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<journal-title>Zeitschrift Korpora Deutsch als Fremdsprache</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Thematic issue articles</subject>
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<article-title>FEHLERANNOTIERTE LERNENDENKORPORA DES DEUTSCHEN: METHODOLOGIE UND EMPIRIE</article-title>
<subtitle>Einleitung in die Themenausgabe</subtitle>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Universit&#228;t Szeged</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2024-12-27">
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<abstract>
<p>Die Anzahl von Lernendenkorpora, die Deutsch als Zielsprache zum Gegenstand haben, ist in letzter Zeit erfreulicherweise gestiegen. Damit ging auch eine Zunahme an methodologischer Vielfalt bez&#252;glich der Korpusannotation einher. Der vorliegende Artikel stellt die Beitr&#228;ge der Themenausgabe <italic>Fehlerannotierte Lernendenkorpora des Deutschen: Methodologie und Empirie</italic> vor. Die thematischen Schwerpunkte liegen zum einen auf der Anwendung von neu ver&#246;ffentlichten DaF-Korpora (CDLK, Dulko, GerSumCo), oft im Rahmen eines analytischen Vergleichs mit den Daten anderer, l&#228;nger bestehender Korpora wie Falko, Kobalt oder Merlin. Zum anderen werden aktuelle technische bzw. rechtliche Aspekte der Korpuserstellung bzw. -zusammenf&#252;hrung behandelt.</p>
</abstract>
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<p>Fortunately, the number of learner corpora dealing with German as a foreign language has increased recently. This has been accompanied by an increase in the methodological diversity of corpus annotation. This article presents the contributions to the thematic issue <italic>Error-annotated learner corpora of German: Methodology and empirical research</italic>. On the one hand, the focus is on the use of newly published GFL-corpora (CDLK, Dulko, GerSumCo), often in the context of an analytical comparison with data from other, longer-standing corpora such as Falko, Kobalt or Merlin. On the other hand, current technical and legal aspects of corpus creation and merging will be discussed.</p>
</trans-abstract>
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<kwd>Deutsch</kwd>
<kwd>Deutsch als Fremdsprache (DaF)</kwd>
<kwd>Korpuslinguistik</kwd>
<kwd>Lernerkorpus</kwd>
<kwd>Transfer</kwd>
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<kwd>corpus linguistics</kwd>
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<kwd>German as a foreign language (GFL)</kwd>
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<p>Die vorliegende Themenausgabe der Zeitschrift KorDaF gliedert sich in die von der Themenausgabe 2022/1 (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Wisniewski 2022a</xref>) er&#246;ffnete Tradition ein, indem hier Korpora und Daten von DaF-Lernenden in den Mittelpunkt gestellt werden. In j&#252;ngster Zeit hat sich die deutschsprachige Korpuslandschaft um zahlreiche schriftliche und m&#252;ndliche<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> Lernendenkorpora erweitert, wodurch ein Teil der Forderung nach &#8222;Diversifizierung der Lernerkorpuslandschaft des Deutschen&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B23">Wisniewski 2022a: 6</xref>) eingel&#246;st worden ist. Diese Bereicherung ging auch mit einer Zunahme an methodologischer Vielfalt bez&#252;glich der Korpusannotation einher. Diese Themenausgabe adressiert methodologische Fragen, die die Erstellung und Auswertung fehlerannotierter Lernendenkorpora betreffen, bzw. soll einen Einblick in aktuelle empirische Untersuchungen geben. Den Ansto&#223; f&#252;r das Themenheft gab die internationale Tagung <italic>Fehlerannotierte Lernerkorpora: Methodologie und Empirie</italic>, die von den ehemaligen Verantwortlichen des Szegediner Korpus Dulko (<italic>Deutsch-ungarisches Lernerkorpus</italic>), Andreas Nolda (zugleich der Entwickler des Korpustools EXMARaLDA (Dulko)), P&#233;ter Kappel und Bernadett Modri&#225;n-Horv&#225;th, organisiert worden war &#8211; nicht zuletzt mit dem Ziel, die Vernetzung zwischen den einzelnen &#8211; abgeschlossenen und laufenden &#8211; Korpusprojekten zu f&#246;rdern.</p>
