sagt, eine Familie bestehe aus einem oder mehreren Erwachsenen mit einem oder mehreren Kindern</italic>. Claudia Schlottmann, CDU/CSU, 13.09.1985</p></list-item>
</list>
<p>W&#228;hrend die expliziten Integratoren &#252;ber die Zeit immer seltener werden, ergibt sich bei den expliziten Definitionen ein entgegengesetztes Bild: Wir sehen eine eindeutige Zunahme der Ausdr&#252;cke (<xref ref-type="fig" rid="F2">Abb. 2</xref>). Der absolute <italic>Peak</italic> liegt dabei im Jahr 2019.</p>
<fig id="F2">
<label>Abbildung 2</label>
<caption>
<p>Peaks and Troughs-Analyse der Lemmata <italic>Definition</italic> (inklusive Komposita wie <italic>Begriffsdefinition, WHO-Definition</italic>) und <italic>definieren</italic> in den Plenarprotokollen des Deutschen Bundestags 1949-2021, Frequenzen pro 1 Mio. W&#246;rter</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-2-1-62-g2.png"/>
</fig>
<p>Interessanterweise h&#228;ngen die hohen Frequenzen im Jahr 2019 mit der 2017 erstmals in den Deutschen Bundestag eingezogenen AfD zusammen, die in der 19. Wahlperiode fast doppelt so h&#228;ufig mit der Wortfamilie <italic>definieren</italic> operiert wie alle anderen Parteien (<xref ref-type="fig" rid="F3">Abb. 3</xref>).</p>
<fig id="F3">
<label>Abbildung 3</label>
<caption>
<p>Verteilung der Lemmata <italic>Definition</italic> (inklusive Komposita wie <italic>Begriffsdefinition, WHO-Definition</italic>) und <italic>definieren</italic> in den Plenarprotokollen des Deutschen Bundestags, 19. Wahlperiode (2017-2021), auf Parteien, Frequenzen pro 1 Mio. W&#246;rter</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-2-1-62-g3.png"/>
</fig>
<p>Das Verweisen auf und Einfordern von Definitionen scheint von den Mitgliedern der AfD-Fraktion eingesetzt zu werden, um ihre politischen Positionen mit der Autorit&#228;t anerkannter terminologischer Systeme zu st&#252;tzen. Die Sprecher*innen antizipieren offensichtlich, dass ihre Beitr&#228;ge von den anderen Fraktionen und den meistens politischen Beobachter*innen als heteronorm, au&#223;erhalb des demokratischen Konsens stehend, eingeordnet werden und versuchen auf diese Weise, sich im Gegensatz dazu als H&#252;ter*innen der eigentlich geltenden, weil kodifizierten Normen zu positionieren. Die folgenden Belege (7 und 8) bieten zwei Beispiele f&#252;r diese Strategie:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(7)&#160;&#160;&#160;<italic>Nach Artikel 1 der UN-Antifolterkonvention von 1984 bezeichnet <bold>der Begriff &#8222;Folter&#8220;</bold> &#8222;jede Handlung, durch die einer Person vors&#228;tzlich gro&#223;e k&#246;rperliche oder seelische Schmerzen oder Leiden zugef&#252;gt werden&#8220;. Es ist also ein relativ weiter <bold>Folterbegriff</bold>. Wichtig ist, dass Folter nur von Vertretern des Staates oder mit deren Einverst&#228;ndnis ausge&#252;bt wird. Keine Folter hingegen sind &#8222;Schmerzen oder Leiden, die sich lediglich aus gesetzlich zul&#228;ssigen Sanktionen ergeben&#8220;, also durch Vertreter des Staates in legaler Amtsaus&#252;bung. Folter im Sinne dieser Definition ist in Deutschland seit 1989 klassisch nicht mehr vorhanden</italic>. J&#252;rgen Braun, AfD, 13.12.2019</p></list-item>
<list-item><p>(8)&#160;&#160;&#160;<italic>Wenn Sie <bold>die Legaldefinition von Steuern</bold> nicht kennen, will ich Ihnen gerne Nachhilfe geben</italic>. Kay Gottschalk, AfD, 16.03.2018</p></list-item>
</list>
<p>Insgesamt beobachten wir also eine Zunahme der expliziten Definitionspraktiken. Da sich gezeigt hat, dass mit diesen oft semantische K&#228;mpfe im Rahmen der politischen Auseinandersetzung um ein Thema ausgetragen werden, k&#246;nnen wir annehmen, dass sich die politische Debatte zunehmend auch auf der begrifflichen Ebene abspielt. Das gilt allerdings ausschlie&#223;lich f&#252;r diese Form der salienten Terminologiearbeit.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.1.3 Positionale Terminologiearbeit</title>
<p>Praktiken der positionalen Terminologiearbeit sind solche, mit denen Bedeutungsexplikationen ausdr&#252;cklich aus der Perspektive einer Person, Gruppe, Partei oder Fraktion gegeben oder von anderen eingefordert werden. Dazu stehen eine Reihe von Konstruktionen des Typs <italic>NP<sub>[Definierer]</sub> versteht NP<sub>[Definiendum]</sub> unter NP<sub>[Definiens]</sub></italic> zur Verf&#252;gung. Entsprechende Praktiken bezeichne ich als saliente Terminologiearbeit, weil sie Formulierungen aufgreifen, die aus der Fachkommunikation gel&#228;ufig sind und mit denen man in fachlichen und akademischen Kontexten &#252;blicherweise Termini definiert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Bender in Vorb.</xref>). Die Belege (9) und (10) geben gute Beispiele f&#252;r dasjenige, was die Parlamentarier*innen tun, wenn sie diese Konstruktion verwenden. W&#228;hrend die expliziten Integratoren typischerweise diskursextrinsische Termini als solche ausweisen und mit expliziten Definitionspraktiken (<italic>ich definiere x als y</italic>) oft Themenw&#246;rter der politischen Debatte semantisch fixiert werden sollen, zielt die positionale Terminologiearbeit tendenziell auf diskursintrinsisches Vokabular, also die Arbeitsbegriffe des politischen Diskurses. In den aufgef&#252;hrten Beispielen sind das die Fahnenw&#246;rter <italic>Sozialismus, liberal</italic> und <italic>Willkommenskultur</italic>. W&#228;hrend also mit den expliziten Definitionspraktiken Politik gemacht wird, so wird sie mit Praktiken der positionalen Terminologiearbeit gerahmt:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(9)&#160;&#160;&#160;<italic>Ich m&#246;chte den Kollegen, die hier einige Bemerkungen im Hinblick auf Wandlungen von Vorstellungen der Sozialdemokratie gemacht haben, raten [&#8230;], sich erstens einmal das Aktionsprogramm der Sozialdemokratischen Partei von 1952 und 1954 anzuschauen, zweitens sich die Beschl&#252;sse des Parteitages von 1958 in Stuttgart anzusehen und drittens die Beschl&#252;sse des au&#223;erordentlichen Parteitages 1959 in Bad Godesberg &#8212; Ergebnis: Godesberger Programm &#8212; durchzulesen. Dann wissen Sie sehr genau, was die deutsche Sozialdemokratie <bold>unter Sozialismus versteht</bold>. Das ist genau nicht das, was Sie uns in der Regel unterstellen, n&#228;mlich zentralwirtschaftliche Verwaltungstendenzen</italic>. Erwin Lange, SPD, 13.06.1962</p></list-item>
<list-item><p>(10)&#160;&#160;&#160;<italic>Ihre Auffassung wird sicher &#8211; wenn Sie Ihre Kollegen kennen &#8211; nicht einmal von allen Kollegen Ihrer Partei geteilt; denn <bold>unter &#8222;liberal&#8220; verstehen</bold> &#8211; soweit ich Ihre Kollegen von der CDU verstanden habe &#8211; nicht so viele &#8222;laisser-faire, laisser-aller&#8220;, wie Sie es gerne s&#228;hen</italic>. Walter Faller, SPD, 10.06.1964</p></list-item>
</list>
<p>Betrachtet man die Verteilung &#252;ber die Zeit<xref ref-type="fn" rid="n14">14</xref> in <xref ref-type="fig" rid="F4">Abb. 4</xref>, bietet sich ein ganz &#228;hnliches Bild wie oben in <xref ref-type="fig" rid="F1">Abb. 1</xref>: Bis 1970 streuen die Ergebnisse stark, die Konstruktion scheint situativ &#8211; je nach zu bearbeitenden Themen &#8211; mehr oder weniger h&#228;ufig verwendet zu werden und keine Indikatorfunktion f&#252;r den parlamentarischen Diskurs zu haben. Die starke Streuung h&#228;ngt auch mit den geringen absoluten Frequenzen der Konstruktion zusammen: Im Jahr 1970, dem Jahr mit der h&#246;chsten Frequenz der Konstruktion, finden sich 78 Belege, f&#252;r das Jahr 2017 sind es 25.</p>
<fig id="F4">
<label>Abbildung 4</label>
<caption>
<p>Peaks and Troughs-Analyse der Konstruktion <italic>unter NN<sub>[Terminus]</sub> versteht NN<sub>[cogniser]</sub>&#160;</italic>in den Plenarprotokollen des Deutschen Bundestags 1949&#8211;2021, Frequenzen pro 1 Mio. W&#246;rter</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-2-1-62-g4.png"/>
</fig>
