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<journal-title>Zeitschrift Korpora Deutsch als Fremdsprache</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<article-title>DAS KORPUS <italic>FLUCHT UND EMIGRATION NACH GRO&#7838;BRITANNIEN</italic> (FEGB) IN DER <italic>DATENBANK F&#220;R GESPROCHENES DEUTSCH</italic></article-title>
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<surname>Th&#252;ne</surname>
<given-names>Eva-Maria</given-names>
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<email>evamaria.thune@unibo.it</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Universit&#228;t Bologna</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2025-07-17">
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<abstract>
<p>Das Korpus <italic>Flucht und Emigration nach Gro&#223;britannien</italic> (FEGB) wurde im Rahmen eines Forschungsaufenthalts (Fellowship in Cambridge) in Gro&#223;britannien von Eva-Maria Th&#252;ne (Universit&#228;t Bologna, Italien) in den Jahren 2017 und 2018 erstellt. In Cambridge und im Gro&#223;raum London wurden die meisten der sprachbiographischen Interviews &#252;ber Sprache und kulturelle Identit&#228;t der meist j&#252;dischen Emigrant_innen 70 bis 80 Jahre nach ihrer Immigration nach Gro&#223;britannien aufgenommen. Im Gegensatz zu anderen Korpora zu Erfahrungen dieser Migrant_innengruppe (wie den <italic>Refugee Voices</italic>) wurden diese Gespr&#228;che vorwiegend auf Deutsch gef&#252;hrt und stellen dadurch eine der letzten authentischen Dokumente dieser Sprecher_innen und Augenzeug_innen dar. Ph&#228;nomene des Sprachwechsels kommen vor und k&#246;nnen einen Analyseschwerpunkt auch f&#252;r didaktische Ans&#228;tze bilden.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p>The corpus <italic>Flucht und Emigration nach Gro&#223;britannien</italic> (FEGB) was compiled by Eva-Maria Th&#252;ne (University of Bologna, Italy) as part of a research stay (fellowship in Cambridge) in the UK in 2017 and 2018. Most of the language-biographical interviews about the language and cultural identity of the predominantly Jewish emigrants were recorded in Cambridge and in the Greater London area 70 to 80 years after their immigration to the UK. In contrast to other corpora on the experiences of this migrant group (such as the <italic>Refugee Voices</italic>), these interviews were mainly conducted in German and thus represent one of the last authentic documents of these speakers and eyewitnesses. Code-switching phenomena occur and can also be a focus of analysis in didactic practices.</p>
</trans-abstract>
<kwd-group>
<kwd>narrative Interviews</kwd>
<kwd>Fluchterfahrung</kwd>
<kwd>Sprachbiografien</kwd>
<kwd>Code-switching</kwd>
</kwd-group>
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<kwd>narrative interviews</kwd>
<kwd>experience of flight and migration</kwd>
<kwd>language biographies</kwd>
<kwd>code-switching</kwd>
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<title>1. Das Korpus <italic>Flucht und Emigration nach Gro&#223;britannien</italic> (FEGB): Prim&#228;r- und Metadaten</title>
<p>Im Korpus <italic>Flucht und Emigration nach Gro&#223;britannien</italic> (FEGB) wurden 37 narrative Interviews mit meistens j&#252;dischen Migrant_innen in Gro&#223;britannien gesammelt, d.h. Interviews, die mit Menschen gef&#252;hrt wurden, die in den 1930er Jahren aus Nazi-Deutschland, &#214;sterreich und der damaligen Tschechoslowakei emigriert waren. Der Gro&#223;teil (24) der Interviewten war 1938/39 mit dem &#8218;Kindertransport&#8216; gekommen, die anderen bereits in den fr&#252;hen 1930er Jahren als Kinder oder Jugendliche unabh&#228;ngig vom Kindertransport auf eigene Initiative (durch die Familie oder Freunde)<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref>.</p>
