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<journal-title>Zeitschrift Korpora Deutsch als Fremdsprache</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<article-id pub-id-type="doi">10.48694/tujournals-4319</article-id>
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<subject>Thematic issue articles</subject>
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<article-title>DAS DIDAKTISCHE POTENTIAL KORPUSBASIERTER GESPR&#196;CHSANALYSE IM UNIVERSIT&#196;REN DAF-UNTERRICHT</article-title>
<subtitle>Ausdruck und Wirkung verbaler Empathie in den narrativen Interviews <italic>Flucht und Emigration nach Gro&#223;britannien</italic> von Eva-Maria Th&#252;ne</subtitle>
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<surname>Gensini</surname>
<given-names>Sabine E. Koesters</given-names>
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<email>Sabine.Koesters@uniroma1.it</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Sapienza Universit&#224; di Roma</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2025-07-17">
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<month>07</month>
<year>2025</year>
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<year>2025</year>
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<fpage>54</fpage>
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<copyright-year>2025</copyright-year>
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<abstract>
<p>In diesem Aufsatz wird die Hypothese aufgestellt, dass DaF-Lernenden anhand von Korpora und deren Behandlung im Unterricht gezielt ein Sprachverhalten erfahrbar gemacht werden kann, das sie selbst noch erlernen m&#252;ssen. Dies soll am Beispiel des sprachlichen Ausdrucks von Empathie im Dialog und hier speziell in einigen Interviews, die Eva-Maria Th&#252;ne in ihrem Forschungsprojekt zum Kindertransport nach Gro&#223;britannien w&#228;hrend des Nationalsozialismus gef&#252;hrt hat, empirisch belegt werden. Zu diesem Zweck wird das Thema eingef&#252;hrt, das Konzept der Empathie linguistisch verortet, das Korpus vorgestellt und schlie&#223;lich eine erste Typologie empathischen Sprach- und Interviewverhaltens erarbeitet.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p>In this article, the hypothesis is put forward that GFL learners can be specifically taught language behaviour that they still have to learn themselves by means of corpora and their treatment in class. This is empirically proven using the example of the linguistic expression of empathy in dialogue and here specifically in some interviews conducted by Eva-Maria Th&#252;ne in her research project on Kindertransport (the transport of children to Great Britain during National Socialism). To this end, the argument is introduced, the concept of empathy is located linguistically, the corpus is presented and finally an initial typology of empathic language and interview behaviour is developed.</p>
</trans-abstract>
<kwd-group>
<kwd>Kindertransport</kwd>
<kwd>sprachliche Empathie</kwd>
<kwd>narrative autobiographische Interviews</kwd>
<kwd>Korpusarbeit im DaF-Unterricht</kwd>
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<kwd>Kindertransport</kwd>
<kwd>linguistic empathy</kwd>
<kwd>narrative autobiographical interviews</kwd>
<kwd>corpus-based lessons in German as a foreign language lessons</kwd>
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<title>1. Einleitung</title>
<p>Seit der Ver&#246;ffentlichung der &#8222;Leitlinien des universit&#228;ren und akademischen Ausbildungsweges Lehrender im Bereich der Mittel- und Oberschulen&#8220;<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> im September 2023 und dem im <italic>Anhang A</italic> beschriebenen &#8222;Profil der lehrbef&#228;higten Personen, ihrer beruflichen Kompetenzen und beruflichen Mindeststandards&#8220; ist an vielen italienischen Hochschulen und Lehrerverb&#228;nden die Diskussion dar&#252;ber entfacht, wie diese abstrakt formulierten Anforderungen konkret an das zuk&#252;nftige Lehrpersonal vermittelt werden k&#246;nnen. Es ist hier nicht der geeignete Rahmen daf&#252;r, diese Debatte aufzugreifen und so sei allein darauf hingewiesen, dass auch im Bereich der (Fremd-) Sprachendidaktik an vielen Universit&#228;ten die Notwendigkeit einer Neuorientierung der universit&#228;ren Bildungsziele erkannt worden ist. Dabei scheint ein grunds&#228;tzlicher Konsens dar&#252;ber zu bestehen, dass neben der Vermittlung der sprachlichen und metasprachlichen Kompetenzen besonders der pragmatisch angemessene Gebrauch der Fremdsprache zu f&#246;rdern ist, wobei nicht nur (inter)kulturelle Aspekte behandelt werden sollten, sondern auch ein bewusstes sozial-emotionales Sprachverhalten zielgerichtet nahezubringen ist. Auch in Deutschland wird diese Thematik nach wie vor diskutiert, wie der Aufsatz von Kilian und Marx (<xref ref-type="bibr" rid="B3">2020</xref>) zeigt. Hier geht es um emotional bewusste Sprachkompetenz im Lehrverhalten in Form von Empathie, dem Schl&#252;sselkonzept dieses Aufsatzes. Es folgt ein Kernzitat aus dieser Studie:</p>
<disp-quote>
<p>Empathie [ist] als Teil der professionellen Kompetenz von Lehrerinnen und Lehrern als F&#228;higkeit zu begreifen, eine sprachliche Passung zwischen dem Gegenstand und dem Sch&#252;ler herstellen zu k&#246;nnen. [&#8230;] Aus heutiger Sicht f&#228;chert sich das Konzept weiter aus und schlie&#223;t neben kognitiver Empathie, auch die professionelle Reduktion von Empathie, die F&#228;higkeit zur Rekonstruktion von Schu&#776;lerwissen als lernstandsdiagnostische Kompetenz, aber auch das Lehr-Lernziel Sozialkompetenz von Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lerinnen (sic!) sowie die Etablierung individueller Bezugsnormen bei der leistungsf&#246;rdernden Bewertung/Benotung mit ein. (<xref ref-type="bibr" rid="B3">Kilian / Marx 2020: 510</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Auch wenn hier aus der Perspektive des muttersprachlichen Unterrichts argumentiert wird, gelten die oben angef&#252;hrten &#220;berlegungen ebenfalls, wenn nicht potenziert, f&#252;r den fremdsprachlichen Unterricht und dies sowohl in der Schule als auch in der Universit&#228;t. Bevor angehende LehrerInnen professionell Empathie aus&#252;ben k&#246;nnen, m&#252;ssen sie selbst eine auf Empathie gest&#252;tzte Sprachkompetenz erwerben und dies kann (nicht nur) in der Fremdsprache keineswegs als gegeben vorausgesetzt werden. Um diese Kompetenz zu vermitteln, bietet sich der Einsatz von thematisch und sprachlich geeigneten Korpora an, anhand derer Studierende gezielt die emotionale Wirkung sprachlichen Verhaltens nachvollziehen, untersuchen und verstehen lernen k&#246;nnen &#8211; und dies auch wenn sie selbst (noch) nicht in der Lage sind, selbst entsprechende Gespr&#228;che zu f&#252;hren.</p>
<p>Das hier untersuchte Korpus <italic>Flucht und Emigration nach Gro&#223;britannien</italic>, das von Eva-Maria Th&#252;ne zusammengestellt und am Leibniz-Institut f&#252;r Deutsche Sprache (IDS) Mannheim f&#252;r Forschungszwecke zug&#228;nglich ist<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref>, erscheint in diesem Rahmen besonders geeignet. Anhand des Korpus, so die Hypothese dieses Aufsatzes, kann Studierenden nicht nur ein besonders wichtiges Kapitel deutscher und europ&#228;ischer Geschichte aus einer neuen und somit thematisch sicherlich motivierenden Perspektive vermittelt werden, sondern auch exemplarisch der Ausdruck und die Wirkung eines pragmatisch und emotional sensiblen Sprachverhaltens als Beispiel f&#252;r eine empathische Gespr&#228;chsf&#252;hrung vorgestellt und erarbeitet werden.</p>
<p>Um diese These argumentativ zu entwickeln, soll im Folgenden (Abschnitt 1) zun&#228;chst das Konzept der Empathie kurz allgemein und sprachwissenschaftlich verortet werden, dann (Abschnitt 2) das hier untersuchte Korpus im Ganzen vorzustellen und seine kulturgeschichtliche Bedeutung anzudeuten. Anschlie&#223;end (Abschnitt 3) werden im Hauptteil des Artikels einige sprachliche Strategien vorgestellt, durch die die Interviewerin Eva-Maria Th&#252;ne konstant eine enge emotionale, auf Empathie basierende N&#228;he zu ihren Gespr&#228;chspartnerInnen bewahrt. Abschlie&#223;end (Abschnitt 4) soll die Untersuchung dann ausgewertet und ein Ausblick auf weiterf&#252;hrende Arbeiten mit diesem Korpus angeboten werden.</p>
</sec>
<sec>
<title>2. Empathie als Grundlage (sprachlicher) Kommunikation</title>
<p>Ausgehend vom allgemeinen Sprachgebrauch kann unter dem Begriff <italic>Empathie</italic> die &#8222;Bereitschaft und F&#228;higkeit [verstanden werden], sich in die Einstellungen anderer Menschen einzuf&#252;hlen&#8220; (<italic>Duden online</italic>)<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref>. Bedeutend erscheint in dieser Definition das Zusammenspiel des Willens (&#8222;Bereitschaft&#8220;) und des K&#246;nnens (&#8222;F&#228;higkeit&#8220;) zur Empathie, wobei diese aus einer rein emotionalen Perspektive verstanden wird. In diesem Sinne greift das DWDS weiter, indem hier Empathie als &#8222;F&#228;higkeit, die Gef&#252;hle, Gedanken und Motive (Beweggr&#252;nde) eines anderen Wesens zu erkennen, eine F&#228;higkeit, die Gef&#252;hle eines anderen Wesens nachzuempfinden&#8220; und somit als ein Zusammenspiel emotionaler (&#8222;nachempfinden&#8220;), aber auch kognitiver (&#8222;erkennen&#8220;) Faktoren beschrieben wird<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref>. Bereitschaft und F&#228;higkeit, Emotionalit&#228;t und Kognition sollen aus dem allgemeinen Sprachgebrauch in den hier vertretenen Zugang zum Konzept der Empathie einflie&#223;en<xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref>.</p>