<p>Der <italic>Peak</italic> im Jahr 1970 scheint mit der noch jungen sozialliberalen Regierung zu tun zu haben: Willy Brandt wurde im Oktober 1969 nach 20j&#228;hriger CDU-gef&#252;hrter Regierung zum Kanzler gew&#228;hlt. 73% der Belege f&#252;r positionale Terminologiearbeit aus dem Jahr 1970 finden sich in der ersten Jahresh&#228;lfte. Die Belege k&#246;nnen so gedeutet werden, dass die positionale Terminologiearbeit mit Strategien der Legimitierung bzw. Delegitimierung des Regierungsprogramms zu tun hat. Von der oppositionellen CDU/CSU-Fraktion wird positionale Terminologiearbeit meist eingefordert (vgl. Beleg 7), w&#228;hrend von sie von der SPD geleistet wird (Beleg 8). Die Polarisierung wird besonders deutlich dadurch, dass von den 78 Belegen nur drei 3 von Sprechern der mitregierenden FDP stammen. Kontroverse Debatten um Regierungsprogramme sind im Parlament allt&#228;glich und konstitutiv, es scheint aber eine Besonderheit dieser Phase zu sein, dass die Debatte erstens auf die begriffliche Ebene gelenkt wird und zweitens auf Termini, die im politischen Reformdiskurs umgedeutet und neu gepr&#228;gt wurden. Sinnbildlich f&#252;r diesen semantischen Politik-Ansatz steht die ber&#252;hmte Passage aus Brandts erster Regierungserkl&#228;rung:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(11)&#160;&#160;&#160;<italic>Unser Volk braucht wie jedes andere seine innere Ordnung. In den 70er Jahren werden wir aber in diesem Lande nur so viel Ordnung haben, wie wir an Mitverantwortung ermutigen. Solche demokratische Ordnung braucht au&#223;erordentliche Geduld im Zuh&#246;ren und au&#223;erordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen. Wir wollen mehr Demokratie wagen. Wir werden unsere Arbeitsweise &#246;ffnen und dem kritischen Bed&#252;rfnis nach Information Gen&#252;ge tun</italic>. Willy Brandt, Bundeskanzler, SPD, 28.10.1969</p></list-item>
</list>
<p>Diese Art der Weiterentwicklung politischer Grundbegriffe im Gebrauch wird von der konservativen Opposition kritisch begleitet und hinterfragt. Hier kommt nun die positionale Terminologiearbeit zum Tragen:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(12)&#160;&#160;&#160;<italic>Was <bold>verstehen Sie unter</bold> &#8222;historisch-politischer Perspektive der Deutschlandfrage&#8220;? Sie sagen, es sei notwendig, eine solche Perspektive zu haben. Man liest dann die folgenden Seiten mit Ungeduld und wartet darauf, da&#223; eine Antwort gegeben wird. Es kommt keine Antwort</italic>. Franz Josef Strau&#223;, CDU/CSU, 15.01.1970</p></list-item>
</list>
<p>Die regierende SPD ist also unter Zugzwang, die von ihr semantisch weiterentwickelten Termini zu erkl&#228;ren und rechtfertigen, und zwar nicht nur der innerparlamentarischen, sondern auch gegen&#252;ber der au&#223;erparlamentarischen Opposition, der sie einerseits den Diskurswandel verdankt, die sie in die Regierung gebracht hat, von deren heteronormativen Ausw&#252;chsen sie sich andererseits distanzieren muss:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(13)&#160;&#160;&#160;<italic>Demokratisierung wird von denen, die sie heute gern f&#252;r sich pachten, von den progressiven Reformen an den Universit&#228;ten bis hin zu den Revolution&#228;ren, gelegentlich so mi&#223;verstanden, als ob Demokratisierung eine Mischung von Anarchie und Utopie sein k&#246;nnte. Das kann sie nicht sein. Aber wenn wir diese Verf&#228;lschung des Inhalts von Demokratisierung verhindern wollen, d&#252;rfen wir nicht mit Zynismus oder mit Achselzucken auf diese Fehldeutung einer Demokratisierung reagieren, sondern wir m&#252;ssen darauf mit einer pr&#228;zisen Definition dessen reagieren, was wir selber <bold>unter Demokratisierung verstehen</bold></italic>. Dr. Ulrich Lohmar, 21.01.1970</p></list-item>
</list>
<p>Interessanterweise wird die Konstruktion auch 12 Jahre sp&#228;ter, nach dem erfolgreichen Misstrauensvotum gegen Kanzler Helmut Schmidt, am 1. Oktober 1982, die Helmut Kohl zum Kanzler machte, aufgegriffen. Kohl trat damals mit dem Leitbegriff der &#8222;geistig-moralischen Wende&#8220; an, der seinerseits von der nun oppositionellen SPD positional hinterfragt wird:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(14)&#160;&#160;&#160;<italic>Soll das die Kehrseite hinter der Schauseite der geistig-moralischen Erneuerung sein? Das Staats- und Freiheitsverst&#228;ndnis der Konservativen ist schon immer ein bi&#223;chen eigen gewesen. So ganz harmlos ist es auch nicht, wenn <bold>unter geistig-moralischer Erneuerung</bold> schlicht <bold>verstanden</bold> wird, wir sollten die Probleme der 80er Jahre einfach so l&#246;sen, wie wir die der 50er Jahre gel&#246;st haben</italic>. Heinz Rapp, SPD, 14.12.1982</p></list-item>
</list>
<p>Ab den 1970er Jahren aber l&#228;sst der Gebrauch insgesamt deutlich nach. Das kann so gedeutet werden, als dass das Ringen um Leit- und Erkl&#228;rungsbegriffe stufenweise an Bedeutung verliert: Nach einer Konsolidierungsphase zwischen 1984 und 2014 zeigt die Kurve noch einmal nach unten. Einen Ausrei&#223;er nach oben bildet das Jahr 2015, in dem viel und grunds&#228;tzlich &#252;ber Migration diskutiert wurde (Beleg 15). Auch hier geht es wieder um einen Rahmungsbegriff:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(15)&#160;&#160;&#160;<italic>Vieles von dem, was Sie <bold>unter dem Begriff &#8222;Willkommenskultur&#8220; verstehen</bold>, dass man zum Beispiel nicht nur auf den Fluren herumsitzt und schlecht behandelt wird, ist eine kommunale Angelegenheit</italic>. Wolfgang Gehrcke, Die Linke, 15.01.2014</p></list-item>
</list>
<p>Dass die Phase, in der Formulierungen mit <italic>verstehen unter</italic> immer seltener werden, in die sp&#228;te Phase der Kanzlerschaft Angela Merkels f&#228;llt, mag Zufall sein. Es passt aber doch gut zu dem oft geh&#246;rten Vorwurf, sie erkl&#228;re und rahme ihre Politik zu wenig.</p>
<p>Ich habe die Er&#246;rterung der positionalen Terminologiearbeit hier auf die <italic>verstehen unter</italic>-Konstruktionen beschr&#228;nkt, weil sie formseitig gut identifizierbar und eindeutig auf Praktiken der Terminologiearbeit beziehbar sind. Dazu sind allerdings noch zwei Anmerkungen zu machen. Erstens gibt es allerdings auch eine nicht-positionale Gebrauchsvariante der Konstruktion, wie sie in Beleg (16) dokumentiert ist<xref ref-type="fn" rid="n15">15</xref>:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(16)&#160;&#160;&#160;<italic>In der die Sache betreffenden Bekanntmachung wurden die Luftfahrzeugf&#252;hrer allgemein auf die Einhaltung einer ausreichenden Sicherheitsmindesth&#246;he beim &#220;berfliegen von Industrieanlagen hoher Gefahrenklassen hingewiesen. Als Beispiel daf&#252;r, was <bold>unter &#8222;Anlagen hoher Gefahrenklassen&#8220; zu verstehen ist</bold>, wurden nur die Anlagen &#8222;Chemische Werke Marl-H&#252;ls&#8220; und &#8222;Phenol-Chemie GmbH, Gladbeck&#8220;, aufgef&#252;hrt</italic>. Karl Wilhelm Berkhan, Parlamentarischer Staatssekret&#228;r beim Bundesminister der Verteidigung, 06.02.1970</p></list-item>
</list>
<p>Zweitens geh&#246;ren zu den positionalen Praktiken auch Formulierungen wie <italic>NP<sub>[Definierer]</sub> meint NP<sub>[Definiendum]</sub> mit NP<sub>[Definiens]</sub>&#160;</italic>oder <italic>NP<sub>[Definiens]</sub> bedeutet NP<sub>[Definiendum]</sub> f&#252;r NP<sub>[Definierer]</sub></italic><sub>.</sub> Nach Durchsicht der Belege hat sich aber gezeigt, dass diese nur im Ausnahmefall der Terminologiearbeit im eingef&#252;hrten Sinn dienen, also zur Bearbeitung und Kontrolle von Fachsemantiken. In der Regel geht es um Metakommunikation &#252;ber alltagssprachliche Ph&#228;nomene. Daher habe ich sie hier nicht mitbehandelt.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>5.2 Nichtsaliente Terminologiearbeit</title>
<p>W&#228;hrend es bei der salienten Terminologiearbeit darum geht, die Fachsemantik von Termini im Zuge und im Sinne der politischen Diskussion zu bearbeiten und Terminologiearbeit also Teil einer politischen Strategie ist, gibt es auch Alltagspraktiken der Verst&#228;ndnissicherung oder Ausstellung von W&#246;rtern als Termini in der parlamentarischen Debatte, die gleichsam nebenbei verlaufen. Dazu geh&#246;ren explikative Definitionen, die syntaktisch als Apposition realisiert sind (5.2.1), Formulierungen, die auf die Sachebene zielen und die ich Realthematisierungen nenne (5.2.2), und Distanzmarkierungen, mit denen eine begriffliche Distanz zwischen dem Terminus und der Sprecherin und dem Sprecher etabliert wird (5.2.3). Die meisten F&#228;lle sind ausdruckseitig mit derartiger lexikalischer Variation realisierbar, dass sie nur an exemplarischen Belegen beschrieben werden k&#246;nnen. Die suchbaren Muster weisen keine f&#252;r den parlamentarischen Diskurs spezifische Verteilung auf, die hier vertieft werden k&#246;nnte.</p>
<sec>
<title>5.2.1 Appositive Explikation</title>