<p>Die Gespr&#228;che mit den Emigrant_innen wurden meist in den Privatwohnungen der Interviewten gef&#252;hrt und sind unterschiedlich lang (zwischen 45 Minuten bis mehr als zwei Stunden). Die Gesamtdauer der Interviews betr&#228;gt 3876 Minuten, d.h. ca. 64 Stunden (2189 Minuten mit ehemaligen Kindern des Kindertransports und 1687 Minuten mit Personen, die nicht mit dem Kindertransport kamen). Zum Zeitpunkt der Befragung (2017 und 2018) waren die Sprecher_innen zwischen 84 und 92 Jahre alt. Es ging in den Gespr&#228;chen haupts&#228;chlich um Fragen des Sprachwechsels, Spracherwerbs, der Spracherhaltung und Sprachtradition in der Familie, doch wurde auch vieles angesprochen, was weit &#252;ber diesen Themenbereich hinausreichte. Gemeinsame Themen sind Kindheitserinnerungen, Erfahrungen von Antisemitismus, Flucht/Emigration, Neuanfang, kulturelle Umorientierung, Kontakt und Reisen in deutschsprachige L&#228;nder nach dem Zweiten Weltkrieg. Dazu kommen viele individuelle Berichte. Von den Interviewten sprechen einige Standarddeutsch, die meisten aber Deutsch mit mehr oder weniger starkem Einfluss des Englischen, wobei es auch h&#228;ufig zu Code-switching und -mixing kommt. 2019 wurde anl&#228;sslich des 80. Jahrestags des ersten Kindertransports im Jahr 1938 ein Teil der Gespr&#228;che in dem Buch <italic>Gerettet. Berichte von Kindertransport und Migration nach Gro&#223;britannien</italic> ver&#246;ffentlicht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Th&#252;ne 2019a</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>2. Transkripte und Datenaufbereitung</title>
<p>Das Korpus ist in der <italic>Datenbank f&#252;r Gesprochenes Deutsch</italic> (DGD)<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref> zug&#228;nglich und zwar in der Version 2.35 (31.03.2025) mit alignierten Transkripten im FLN-Format, Wort- und Lemmalisten und Zusatzmaterial zu englischen POS-Tags; f&#252;r die 37 Audiodateien liegen Transkripte in literarischer Umschrift mit orthographischer Normalisierung vor.</p>
<p>Es werden quantifizierte Metadaten angeboten, die vor allem mithilfe der Informationen aus den Zusatzmaterialien (Originalfrageb&#246;gen) entstanden sind. Dazu geh&#246;ren Angaben &#252;ber die Sprechereignisse (Aufnahmedauer, Aufnahmeort, Tokens) und die Sprecher_innen (Geburtsdatum, Geburtsort, Geschlecht, Berufe, Alter, ihren Wohnort).</p>
<p>Zum jetzigen Zeitpunkt (2025) sind au&#223;er dem Buch <italic>Gerettet</italic> 15 Artikel erschienen (s.u.); &#252;ber die Literaturdatenbank <italic>Zotero</italic> ist eine laufend aktualisierte Publikationsliste zu den Interviews aus dem Korpus zug&#228;nglich, u.a. mit genauen Nachweisen, welche Interviewpartner/innen in den einzelnen Beitr&#228;gen behandelt werden<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref>. Weitere Projektinformationen befinden sich auf der Webseite zu diesem Projekt und dem Buch dazu<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref>.</p>
<p>&#220;ber die Aufbereitung der gesprochensprachlichen Daten in einer f&#252;r ein breiteres Publikum zug&#228;nglichen Textgrundlage, wie sie in Th&#252;ne (<xref ref-type="bibr" rid="B14">2019a</xref>) geboten wird, und damit zusammenh&#228;ngenden Fragestellungen bzw. Probleme reflektiert Th&#252;ne (<xref ref-type="bibr" rid="B22">2023d</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>3. Untersuchungen und Anwendung</title>
<p>FEGB schlie&#223;t konzeptionell und methodisch an das Korpus <italic>Emigrantendeutsch in Israel</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B7">IS</xref>) in der DGD an. In den beiden Korpora geht es um Fragen des Sprachkontakts, da die erzwungene Migration der Sprecher_innen aus den Korpora FEGB und IS zu einer Umschichtung ihres Sprachrepertoires f&#252;hrte. Das Forschungsinteresse bezog sich prim&#228;r auf die sprachliche Identit&#228;t der oben beschriebenen Migrant_innen, d.h. es ging vor allem um zwei Fragenkomplexe: 1) Wie waren die Englischkenntnisse dieser Gruppe, und wie wurde Englisch gelernt? Und 2) Was passierte mit dem Deutschen, wurde es bewahrt, und wie wurde es bewahrt? Erste Resultate zum Spracherwerb des Englischen wurden vorgestellt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B18">Th&#252;ne 2021</xref>).</p>