<p>Im sprachwissenschaftlichen Bereich erscheint die Definition Fiehlers (<xref ref-type="bibr" rid="B1">1990: 132</xref>) beachtenswert. Er befasst sich mit Empathie in Rahmen seiner Betrachtungen zur &#8222;projektiven Erlebnisthematisierung&#8220;, unter der er die &#8222;Thematisierung&#8220; eines &#8222;vermutete[n], gegenw&#228;rtige[n] oder vergangene[n] Erleben[s] einer anderen Person, speziell des Interaktionspartners&#8220; versteht. Mit dieser Auffassung erweitert er seine vorherige Perspektive, welche zuvor vorwiegend auf die Thematisierung des &#8222;eigenen Erlebens&#8220; des Sprechenden beschr&#228;nkt war. Der wiederholte Gebrauch des Wortes &#8222;Thematisierung&#8220; evoziert jedoch einen vorwiegend expliziten, wenn auch &#8222;unterschiedlich deutlichen&#8220; (ebd.: 133) Ausdruck der Empathie, der der Komplexit&#228;t des Empathieausdrucks in der Kommunikation nur bedingt gerecht zu werden scheint.</p>
<p>Zur Grundlegung eines linguistischen Forschungsprogramms zur Empathie beizutragen, das setzen sich Katharina Jacob, Klaus-Peter Konerding und Wolf-Andreas Liebert als Herausgeber des interessanten Sammelbandes <italic>Sprache und Empathie</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B2">2020</xref>) zum Ziel. Den Ausgangspunkt ihrer Untersuchung sehen die Herausgeber dabei in einer gelingenden, d.h. &#8222;kooperativen Kommunikation&#8220;.</p>
<disp-quote>
<p>Damit Kommunikation gelingen kann, ist nicht nur die wechselseitige Ber&#252;cksichtigung und &#220;berpr&#252;fung von expliziten und impliziten Pra&#776;suppositionssystemen durch die jeweiligen Kommunikanten unerl&#228;sslich, sondern auch ein Signalisieren und Ratifizieren von Verstehen und Vertrauen auf der phatischen, somatischen und emotiven Ebene, dies in notwendiger Erg&#228;nzung zu einem rein kognitiven Erfassen der Relevanz- bzw. Referenzsysteme jeweiliger Interaktionspartner*innen. (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Jacob / Konerding / Liebert 2020: 1</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>F&#252;r die hier vorliegende Untersuchung erweist sich besonders die Erweiterung der Perspektive von einer reinen Ausdrucksdimension der Sprechenden auf eine interaktionale Ausdrucks- und Verstehensperspektive vielversprechend. So wird hier Empathie zurecht als eine &#8222;komplexe kommunikative Praktik&#8220; verstanden, die</p>
<disp-quote>
<p>somatische und emotive sowie kognitive Resonanzen einschlie&#223;t und so eine holistische Simulation im Sinne einer dimensional differenzierbaren komplexen &#8218;Einf&#252;hlung&#8216; in die situativ-existentiellen Befindlichkeiten, Dispositionen und Lebensvollzu&#776;ge, Bed&#252;rfnisse und Reaktanzen jeweiliger Interaktionspartner* innen oder -objekte erm&#246;glicht. [&#8230;] Entsprechend ist empathisches Kommunizieren in actu weniger ein bewusst reflektiertes und explizit artikuliertes Prinzip als vielmehr eine strukturierende Ressource, die zwischen den Kommunikanten praktiziert wird. [&#8230;] In der Face-to-face-Kommunikation zeigt sich die Empathie zwischen den Kommunikanten unmittelbar im Vollzug der Interaktion. (ebd.: 3)</p>
</disp-quote>
<p>Wenn empathisches Kommunizieren grunds&#228;tzlich zurecht als ein &#8222;in actu weniger bewusst reflektiertes&#8220; Prinzip bezeichnet wird, so ist doch davon auszugehen, dass diesbez&#252;glich graduelle Unterschiede zwischen verschiedenen Kommunikationsformen und -situationen bestehen. So kann die Hypothese aufgestellt werden, dass in Interviewsituationen, wie sie im hier untersuchten Korpus vorliegen, ein grunds&#228;tzlich bewussteres Sprachverhalten vorliegt als in st&#228;rker spontanen und unbelasteten Gespr&#228;chen<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref>. Dabei wird empathisches Kommunizieren durchaus nicht immer explizit artikuliert, sondern fungiert vielmehr als eine die Interaktion strukturierende Ressource. Auch dieses Merkmal empathischer Kommunikation kommt im hier untersuchten Sprachmaterial deutlich zum Ausdruck. Kupetz (<xref ref-type="bibr" rid="B4">2020</xref>) weist in diesem Rahmen zurecht auf das enge Zusammenspiel von verbalen, kinetischen, prosodischen und stimmlichen Merkmalen der empathischen Interaktion hin und bereichert die Diskussion besonders durch den Hinweis darauf, dass Empathiedarstellungen ein wichtiges Mittel sein k&#246;nnen, um die Gespr&#228;chsf&#228;higkeit einer belasteten Person wiederherzustellen.</p>
<disp-quote>
<p>Stellt ein Interaktionsteilnehmer oder eine Interaktionsteilnehmerin <italic>in situ</italic> einen physisch und/oder emotional stark beanspruchenden Zustand dar, so wird eine lokale, also eine im direkten sequentiellen Verlauf anschlie&#223;ende Behandlung dieses Zustands notwendig. Diese interaktionale Behandlung kann [&#8230;] in der Orientierung der nicht-betroffenen Person an der Situation der betroffenen Person durch die Darstellung von Verstehen, Versta&#776;ndnis, Mitgefu&#776;hl oder auch Trost &#8211; kurzum: Empathie &#8211; liegen. Empathiedarstellungen ko&#776;nnen also so situiert sein, dass sie lokal einen Umgang mit der <italic>in situ</italic> Kontextualisierung von Betroffenheit ausmachen, damit Gespra&#776;chsfa&#776;higkeit wiederhergestellt ist. (ebd.:149)</p>
</disp-quote>
<p>Auch die Funktion der Empathiedarstellung als Wiederherstellung der Gespr&#228;chsf&#228;higkeit offenbart sich deutlich in den hier untersuchten Interaktionen.</p>
<p>Speziell dem Gespr&#228;chsverlauf ist die Untersuchung von Pfa&#776;nder / Gu&#776;lich (<xref ref-type="bibr" rid="B5">2013</xref>) gewidmet. In diesem Beitrag steht eine konversationsanalytische Perspektive im Vordergrund, die die Autoren dazu veranlassen, das Konzept <italic>Empathie</italic> als Sprecheraktivit&#228;t in &#8222;Empathieangebote machen&#8220; zu operationalisieren, welche sie folgenderma&#223;en definieren<xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref>:</p>
<disp-quote>
<p>Empathieangebote machen bedeutet [&#8230;] den inneren Zustand einer anderen Person erkennen, ihn relevant zu setzen und nachempfinden zu wollen, einschlie&#223;lich ihrer Gedanken und Empfindungen, und diesen Wunsch (oder dieses Bestreben) auch konversationell zu verdeutlichen und sich dann [&#8230;] intuitiv oder mittels Zuh&#246;ren und Nachfragen in die Situation eines anderen hineinzugeben. (ebd.: 435)</p>
</disp-quote>
<p>Somit erweitern die Autoren die bisher skizzierte Diskussion um die Perspektive auf alle an der Konversation beteiligten Personen (Sprechende und Zuh&#246;rende) und k&#246;nnen dadurch auch der Wirkung der Empathie die ihr geb&#252;hrende Relevanz zuschreiben.</p>
<p>Wenn also aus einer theoretischen Perspektive nicht zu bezweifeln ist, dass Empathie eine interaktionale Kommunikationsressource darstellt, die alle interagierenden Personen somatisch, kinetisch und sprachlich ausdr&#252;cken, so erlaubt das hier untersuchte Korpus allein die Untersuchung der (para)sprachlich ge&#228;u&#223;erten Komponente, d.h.</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>- der Prosodie, der Stimmqualit&#228;t, Sprechgeschwindigkeit und Lautst&#228;rke;</p></list-item>
<list-item><p>- der Gespr&#228;chs- und Lautsignale und Pausen;</p></list-item>
<list-item><p>- der metalinguistischen &#196;u&#223;erungen und Paraphrasen;</p></list-item>
<list-item><p>- der weiterf&#252;hrenden Fragen und Vertiefungen;</p></list-item>
<list-item><p>- der Formeln;</p></list-item>
<list-item><p>- der Zustandsbeschreibungen und Fortf&#252;hrungen;</p></list-item>
<list-item><p>- der Zweiterz&#228;hlungen, Gespr&#228;chsabbr&#252;che und Themenwechsel;</p></list-item>
<list-item><p>- der monolog- oder dialogartigen Erz&#228;hlung;</p></list-item>
<list-item><p>- den gleichartig sprachlich ge&#228;u&#223;erten Reaktionen der Interagierenden.</p></list-item>
</list>
<p>Auf Grund des didaktischen Schwerpunktes und des begrenzten Rahmens dieses Artikels werden im Folgenden ausschlie&#223;lich die rein verbalen sprachlichen Mittel der Interviewerin vorgestellt<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref>. Dem soll jedoch eine kurze Vorstellung des untersuchten Korpus vorangehen.</p>
</sec>
<sec>
<title>3. Das Korpus <italic>Flucht und Emigration nach Gro&#223;britannien</italic> und das Interesse dieses Korpus f&#252;r den (universit&#228;ren) DaF-Unterricht</title>