<p>Ein Mittel der Verst&#228;ndnissicherung ist es, das Definiens als Apposition an das Definiendum anzuschlie&#223;en. Dieses geh&#246;ren nach Roelckes oben vorgetragener Typologie (s. Kap. 2.4) zu den explikativen Definitionen. Hier kann man zwei Typen unterscheiden: einen asyndetischen Typ, bei dem das Definiens &#252;ber eine Implikatur als solches erschlossen werden muss (Beleg 17) und einen expliziten, syndetischen Typ, bei dem das Definiens als solches markiert ist, z.B. mit <italic>das hei&#223;t</italic> (18) oder <italic>also</italic> (19):</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(17)&#160;&#160;&#160;<italic>Als ob sich im letzten Jahr <bold>in den Au&#223;enbeziehungen, in den &#8222;terms of trade&#8220;</bold>, in den Bedingungen des Wirtschaftens dieses Landes nahezu nichts ver&#228;ndert h&#228;tte!</italic> Dr. Norbert Bl&#252;m, CDU/CSU, 13.12.1974</p></list-item>
<list-item><p>(18)&#160;&#160;&#160;<italic>F&#252;r uns muss <bold>der Grundsatz der Subsidiarit&#228;t, das hei&#223;t die Wahrung der Eigenverantwortung von B&#252;rgern, Kommunen, Regionen und Mitgliedstaaten</bold>, wo immer hierdurch bessere Ergebnisse garantiert werden, gesichert werden</italic>. Peter Hintze, CDU/CSU, 08.05.2003</p></list-item>
<list-item><p>(19)&#160;&#160;&#160;<italic>Wir wissen, dass <bold>der Volatilit&#228;t, also den Schwankungen bei der Einspeisung ins Netz</bold>, nat&#252;rlich begegnet werden muss</italic>. Vizepr&#228;sidentin Edelgard Bulmahn, SPD 29.01.2016</p></list-item>
</list>
<p>Solche Formen der Nebenbei-Definition<xref ref-type="fn" rid="n16">16</xref> dienen dazu, das Verst&#228;ndnis eingef&#252;hrter Termini zu sichern, ohne dass auf der Terminologiearbeit der Akzent der &#196;u&#223;erung liegt. Es ist entsprechend zu erwarten, dass ihr Gebrauch nicht von Diskursphasen im Parlament abh&#228;ngig ist<xref ref-type="fn" rid="n17">17</xref>. Die asyndetischen F&#228;lle k&#246;nnen auch gar nicht systematisch gesucht werden.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.2.2 Distanzmarkierung</title>
<p>Ein auch in akademischen Texten anzutreffendes Verfahren ist die unspezifische metasprachliche Markierung eines Ausdrucks als Wort, dessen Kenntnis nicht vorausgesetzt wird (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Bender in Vorb.</xref>). Diese Praktik bezieht sich in der Regel auf diskursextrinsische Termini. Es geht also um Markierung kommunikativer Distanz zwischen dem etablierten Common Ground und der Fachsemantik. Ein g&#228;ngiger Marker daf&#252;r ist das Adjektiv <italic>sogenannt</italic> (bzw. als Phrase <italic>so genannt</italic>). Diese distanzierende Praktik kann grunds&#228;tzlich neutral verwendet werden, in dem Sinne, dass ein Wort als Terminus markiert wird, ohne damit eine Wertung des fachsemantisch konzeptualisierten Sachverhalts zu verbinden. Durch Attribuierung wird angezeigt, dass es sich um einen Terminus handelt, dessen m&#246;glicherweise von den H&#246;rer*inne*n nicht zu entschl&#252;sselnder Fachsemantik aber nicht im Fokus der Aussage steht. Der Terminus wird gleichsam durchgewunken. In diesem Sinne ist die Distanzmarkierung eine Praktik der terminologischen Arbeitsverweigerung. Im folgenden Beleg (20) wird dieses Prinzip ausnahmsweise explizit gemacht. Aus ihm stammt das f&#252;r diesen Beitrag titelgebende Zitat:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(20)&#160;&#160;&#160;<italic>Es gibt ein gemeinsames Papier von einer Reihe von Unternehmen, die f&#252;r ein 30-Prozent-Ziel in der Europ&#228;ischen Union eintreten. Zu den Unterzeichnern geh&#246;ren unter anderem die Vorstandsvorsitzenden von EnBW, Vattenfall Europe, Deutsche Bahn, Deutsche Telekom, Otto Group, Burda und Puma. Au&#223;erdem gibt es eine gemeinsame Position zum <bold>sogenannten Backloading</bold>. Ich will das hier nicht ausf&#252;hrlich erl&#228;utern; denn das ist viel zu kompliziert</italic>. Frank Schwabe, SPD, 29.11.2012</p></list-item>
</list>
<p>Die Distanzmarkierung hat aber noch einen zweiten Anwendungsfall. Sie kann auch genutzt werden, um eine negative Positionierung metakommunikativ vorzubereiten. In den Beleg (21) findet sich ein Beispiel daf&#252;r. Hier wird der Ausdruck <italic>Kohleveredelung</italic> metakommunikativ als Terminus markiert, um auf der Sachverhaltsebene ein negativ-evaluatives Pr&#228;dikat anzuschlie&#223;en, die dann argumentativ gest&#252;tzt wird:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(21)&#160;&#160;&#160;<italic><bold>Die sogenannte Kohleveredelung</bold> ist aber eine Energieverschwendungstechnologie, weil ein extrem gro&#223;er Teil der Prim&#228;renergie bei der Umwandlung in fl&#252;ssige oder gasf&#246;rmige Energietr&#228;ger verlorengeht</italic>. Hendrik Auhagen, Gr&#252;ne, 27.11.1985</p></list-item>
</list>
<p>Wichtig und exemplarisch dabei ist, dass die sprachliche Repr&#228;sentationsebene zwar indiziert wird, durch die attributive Integration des Distanzmarkers der Satzfokus aber auf der Sachverhaltsebene liegt. In diesem Fall weist Sprecher <italic>en passant</italic> darauf hin, dass der von ihm erw&#228;hnte Terminus einen diskursextrinsischen Ausgangs-Kontext hat, bietet dann aber ohne weitere Metakommunikation eine konkurrierende, polemisch gemeinte Bezeichnung an. Er f&#252;hrt also einen semantischen Kampf auf, im Gegensatz zu dem oben in Kap. 5.1.2 analysierten Beispiel markiert er das aber nur zur H&#228;lfte. Dadurch, dass er den Terminus mit Distanzmarker einf&#252;hrt, die Konkurrenzbezeichnung aber auf der Sachverhaltsebene, wird der Terminus gleichzeitig als &#8218;uneigentlich&#8216; und &#8218;euphemistisch&#8216; ausgewiesen. Das Fachwort wird zum politischen Kampfbegriff umgedeutet.</p>
<p>Wir finden aber auch andere Formulierungen der Distanzmarkierung, wie zum Beispiel in Beleg (21). Hier wird die Distanzierung propositional in der Parenthese ausgedr&#252;ckt &#8211; auch hier geht es dem Sprecher darum, mit der Distanzierung eine politische Positionierung vorzubereiten:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(22)&#160;&#160;&#160;<italic>Ich m&#246;chte Ihnen hier den Vorfall von G&#252;tersloh ins Ged&#228;chtnis rufen, bei dem eine Gasflasche, in der eine Chemikalie bef&#246;rdert wurde, undicht wurde und der Inhalt, ein stark stinkendes Tetrahydrothiophen &#8211; <bold>allein die Begriffsbezeichnung zeigt schon, wie weit sich dieser Bereich von dem normalen Verst&#228;ndnis des B&#252;rgers entfernt hat</bold> &#8211;, eine Entwicklung einleitete, die zur Folge hatte, da&#223; 35 Menschen evakuiert und im Krankenhaus behandelt werden mu&#223;ten</italic>. Torsten Wolfgramm, FDP, 15.11.1979</p></list-item>
</list>
</sec>
<sec>
<title>5.2.3 Realdefinitionen</title>
<p>Oft werden gerade diskursextrinsische Termini in Plenardebatten gar nicht als solche markiert, sondern einfach verwendet. In solchen F&#228;llen kann daf&#252;r aber die Sache, die mit dem Terminus bezeichnet wird, durch Angabe von Merkmalen, Schilderung des Herstellungsprozesses oder Einordnung in &#252;bergeordnete Sachverhaltsbereiche charakterisiert werden. In fachlichen Kontexten spricht man dann von Realdefinitionen (s.o., Kap. 2.3). Solche findet man auch in den Plenarprotokollen, allerdings kommen sie sehr selten vor<xref ref-type="fn" rid="n18">18</xref>. Beispiele daf&#252;r sind die Belege (23) und (24) zu den Termini <italic>Fracking</italic> bzw. <italic>sanfter Tourismus</italic>. Auff&#228;llig ist, dass die Praktiken immer dann zum Einsatz zu kommen scheinen, wenn Politiker*innen eine affirmative Position zum jeweiligen Thema einnehmen.</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(23)&#160;&#160;&#160;<italic>Beim Fracking wird eine Fl&#252;ssigkeit unter hohem Druck in das Gestein gepresst. Dieses besteht aus einem Gemisch aus Wasser, Quarzsand und chemischen Additiven. In der Folge des hohen hydraulischen Drucks werden Kl&#252;fte im Gestein aufgebrochen und die gew&#252;nschten Wegsamkeiten f&#252;r einen besseren Gasfluss geschaffen</italic>. Dr. Michael Paul, CDU/CSU, 30.06.2011</p></list-item>
<list-item><p>(24)&#160;&#160;&#160;<italic>Der sanfte Tourismus ist charakterisiert durch die volle Anwendung der bestehenden Umweltschutzbestimmungen und fordert in vielen F&#228;llen ihre Versch&#228;rfung. Sanfter Tourismus bedeutet den sofortigen Erschlie&#223;ungsstopp und, wo notwendig, R&#252;cknahme der Erschlie&#223;ung zur Wiederherstellung nat&#252;rlichen und naturnaher &#214;kosysteme. Sanfter Tourismus hei&#223;t ebenso die volle Anwendung des Verursacherprinzips, auch bei Sch&#228;den durch den Tourismus</italic>. Willi Tatge, Die Gr&#252;nen, 16.10.1986</p></list-item>