<p>Die historische Aufarbeitung der Emigration deutschsprachiger Menschen in der Nazizeit nach Gro&#223;britannien setzte vor allem in den 1990er Jahren ein (vgl. dazu <xref ref-type="bibr" rid="B2">Benz / Curio / Hammel 2003</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B1">Baumel-Schwartz 2012</xref>). Zu der sprachlichen Situation von deutschsprachigen Migrant_innen der 1930er-Jahre nach Gro&#223;britannien gibt es hingegen nicht viele Untersuchungen. Das Thema wurde von Marion Berghahn (<xref ref-type="bibr" rid="B3">1988</xref>) und vom <italic>Research Centre of German and Austrian Exile Studies</italic> in London (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B12">Malet / Grenville 2002</xref>) ber&#252;hrt. Hervorzuheben sind zwei Studien, die sich ganz auf die Sprache konzentrieren: Epplers (<xref ref-type="bibr" rid="B8">2010</xref>) Analyse des Emigranto, eine Form der Sprachmischung in einer Gruppe von deutschsprachigen Emigrant_innen der 1930er-Jahre aus Wien in London auf der Grundlage von Interviews in den 1990er-Jahren und Monika S. Schmids (<xref ref-type="bibr" rid="B13">2002</xref>) Arbeit zum Sprachverlust, ebenfalls auf der Grundlage von Interviews aus den Jahren 1995 und 1997 mit deutschsprachigen j&#252;dischen Migrant_innen der Nazizeit aus D&#252;sseldorf in den englischsprachigen Raum. Im Gegensatz zu den zitierten Studien und anderen Interviewsammlungen zu dieser Sprecher_innengruppe, stellt das Korpus FEGB die bisher neuste und zum Gro&#223;teil letzte sprachliche Datensammlung dieser Zeitzeug_innen dar. Sie ist wegen des hohen Alters der Interviewten auch ein Beispiel f&#252;r Alterssprache (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B11">Luppi 2023</xref>). Sprachwechsel vom Deutschen ins Englische und Formen des Sprachverlusts sind deshalb auch in den Interviews des FEGB zu beobachten, doch waren die meisten Interviewpartner_innen auf der Diskursebene durchaus in der Lage, ihre Erfahrungen auf Deutsch zu vermitteln (&#220;berlegungen zu diesem Thema in <xref ref-type="bibr" rid="B15">Th&#252;ne 2019b</xref>).</p>
<p>Die aufgrund von Selbsteinsch&#228;tzungen in den Frageb&#246;gen entstandene <xref ref-type="fig" rid="F1">Abbildung 1</xref> zeigt, dass die in den Ursprungsfamilien vorhandene Mehrsprachigkeit zugunsten einer fast vollkommenen Einsprachigkeit (Englisch) aufgegeben wurde. Dieser Sprachverlust betrifft vor allem das Deutsche, aber auch andere Sprachen. Bei den wenigen Familien, in denen Deutsch weitergegeben wurde, handelt es sich um solche, in denen die Eltern beide deutschsprachige Migranten waren (z.B. zwei Kinder des Kindertransports).</p>
<fig id="F1">
<label>Abbildung 1</label>
<caption>
<p>Sprachkenntnisse innerhalb der Familien des Kindertransports (2017)</p>
</caption>
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</fig>
<p>Das Thema des Sprachverlusts bzw. der Sprachtradition und die metalinguistischen Kommentare zu diesen Erfahrungen stellen daher in den bisherigen Untersuchungen von zentralen Themen dar. Das ebenfalls zentrale Thema des Sprachwechsels in den Gespr&#228;chen bedarf noch einer ausf&#252;hrlichen Untersuchung. Zur Interaktion zwischen den Interviewten und der Interviewerin hat Koesters Gensini eine erste Studie in dieser Themenausgabe vorgelegt.</p>
<p>Die Konzeption des Korpus FEGB folgte dem sprachbiographischen Ansatz (wie z.B. von <xref ref-type="bibr" rid="B4">Betten 1995</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B5">2000</xref> dargestellt; dazu auch <xref ref-type="bibr" rid="B6">Busch 2013</xref>). Grunds&#228;tzlich geht es also in den Interviews um Fragen des Sprachgebrauchs, der Sprachvermittlung und -bewahrung (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B16">Th&#252;ne 2020a</xref>), aber auch um Attribuierungen zu Sprachen, kulturspezifischen lexikalischen und kognitiven Ph&#228;nomenen, zu denen u.a. der Gebrauch und die Entwicklung von Metaphern geh&#246;ren sowie Schilderungen, die Teil der Konstruktion einer narrativen Identit&#228;t von Sprecher_innen sind (vgl. z.B. in <xref ref-type="bibr" rid="B23">Th&#252;ne 2024a</xref>). F&#252;r diese Fragestellungen waren auch die Untersuchungen zum Korpus IS leitend (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B10">Leonardi / Th&#252;ne / Betten 2016</xref>).</p>