<p>Obwohl die Sprache der Lernenden bereits seit Jahrzehnten analysiert wird, stellten &#246;ffentlich verf&#252;gbare und korpuslinguistisch aufbereitete Lernerkorpora lange ein Desiderat dar. In der deutschsprachigen Korpuslandschaft markiert die Ver&#246;ffentlichung der Falko-Korpusfamilie einen Wendepunkt (ausf&#252;hrlicher zu den Falko-Korpora vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B16">Reznicek et al. 2012: 23</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B10">Hirschmann et al. 2022</xref>). Einige Jahre nach dem Erscheinen des <italic>International Corpus of Learner English</italic> (ICLE) wurden durch die korpuslinguistische Aufbereitung von deutschen Lernertexten im Rahmen des Kernkorpus Falko-Essay aus dem Jahr 2008 neue Ma&#223;st&#228;be gesetzt. Annotationen wie Informationen bez&#252;glich der Wortarten (pos), Lemmata, Zielhypothese und ZHDiff sind zum Standard geworden, daneben wurden weitere syntaktische Kategorisierungen verf&#252;gbar gemacht (etwa topologische Felder und Klammern). Dieses Vorgehen wurde beim Aufbau weiterer Korpora der Falko-Familie, z.B. beim Kobalt-Korpus (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B29">Zinsmeister et al. 2012</xref>), &#252;bernommen. Obwohl bei der Aufbereitung bestimmter Metadaten bzw. bei linguistischen Annotationen mit Abweichungen zu rechnen ist, wurde auf die Vergleichbarkeit von L1- und L2-Teilkorpora bez&#252;glich verschiedener Textsorten gro&#223;er Wert gelegt. Auch in den neueren Korpora zum akademischen Schreiben von Studierenden mit L1 und L2 Deutsch sind vergleichbare Zusammenfassungen und argumentative Texte enthalten (z.B. DISKO &#8211; <italic>Deutsch im Studium: Lernerkorpus</italic>, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B26">Wisniewski / Muntschick / Portmann 2022</xref>, GerSumCo &#8211; <italic>German Summary Corpus</italic>, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B21">Strobl / Wedig 2024</xref>, und BelDeKo &#8211; <italic>Belgisches Deutschkorpus</italic>, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B20">Strobl / Wedig 2023</xref>).</p>
<p>Um auch Lernendengruppen mit verschiedenen Muttersprachen zu ber&#252;cksichtigen, die in den vorhandenen Korpora nur mit einigen Texten vertreten waren, sind in den letzten Jahren neue Lernerkorpora entstanden bzw. befinden sich im Aufbau, so z.B. Dulko (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Beeh et al. 2021</xref>) zum Ungarischen, VIELKO zum Vietnamesischen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B11">Ho 2023</xref>) sowie das wohl umfangreichste Korpus CDLK zum Chinesischen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B13">Li / Wu 2023</xref>). Die Vielfalt der Lernerkorpora erweist sich einerseits als vorteilhaft, da sie die Analyse der Variabilit&#228;t der Lernerprache erm&#246;glicht. Andererseits wird sie aber in der Praxis durch die Vielfalt der Annotationen erschwert. Da die Wahl des Korpusdesigns in Abh&#228;ngigkeit von der Spezifizit&#228;t der Fragestellung erfolgt, ist die Vergleichbarkeit der Lernerkorpora nicht uneingeschr&#228;nkt gew&#228;hrleistet. Die Korpusabfrage wird bei einer vergleichenden Analyse von Daten mehrerer Korpora durch unterschiedliche Metadaten, unterschiedliche Bezeichnung von Annotationsebenen, unterschiedliche Suchbegriffe (manchmal sogar auf gemeinsamer Suchoberfl&#228;che) erschwert. Die Zusammenf&#252;hrung von Lernendenkorpora bzw. die Erstellung korpus&#252;bergreifender Plattformen, so wie sie aktuell im Rahmen des Projekts DAKODA erfolgt, werden deshalb die Erforschung der Lernersprache ma&#223;geblich vorantreiben.</p>