</list>
<p>Das Beispiel in Beleg (25) gibt einen Hinweis darauf, dass Realdefinitionen im parlamentarischen Diskurs eine hohe konstruktionelle Varianz aufweisen. Das Definiendum ist hier <italic>Prozessw&#228;rme</italic>. Es wird explikativ definiert mittels einer vorangestellten diskontinuierlichen NP, deren syntaktischer Kopf semantisch eine Merkmalsangabe zum Definiendum darstellt: <italic>die technische Neuheit</italic>. Der zweite Teil des Definiens, <italic>Kopplung von Kernenergie und Kohle</italic>, wird als syndetisch integrierte Apposition formuliert. Das Definiendum ist dem als satzwertige eingliedrige &#196;u&#223;erung nachgestellt. Es bildet wiederum den Kopf einer Appositionskonstruktion, in die ein evaluatives Pr&#228;dikat eingebettet ist. Es ist ein Merkmal des parlamentarischen Diskurses, dass solch komplexe Strukturen mit der entsprechenden Prosodie glatt vorgetragen werden k&#246;nnen und f&#252;r die einge&#252;bten Zuh&#246;renden gut verst&#228;ndlich sind. In unserem Zusammenhang ist an dem Beleg typisch, dass explikative Definition und Evaluation, welche wiederum bereits ein Argument in der politischen Debatte bildet, eng ineinander verflochten sind:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(25)&#160;&#160;&#160;<italic>Nennen Sie mir ein Bundesland, wo ein Prototyp f&#252;r einen Hochtemperaturreaktor gebaut wird, der ja gerade die technische Neuheit darstellt, n&#228;mlich die Kopplung von Kernenergie und Kohle: Proze&#223;w&#228;rme, ein technisch ganz interessantes Gebiet</italic>. Minister Dr. Posser, 28.01.1981</p></list-item>
</list>
<p>Es finden sich auch Mischformen von Distanzmarkierung und Realthematisierung. In Beleg (26) etwa wird der Ausdruck <italic>D&#252;nns&#228;ure</italic> zwar mit einem Distanzmarker attribuiert und damit metasprachlich indiziert. Allerdings wird mit der angeschlossenen explikativen Realdefinition <italic>D&#252;nns&#228;ure</italic> retrospektiv als Sachverhalt konzeptualisiert. Es werden in dieser Formulierung also zwei semiotischen Ebenen &#8211; die Repr&#228;sentationsebene und die Sachverhaltsebene &#8211; indiziert. Bezeichnend ist hier, dass dieser &#8211; in seiner Typik seltene &#8211; Beleg aus der von einem Staatssekret&#228;r vorgetragenen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage stammt und nicht aus der parlamentarischen Debatte selbst:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(26)&#160;&#160;&#160;<italic>Das Gebiet f&#252;r die Verklappung der bei der Titanherstellung anfallenden D&#252;nns&#228;ure 15 Seemeilen nordwestlich Helgoland ist vom Deutschen Hydrographischen Institut und der Bundesforschungsanstalt f&#252;r Fischerei ausgew&#228;hlt worden, da es dort am wenigsten die Fischerei beeintr&#228;chtigt, keine auflandigen Str&#246;mungen herrschen [&#8230;]. <bold>Diese sogenannte D&#252;nns&#228;ure</bold> besteht aus 18- bis 19%iger Schwefels&#228;ure. Das bei der Produktion des Titandioxyds als kristallines Salz anfallende &#8222;Gr&#252;nsalz&#8220; wird der D&#252;nns&#228;ure beigemengt</italic>. Dr. Ludwig Seiermann, Staatssekret&#228;r im Bundesministerium f&#252;r Verkehr, 22.09.1966</p></list-item>
</list>
</sec>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>6. Res&#252;mee: Anwendbarkeit und didaktisches Potenzial</title>
<p>Der Deutsche Bundestag bildet einen Kontext, in dem systematisch intrinsisches und extrinsisches fachliches Wissen eingef&#252;hrt und behandelt werden muss. Die Parlamentarier*innen befinden sich st&#228;ndig in Lernersituationen in dem Sinne, dass sie in Debatten und Gesetzgebungsverfahren mit fachlichem Wissen in mehr oder weniger vertiefter Art umzugehen haben. Dabei sind verschiedene Grade an &#214;ffentlichkeit und verschiedene Kreise der Rezeption von Fachtermini zu ber&#252;cksichtigen: Einerseits eignen sich Parlamentarier*innen durch die Zugeh&#246;rigkeit zu Gremien und Fachgruppen gewisse Expertisen in Fachdiskursen um z.B. Recht, Technologie und Medizin an, andererseits sind sie in Prozessen der Gesetzgebung st&#228;ndig mit Fachdiskursen konfrontiert, mit denen sie nicht vertraut sind und deren Fachsemantik sie sich nicht durch Terminologiearbeit im eingef&#252;hrten Sinn erschlie&#223;en k&#246;nnen. Daneben kommen noch zwei Aspekte hinzu: Erstens adressiert die parlamentarische Debatte als Trialog immer auch die &#214;ffentlichkeit, in der Vertrautheit mit fachlichem Wissen nicht vorausgesetzt werden kann. Und zweitens bildet der politische Diskurs, wie wir gesehen haben, selbst Fachsemantiken aus und bedingt diskursintrinsische Terminologisierungen.</p>
<p>Aus dieser Situation heraus lie&#223;en sich verschiedene Typen der Terminologiearbeit beobachten. Ich habe zwischen salienter und nicht-salienter Terminologiearbeit unterschieden. Unter <italic>salienter Terminologiearbeit</italic> verstehe ich sprachliche Praktiken mit denen ein Ausdruck explizit als Terminus markiert wird. Das kann erstens mittels expliziter Integratoren, also W&#246;rtern wie <italic>Fachwort</italic> oder <italic>Begriff</italic>, geschehen, zweitens durch explizites, in der Proposition ausgedr&#252;cktes Definieren und drittens durch Praktiken, mit denen Bedeutungsexplikationen ausdr&#252;cklich aus der Perspektive einer Person, Gruppe, Partei oder Fraktion gegeben oder von anderen eingefordert werden. Letzteres nenne ich <italic>positionale Terminologiearbeit</italic>. Nicht-saliente Terminologiearbeit findet statt, wenn Sprecher*innen die Semantik eines Ausdrucks als spezifikationsbed&#252;rftig markieren, ohne diesen als Terminus auszuweisen. Dazu geh&#246;ren erstens explikative Definitionen, die syntaktisch als Apposition realisiert sind, zweitens Realthematisierungen von fachlichen Konzepten, die auf die Sachebene zielen, und drittens Distanzmarkierungen, mit denen eine begriffliche Distanz zwischen dem Terminus und der Sprecherin und dem Sprecher etabliert wird.</p>
<p>Diese Praktiken stelle ich hier noch einmal in <xref ref-type="table" rid="T1">Tab. 1</xref> zusammen:</p>
<table-wrap id="T1">
<label>Tabelle 1</label>
<caption>
<p>Praktiken der Terminologiearbeit im Deutschen Bundestag</p>
</caption>
<table>
<tr>
<th align="left" valign="top">Saliente Terminologiearbeit</th>
<th align="left" valign="top">Nichtsaliente Terminologiearbeit</th>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">&#8211;Einsatz von expliziten Integratoren</td>
<td align="left" valign="top">&#8211;appositive Explikation</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">&#8211;explizites Definieren</td>
<td align="left" valign="top">&#8211;Distanzmarkierung</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">&#8211;positionale Terminologiearbeit</td>
<td align="left" valign="top">&#8211;Realdefinitionen</td>
</tr>
</table>
</table-wrap>
<p>W&#228;hrend sich bei den salienten Praktiken der Terminologiearbeit suchbare Muster feststellen lie&#223;en, werden nicht-saliente Praktiken ausdruckseitig mit gro&#223;er lexikalischer Variation realisiert. Fachpolitiker*innen zeigen in Plenardebatten durch indexikalische Verweise wie z.B. den Gebrauch expliziter Integratoren an, dass die Fachlichkeit eingef&#252;hrter Semantiken gew&#228;hrleistet ist. Es handelt sich also in diesen F&#228;llen nicht um Terminologiearbeit im engen Sinne, sondern um den Verweis darauf. In anderen F&#228;llen, welche vor allem die diskursintrinsische Terminologie betreffen, werden Definitionen gegeben, in Frage gestellt oder eingefordert. Dort konnten wir sehen, dass dies vor allem dann geschieht, wenn die politische Debatte selbst auf die begriffliche Ebene verlagert wird, wenn also semantische K&#228;mpfe ausgetragen werden. Distanzmarkierungen werden ebenfalls in semantischen K&#228;mpfen angewandt &#8211; allerdings dann, wenn die terminologische Repr&#228;sentationsebene dazu dient, einen Terminus als &#8218;uneigentlich&#8216; und dem &#8218;eigentlichen&#8216; Sachverhalt unangemessen auszuweisen. Mit aller Vorsicht gesagt l&#228;sst sich die Tendenz feststellen, dass die salienten Praktiken der Terminologiearbeit eher diskursintrinsische sowie sozial- und geisteswissenschaftliche Termini betreffen. Sie h&#228;ngen &#8211; wie oben gezeigt &#8211; besonderes eng mit den trialogischen Praktiken der parlamentarischen Debatte zusammen. Die nicht-salienten Praktiken werden dagegen tendenziell mit diskursextrinsischen Termini aus den Dom&#228;nen Technik und Naturwissenschaft vollzogen.</p>