<p>Ein wichtiger Teil der Sprachbiographien sind auch Aussagen zum Spracherleben, d.h. zu Situationen, in denen Menschen sich selbst oder andere als sprachlich Handelnde wahrnehmen bzw. wahrgenommen werden. Es geht also zum einen um Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung, zum anderen um Zugeh&#246;rigkeit oder Nicht-Zugeh&#246;rigkeit zu bestimmten Kommunikationsgemeinschaften. Damit verbunden ist das Erleben sprachlicher Macht oder Ohnmacht, denn &#8222;Spracherleben ist nicht neutral, es ist mit emotionalen Erfahrungen verbunden, damit, ob man sich in einer Sprache wohlf&#252;hlt oder nicht&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B6">Busch 2013: 19</xref>). Zu diesem Themenkomplex zeigen die Analysen der Erfahrungen in der Schule in Gro&#223;britannien aussagekr&#228;ftige Resultate (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B18">Th&#252;ne 2021</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B25">Th&#252;ne / Brizi&#263; 2022</xref>).</p>
<p>Die Rekonstruktion der Reise des Kindertransports in der Erinnerung und ihrer traumatischen Erfahrung (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B20">Th&#252;ne 2023b</xref>) sind ein weiterer Themenkomplex, der in bisherigen Studien zwar schon vorgezeichnet, aber noch nicht ausreichend untersucht wurde. &#196;hnliches gilt f&#252;r die Verarbeitung der Erfahrung in autobiografischen Texten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B21">Th&#252;ne 2023c</xref>), der Darstellung in literarischen Texten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B24">Th&#252;ne 2024b</xref>) und der Erfahrung mit Wiederbegegnung mit Menschen und Orten der Vergangenheit durch Reisen zur&#252;ck zu den Orten der Kindheit und Jugend (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B17">Th&#252;ne 2020b</xref>). Ausgehend von der Erfahrung des Kindertransports wird in Th&#252;ne (<xref ref-type="bibr" rid="B23">2024a</xref>) durch die Reflexion auf den Koffer als Metasymbol versucht, eine Verbindung zu weiteren, neueren Migrationserfahrungen herzustellen.</p>
<p>FEGB bietet die M&#246;glichkeit, einen Einblick in die Erfahrung einer historischen Migration zu gewinnen und die Reflexion dar&#252;ber aus der Perspektive von Zeitzeugen an authentischen sprachlichen Daten nachzuvollziehen. Gerade die Interviewdaten und narrativen Einheiten im Korpus FEGB k&#246;nnen Lernenden die M&#246;glichkeit bieten, dieses Korpus (wie von <xref ref-type="bibr" rid="B9">Flinz 2021</xref> vorgeschlagen) entweder durch Aufgaben und &#220;bungen von Lehrpersonen kennenzulernen oder durch exploratives und autonomes Recherchieren eigenst&#228;ndig als Forscher_innen geschichtliche und kulturelle Zusammenh&#228;nge durch Sprache zu entdecken. Was den Unterricht in Schulen anbelangt, bietet das Korpus Einblick in eine historische Migrationserfahrung von unbegleiteten Kindern und Jugendlichen, ein Thema, das besonders aktuell ist und in Klassen mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationserfahrung auf Interesse sto&#223;en k&#246;nnte. Die Interviews zeigen zudem, wie die traumatischen Erfahrungen im Laufe des Lebens besprochen und aufgearbeitet werden k&#246;nnten. Studierenden von MA-Studieng&#228;ngen an der Universit&#228;t Bologna haben sich in den vergangenen Jahren mit spezifischen linguistischen Fragestellungen auseinandersetzt: es wurden der Gebrauch von Modalpartikeln und pragmatische Aspekte des Sprachwechsels untersucht, es gab dialoganalytische Auswertungen zur Themenentwicklung in Interviews und zu den Fragen, die sich bei der &#220;bersetzung von gesprochensprachlichen Texten vom Deutschen ins Italienische ergeben und eine Untersuchung zu Emotionen und Orten. Einige der Ergebnisse gingen in Magisterarbeiten zum Korpus FEGB ein, die in <italic>Zotero</italic> verzeichnet sind (s.o.).</p>
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<fn id="n1"><p>Au&#223;erdem wurden zehn M&#228;nner und Frauen der zweiten Generation auf Englisch nach ihren Erfahrungen befragt. Diese Interviews fanden auf Englisch statt und sind nicht im FEGB dokumentiert.</p></fn>
<fn id="n2"><p><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="http://dgd.ids-mannheim.de">http://dgd.ids-mannheim.de</ext-link> (06.12.2024); Zugang nach einmaliger vorheriger Registrierung.</p></fn>