<p>In mehreren Korpora werden die Abweichungen zwischen Lerner&#228;u&#223;erung und der ZH nicht nur auf der ZHDiff-Ebene gekennzeichnet, sondern auch Fehlerkategorien zugeordnet. Dabei erscheint nicht nur die &#220;bertragung von Fehlerkategorisierungen &#252;ber Fremdsprachen hinweg wenig zielf&#252;hrend (vgl. die unterschiedlichen Fehlertags f&#252;r die Lernendensprachen Deutsch, Italienisch und Tschechisch in MERLIN, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Wisniewski et al. 2013</xref>), sondern auch ein einheitliches Fehler-Tagset f&#252;r die Zielsprache Deutsch. Die Fehlertags k&#246;nnen auch den Gegebenheiten der jeweiligen L1 entsprechend gew&#228;hlt werden.</p>
<p>Ein wichtiges Ziel der Erstellung von Lernendenkorpora war und ist, systematisch auftretende Abweichungen von der zielsprachlichen Norm erfassbar zu machen, damit Erwerbsschwierigkeiten bez&#252;glich bestimmter sprachbiographischer Konstellationen entdeckt werden k&#246;nnen. Sie erm&#246;glichen eine ad&#228;quate Analyse von Transferph&#228;nomenen im L2- oder L3-Sprachgebrauch unterschiedlicher L1-/L2-Gruppen, welche selbst bei fortgeschrittenen bzw. kompetenten Lernenden zu beobachten sind (zum Transfer s. zuletzt <xref ref-type="bibr" rid="B14">Odlin 2022</xref>). Transfererscheinungen nachzuweisen gestaltet sich allerdings schwieriger als einst gedacht. Sie werden heutzutage weniger auf die Unterschiede zweier oder mehrerer Sprachsysteme zur&#252;ckgef&#252;hrt &#8211; schon allein deshalb, weil Sprachsysteme als emergente, sich st&#228;ndig im Wandel befindliche, soziale Gebilde zu verstehen sind und somit sprachliches Wissen als &#252;ber die Individuen verteilt anzusehen ist. Ph&#228;nomene des Transfers bzw. der Interferenz werden in gebrauchsbasierten Ans&#228;tzen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B28">Wulff 2021</xref>) mit allgemeinen kognitiven Mechanismen in Zusammenhang gebracht: Dazu z&#228;hlen z.B. psycholinguistigische Hemmungseffekte beim Lernen (so bereits bei <xref ref-type="bibr" rid="B12">Juh&#225;sz 1970</xref>), gelernte Aufmerksamkeit (<italic>learned attention</italic>) und Verzerrungseffekte bez&#252;glich der Steuerung der Aufmerksamkeit (<italic>attentional biases</italic>) durch die Gegebenheiten der L1 (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Ellis 2006</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B5">2017</xref>). Die Anwendung von Lernendenkorpora kann zu didaktischen Empfehlungen f&#252;hren, die auf einem balancierten Einsatz expliziter und impliziter Vermittlungsstrategien basieren, und zwar so, dass dabei die genannten kognitiven Mechanismen ber&#252;cksichtigt werden.</p>
<p>Gleichzeitig muss auch erkannt werden, dass Lernende &#252;ber ein komplexes Variet&#228;tensystem mit unterschiedlichen Sprach- und Variet&#228;tenkompetenzen verf&#252;gen, wobei die einzelnen Sprachauspr&#228;gungen einander gegenseitig, d.h. nicht nur in eine Richtung, beeinflussen k&#246;nnen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B15">Odlin / Yu 2016</xref>). I-Languages als eigenst&#228;ndige Variet&#228;ten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B17">Selinker 1972</xref>) werden vermehrt unter variet&#228;tenlinguistischem Aspekt (f&#252;r die Sprache von fortgeschrittenen Lernenden exemplarisch s. <xref ref-type="bibr" rid="B22">Walter / Grommes 2008</xref>) mit ihren eigenen Begrifflichkeiten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B18">Selinker 2014</xref>) und in ihrer Komplexit&#228;t untersucht. Daher r&#252;ckt die Beobachtung von Frequenzunterschieden (<italic>over-/underuse</italic>) zunehmend ins Blickfeld der Forschung. Beim Vergleich mit den L1-Daten ist allerdings stets ein umsichtiger Umgang mit den L1-Daten geboten, mit Hinblick auf deren Variabilit&#228;t (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B19">Shadrova et al. 2021</xref>) und zur Vermeidung eines komparativen &#8222;Trugschlusses&#8221; (<italic>comparative fallacy</italic>, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Bley-Vroman 1983</xref>, zur Diskussion vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Deshors / Gries 2021</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B8">Gilquin 2022</xref>).</p>