<p>Insgesamt ist aber zu beobachten, dass die Kenntnis komplexer Termini und Sachverhalte im Deutschen Bundestag erstaunlich oft vorausgesetzt wird. Das kann man als &#8222;terminologische Integration mit Existenzpr&#228;supposition&#8220; bezeichnen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Bender in Vorb.</xref>). Es finden sich zum Beispiel keine als Definitionen oder metakommunikative Markierungen beschreibbare Formulierungen zu den belegten Termini <italic>Eisenhydroxidschlamm, Hydropyrolyse</italic> und <italic>Sekund&#228;rmetabolit</italic>. Man k&#246;nnte meinen, dass in solchen F&#228;llen vollst&#228;ndige terminologische Arbeitsverweigerung betrieben wird. Allerdings ist hier zu beachten, dass die Parlamentsdebatte ein hybrider Kontext ist (s.o., Kap. 3), in dem die &#214;ffentlichkeit als eigentlicher Adressat nicht immer gleich pr&#228;sent ist. Je geringer die Wahrscheinlichkeit ist, dass &#252;ber die jeweilige Debatte in der Tagesschau berichtet wird, desto wahrscheinlicher trifft man auf Termini, die mit Existenzpr&#228;supposition eingef&#252;hrt und umstandslos verwendet werden. In solchen weniger &#246;ffentlichen Kontexten wird deutlich, dass sich Plenardebatten in einem System von Diskursarenen abspielen, in denen dieselben Akteure in wechselnder Besetzung in mehr oder weniger fachlichen und &#246;ffentlichen Kontexten &#252;ber Themen sprechen. Beispielsweise kann im Zuge eines Gesetzgebungsverfahrens ein diskursextrinsischer Terminus wie <italic>Hydropyrolyse</italic> schnell als etabliert gelten und muss nicht weiter erl&#228;utert werden.</p>
<p>Ich hoffe gezeigt zu haben, dass es neben den aus der Fachsprachenforschung bekannten Praktiken des Definierens vielf&#228;ltige Praktiken des metakommunikativen Umgangs mit Termini im &#246;ffentlichen Diskurs gibt, die durch ihre Musterhaftigkeit markiert und erkennbar sind. Diese Muster sind mehr oder weniger variabel, an situative Kontexte gebunden und salient. Im Sinne einer Prop&#228;deutik der DaF-Didaktik haben wir gesehen, dass Termini zwar oft nicht formseitig von Ausdr&#252;cken der Alltagssprache unterscheidbar sind und auch nicht immer in memorierbaren (oder automatisch extrahierbaren) Passe-Partout-Formulierungen gebunden sind, dass wir aber sehr wohl in vielen F&#228;llen Hinweise darauf bekommen, dass Ausdr&#252;cke als Termini <italic>gemeint</italic> sind. F&#252;r DaF-Lernende ist es daher hilfreich, sich zu vergegenw&#228;rtigen, welche sprachlichen Praktiken beim Einf&#252;hren von Termini in nichtfachlichen Kontexten zum Einsatz kommen. Dazu scheint mir die Arbeit an exemplarischen Beispielen, wie ich sie hier gegeben habe, sinnvoll zu sein. Die Praktiken der Terminologiearbeit, die ich hier unterschieden habe, m&#246;gen hierzu als eine Heuristik dienen. Noch sinnvoller ist es sicherlich, die Muster der terminologischen Integration selbst in der Arbeit mit geeigneten Korpora wie dem hier vorgestellten zu rekonstruieren, um deren Variation und die Vielfalt der damit verbundenen kommunikativen Zwecke ermessen zu k&#246;nnen. Die rekonstruktive Terminologiearbeit w&#228;re dabei einer unter vielen Anwendungsf&#228;llen von Sprachkorpora im DaF-Unterricht. Die damit zu erwerbende Kompetenz scheint mir f&#252;r die oder den Lernenden bedeutsamer zu sein als z.B. die Kenntnis einer Liste irgendwie ermittelter Fachtermini zum Thema X. Sie erlaubt es n&#228;mlich, ein Gef&#252;hl zu entwickeln f&#252;r die Grenze zwischen demjenigen, was die Diskursakteure als Common Ground der Sprachgemeinschaft pr&#228;supponieren, und dem Spezialwissen der Fachdiskurse.</p>
</sec>
</body>
<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>&#8222;Regimes can be defined as sets of implicit or explicit principles, norms, rules, and decisionmaking procedures around which actors&#8217; expectations converge in a given area of international relations. Principles are beliefs of fact, causation, and rectitude. Norms are standards of behavior defined in terms of rights and obligations. Rules are specific prescriptions or proscriptions for action&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B21">Krasner 1982: 186</xref>).</p></fn>
<fn id="n2"><p>Wie und ob &#252;berhaupt man durch Korpusanalyse herausfindet, was jemand denkt, ist eine methodische Frage, die ich in Kap. 4 adressiere.</p></fn>
<fn id="n3"><p>Zum Begriff vgl. den Sammelband von Meier / Viehauser / Sahle (<xref ref-type="bibr" rid="B23">2020</xref>), darin M&#252;ller (<xref ref-type="bibr" rid="B26">2020</xref>) zum Verh&#228;ltnis der Termini <italic>Kontextualisierung</italic> und <italic>Re-Kontextualisierung</italic>.</p></fn>
<fn id="n4"><p>In der jetzigen Release des Korpus sind alle Debatten bis einschlie&#223;lich Mai 2021 abgedeckt. LP 19 ist also nicht vollst&#228;ndig repr&#228;sentiert.</p></fn>
<fn id="n5"><p>Da es mir nicht um Analysen der Termini selbst ging, sondern darum, Stellen zu eruieren, an denen m&#246;glicherweise Praktiken der terminologischen Integration im eingef&#252;hrten Sinn zu finden waren, halte ich diese Sch&#228;tzmethode ohne weitere Verfahren der &#252;bersubjektiven Plausibilisierung wie z.B. Inter-Rater-Agreement f&#252;r angemessen. Mit folgenden Terminus-Kandidaten habe ich die Beleg-Suche begonnen: <italic>Br&#252;tertechnologie, CCS, Dekarbonisierung, Fotovoltaik, Geothermie, Grundlast, Hochtemperaturreaktor, Kohleveredelung, Kohlevergasung, Leichtwasserreaktor, Offshore&#8211;Windenergie, Oligopol, Rekommunalisierung, Ressourceneffizienz, Stromsperre</italic>.</p></fn>
<fn id="n6"><p>Log-Ratio-Statistik mit Log-likelihood-Filter (p&lt;0.05); Kollokationsfenster 5 W&#246;rter links und rechts.</p></fn>
<fn id="n7"><p>Womit nicht gesagt werden soll, dass Fragen der Automatisierung textpragmatischer Annotationen nicht wichtig oder interessant w&#228;ren. Damit haben wir uns ausf&#252;hrlich und mit verschiedenen Ans&#228;tzen an anderer Stelle besch&#228;ftigt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Becker / Bender / M&#252;ller 2020</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B27">M&#252;ller / Bartsch / Zinn 2021</xref>).</p></fn>
<fn id="n8"><p><italic>Salienz</italic> in diesem Sinne bedeutet also situative Markanz, w&#228;hrend es bei Kleins (<xref ref-type="bibr" rid="B20">2017</xref>) in der Politolinguistik einschl&#228;gigem Konzept der &#8222;salienten S&#228;tze&#8220; um &#252;bersituative, diskurshistorische Markanz geht, z.B. <italic>Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B20">Klein 2017: 158</xref>).</p></fn>
<fn id="n9"><p>Ein diskursreferentieller Verweis ist ein referentieller Bezug auf einen oder mehrere Vortexte im Diskurs. Zum Terminus <italic>Diskursreferenzierung</italic> vgl. Bender / M&#252;ller (<xref ref-type="bibr" rid="B2">2020: 23</xref>).</p></fn>
<fn id="n10"><p>Die Hervorhebungen der Indikatprausdr&#252;cke f&#252;r die jeweilige terminologische Praktik durch Fettdruck sind hier und in den folgenden Belegen von mir.</p></fn>
<fn id="n11"><p>Gemessen habe ich die Verteilung &#252;ber Zeit pro Jahr mit folgendem in der Abfragesprache CQL verfasstem Suchausdruck:</p>
<p>[lemma=&#8220;Terminus&#124;Terminologie&#124;Fachausdruck&#124;Fachwort&#8220;]&#124;[lemma=&#8220;.*begriff&#8220;%c&amp;lemma!=&#8220;Kampf.*&#8220;].</p></fn>
<fn id="n12"><p>In M&#252;ller / Mell (<xref ref-type="bibr" rid="B30">2021: 8-13</xref>) haben wir thematische Kontexte von Risikothematisierungen im Deutschen Bundestag &#252;ber die Zeit untersucht. Der Kontext &#8218;Technologie&#8216; ist dabei nach &#8218;&#214;konomie&#8216; der am st&#228;rksten wachsende, wenn man die Varianz themensensitiver Kollokationen pro Wahlperiode zugrunde legt.</p></fn>
<fn id="n13"><p><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/23235558_wahlperioden02-199554">https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/23235558_wahlperioden02-199554</ext-link> (25.02.2022).</p></fn>
<fn id="n14"><p>Folgende Abfrage wurde gemacht: (([word="unter"][word!=","]* [lemma="verstehen"]) &#124;([lemma="verstehen"][word!=","]* [word="unter"])) within s = alle Phrasen, welche das Wort <italic>unter</italic> und Tokens des Lemmas <italic>verstehen</italic> innerhalb eines Teilsatzes enthalten.</p></fn>
<fn id="n15"><p>Die Konstruktion <italic>NP<sub>[Definiendum]</sub> ist unter NP<sub>[Definiens]</sub> zu verstehen</italic> macht 14,5 % der <italic>unter-verstehen</italic>-Konstruktionen im Korpus aus.</p></fn>