<p>Die folgenden Untersuchungen basieren auf dem auf dem IDS Portal ver&#246;ffentlichten Korpus <italic>Flucht und Emigration nach Gro&#223;britannien</italic> (FEGB), das Eva-Maria Th&#252;ne (Universit&#228;t Bologna, Italien) w&#228;hrend eines Forschungsaufenthaltes als Fellow in Cambridge 2017 im Gro&#223;raum London und anderen St&#228;dten Gro&#223;britanniens aufgenommen hat. Es handelt sich um 42 narrative Interviews mit &#252;berwiegend j&#252;dischen Emigranten, die in den drei&#223;iger Jahren auf Grund der nationalsozialistischen Verfolgungen Deutschland, &#214;sterreich und die damalige Tschechoslowakei verlassen mussten, wobei circa di H&#228;lfte im Rahmen des sogenannten &#8218;Kindertransportes&#8216; nach Gro&#223;britannien emigriert sind<xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref>. Die Interviews fanden also 70 bis 80 Jahre nach der Immigration statt und hatten das von der Interviewerin erkl&#228;rte Ziel, die sprachliche und kulturelle Identit&#228;t dieser Menschen zu verstehen und dokumentieren (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">Th&#252;ne 2019: 19</xref>). Die Gespr&#228;che wurden vorwiegend in den Privatwohnungen der Interviewten gef&#252;hrt und sind unterschiedlich lang (45 Minuten bis &#252;ber 2 Stunden). Themenschwerpunkte sind der Sprachwechsel vom Deutschen ins Englische, der Spracherwerb des Englischen und die Spracherhaltung des Deutschen, die Sprachtradition in der Familie, aber auch Motive wie Kindheitserinnerungen, Erfahrungen von Antisemitismus, Flucht/Emigration, Neuanfang, kulturelle Umorientierung, Kontakt und Reisen in deutschsprachige L&#228;nder nach dem 2. Weltkrieg finden in den Interviews Platz<xref ref-type="fn" rid="n10">10</xref>. Einige Erz&#228;hlende sprechen nach wie vor Standarddeutsch, der Gro&#223;teil hingegen Deutsch mit einem deutlichen Einfluss des Englischen, was auch durch Code-Switching und -Mixing zum Ausdruck kommt. Die Gesamtdauer der Interviews betr&#228;gt 3876 Minuten, d.h. ca. 64 Stunden (2189 Minuten mit ehemaligen Kindern des Kindertransports und 1687 Minuten mit Personen, die nicht &#252;ber den Kindertransport nach Gro&#223;britannien emigriert sind)<xref ref-type="fn" rid="n11">11</xref>.</p>
<p>Bereits aus diesen Angaben geht deutlich das au&#223;erordentliche und vielschichtige Interesse dieses Korpus auch f&#252;r den Einsatz im schulischen und universit&#228;ren (DaF-)Unterricht hervor. Thematisch handelt es sich bei dem Kindertransport, der etwa 10.000 damaligen Kindern und Jugendlichen das Leben rettete, um ein nach wie vor recht wenig bekanntes Kapitel der deutschen und europ&#228;ischen Geschichte, das Lehrenden ebenso wie Lernenden einen neuen Zugang zur Behandlung des Nationalsozialismus und seinen sozialpolitischen, kulturellen, psychologischen und linguistischen Folgen er&#246;ffnen kann<xref ref-type="fn" rid="n12">12</xref>. Der Umstand, dass es sich hier um Zeitzeugen handelt, die von Kindheitserinnerungen, ihrer Migration, ihrem komplexen Verh&#228;ltnis zu Deutschland und zur deutschen Sprache, ihrer durch Mehrsprachigkeit und -kulturalit&#228;t gekennzeichneten (Sprach)Biographie erz&#228;hlen, motiviert DaF-Lernende nach eigenen Erfahrungen erheblich und f&#246;rdert, trotz der geschichtlichen, zeitlichen und kulturellen Unterschiede, eine zun&#228;chst unerwartet starke Identifizierung mit den Erz&#228;hlenden und erh&#228;lt dadurch einen besonderen menschlichen und sozialgeschichtlichen Wert.</p>
<p>Auch die Tatsache, dass hier nicht nur Standarddeutsch dokumentiert ist, sondern ebenfalls Einfl&#252;sse aus dem Englischen, der in der Regel ersten Fremdsprache der DaF-Lernenden in Italien, wahrnehmbar sind, wirkt sich nach eigenen Erfahrungen ansprechend aus und regt zu metalinguistischen &#220;berlegungen an, die anhand traditioneller Lehrmaterialien nur schwer hervorzurufen w&#228;ren. Die Anteilnahme an der Lebensgeschichte der Erz&#228;hlenden erweckt zudem ein besonderes Interesse f&#252;r die Interviewerin, der es offensichtlich gelungen ist, binnen k&#252;rzester Zeit ein Klima der Vertrautheit und des Vertrauens zwischen den InteraktionspartnerInnen zu schaffen. Genau diese Atmosph&#228;re hat es dann den interviewten Personen erm&#246;glicht, ihre Sprachhindernisse, eventuelle Erinnerungsl&#252;cken, wenn nicht innere Widerst&#228;nde, gewisse schmerzhafte Erinnerungen wieder zu beleben, zu &#252;berwinden und mit einer bis vor kurzer Zeit noch fremden Frau zu teilen. Aus diesem Grunde soll im Folgenden das Sprachverhalten der Interviewerin vertieft und beispielhaft kommentiert werden, wobei es speziell um die Art gehen soll, auf die in diesen Interviews Empathie hergestellt und konstant bewahrt wird. Diesbez&#252;glich m&#252;ssen wir uns hier, wie angedeutet, auf den verbalen Teil der Interaktion beschr&#228;nken und beziehen uns allein auf die Interviews mit Ruth Barnett (*1935 in Berlin, Emigration nach Gro&#223;britannien 1939 mit dem Kindertransport), Bea Green (*1925 in M&#252;nchen, Emigration nach Gro&#223;britannien 1939 mit dem Kindertransport), Leslie Baruch Brent (* 1925 in Koszalin/Westpommern, Emigration nach Gro&#223;britannien Ende 1938/Anfang 1939 mit dem Kindertransport) und Herbert Haberberg (*1924 in L&#252;nen, Emigration nach Gro&#223;britannien 1939 mit dem Kindertransport).</p>
</sec>
<sec>
<title>4. Empathisches Sprachverhalten im Korpus <italic>Flucht und Emigration nach Gro&#223;britannien</italic></title>
<p>Im Folgenden soll das Gespr&#228;chsverhalten der Interviewerin Eva-Maria Th&#252;ne untersucht werden. Nach eigenen Angaben beruht dieses auf dem Bewusstsein, dass &#8222;Spracherleben [&#8230;] nicht neutral, [sondern] mit emotionalen Erfahrungen verbunden [ist], damit ob man sich in einer Sprache wohlf&#252;hlt oder nicht&#8220; (Busch 2013: 19 in <xref ref-type="bibr" rid="B7">Th&#252;ne 2019: 13-14</xref>). So geht die Interviewerin davon aus, dass die sprachliche Situation und die mit der deutschen Sprache verbundenen Erinnerungen ihrer Gespr&#228;chspartnerInnen durchaus nicht neutral, sondern in unterschiedlichem Grad belastet sind. Exemplarisch sind hierzu die folgenden Worte:</p>
<disp-quote>
<p>Dass das Deutsche fu&#776;r die Kinder, die nach Gro&#223;britannien kamen, eine belastete Sprache war, kennzeichnet das Verha&#776;ltnis zu dieser Sprache das ganze Leben lang. Sie wird vergessen, abgelehnt, wiedergewonnen, aber niemandem ist sie vo&#776;llig gleichgu&#776;ltig. Das gilt sowohl fu&#776;r die Kinder des Kindertransports als auch fu&#776;r die, die mit jemand anderem (im besten Fall einem Elternteil) gekommen sind. Tatsa&#776;chlich ist die Einstellung zum Deutschen, zur deutschen Kultur ganz unterschiedlich. (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Th&#252;ne 2019: 20-21</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Vermutlich tr&#228;gt besonders dieses Bewusstsein dazu bei, dass die Interviewerin stets bereit ist, die Belastung ihrer Gespr&#228;chspartnerInnen durch eine konstant empathische Gespr&#228;chsf&#252;hrung so weit wie m&#246;glich zu kompensieren. Der kontinuierliche und vielf&#228;ltige Ausdruck der Empathie sowohl in ihren Gespr&#228;chsanteilen als auch in ihrem Verhalten als Interviewerin hilft den interviewten Personen, nicht nur linguistische, sondern ebenso emotionale und kognitive H&#252;rden zu &#252;berwinden. Dieses, wiederum, erm&#246;glicht den Erz&#228;hlenden eine sehr ergiebige und sie selbst erf&#252;llende Schilderung ihrer Sprachbiographie und der Interviewerin die Verwirklichung ihrer wissenschaftlichen Zielsetzung unter Bewahrung eines ethisch vorbildlichen Verhaltens<xref ref-type="fn" rid="n13">13</xref>. Im Folgenden soll nun aufgezeigt werden, welche spezifischen sprachlichen Mittel hierzu verwendet und wie diese von ihren Gespr&#228;chspartnerInnen aufgenommen werden. Auf diese Weise kann eine erste Typologie der Gespr&#228;chsstrategien zum sprachlichen Ausdruck von Empathie vorgestellt werden.</p>
<sec>
<title>4.1 Empathieausdruck durch kontinuierliche R&#252;ckmeldung in Form von H&#246;rersignalen</title>
<p>Ein erstes Merkmal des Sprachverhaltens Eva-Maria Th&#252;nes ist durch die auffallend h&#228;ufige, in besonders &#8218;belasteten&#8216; Teilen der Narration sogar kontinuierliche R&#252;ckmeldung in Form von H&#246;rersignalen. Diese sind verschiedener Art, zum Teil verbal (&#8222;Wirklich!&#8220;, Z. 0141; &#8222;Interessant&#8220;, Z. 0153), zum Teil handelt es sich um Lautsignale (&#8222;Uh-uh&#8220; Z. 0143; &#8222;Ah ja, aja. Hmhm&#8220; Z. 0153). Die Wirkung auf die Gespr&#228;chspartnerin, in diesem Fall Bea Green, ist der Aufbau einer engen phatischen Beziehung, die die monologartige Erz&#228;hlung schon hierdurch an einen Dialog, eine Art der &#8218;Ko-Produktion&#8216; der erz&#228;hlerischen Handlung ann&#228;hert.</p>
<p>Interviewauszug (1) (FEGB_E_00003; min 19:41-20:13)</p>
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<list-item><p>What didn&#8217;t work, so I was&#8230; I did come even on the 25 pounds.</p></list-item>
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<list-item><p>Because &#8230; at the age of 18</p></list-item>
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<list-item><p>If the money was paid by &#8230; the family of the child</p></list-item>
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<list-item><p>Sometimes it was an organization and</p></list-item>
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<list-item><p>That org&#8230; money went</p></list-item>
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<list-item><p>back to the organization. I got 25 pounds, that is&#8230; that&#8217; s almost 50, know? We only got 25. Our organization topped it up with the other 25.</p></list-item>
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<list-item><p>Ah ja, aja. hmhm. Interessant.</p></list-item>