<p>Die thematischen Schwerpunkte des Themenhefts liegen zum einen auf der Anwendung von neu ver&#246;ffentlichten DaF-Korpora (CDLK, Dulko, GerSumCo), oft im Rahmen eines analytischen Vergleichs mit den Daten anderer, l&#228;nger bestehender Korpora wie Falko, Kobalt oder Merlin. Zum anderen gilt das Interesse aktuellen technischen bzw. rechtlichen Aspekten der Korpuserstellung bzw. -zusammenf&#252;hrung. Diejenigen Beitr&#228;ge, die sich eine korpusanalytische Anwendung der Korpora zum Ziel setzen, machen des &#214;fteren Gebrauch von der M&#246;glichkeit, die Daten durch zus&#228;tzliche Annotationsebenen anzureichern. F&#252;r die anwendungsbezogenen Beitr&#228;ge ist eine Tendenz weg von der fehlerorientierten Perspektive hin zur Erfassung der L2-sprachlichen Variet&#228;ten als Forschungsobjekt zu erkennen. So werden in mehreren Artikeln Frequenzunterschiede und unterschiedliche Pr&#228;ferenzen bei der Wahl sprachlicher Muster im L1- und L2-Deutsch unter die Lupe genommen. Es werden auch Ph&#228;nomene untersucht, f&#252;r die in der Grammatikographie keine oder wenige normative Vorgaben existieren (so die Besetzung des Nachfeldes, der Gebrauch der Konnektoren in verschiedenen Texttypen oder die Realisierung propositionaler Argumente). Auch m&#246;gliche Einfl&#252;sse nicht normgerechter zielsprachlicher Gebrauchsmuster werden thematisiert (doppelte Vorfeldbesetzung oder <italic>weil/obwohl</italic> mit Hauptsatzwortstellung). &#220;ber den Vergleich von L1- und L2-Deutsch-Daten hinaus werden auch Aspekte der Terti&#228;rsprachenforschung diskutiert.</p>
<p>Im Beitrag &#8222;Lernerkorpora in der Terti&#228;rsprachenforschung&#8220; befasst sich <bold>Krisztina Moln&#225;r</bold> mit dem Einfluss des Englischen auf die Verwendung des Deutschen als Lernersprache bei ungarischen Studierenden. Die Pilotanalyse beruht auf dem <italic>Deutsch-ungarischen Lernerkorpus</italic> (Dulko). Da fortgeschrittene Lernende in der Terti&#228;rsprachenforschung bisher nur wenig intensiv untersucht wurden, geht die Autorin der Frage nach, inwieweit fehlerannotierte Lernerkorpora in diesem Forschungsfeld verwendet werden k&#246;nnen. Es wird gezeigt, dass das Englische als L2 auch bei fortgeschrittenen Lernenden einen bedeutenden Einfluss auf die Verwendung des Deutschen als Fremdsprache hat. Interferenzfehler auf der lexikalischen, morphologischen und syntaktischen Ebene werden sowohl einer qualitativen als auch einer quantitativen Analyse unterzogen.</p>
<p><bold>Hanxiao Huang</bold> und <bold>Yuan Li</bold> gehen in ihrer L&#228;ngsschnittstudie mit dem Titel &#8222;Zum Nachfelderwerb im Schriftdeutschen bei chinesischen Deutschlernenden. Eine korpusgest&#252;tzte longitudinale Untersuchung&#8220; den Erwerbsspezifika der deutschen Nachfeldbesetzung bei chinesischen Muttersprachler:innen nach. In den Daten von 30 Studierenden &#252;ber einen Zeitraum von 4 Jahren (120 von den mehr als 5700 Texten des CDLK) werden zus&#228;tzlich die Nachfeldbesetzung und deren grammatische Realisierungsformen annotiert. Als Referenzgrundlage zum Vergleich dienen die L1-Daten der Nachfeldbesetzungen im T&#252;Ba-D/Z. Die Daten zeigen in mehreren Dimensionen eine nichtlineare Ann&#228;herung an die zielsprachlichen Realisierungen. Die Korpusanalyse wird mit Interviews erg&#228;nzt, was eine begr&#252;&#223;enswerte Kombination von Methoden bei der Erforschung der Lernendensprache darstellt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Gries 2008</xref>).</p>