<fn id="n16"><p>Im Anschluss an Linkes und Nussbaumers (<xref ref-type="bibr" rid="B22">2000: 440-441</xref>) Terminus &#8222;Nebenbei-Pr&#228;dikation&#8220;.</p></fn>
<fn id="n17"><p>Bei den appositiven explikativen Definitionen mit <italic>das hei&#223;t</italic> und <italic>also</italic> gibt es erwartungsgem&#228;&#223; keine lineare Entwicklung. Die Frequenzkurve der NP<sub>[Definiens]</sub>, <italic>also</italic> NP<sub>[Definiendum]</sub>-Konstruktionen weist eine statistisch signifikante Delle zwischen 1969 und 1995 auf, die sehr interessant, aber an dieser Stelle nicht zu kl&#228;ren ist. Die Konstruktionen mit <italic>sogenannt/so genannt</italic> haben zwei Troughs, eine absolutes um 1970 und ein weniger ausgepr&#228;gtes um 2000. Beide finden sich interessanterweise im DWDS-Zeitungskorpus wieder, nur in umgekehrter Intensit&#228;t: <italic>DWDS-Wortverlaufskurve f&#252;r &#8222;sogenannt &#124;&#124; "so genannt"&#8220;, erstellt durch das Digitale W&#246;rterbuch der deutschen Sprache</italic>, <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.dwds.de/r/plot/?view=1&amp;corpus=zeitungen&amp;norm=date%2Bclass&amp;smooth=spline&amp;genres=0&amp;grand=1&amp;slice=1&amp;prune=0&amp;window=3&amp;wbase=0&amp;logavg=0&amp;logscale=0&amp;xrange=1949%3A2021&amp;q1=sogenannt%20%7C%7C%20%22so%20genannt%22">https://www.dwds.de/r/plot/?view=1&amp;corpus=zeitungen&amp;norm=date%2Bclass&amp;smooth=spline&amp;genres=0&amp;grand=1&amp;slice=1&amp;prune=0&amp;window=3&amp;wbase=0&amp;logavg=0&amp;logscale=0&amp;xrange=1949%3A2021&amp;q1=sogenannt%20%7C%7C%20%22so%20genannt%22</ext-link> (25.02.2022). Es scheint sich jedenfalls um ein sprach- statt diskurshistorisches Ph&#228;nomen zu handeln.</p></fn>
<fn id="n18"><p>Das legen Beispielabfragen nahe: Die Auswertung einer Zufalls-Stichprobe der Ergebnisse der Anfragen [pos="NN"][word="ist"] [pos="ART"], [word="zeichnet"][word="sich"][word="durch&#124;dadurch"] und [lemma="bestehen"][word="aus"] sowie der 8 Treffer f&#252;r [lemma="sein"][word="charakterisiert"] ergibt bei einer gro&#223;z&#252;gigen Begriffsauslegung 3% Realdefinitionen.</p></fn>
</fn-group>
<ref-list>
<title>Literatur und Ressourcen</title>
<ref id="B1"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Becker</surname>, <given-names>Maria</given-names></string-name> / <string-name><surname>Bender</surname>, <given-names>Michael</given-names></string-name> / <string-name><surname>M&#252;ller</surname>, <given-names>Marcus</given-names></string-name> (<year>2020</year>): <chapter-title>Classifying Heuristic Textual Practices in Academic Discourse: A Deep Learning Approach to Pragmatics</chapter-title>. In: <source>International Journal of Corpus Linguistics</source>. <volume>25</volume>: <issue>4</issue>, <fpage>426</fpage>&#8211;<lpage>460</lpage>. <pub-id pub-id-type="doi">10.1075/ijcl.19097.bec</pub-id>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B2"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Bender</surname>, <given-names>Michael</given-names></string-name> / <string-name><surname>M&#252;ller</surname>, <given-names>Marcus</given-names></string-name> (<year>2020</year>): <chapter-title>Heuristische Textpraktiken. Eine kollaborative Annotationsstudie zum akademischen Diskurs</chapter-title>. In: <source>Zeitschrift f&#252;r Germanistische Linguistik (ZGL)</source> <volume>48</volume>: <issue>2</issue>, <fpage>1</fpage>&#8211;<lpage>46</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B3"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Bender</surname>, <given-names>Michael</given-names></string-name> (in Vorb.): <chapter-title>Terminologische Integration in akademischen Fachkulturen. Ein korpuspragmatischer Zugang. Zur Publikation</chapter-title> in: <string-name><surname>Auteri</surname>, <given-names>Laura</given-names></string-name> u.a. (Hrsg.): <source>Akten des XIV. IVG-Kongresses Palermo 2021</source>. <publisher-loc>Frankfurt a. M. u. a.</publisher-loc>: <publisher-name>Peter Lang</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B4"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Bertels</surname>, <given-names>Ann</given-names></string-name> (<year>2014</year>): <chapter-title>The dynamics of terms and meaning in the domain of machining and metalworking terminology in French and English</chapter-title>. In: <string-name><surname>Temmerman</surname>, <given-names>Rita</given-names></string-name> / <string-name><surname>van Campenhoudt</surname>, <given-names>Marc</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Dynamics and Terminology: An interdisciplinary perspective on monolingual and multilingual culture-bound communication</source>. <publisher-loc>Amsterdam / Philadelphia</publisher-loc>: <publisher-name>John Benjamins</publisher-name>, <fpage>259</fpage>&#8211;<lpage>280</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B5"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Brezina</surname>, <given-names>Vaclav</given-names></string-name> (<year>2018</year>): <source>Statistics in Corpus Linguistics: A Practical Guide</source>. <publisher-loc>Cambridge</publisher-loc>: <publisher-name>Cambridge University Press</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B6"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Budin</surname>, <given-names>Gerhard</given-names></string-name> (<year>2007</year>): <chapter-title>Epistemological Aspects of Indeterminacy in Postmodernist Science</chapter-title>. In: <string-name><surname>Antia</surname>, <given-names>Bassey E.</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Indeterminacy in Terminology and LSP</source>. <publisher-loc>Amsterdam / Philadelphia</publisher-loc>: <publisher-name>John Benjamins</publisher-name>, <fpage>61</fpage>&#8211;<lpage>71</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B7"><mixed-citation publication-type="webpage"><string-name><surname>Cramer</surname>, <given-names>Irene</given-names></string-name> (<year>2011</year>): <source>Definitionen in W&#246;rterbuch und Text: Zur manuellen Annotation, korpusgest&#252;tzten Analyse und automatischen Extraktion definitorischer Textsegmente im Kontext der computergest&#252;tzten Lexikographie</source>. <uri>http://hdl.handle.net/2003/27628</uri> (25.02.2022).</mixed-citation></ref>
<ref id="B8"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Dieckmann</surname>, <given-names>Walther</given-names></string-name> (<year>1981</year>): <chapter-title>&#8222;Inszenierte Kommunikation&#8220;. Zur symbolischen Funktion kommunikativer Verfahren in (politisch-)institutionellen Prozessen</chapter-title>. In: <string-name><surname>Dieckmann</surname>, <given-names>Walther</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Politische Sprache, politische Kommunikation. Vortr&#228;ge, Aufs&#228;tze, Entw&#252;rfe</source>. <publisher-loc>Heidelberg</publisher-loc>: <publisher-name>Winter</publisher-name>, <fpage>255</fpage>&#8211;<lpage>279</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B9"><mixed-citation publication-type="book"><collab>DIN 2342</collab> (<year>2011</year>): <source>Begriffe der Terminologielehre</source>. <publisher-loc>Berlin</publisher-loc>: <publisher-name>Beuth</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B10"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Drewer</surname>, <given-names>Petra</given-names></string-name> / <string-name><surname>Schmitz</surname>, <given-names>Klaus-Dirk</given-names></string-name> (<year>2017</year>): <source>Terminologiemanagement: Grundlagen &#8211; Methoden &#8211; Werkzeuge</source>. <pub-id pub-id-type="doi">10.1007/978-3-662-53315-4</pub-id>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B11"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Ehlich</surname>, <given-names>Konrad</given-names></string-name> (<year>1999</year>): <chapter-title>Allt&#228;gliche Wissenschaftssprache</chapter-title>. In: <source>Info DaF</source> <volume>26</volume>: <issue>1</issue>, <fpage>3</fpage>&#8211;<lpage>24</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B12"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Felder</surname>, <given-names>Ekkehard</given-names></string-name> (<year>2006</year>): <chapter-title>Semantische K&#228;mpfe in Wissensdom&#228;nen. Eine Einf&#252;hrung in Benennungs-, Bedeutungs- und Sachverhaltsfixierungs-Konkurrenzen</chapter-title>. In: <string-name><surname>Felder</surname>, <given-names>Ekkehard</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Semantische K&#228;mpfe. Macht und Sprache in den Wissenschaften</source>. <publisher-loc>Berlin / New York</publisher-loc>: <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>, <fpage>13</fpage>&#8211;<lpage>46</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B13"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Felder</surname>, <given-names>Ekkehard</given-names></string-name> (<year>2010</year>): <chapter-title>Semantische K&#228;mpfe &#8211; Die Macht des Deklarativen in Fachdiskursen</chapter-title>. In: <string-name><surname>Fuchs</surname>, <given-names>Thomas</given-names></string-name> / <string-name><surname>Schwarzkopf</surname>, <given-names>Grit</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Verantwortlichkeit &#8211; nur eine Illusion?