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<title>4.2 Empathie durch Code-Switching der Interviewerin</title>
<p>Grunds&#228;tzlich benutzt die Interviewerin die deutsche Sprache. Dies wird in der Regel anf&#228;nglich vereinbart und auch dann beibehalten, wenn die Erz&#228;hlenden mehr oder weniger lange englische Redeteile in ihr Gespr&#228;ch einflie&#223;en lassen. In bestimmten, (f&#252;r beide Gespr&#228;chspartnerInnen) emotional au&#223;ergew&#246;hnlich belasteten Gespr&#228;chspassagen hingegen, wechselt auch die Interviewerin kurzzeitig ins Englische und dr&#252;ckt so ihre N&#228;he zur erz&#228;hlenden Person und ihrer Narration aus. Der folgende Auszug, der ebenfalls aus dem Interview mit Bea Green stammt, liefert ein aussagestarkes Beispiel hierf&#252;r:</p>
<p>Interviewauszug (2) (FEGB_E_00003; 2:34:42-2:39:10)</p>
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<list-item><p>Ah ja. Mhm. Wenn Sie jetzt nach M&#252;nchen kommen, wie ist das?</p></list-item>
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<list-item><p>(Pause) Komisch. Seltsam. Eine Mischung (Pause) zwischen Umarmung und Weinen. Mein M&#252;nchen,bin dort auf die Welt gekommen. Wenn ich &#252;ber mein Leben rede, dann sag ich meinen meinen Zuh&#246;rern. When I talk about Hitler I refer to him as that shitty bastard. Schei&#223;kerl. So they all go like this hoohoo. And then I say, if you can think of a worse expression please tell me and I&#8217;ll use it. (Pause) I mean awful. To do that not only to my family but to the Jews. I mean it's awful. I tell you what bothers me. Other awful things have happened before and since. But nothing can be compared to what Hitler did. Nothing. Because this was an advanced civilized country.</p></list-item>
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<list-item><p>Genau.</p></list-item>
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<list-item><p>And he managed to persuade people to do atrocious things. I&#8217;m not even talking about war time, awful things happen in war time. I have no illusions. But nothing as organizied and precise and diligent as the persecution and killing of Jews. 6 Million. What I was going to say what bothers me, is, I know awful things have been happening and will continue to happen but in my meiner Meinung nach meiner Meinung (.) gibt es keinen Vergleich. Was sie in Afrika gemacht haben however awful however shameful there was nothing like this German careful planning to eliminate one whole group of people. Bizarre.</p></list-item>
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<list-item><p>Frightening. Terribly frightening. Because exactly as you said if this can happen to a highly developed culture there is no end there is no ending.</p></list-item>
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<list-item><p>Well, all progress is two steps forward and one step back. And what happend in the 1930s in Germany and elsewhere was a big step back. If you can make people aware of that it might take a little while. I think we&#8217;re not very civilized yet.</p></list-item>
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>It&#8217;s already a long time that this happend, you know. It&#8217;s nearly ninety years. I mean. ((seufzt))</p></list-item>
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>I know but you see because weil wir echte deutsche anst&#228;ndige Menschen kannten</p></list-item>
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<list-item><p>Ja.</p></list-item>
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<p>Die extreme Belastung der Erz&#228;hlerin, ihre gegens&#228;tzlichen Gef&#252;hle, sich einerseits durch ihre Geburt eng mit Deutschland verbunden zu f&#252;hlen und andererseits pers&#246;nlich und als Teil einer Gruppe in diesem Land zutiefst verletzt worden zu sein, dr&#252;ckt sich sprachlich nicht nur in den zahlreichen Gespr&#228;chsabbr&#252;chen und in der Suche nach passenden Worten f&#252;r die unbeschreiblichen Taten Hitlers und der deutschen Bev&#246;lkerung aus (Z. 0657), sondern auch durch ihr Code-Mixing. Es wirkt, als ob sie all ihre ihr sprachlich zu Verf&#252;gung stehenden Mittel ben&#246;tige, um ihre Gef&#252;hle zu vermitteln. Auf diese Belastung reagiert die Interviewerin zun&#228;chst, wie &#252;blich, auf deutsch (&#8222;Genau&#8220;, Z. 0658), um dann im Verlauf der weiteren besonders emotionalen Gespr&#228;chsphase an der Suche nach passenden Worten f&#252;r das Gr&#228;uel teilzunehmen und daf&#252;r auch ins Englische, der zuletzt von Bea Green benutzten Sprache zu wechseln (&#8222;Frightening. Terribily frightening&#8230;&#8220;, Z. 0660). Nicht nur die Worte der Interviewerin, sondern auch dieser Sprachwechsel, der die N&#228;he zwischen den Gespr&#228;chspartnerinnen noch verst&#228;rkt, kompensieren die Belastung der Erz&#228;hlerin, was sich deutlich im weiteren Verlauf des Gespr&#228;chs durch eine erneut st&#228;rkere Distanzierung von ihrem Erz&#228;hlmotiv zeigt. Die Interviewerin begleitet Bea Green in diesem Prozess hautnah, was sich sprachlich auch dadurch ausdr&#252;ckt, dass ihre Kommentare nur kurzzeitig auf Englisch sind (Z. 0662) und beide Gespr&#228;chspartnerinnen dann gemeinsam wieder ins Deutsche wechseln (Z. 0663-0664).</p>
<p>Auch das nun folgende Beispiel verdeutlicht die konstante Empathie der Interviewerin. Hier handelt es sich um einen Sprachgebrauch der die Grenzen des traditionellen Gebrauch des Begriffs <italic>Code-Switching</italic> oder <italic>Code-Mixing</italic> sprengt und als ein Beispiel f&#252;r ein Sprachgrenzen &#252;berwindendes Verhalten gelten mag.</p>
<p>Interviewauszug (3) (FEGB_E_00001; 1:09:58-1.10.28)</p>
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<list-item><p>0507</p></list-item>
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>Und dann hast du auch die britische Staatsb&#252;rgerschaft bekommen mit 18.</p></list-item>
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<list-item><p>Mit 18</p></list-item>
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>Mit 18. Das hei&#223;t, Du warst nicht mehr eine person of no nationality.</p></list-item>
</list>
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<list-item><p>Ja.</p></list-item>
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>Ja. Das hei&#223;t das war f&#252;r dich ganz wichtig, auch die britische Staatsb&#252;rgerschaft zu haben.</p></list-item>
</list>
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</list>
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<list-item><p>RB</p></list-item>
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>Sehr wichtig. Denn konnte niemand mich wieder weg aus England schicken.</p></list-item>
</list>
</list-item>
</list>
</list-item>
</list>
<p>In diesem Fall geht der Sprachwechsel von der Interviewerin aus, wenn sie Ruth Barnett als &#8222;person of no nationality&#8220; bezeichnet. Diese Formulierung geht auf den Titel der Autobiografie von Ruth Barnett zur&#252;ck und so handelt es sich hier um ein Zitat, mit dem ein &#8220;common ground&#8221; in Form von gemeinsam geteiltem Wissen hergestellt wird. Der Ausdruck &#8222;a person of no nationality&#8220; ist f&#252;r die Erz&#228;hlerin eine Art belastetes Etikett, der ihre damalige Identit&#228;t, und hier speziell die mit der Staatenlosigkeit verbundenen Angst aus England ausgewiesen werden zu k&#246;nnen, kategorisiert und in all ihrer Komplexit&#228;t zur Sprache bringt. In diesem Sinne erscheint die Wahl des Ausdrucks &#8222;person of no nationality&#8220; au&#223;er dem Bezug auf das geteilte Wissen auch im Gespr&#228;chsverlauf bedeutend, fast wie ein Eigenname f&#252;r die Identit&#228;t Ruth Barnetts in der erz&#228;hlten Zeit und liefert so ein besonders aussagestarkes Beispiel f&#252;r das konstante auf kognitiver und emotionaler Empathie basierende Interviewverhalten Eva-Maria Th&#252;nes<xref ref-type="fn" rid="n14">14</xref>.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.3 Empathieausdruck durch emotionsausdr&#252;ckende oder best&#228;tigende Kommentare</title>
<p>H&#228;ufig dr&#252;ckt die Interviewerin ihre Empathie zu den Erz&#228;hlenden dadurch aus, dass sie das Erz&#228;hlte durch explizit emotionsausdr&#252;ckende Nachs&#228;tze kommentiert. So zeigt sie einerseits, dass sie dem Erz&#228;hlstoff nicht nur kognitiv, sondern auch emotional folgt und &#252;bernimmt andererseits selbst die oft belastende emotionale Bewertung dessen, was erz&#228;hlt wird. Auch dieses Verhalten dient dem, was zuvor &#8218;Ko-Produktion&#8216; der Erz&#228;hlung (vgl. Abschnitt 4.2) genannt wurde. Die folgenden Interviewausz&#252;ge verdeutlichen dies:</p>
<p>Interviewauszug (4) (FEGB_E_00004; min.10:23-10.32)</p>
<list list-type="gloss">
<list-item>
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<list-item><p>0087</p></list-item>
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<list list-type="wordfirst">
<list-item><p>HH</p></list-item>
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<list list-type="sentence-gloss">
<list-item>
<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>Und diese die Sch&#252;ler wurden da reingeschickt mit einer Gasmaske und Tr&#228;nengas wurde losgelassen, bis auf die j&#252;dischen f&#252;nf Sch&#252;ler. Wir wurden da reingeschickt ohne Gasmaske.</p></list-item>
</list>