<fn id="n3"><p><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.zotero.org/groups/2595678/gerettet_fegb/library">https://www.zotero.org/groups/2595678/gerettet_fegb/library</ext-link> (06.12.2024).</p></fn>
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<title>Literatur und Ressourcen</title>
<ref id="B1"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Baumel-Schwartz</surname>, <given-names>Judith Tydor</given-names></string-name> (<year>2012</year>): <source>Never look back: The Jewish Refugee Children in Great Britain, 1938&#8211;1945</source>. <publisher-loc>West Lafayette</publisher-loc>: <publisher-name>Purdue University Press</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B2"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Benz</surname>, <given-names>Wolfgang</given-names></string-name> / <string-name><surname>Curio</surname>, <given-names>Claudia</given-names></string-name> / <string-name><surname>Hammel</surname>, <given-names>Andrea</given-names></string-name> (Hrsg.) (<year>2003</year>): <source>Die Kindertransporte 1938/39. Rettung und Integration</source>. <publisher-loc>Frankfurt am Main</publisher-loc>: <publisher-name>Fischer</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
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<ref id="B4"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Betten</surname>, <given-names>Anne</given-names></string-name> (Hrsg.) (<year>1995</year>): <source>Sprachbewahrung nach der Emigration &#8211; Das Deutsch der 20er Jahre in Israel</source>. Teil I: Transkripte und Tondokumente. Bd. <volume>42</volume>. <publisher-loc>T&#252;bingen</publisher-loc>: <publisher-name>Niemeyer</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B5"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Betten</surname>, <given-names>Anne</given-names></string-name> (<year>2000</year>): <chapter-title>&#8222;Vielleicht sind wir wirklich die einzigen Erben der Weimarer Kultur&#8220;. Einleitende Bemerkungen zur Forschungshypothese &#8222;Bildungsb&#252;rgerdeutsch in Israel&#8220; und zu den Beitr&#228;gen dieses Bandes</chapter-title>. In: <string-name><surname>Betten</surname>, <given-names>Anne</given-names></string-name> / <string-name><surname>Du-nour</surname>, <given-names>Miryam</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Sprachbewahrung nach der Emigration &#8211; Das Deutsch der 20er Jahre in Israel</source>. Teil II: Analysen und Dokumente. Bd. <volume>45</volume>. <publisher-loc>T&#252;bingen</publisher-loc>: <publisher-name>Niemeyer</publisher-name>, <fpage>157</fpage>&#8211;<lpage>181</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B6"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Busch</surname>, <given-names>Brigitta</given-names></string-name> (<year>2013</year>): <source>Mehrsprachigkeit</source>. <publisher-loc>Wien</publisher-loc>: <publisher-name>Facultas WUV</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
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<title>Biographische Notiz</title>
<p>Eva-Maria Th&#252;ne<xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref> ist Professorin fu&#776;r Deutsche Sprache und Sprachwissenschaft an der Alma Mater Studiorum von Bologna, Italien, und Life Member des Clare Hall College in Cambridge (UK). Ihre Forschungsinteressen liegen in den Bereichen der Gesprochenen Sprache, der Gespr&#228;chsanalyse und der Textlinguistik.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5"><bold>Kontaktanschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Eva-Maria Th&#252;ne</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Universit&#228;t Bologna</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Dipartimento Lilec</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Via Cartoleria, 5</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">I-40123 Bologna</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:evamaria.thune@unibo.it">evamaria.thune@unibo.it</ext-link></styled-content></p></sec>
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