</source> <publisher-loc>Heidelberg</publisher-loc>: <publisher-name>Winter</publisher-name>, <fpage>13</fpage>&#8211;<lpage>59</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B14"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Fraas</surname>, <given-names>Claudia</given-names></string-name> (<year>1998</year>): <chapter-title>Lexikalisch-semantische Eigenschaften von Fachsprachen</chapter-title>. In: <string-name><surname>Hoffmann</surname>, <given-names>Lothar</given-names></string-name> / <string-name><surname>Kalverk&#228;mper</surname>, <given-names>Hartwig</given-names></string-name> / <string-name><surname>Wiegand</surname>, <given-names>Herbert Ernst</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Fachsprachen. Ein internationales Handbuch zur Fachsprachenforschung und Terminologiewissenschaft</source>. <edition>Bd.1</edition>. <publisher-loc>Berlin / New York</publisher-loc>: <publisher-name>Walter De Gruyter</publisher-name>, <fpage>428</fpage>&#8211;<lpage>438</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B15"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Gabrielatos</surname>, <given-names>Costas</given-names></string-name> et al. (<year>2012</year>): <chapter-title>The peaks and troughs of corpus-based contextual analysis</chapter-title>. In: <source>International Journal of Corpus Linguistics</source> <volume>17</volume>: <issue>2</issue>: <fpage>151</fpage>&#8211;<lpage>175</lpage>. <pub-id pub-id-type="doi">10.1075/ijcl.17.2.01gab</pub-id>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B16"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Gledhill</surname>, <given-names>Christopher J.</given-names></string-name> (<year>2000</year>): <source>Collocations in Science Writing</source>. <publisher-loc>T&#252;bingen</publisher-loc>: <publisher-name>Narr</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B17"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Glaser</surname>, <given-names>Barney G.</given-names></string-name> / <string-name><surname>Strauss</surname>, <given-names>Anselm L.</given-names></string-name> (<year>2010</year>): <source>Grounded Theory. Strategien qualitativer Forschung</source>. <publisher-loc>Bern</publisher-loc>: <publisher-name>Huber</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B18"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Hardie</surname>, <given-names>Andrew</given-names></string-name> (<year>2012</year>): <chapter-title>CQPweb &#8211; Combining Power, Flexibility and Usability in a Corpus Analysis Tool</chapter-title>. In: <source>International Journal of Corpus Linguistics</source> <volume>17</volume>: <issue>3</issue>, <fpage>380</fpage>&#8211;<lpage>409</lpage>. <pub-id pub-id-type="doi">10.1075/ijcl.17.3.04har</pub-id>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B19"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Klein</surname>, <given-names>Josef</given-names></string-name> (<year>2016</year>): <chapter-title>Politische Semantik/semantische K&#228;mpfe</chapter-title>. In: <string-name><surname>J&#228;ger</surname>, <given-names>Ludwig</given-names></string-name> et al. (Hrsg.): <source>Sprache &#8211; Kultur &#8211; Kommunikation</source>. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>, <fpage>607</fpage>&#8211;<lpage>616</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B20"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Klein</surname>, <given-names>Josef</given-names></string-name> (<year>2017</year>): <chapter-title>Saliente S&#228;tze</chapter-title>. In: <string-name><surname>Roth</surname>, <given-names>Kersten S.</given-names></string-name> / <string-name><surname>Wengeler</surname>, <given-names>Martin</given-names></string-name> / <string-name><surname>Ziem</surname>, <given-names>Alexander</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Handbuch Sprache in Politik und Gesellschaft</source>. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>, <fpage>139</fpage>&#8211;<lpage>164</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B21"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Krasner</surname>, <given-names>Stephen</given-names></string-name> (<year>1982</year>): <chapter-title>Structural Causes and Regime Consequences: Regimes as Intervening Variables</chapter-title>. In: <source>International Organization</source> <volume>36</volume>: <issue>2</issue>, <fpage>185</fpage>&#8211;<lpage>205</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B22"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Linke</surname>, <given-names>Angelika</given-names></string-name> / <string-name><surname>Nussbaumer</surname>, <given-names>Markus</given-names></string-name> (<year>2000</year>): <chapter-title>Konzepte des Impliziten: Pr&#228;suppositionen und Implikaturen</chapter-title>. In: <string-name><surname>Brinker</surname>, <given-names>Klaus</given-names></string-name> et al. (Hrsg.), <source>Text- und Gespr&#228;chslinguistik</source>. 1. Halbband. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>, <fpage>435</fpage>&#8211;<lpage>448</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B23"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Meier</surname>, <given-names>Simon</given-names></string-name> / <string-name><surname>Viehauser</surname>, <given-names>Gabriel</given-names></string-name> / <string-name><surname>Sahle</surname>, <given-names>Patrick</given-names></string-name> (Hrsg.) (<year>2020</year>): <source>Rekontextualisierung als Forschungsparadigma des Digitalen</source>. <publisher-loc>Norderstedt</publisher-loc>: <publisher-name>BoD</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B24"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>M&#252;ller</surname>, <given-names>Marcus</given-names></string-name> (<year>2007</year>): <source>Geschichte &#8211; Kunst &#8211; Nation. Die sprachliche Konstituierung einer &#8218;deutschen&#8216; Kunstgeschichte aus diskursanalytischer Sicht</source>. <publisher-loc>Berlin / New York</publisher-loc>: <publisher-name>Walter de Gruyter</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B25"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>M&#252;ller</surname>, <given-names>Marcus</given-names></string-name> (<year>2015</year>): <source>Sprachliches Rollenverhalten: Korpuspragmatische Studien zu divergenten Kontextualisierungen in M&#252;ndlichkeit und Schriftlichkeit</source>. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B26"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>M&#252;ller</surname>, <given-names>Marcus</given-names></string-name> (<year>2020</year>): <chapter-title>Kontextualisierung in der Re-Kontextualisierung</chapter-title>. In: <string-name><surname>Meier</surname>, <given-names>Simon</given-names></string-name> / <string-name><surname>Viehauser</surname>, <given-names>Gabriel</given-names></string-name> / <string-name><surname>Sahle</surname>, <given-names>Patrick</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Rekontextualisierung als Forschungsparadigma des Digitalen</source>. <publisher-loc>Norderstedt</publisher-loc>: <publisher-name>BoD</publisher-name>, <fpage>45</fpage>&#8211;<lpage>54</lpage></mixed-citation></ref>