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<list list-type="gloss">
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<list list-type="wordfirst">
<list-item><p>0088</p></list-item>
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<list list-type="wordfirst">
<list-item><p>ET</p></list-item>
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<list list-type="sentence-gloss">
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>Furchtbar.</p></list-item>
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<p>Interviewauszug (5) (FEGB_E_00003; min. 43:53-44:04)</p>
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<list-item><p>Genau. Das ist. Ich find es komisch.</p></list-item>
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<list-item><p>Es ist schrecklich.</p></list-item>
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<list-item><p>Primitiv.</p></list-item>
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<list-item><p>Genau, das ist das richtige Wort. Das ist das richtige Wort.</p></list-item>
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<p>Interviewauszug (6) (FEGB_E_00001; 1:01:13-1:01:33)</p>
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<list-item><p>Das war f&#252;r die Eltern sicher sehr schmerzhaft.</p></list-item>
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<list-item><p>Ja. Ja. Ja. ((seufzt tief)) Meine Eltern haben so viele im Krieg geleidet. Sie konnten nicht mit einem &#228;rgerlichen Teenager durchkommen.</p></list-item>
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</list>
<p>W&#228;hrend im Auszug (4) das Erz&#228;hlte allein emotional bewertet wird, ist im Auszug (5) die &#8218;Ko-Produktion&#8216; der Erz&#228;hlung besonders deutlich. Ein erster Kommentar eines von der Erz&#228;hlerin verh&#252;llend als &#8222;komisch&#8220; (Z. 0254) bezeichneten Ereignisses wird von der Interviewerin mit den Worten &#8222;Es ist schrecklich&#8220; (Z. 0255) verst&#228;rkt. Hierauf reagiert Bea Green mit dem explizierenden Zusatz &#8222;Primitiv&#8220; (Z. 0256) der dann von der Interviewerin aufgenommen und abschlie&#223;end mit demselben Wort best&#228;tigt wird (Z. 0257)<xref ref-type="fn" rid="n15">15</xref>.</p>
<p>Im Auszug (6) hingegen macht die Interviewerin ein &#8222;Empathieangebot&#8220; (Pf&#228;nder/ G&#252;lich 2013: 435), indem sie die Gef&#252;hle der Eltern von Ruth Barnett als relevant erkl&#228;rt und diese in Form einer Hypothese thematisiert (Z. 0453). Die Erz&#228;hlerin nimmt dieses Angebot deutlich emotional bewegt an, indem sie den Kommentar der Interviewerin erst mehrfach verbal best&#228;tigt (&#8222;Ja. Ja. Ja&#8220;, Z. 0454), dann seufzt und schlie&#223;lich den Schmerz der Eltern explizit benennt und begr&#252;ndet (Z. 0454). Auf diese Weise steuert die Interviewerin den Gespr&#228;chsverlauf auch hier durch ihre Empathie.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.4 Empathieaufbau durch &#220;berwindung der strikten Rollenzuweisung im Interview</title>
<p>Besonders in der Anfangsphase der Interviews zeigt sich deutlich, wie die empathische Beziehung zwischen den Gespr&#228;chspartnerInnen nach und nach aufgebaut und vertieft wird. Im Fall des Interviews mit Ruth Barnett zum Beispiel geschieht dies durch einen ersten Austausch &#252;ber einen themenrelevanten Film, den beide Personen gesehen haben<xref ref-type="fn" rid="n16">16</xref>. Der folgende Gespr&#228;chsausschnitt (Interviewausschnitt (7)) zeigt, wie flexibel die Rollen der Interaktantinnen als Interviewerin und Interviewte verstanden werden und das Gespr&#228;ch dadurch gemeinsam gestaltet werden kann. So &#252;berl&#228;sst die Interviewerin Ruth Barnett die Auswahl der Filmpassagen und ihren ersten Kommentar (Z. 0060, 0066, 0072) w&#228;hrend sie selbst die &#196;u&#223;erungen der Interviewten aufgreift und nicht nur best&#228;tigt (Z. 0061, 0067, 0071, 0073) sondern auch fortf&#252;hrt (Z. 0069) und vertieft (Z. 0063, 0065). Auf diese Weise wird die starre Rollenunterteilung im Interview bereits in seiner Anfangsphase &#252;berwunden und die Basis f&#252;r eine gemeinsame Sprechhandlung geschaffen.</p>
<p>Interviewausschnitt (7) (FEGB_E_00001; min. 08:09-09:00)</p>
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<list-item><p>[&#8230;] Der Film zeigt nicht, wie die Kinder von da bis da gekommen sind.</p></list-item>
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<list-item><p>Ja. Das ist genau. Das ist genau der Punkt.</p></list-item>
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<list-item><p>Das muss der Zuschauer einmal.</p></list-item>
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<list-item><p>Und der Zuschauer kann sich das nicht vorstellen.</p></list-item>
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<list-item><p>Da fehlen einfach die Informationen &#252;ber England auch die sind was in England im Krieg passiert ist nicht so bekannt in Deutschland.</p></list-item>
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<list-item><p>Ja. Der Fahrer wurde sofort die Polizei angemeldet.</p></list-item>
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<list-item><p>Das glaub ich auch, ja.</p></list-item>
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<list-item><p>Und= &#228;h die Kinder wurden innerhalb 24 Stunden</p></list-item>
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<list-item><p>Irgendwo hingebracht jajaja</p></list-item>
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<list-item><p>gefunden und irgendwo hingebracht.</p></list-item>
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<list-item><p>Und es ist unglaublich, die wurden zu einem Heim gebracht.</p></list-item>
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<list-item><p>Ja.</p></list-item>
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<list-item><p>Aber nicht solch ein Heim, das existiert nicht.</p></list-item>
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</list-item>
</list>
</list-item>
</list>
</sec>
<sec>
<title>4.5 Empathieausdruck durch sprachliche Hilfestellung</title>
<p>Ein weiteres sprachliches Ausdrucksmittel der Empathie schl&#228;gt sich in der prompten Hilfestellung der Interviewerin im Falle einer sprachlichen Unsicherheit der Erz&#228;hlenden nieder. Dies geschieht sowohl im Anschluss an ausdr&#252;ckliche Fragen (Interviewauszug (8)) als auch im Falle von Z&#246;gern (Interviewauszug (9)) oder unvollst&#228;ndiger Selbstkorrektur (Interviewauszug (10)). Auch an der Unmittelbarkeit dieser sprachlichen Hilfestellung wird deutlich, wie nah die Interviewerin den erz&#228;hlenden Personen und ihren Schilderungen folgt.</p>
<p>Interviewauszug (8) (FEGB_E_00003; 2:23:15-01:23:45)</p>
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<list-item><p>Mitstudenten wie hei&#223;t das?</p></list-item>
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<list-item><p>Einen Kommilitonen, einen Kommilitonen.</p></list-item>
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<p>Interviewauszug (9) (FEGB_E_0003; 1:29:18-1:29:32)</p>
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<list-item><p>0398</p></list-item>
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>[&#8230;] als ich klein war, erst in die Gebeleschule und danach ins Sankt Anna Lyzeum immer an der Hand gehalten und also wir waren so eng</p></list-item>
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<list-item><p>0399</p></list-item>
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>verbunden</p></list-item>
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>verbunden. Und auf einmal &#228;h bin ich losgelassen.</p></list-item>
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<p>Interviewauszug (10) (FEGB_E_00004; min.34:34-34:49)</p>
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<list-item><p>0171</p></list-item>
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>Ja, Du gehst nach England mit deinem Bruder. Du bist von Deinen Eltern f&#252;r den Kindertransport eingeladen worden, nicht eingeladen</p></list-item>
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<list-item><p>angemeldet</p></list-item>
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<list-item><p>angemeldet worden und ich wusste nicht, mir war alles egal</p></list-item>
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</sec>
<sec>
<title>4.6 Empathieausdruck durch Vervollst&#228;ndigung von S&#228;tzen bei Z&#246;gerungen</title>
<p>Eine &#228;hnliche Art der &#8218;Ko-Produktion&#8216; der Erz&#228;hlung offenbart sich durch die Beendigung von S&#228;tzen, die die erz&#228;hlenden Personen nicht direkt zu Ende f&#252;hren. Dies erm&#246;glicht es der interviewten Person (im folgenden Beispiel Ruth Barnett), ihren Gedanken fortzuf&#252;hren und wirkt sich direkt auf den Gespr&#228;chsfluss aus. Man siehe hierzu den Interviewauszug (11).</p>
<p>Interviewausschnitt (11) (FEGB_E_00001; min. 01:06-01:38)</p>
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<list-item>
<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>Ach, &#228;hm, fast wie Heinrich Heine. ((beide lachen)) Man muss, man muss weitergehen, um den Verb zu finden.</p></list-item>
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>Ah ja, verstehe.</p></list-item>