<ref id="B27"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>M&#252;ller</surname>, <given-names>Marcus</given-names></string-name> / <string-name><surname>Bartsch</surname>, <given-names>Sabine</given-names></string-name> / <string-name><surname>Zinn</surname>, <given-names>Jens O.</given-names></string-name> (<year>2021</year>): <article-title>Communicating the unknown. An interdisciplinary annotation study of uncertainty in the coronavirus pandemic</article-title>. In: <source>International Journal of Corpus Linguistics</source>, <volume>26</volume>: <issue>4</issue>, <fpage>498</fpage>&#8211;<lpage>531</lpage>. <pub-id pub-id-type="doi">10.1075/ijcl.21096.mul</pub-id>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B28"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>M&#252;ller</surname>, <given-names>Marcus</given-names></string-name> / <string-name><surname>Behr</surname>, <given-names>Hartmut</given-names></string-name> / <string-name><surname>Steffek</surname>, <given-names>Jens</given-names></string-name> (<year>2019</year>): <chapter-title>The discursive formation of key terms in International Relations</chapter-title>. In: <string-name><surname>Andersen</surname>, <given-names>&#216;ivin</given-names></string-name> / <string-name><surname>Schubert</surname>, <given-names>Klaus</given-names></string-name> / <string-name><surname>Simonn&#230;s</surname>, <given-names>Ingrid</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>New Challenges for Research on Language for Special Purposes</source>. <publisher-loc>Berlin</publisher-loc>: <publisher-name>Frank &amp; Timme</publisher-name>, <fpage>105</fpage>&#8211;<lpage>120</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B29"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>M&#252;ller</surname>, <given-names>Marcus</given-names></string-name> / <string-name><surname>Mell</surname>, <given-names>Ruth</given-names></string-name> (<year>2020</year>): <chapter-title>Zwischen Fach und Wort. Fragen, Methoden und Erkenntnisse der Terminologiedynamik</chapter-title>. In: <string-name><surname>Bopp</surname>, <given-names>Dominika</given-names></string-name> et al. (Hrsg.): <source>W&#246;rter &#8211; Zeichen der Ver&#228;nderung</source>. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>, <fpage>191</fpage>&#8211;<lpage>208</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B30"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>M&#252;ller</surname>, <given-names>Marcus</given-names></string-name> / <string-name><surname>Mell</surname>, <given-names>Ruth M.</given-names></string-name> (<year>2021</year>): <article-title>&#8216;Risk&#8217; in Political Discourse. A Corpus Approach to Semantic Change in German Bundestag Debates</article-title>. In: <source>International Journal of Risk Research</source> (online first). <pub-id pub-id-type="doi">10.1080/13669877.2021.1913631</pub-id>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B31"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Niehr</surname>, <given-names>Thomas</given-names></string-name> (<year>2019</year>): <article-title>&#8222;Mit Rechten sprechen&#8220; &#8211; Versuch einer Ann&#228;herung aus politolinguistischer Sicht</article-title>. In: <source>Zeitschrift f&#252;r Angewandte Linguistik</source> <volume>70</volume>, <fpage>1</fpage>&#8211;<lpage>18</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B32"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Pearson</surname>, <given-names>Jennifer</given-names></string-name> (<year>1998</year>): <source>Terms in Context</source>. <publisher-loc>Amsterdam</publisher-loc>: <publisher-name>John Benjamins</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B33"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Roelcke</surname>, <given-names>Thorsten</given-names></string-name> (<year>2005</year>): <source>Fachsprachen</source>. (<edition>2. Auflage</edition>). <publisher-loc>Berlin</publisher-loc>: <publisher-name>Erich Schmidt</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B34"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Roelcke</surname>, <given-names>Thorsten</given-names></string-name> (<year>2013</year>): <source>Definitionen und Termini. Quantitative Studien zur Konstituierung von Fachwortschatz</source>. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B35"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Sager</surname>, <given-names>Juan C.</given-names></string-name> (<year>1990</year>): <source>A Practical Course in Terminology Processing</source>. <publisher-loc>Amsterdam</publisher-loc>: <publisher-name>John Benjamins</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B36"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Schnedermann</surname>, <given-names>Theresa</given-names></string-name> (<year>2021</year>): <source>Die Macht des Definierens. Eine diskurslinguistische Typologie am Beispiel des Burnout-Ph&#228;nomens</source>. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B37"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Steffek</surname>, <given-names>Jens</given-names></string-name> / <string-name><surname>M&#252;ller</surname>, <given-names>Marcus</given-names></string-name> / <string-name><surname>Behr</surname>, <given-names>Hartmut</given-names></string-name> (<year>2021</year>): <chapter-title>Terminological Entrepreneurs and Discursive Shifts in International Relations: How a Discipline Invented the &#8220;International Regime&#8221;</chapter-title>. In: <source>International Studies Review</source> <volume>23</volume>: <issue>1</issue>, <fpage>30</fpage>&#8211;<lpage>58</lpage>, <pub-id pub-id-type="doi">10.1093/isr/viaa003</pub-id>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B38"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Stein</surname>, <given-names>Stephan</given-names></string-name> (<year>2017</year>): <chapter-title>Phraseologismen</chapter-title>. In: <string-name><surname>Roth</surname>, <given-names>Kersten Sven</given-names></string-name> / <string-name><surname>Wengeler</surname>, <given-names>Martin</given-names></string-name> / <string-name><surname>Ziem</surname>, <given-names>Alexander</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Handbuch Sprache in Politik und Gesellschaft</source>. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>, <fpage>116</fpage>&#8211;<lpage>138</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B39"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Stopfner</surname>, <given-names>Maria</given-names></string-name> (<year>2017</year>): <chapter-title>Institutionen als Handlungsfeld I: Legislative</chapter-title>. In: <string-name><surname>Roth</surname>, <given-names>Kersten Sven</given-names></string-name> / <string-name><surname>Wengeler</surname>, <given-names>Martin</given-names></string-name> / <string-name><surname>Ziem</surname>, <given-names>Alexander</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Handbuch Sprache in Politik und Gesellschaft</source>. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>, <fpage>371</fpage>&#8211;<lpage>397</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B40"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Temmerman</surname>, <given-names>Rita</given-names></string-name> (<year>2000</year>): <source>Towards new ways of terminology description. The socio-cognitive approach</source>. <publisher-loc>Amsterdam / Philadelphia</publisher-loc>: <publisher-name>John Benjamins</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B41"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Wenger</surname>, <given-names>Etienne</given-names></string-name> (<year>1998</year>): <source>Communities of practice. Learning, meaning, and identity</source>. <publisher-loc>Cambridge</publisher-loc>: <publisher-name>Cambridge University Press</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B42"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>W&#252;ster</surname>, <given-names>Eugen</given-names></string-name> (<year>1991</year>): <source>Einf&#252;hrung in die allgemeine Terminologielehre und terminologische Lexikographie</source>. <publisher-loc>Bonn</publisher-loc>: <publisher-name>Romanistischer Verlag</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
</ref-list>
<sec>
<title>Biografische Notiz</title>
<p>Marcus M&#252;ller ist Professor f&#252;r Germanistik &#8211; Digitale Linguistik an der Technischen Universit&#228;t Darmstadt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten geh&#246;ren digitale Diskursanalyse, Korpuslinguistik, Wissenschaftsdiskurse, grammatische Variation sowie Sprache und Kunst. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind empirische Terminologieforschung, &#246;ffentliche Risikodiskurse in Deutschland und Gro&#223;britannien und heuristische Praktiken in wissenschaftlichen Texten.</p>
</sec>
</back>
</article>