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<list list-type="sentence-gloss">
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>Zu lange</p></list-item>
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<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>S&#228;tze.</p></list-item>
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<list-item><p>RB</p></list-item>
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</list-item>
<list-item>
<list list-type="sentence-gloss">
<list-item>
<list list-type="final-sentence">
<list-item><p>S&#228;tze und lange Worte, die sind nicht n&#246;tig. Ich schreibe immer ich schreibe immer, was ich nenne, reader friendly stile.</p></list-item>
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</list-item>
</list>
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<list list-type="gloss">
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<list-item><p>0015</p></list-item>
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<list-item><p>ET</p></list-item>
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<list-item><p>Man merkt das, es ist ein ganz anderer Stil. [&#8230;]</p></list-item>
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</sec>
<sec>
<title>4.7 Empathieausdruck durch Wiederholung der Antwort</title>
<p>Im folgen Auszug, hingegen, dr&#252;ckt die Interviewerin ihre Empathie durch die Wiederholung einiger Worte der erz&#228;hlenden Ruth Barnett aus. Auf diese Weise verbalisiert Eva-Maria Th&#252;ne eine bestimmte Schwierigkeit, das Erz&#228;hlte nachzuvollziehen. Statt eine Vertiefungsfrage zu stellen, die eine Kluft zwischen den beiden Interaktantinnen auftun k&#246;nnte, macht sich letztere die Worte der ersteren zu eigen und zeigt so, dass sie sich in die Rolle von Ruth Barnett versetzen m&#246;chte, es ihr hier aber spontan nicht gelingt und sie einer Erkl&#228;rung bedarf. Indem die Erz&#228;hlerin ihre Gedanken weiter ausf&#252;hrt (Z. 0176), nimmt sie das Empathieangebot der Interviewerin an.</p>
<p>Interviewauszug (12) (FEGB_E_0000; min.19:53-20:23)</p>
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<list-item><p>Ja. Und dann seid Ihr angekommen bei der Familie. Und wie war das? Wie waren diese ersten&#8230;</p></list-item>
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<list-item><p>Es war ein Besuch.</p></list-item>
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<list-item><p>&#196;h, so &#228;hnlich vielleicht als Freunde besuchen in in &#228;h in Berlin. Aber ganz anders. Jedes Familienhaus ist was Anderes, die tun was Verschiedenes.</p></list-item>
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<sec>
<title>4.8 Empathieausdruck durch explizierende Paraphrasen</title>
<p>Auch in den folgenden drei Interviewpassagen zeigt sich deutlich, wie sich in dem hier untersuchten Korpus die unterschiedlichen, theoretisch entgegengesetzten Rollen der Interviewerin und der interviewten Person, hier Ruth Barnett, vermischen und die Erz&#228;hlung gemeinsam in Form einer bereits mehrfach aufgezeigten &#8218;Ko-Produktion&#8216; gestaltet wird. Dies geschieht im folgenden Auszug (13) dadurch, dass die Interviewerin selbst das Verhalten der Erz&#228;hlerin erkl&#228;rt und ihren Gedankengang explizit fortf&#252;hrt. Die Gespr&#228;chspartnerin nimmt das Angebot best&#228;tigend an (&#8222;Ja ja&#8220;, Z. 0546) und f&#252;gt der Erkl&#228;rung Eva-Maria Th&#252;nes eine explizite Benennung ihrer Emotionen hinzu.</p>
<p>Interviewauszug (13) (FEGB_E_00001; 1:16:57-1:17:58)</p>
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<list-item><p>Ja, ja. Und ich war bereit daf&#252;r. Ich habe my self esteem Selbstbewusstsein wieder, weil ich eine gute Ehe und drei Kinder und ich war Lehrer zu der Zeit. Ich war bereit, das wieder zu nehmen. Und dann. Es gibt eine Menge Kinder, die warn nie bereit. Die wollen nie daran denken oder sprechen.</p></list-item>
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<list-item><p>Du hast also diese Wurzeln akzeptiert, das bedeutete auch, sich wieder mit der Sprache besch&#228;ftigen.</p></list-item>
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<list-item><p>Ja ja. Aber ich habe das immer schwer gefunden.</p></list-item>
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<p>&#196;hnlich verh&#228;lt es sich auch im n&#228;chsten Interviewauszug, wobei die Interviewerin hier explizit eine Begr&#252;ndung f&#252;r das Erz&#228;hlte liefert (Z. 0183), die die Erz&#228;hlerin kurz best&#228;tigt, um dann die Thematik in Form einer Aufl&#246;sung zu beenden (Z.0184).</p>
<p>Interviewauszug (14) (FEGB_E_00001; min. 20:42- 21:35)</p>
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<list-item><p>&#196;hm es war unerlaubt, Deutsch zu sprechen.</p></list-item>
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<list-item><p>Auch nicht mit dem Bruder?</p></list-item>
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<list-item><p>Auch nicht mit Martin und wenn ich Martin gefragt hab, aber warum k&#246;nnen wir nicht zusammen sprechen. Ich muss es in Deutsch gesagt haben, aber ich erinnere mich in Englisch. Martin hat mir gesagt, sieh dich mal um. Es gibt Soldaten und das war, die Soldaten sind englisch. Soldaten. Und wenn sie Deutsch h&#246;ren, werden sie schie&#223;en. Und ich habe ihm geglaubt. Und hab nicht mehr Deutsch sprechen wollen.</p></list-item>
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<list-item><p>Hmhm. weil da Angst war.</p></list-item>
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<list-item><p>Ja. Und so lernt man ganz schnell.</p></list-item>
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<sec>
<title>4.9 Empathieausdruck durch vorausschauende Ber&#252;cksichtigung eventueller Erinnerungsl&#252;cken</title>
<p>Wie im zweiten Kapitel angedeutet, handelt es sich in diesem Korpus um Personen, die im fortgeschrittenen Alter &#252;ber ihre Kindheit und andere weit zur&#252;ckliegende Lebensphasen sprechen. Dabei ist davon auszugehen, dass die Erz&#228;hlenden Erinnerungsl&#252;cken bemerken, die sich selbst gegen&#252;ber schmerzhaft und der Interviewerin gegen&#252;ber unangenehm sein k&#246;nnen. Die Interviewerin zeigt deutlich, dass sie sich dieser Tatsache bewusst ist und dies besonders in Detailfragen voraussieht. Die n&#228;chsten Interviewausz&#252;ge veranschaulichen dies.</p>
<p>Interviewauszug (15) (FEGB_E_00001; min. 17:45-18:10)</p>
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<list-item><p>Wo lebten die in Berlin. In welchem Stadtteil, wei&#223;t du das noch?</p></list-item>
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<list-item><p>&#196;h, in was sp&#228;ter Ost- Berlin war.</p></list-item>
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<list-item><p>Ah ja. Und deine Familie, also Deine Eltern und Du und Dein Bruder, Ihr lebtet in Charlottenburg oder?</p></list-item>
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<list-item><p>&#196;hm Cicero-Stra&#223;e</p></list-item>
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<list-item><p>Ah Cicero-Stra&#223;e.</p></list-item>
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</list>
<p>Im Interviewauszug (15) verbalisiert die Interviewerin durch den Zusatz &#8222;Wei&#223;t du das noch?&#8220; (Z. 0149), dass sie sich dar&#252;ber im Klaren ist, dass sie eine schwierige Frage gestellt hat und macht es ihrer Gespr&#228;chspartnerin (hier Ruth Barnett) somit leichter, eine eventuelle Erinnerungsl&#252;cke zuzugeben.</p>
<p>Auch ihr Sachwissen hilft der Interviewerin, eventuelle Erinnerungsl&#252;cken auszugleichen. Dabei stellt sie ihren Gespr&#228;chspartnern ihre Informationen zur Verf&#252;gung, &#252;berl&#228;sst es aber stets den Erz&#228;hlenden, dieses aufzunehmen oder nicht. Im folgenden Beispiel wird dies an einer deduktiven Interpretation der Erinnerungen Ruth Barnetts deutlich. Aus der Tatsache, dass die Gro&#223;eltern stets Deutsch gesprochen haben, schlie&#223;t die Interviewerin, dass die Familie des Vaters der Erz&#228;hlerin schon lange in Deutschland bzw. Berlin lebte, &#252;berl&#228;sst aber auch hier der interviewten Person das letzte Wort.</p>
<p>Interviewauszug (16) (FEGB_E_00001; min. 13:56-14:23)</p>
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<list-item><p>Und auch mit den Gro&#223;eltern? (Pause) Die Gro&#223;eltern haben auch Deutsch gesprochen?</p></list-item>
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<list-item><p>((mit Emphase)) Ja nat&#252;rlich, ja!</p></list-item>
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<list-item><p>Naja, es gibt manchmal &#228;h es gibt manchmal Gro&#223;eltern bei anderen, die ich interviewt habe, die noch andere Sprachen gesprochen haben.</p></list-item>
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<list-item><p>Wirklich? &#196;h Jiddisch.</p></list-item>
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<list-item><p>Ja, zum Beispiel Jiddisch oder oder Polnisch.</p></list-item>
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<list-item><p>Ja, ja. Nein, unsere Familie hat kein Jiddisch.</p></list-item>
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<list-item><p>Das hei&#223;t, die die Familie deines Vaters lebte schon lange Zeit in Berlin?</p></list-item>
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<list-item><p>Ich nehme an, ich wei&#223; es nicht genau.</p></list-item>
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<sec>
<title>5. Erstes Res&#252;mee und Ausblick</title>
<p>Ziel dieser Untersuchung war es aufzuzeigen, wie die Sprachkompetenz von DaF-Lernenden im universit&#228;ren Unterricht anhand von Korpora gezielt gef&#246;rdert werden kann. Hierzu wurde eine Studie zum sprachlichen Ausdruck von Empathie vorgestellt, einem Thema das, wie generell der Ausdruck von Emotionalit&#228;t, im (universit&#228;ren) DaF-Unterricht in der Regel (noch) vernachl&#228;ssigt wird, im kommunikativen Umgang mit Sprache aber eine zentrale Rolle spielt. Da die Behandlung der Empathie auch in sprachwissenschaftlichen Studien bisher nur wenig Beachtung gefunden hat, wurde dieses Konzept hier zuerst sprachlich und sprachwissenschaftlich verortet und dabei das untrennbare Zusammenspiel von kognitiven und emotionalen Aspekten aufgezeigt. Anhand einer detaillierten linguistischen und interaktionalen Untersuchung wurden anschlie&#223;end die Redepartien Eva-Maria Th&#252;nes und deren Wirkung auf ihre InterviewpartnerInnen in einigen Interviews aus dem Korpus <italic>Flucht und Emigration nach Gro&#223;britannien</italic> analysiert und eine erste Typologie des sprachlichen Ausdrucks von Empathie erarbeitet. Dabei konnte gezeigt werden, dass die Interviews auf Grund ihrer Thematik und sprachlichen Gestaltung besonders interessant sind und sich auch deshalb hervorragend dazu eignen, ein wichtiges Kapitel der deutschen und europ&#228;ischen Geschichte und seiner (linguistischen) Erforschung, ebenso wie ein sprachlich und interaktional besonders gelungenes Sprachverhalten und seine Wirkung zu erarbeiten. So stellte sich heraus, dass die Rolle, die Eva-Maria Th&#252;ne hier einnimmt, weit &#252;ber das Formulieren zahlreicher teils durch den Fragebogen vorhersehbarer, teils spontaner Fragen hinausgeht. Die Untersuchung ihrer Gespr&#228;chspartien und der Reaktionen der Interviewten hat aufgedeckt, wie sich die Rollen der Fragenden und die der Antwortenden im Laufe des Gespr&#228;chs vermischen und das Interview zu einer Art der &#8218;Ko-Produktion&#8216; der Erz&#228;hlung wird. Dies wird dadurch bewirkt, dass Eva-Maria Th&#252;ne die interviewten Personen behutsam durch kontinuierliche H&#246;rersignale und Anteilnahme begleitet, ihre emotionalen, sprachlichen und erinnerungsbedingten Schwierigkeiten vorhersieht und durch kontinuierliche Hilfestellungen mittr&#228;gt bzw. kompensiert und die Erz&#228;hlungen (und dadurch auch die Erz&#228;hlenden) mittels explizierender Paraphrasen und durch Einbringen ihres Sachwissens bereichert. Dieses Interviewverhalten wird von den Gespr&#228;chspartnerInnen sehr positiv aufgenommen und f&#252;hrt dazu, dass die Erz&#228;hlung des eigenen Lebens einer zuvor in der Regel weitestgehend unbekannten Person gegen&#252;ber eigenen Angaben nach als eine sehr angenehme und bereichernde Erfahrung empfunden wird. Dies ist besonders dann beachtlich, wenn bedacht wird, dass die Thematik der Interviews, d.h. die Erinnerungen an eine durch nationalsozialistische Gewaltherrschaft gepr&#228;gte Kindheit, der Kindertransport bzw. die Emigration und deren Folgen f&#252;r ihr weiteres Leben, ebenso wie der Gebrauch der deutschen Sprache f&#252;r die Erz&#228;hlenden zweifelsohne mit einer gro&#223;en, wenn auch nie vollst&#228;ndig &#252;berwindbaren Belastung verbunden ist. Durch ihr vielschichtig und kontinuierlich empathisches Interviewverhalten gelingt es Eva-Maria Th&#252;ne, diese Belastung mit den Gespr&#228;chspartnerInnen zu teilen und nicht nur, aber sicherlich auch DaF-Lernenden zu zeigen, wie wichtig und einflussreich emotional bewusster Umgang mit Sprache ist.</p>
<p>Um der Thematik des sprachlichen Ausdrucks von Empathie ebenso wie dem Sprachverhalten Eva-Maria Th&#252;nes wissenschaftlich gerecht zu werden, gilt es, die begonnenen Untersuchungen zu den nicht verbalen Ausdrucksmitteln der Empathie, die anhand dieses Korpus untersucht werden k&#246;nnen, fortzuf&#252;hren. Hier geht es im Besonderen um linguistische Parameter wie die Prosodie, die Stimmqualit&#228;t und -variation, Pausen, variierende Sprechgeschwindigkeit und Lautst&#228;rke und den gezielten Einsatz einzelner Lautsignale. Weiter auszuf&#252;hren ist zudem die bisher nur ansatzweise vorgenommene Untersuchung des Interaktionsverlaufes mit seinen &#220;berlappungen, Themenwechseln, Gestaltungen der Redebeitr&#228;ge und Erg&#228;nzungen. Wenn diese Einzeluntersuchungen anhand der heute zur Verf&#252;gung stehenden Mittel zwar sehr zeitaufw&#228;ndig, dennoch aber durchaus realisierbar sind, so besteht die nach wie vor gro&#223;e Herausforderung darin, die verschiedenen Untersuchungen zusammenzuf&#252;hren und das Wirken der einzelnen sprachlichen, parasprachlichen und semiotischen Parameter holistisch zu verstehen und zu vermitteln. Dies sprengt den Rahmen dieser Untersuchung und &#252;bersteigt vorerst auch die M&#246;glichkeiten der Linguistik und zeigt so den weiten Weg an, den die Untersuchungen zum Sprachgebrauch noch vor sich haben.</p>
</sec>
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<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>Im Original handelt es sich um die &#8222;Definizione del percorso universitario e accademico di formazione iniziale dei docenti delle scuole secondarie di primo e secondo grado, ai fini del rispetto degli obiettivi del Piano nazionale di ripresa e resilienza (23A05274); DPCM 04/08/2023&#8220; ver&#246;ffentlicht am 23.09.2023: <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.anvur.it/wp-content/uploads/2023/09/dPCM-4-agosto-2023.pdf">https://www.anvur.it/wp-content/uploads/2023/09/dPCM-4-agosto-2023.pdf</ext-link> (18.03.2025) Die obige &#220;bersetzung geht auf die Autorin zur&#252;ck.</p></fn>
<fn id="n2"><p>Nach Anmeldung: <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://dgd.ids-mannheim.de/dgd/pragdb.dgd_extern.corpora?v_session_id=6CA1F1F1EDBA4525B62A9CA91AC55128&amp;v_doctype=c&amp;v_corpus=FEGB">https://dgd.ids-mannheim.de/dgd/pragdb.dgd_extern.corpora?v_session_id=6CA1F1F1EDBA4525B62A9CA91AC55128&amp;v_doctype=c&amp;v_corpus=FEGB</ext-link> (18.03.2025).</p></fn>
<fn id="n3"><p><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.duden.de/woerterbuch">https://www.duden.de/woerterbuch</ext-link> (18.03.2025).</p></fn>
<fn id="n4"><p><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.dwds.de">https://www.dwds.de</ext-link> (18.03.2025).</p></fn>
<fn id="n5"><p>Die Trennung zwischen der emotionalen und kognitiven Dimension dient hier allein der Erarbeitung der Vielschichtigkeit des Begriffes <italic>Empathie</italic>, wobei das enge Zusammenwirken der beiden Dimensionen keinesfalls in Frage gestellt werden soll. Zur Vertiefung dieses Aspektes vgl. Schwarz-Friesel (<xref ref-type="bibr" rid="B6">2013</xref>).</p></fn>
<fn id="n6"><p>Gerade aus diesem Grunde erscheint das hier untersuchte Sprachmaterial besonders geeignet f&#252;r den Einsatz im universit&#228;ren DaF-Unterricht. Dieser Aspekt wird in K&#252;rze erneut aufgegriffen.</p></fn>
<fn id="n7"><p>Nach eigener Aussage st&#252;tzen sich die Ausf&#252;hrungen auf von Mayer (2013, zitiert nach Pf&#228;nder / G&#252;lich 2013: 435) ins Deutsche &#252;bertragene Konzepte von Batson (2009, ebenfalls zitiert nach Pf&#228;nder / G&#252;lich 2013: 435).</p></fn>
<fn id="n8"><p>Eine umfassendere Untersuchung, die auch prosodische und stimmliche Merkmale einschlie&#223;t, ist bereits unternommen worden und soll in K&#252;rze vorgestellt werden.</p></fn>
<fn id="n9"><p>Eva-Maria Th&#252;ne weist immer wieder darauf hin, dass dieses Korpus konzeptuell und methodisch an das von Anne Betten konzipierte und mit einigen Mitarbeitenden zusammengestellte, ebenfalls auf dem Portal des IDS &#246;ffentlich zug&#228;ngliche Korpus <italic>Emigrantendeutsch in Israel</italic> (IS) anschlie&#223;t.</p></fn>
<fn id="n10"><p>Anl&#228;sslich des 80. Jahrestags des 1. Kindertransports im Jahr 1938 hat Eva-Maria Th&#252;ne <xref ref-type="bibr" rid="B7">2019</xref> ein Teil der Gespr&#228;che in dem Buch <italic>Gerettet. Berichte von Kindertransport und Auswanderung nach Gro&#223;britannien</italic> ver&#246;ffentlicht. Weitere Projektinformationen befinden sich auf der Webseite zu diesem Projekt und dem Buch dazu: <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="http://www.gerettet2019.wordpress.com">http://www.gerettet2019.wordpress.com</ext-link> (18.03.2025)</p></fn>
<fn id="n11"><p>Die oben angef&#252;hrten Angaben gehen auf die Korpusbeschreibung auf dem Portal des IDS, Sektion <italic>Datenbank f&#252;r gesprochenes Deutsch</italic> (<ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://dgd.ids-mannheim.de/dgd/pragdb.dgd_extern.corpora?v_session_id=FB58717AFEB62FFF909CD122E01B9834&amp;v_doctype=c&amp;v_corpus=FEGB">https://dgd.ids-mannheim.de/dgd/pragdb.dgd_extern.corpora?v_session_id=FB58717AFEB62FFF909CD122E01B9834&amp;v_doctype=c&amp;v_corpus=FEGB</ext-link>, 18.03.2025) zur&#252;ck. Auf diese Quelle beziehen sich auch die Angaben zum Audio der Interviews. Die Transkriptionen sind in einigen F&#228;llen nach bestem Wissen und H&#246;ren von der Autorin des Aufsatzes korrigiert worden.</p></fn>
<fn id="n12"><p>Teil des Projektes sind auch die Interviews einer Kontrollgruppe, welche aus Gespr&#228;chspartnerInnen besteht, die bereits in den fr&#252;hen 1930er Jahren als Kinder oder Jugendliche unabh&#228;ngig vom Kindertransport auf eigene Initiative (durch die Familie oder Freunde) oft allein emigrierten (vgl. Th&#252;ne in dieser Themenausgabe).</p></fn>
<fn id="n13"><p>So wird von den interviewten Personen mehrfach gesagt, dass sie die Gespr&#228;che sehr angenehm finden. Eines der zahlreichen Beispiele im Gespr&#228;ch mit Bea Green (FEGB_E_00003, min. 2:22:53): 0628 ET: Schauen Sie eine Frage noch, wenn sie noch einen Moment Geduld haben; 0629 BG: Mit gro&#223;em Vergn&#252;gen. Sie haben Ihren Kuchen nicht gegessen.</p></fn>
<fn id="n14"><p>Die &#220;bersetzung ins Deutsche hingegen h&#228;tte durch das Evozieren der durch die nationalsozialistische Verfolgung erzwungene Emigration und das ambivalente Verh&#228;ltnis zu Deutschland zu einer zus&#228;tzlichen Belastung werden k&#246;nnen.</p></fn>
<fn id="n15"><p>Auch an dieser Textstelle wird deutlich wie in dem Interview die Gespr&#228;chsrollen der Erz&#228;hlerin und der Interviewerin zusammenflie&#223;en und sich gegenseitig erg&#228;nzen. Dies wird im folgenden Abschnitt (4.4) vertieft.</p></fn>
<fn id="n16"><p>Konkret handelt es sich dabei um die ZDF-Verfilmung des Romans <italic>Landgericht</italic> von Ursula Krechel, dessen Protagonist dem Vater von Ruth Barnett nachgezeichnet wurde.</p></fn>
</fn-group>
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<title>Literatur und Ressourcen</title>
<ref id="B1"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Fiehler</surname>, <given-names>Reinhard</given-names></string-name> (<year>1990</year>): <source>Kommunikation und Emotion</source>. <publisher-loc>Berlin / New York</publisher-loc>: <publisher-name>de Gruyter</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B2"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Jacob</surname>, <given-names>Katharina</given-names></string-name> / <string-name><surname>Konerding</surname>, <given-names>Klaus-Peter</given-names></string-name> / <string-name><surname>Liebert</surname>, <given-names>Wolf-Andreas</given-names></string-name> (Hrsg.) (<year>2020</year>): <chapter-title>Allgemeine &#220;berlegungen zu einer Linguistik der Empathie</chapter-title>. In: <string-name><surname>Jacob</surname>, <given-names>Katharina</given-names></string-name> / <string-name><surname>Konerding</surname>, <given-names>Klaus-Peter</given-names></string-name> / <string-name><surname>Liebert</surname>, <given-names>Wolf-Andreas</given-names></string-name> (Hrsg.) <source>Sprache und Empathie. Beitr&#228;ge zur Grundlegung eines linguistischen Forschungsprogramms</source>, Bd. <volume>42</volume>. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>de Gruyter</publisher-name>, <fpage>1</fpage>&#8211;<lpage>12</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B3"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Kilian</surname>, <given-names>J&#246;rg</given-names></string-name> / <string-name><surname>Marx</surname>, <given-names>Konstanze</given-names></string-name> (<year>2020</year>): <chapter-title>Empathie als Kompetenz?</chapter-title> In: <string-name><surname>Jacob</surname>, <given-names>Katharina</given-names></string-name> / <string-name><surname>Konerding</surname>, <given-names>Klaus-Peter</given-names></string-name> / <string-name><surname>Liebert</surname>, <given-names>Wolf-Andreas</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Sprache und Empathie. Beitr&#228;ge zur Grundlegung eines linguistischen Forschungsprogramms</source>. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>de Gruyter</publisher-name>, <fpage>489</fpage>&#8211;<lpage>514</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B4"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Kupetz</surname>, <given-names>Maxi</given-names></string-name> (<year>2020</year>): <chapter-title>Sprachliche, interaktionale und kulturelle Aspekte von Empathie in sozialer Interaktion</chapter-title>. In: <string-name><surname>Jacob</surname>, <given-names>Katharina</given-names></string-name> / <string-name><surname>Konerding</surname>, <given-names>Klaus-Peter</given-names></string-name> / <string-name><surname>Liebert</surname>, <given-names>Wolf-Andreas</given-names></string-name> (Hrsg.) <source>Sprache und Empathie. Beitr&#228;ge zur Grundlegung eines linguistischen Forschungsprogramms</source>, Bd. <volume>42</volume>. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>de Gruyter</publisher-name>, <fpage>141</fpage>&#8211;<lpage>173</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B5"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Pfa&#776;nder</surname>, <given-names>Stefan</given-names></string-name> / <string-name><surname>Gu&#776;lich</surname>, <given-names>Elisabeth</given-names></string-name> (<year>2013</year>): <chapter-title>Zur interaktiven Konstitution von Empathie im Gespra&#776;chsverlauf. Ein Beitrag aus Sicht der linguistischen Gespra&#776;chsforschung</chapter-title>. In: <string-name><surname>Breyer</surname>, <given-names>Thiemo</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Grenzen der Empathie. Philosophische, psychologische und anthropologische Perspektiven</source>. <publisher-loc>Mu&#776;nchen</publisher-loc>: <publisher-name>Fink (U&#776;berga&#776;nge. Texte und Studien zu Handlung, Sprache und Lebenswelt, 63)</publisher-name>, <fpage>433</fpage>&#8211;<lpage>457</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B6"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Schwarz-Friesel</surname>, <given-names>Monika</given-names></string-name> (<year>2013</year>): <source>Sprache und Emotion</source>, <publisher-loc>T&#252;bingen</publisher-loc>: <publisher-name>Narr Francke Attempto Verlag</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B7"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Th&#252;ne</surname>, <given-names>Eva-Maria</given-names></string-name> (<year>2019</year>): <source>Gerettet. Berichte von Kindertransport und Auswanderung nach Gro&#223;britannien</source>. <publisher-loc>Berlin</publisher-loc>: <publisher-name>Hentrich &amp; Hentrich</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
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<sec>
<title>Digitale Ressourcen</title>
<p>Definizione del percorso universitario e accademico di formazione iniziale dei docenti delle scuole secondarie di primo e secondo grado, ai fini del rispetto degli obiettivi del Piano nazionale di ripresa e resilienza (23A05274); <italic>DPCM 04/08/2023</italic> ver&#246;ffentlicht am 23.09.2023. <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.anvur.it/wp-content/uploads/2023/09/dPCM-4-agosto-2023.pdf">https://www.anvur.it/wp-content/uploads/2023/09/dPCM-4-agosto-2023.pdf</ext-link> (18.03.2025).</p>
<p>Korpus <italic>Flucht und Emigration nach Gro&#223;britannien</italic> auf dem Portal des IDS, Sektion Datenbank f&#252;r gesprochenes Deutsch. <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://dgd.ids-mannheim.de/dgd/pragdb.dgd_extern.corpora?v_session_id=FD80D673660ED46B3160FF9BD67131E6&amp;v_doctype=c&amp;v_corpus=FEGB">https://dgd.ids-mannheim.de/dgd/pragdb.dgd_extern.corpora?v_session_id=FD80D673660ED46B3160FF9BD67131E6&amp;v_doctype=c&amp;v_corpus=FEGB</ext-link> (18.03.2025).</p>
<p>Beschreibung des Korpus <italic>Flucht und Emigration nach Gro&#223;britannien</italic> auf dem Portal des IDS, Sektion Datenbank f&#252;r gesprochenes Deutsch. <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://dgd.ids-mannheim.de/dgd/pragdb.dgd_extern.corpora?v_session_id=FB58717AFEB62FFF909CD122E01B9834&amp;v_doctype=c&amp;v_corpus=FEGB">https://dgd.ids-mannheim.de/dgd/pragdb.dgd_extern.corpora?v_session_id=FB58717AFEB62FFF909CD122E01B9834&amp;v_doctype=c&amp;v_corpus=FEGB</ext-link> (18.03.2025).</p>
<p>Duden online. <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.duden.de/woerterbuch">https://www.duden.de/woerterbuch</ext-link> (18.03.2025).</p>
<p>Digitales W&#246;rterbuch der deutschen Sprache. <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.dwds.de">https://www.dwds.de</ext-link> (18.03.2025).</p>
</sec>
<sec>
<title>Biographische Notiz</title>
<p>Sabine E. Koesters Gensini ist ordentliche Professorin f&#252;r Deutsche Sprache und &#220;bersetzung an der Sapienza Universit&#228;t in Rom, wo sie von 2000-2022 Allgemeine Sprachwissenschaft unterrichtet hat. Ihre Forschungsinteressen betreffen den sprachlichen Ausdruck von Emotionen, den Sprachgebrauch, die Lexikologie und Phraseologie, die kontrastive Linguistik (besonders Deutsch- Italienisch) und die &#220;bersetzungsforschung.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5"><bold>Kontaktanschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Sabine E. Koesters Gensini</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Dipartimento di Lettere e Culture moderne</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Sapienza Universit&#224; di Roma</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">P.zzle Aldo Moro, 5</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">00185 Roma</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:Sabine.Koesters@uniroma1.it">Sabine.Koesters@uniroma1.it</ext-link></styled-content></p>
</sec>
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