<p>Die Erfassung der &#8222;Variation bei der Realisierung propositionaler Argumente in deutschen Lernertexten&#8220; ist das Thema von <bold>Susan Schlotthauer</bold>s und <bold>Beata Trawi&#324;ski</bold>s Beitrag. Durch den Vergleich von Daten Lernender mit verschiedenen L1 (Englisch, Italienisch, Polnisch und Ungarisch; Datengrundlage: Dulko, Falko und MERLIN) mit den Daten von L1-Deutsch-Schreibenden (Teilkorpus in Falko) wird den Auswirkungen der Realisierungsm&#246;glichkeiten und -pr&#228;ferenzen in der L1 der Lernenden nachgegangen. Zus&#228;tzliche Annotationen erfahren die Korpora bez&#252;glich der propositionalen Argumente, ihrer Form sowie des Vorhandenseins von Pro-Formen. Die Untersuchung nach Verbtypen und -lemmata weist auf eine Auswirkung der muttersprachlichen Pr&#228;ferenzen hin; Ausnahmen bilden stark textsortengebundene Formulierungen.</p>
<p><bold>Helena Wedig, Bur&#231;in Amet, Juliana Groschler</bold> und <bold>Carola Strobl</bold> befassen sich in ihrem Beitrag mit dem &#8222;Aufgabentyp-spezifischen Konnektivgebrauch in schriftlichen Texten von DaF-Lernenden&#8220;. Sie zeigen die Relevanz von Untersuchungen in argumentativen und zusammenfassenden Aufgabentypen auf, wobei v.a. diese in der Forschung kaum ber&#252;cksichtigt sind. In den Korpora Falko und GerSumCo werden die Daten von L1- und L2-Deutsch-Schreibenden verglichen, unter Verweis auf die Varianz hinsichtlich der Entwicklung der Schreibkompetenzen innerhalb der L1-Gruppe.</p>
<p><bold>Matthias Schwendemann, Annette Portmann, Julia S. Schlauch, Jana Gamper</bold> und <bold>Katrin Wisniewski</bold> pl&#228;dieren in ihrem Beitrag &#8222;Forschungsdaten f&#252;r alle. Rechtliche M&#246;glichkeiten und Herausforderungen bei der Ver&#246;ffentlichung von Lernerkorpora&#8220; f&#252;r die Aussch&#246;pfung des Potenzials von <italic>Open Science</italic>. Lernerdaten sollten in einer Weise aufbereitet werden, die die Auffindbarkeit und Nutzung erleichtert, um die Chancen f&#252;r eine potenzielle Nachnutzung dieser Daten durch Wissenschaftler:innen zu erh&#246;hen. Allerdings sind damit auch Herausforderungen verbunden, da Lernerkorpora rechtlichen und forschungsethischen Anforderungen unterliegen. Dabei stehen datenschutz- bzw. urheberrechtliche Fragen nach der Publizierbarkeit von Lernerkorpusdaten im Fokus, die bisher wenig Aufmerksamkeit erfahren haben.</p>
<p>Der Beitrag &#8222;Auf der Spur von syntaktischen Fallen in Texten fortgeschrittener Deutschlernender. Zur Verbstellung in Lernendenkorpora&#8220; von <bold>Bernadett Modri&#225;n-Horv&#225;th</bold> und <bold>P&#233;ter Kappel</bold> ermittelt Kontexttypen, die von der Norm abweichende Verbstellungen beg&#252;nstigen. Die Befunde, deren Grundlage spezifisch aufbereitete Daten von ungarischen Muttersprachler:innen im Dulko-Essaykorpus bilden, erweisen sich laut gezielten Suchanfragen in vergleichbaren Teilkorpora (MERLIN, Falko, Kobalt) auch f&#252;r DaF-Lernende anderer Muttersprachen als relevant.</p>
<p><bold>Orsolya Rauzs</bold> widmet sich in ihrem Aufsatz &#8222;Orthografische Fehler in Dulko- und Falko-Texten&#8220; der Analyse der gr&#246;&#223;ten orthographischen Schwierigkeiten von Deutschlernenden. Sie geht der Frage nach, ob DaF-Studierende mit L1 Ungarisch mehr oder weniger Fehler machen als Muttersprachler. Obwohl die ungarischen Probanden im Durchschnitt nicht mehr zu Fehlern neigen als die Deutschen, konnten besondere Fehlerbereiche wie &#252;berfl&#252;ssige Kommasetzung identifiziert werden.</p>
<p><bold>Andreas Nolda</bold> stellt in seinem Aufsatz &#8222;Die Dulko-Tools des EXMARaLDA-Partitur-Editors&#8220; neue Korpus-Hilfswerkzeuge vor, die eine wesentliche Unterst&#252;tzung f&#252;r Forschende darstellen, die selbst Lernerdaten erheben oder (weiter) annotieren m&#246;chten. Die anspruchsvolle technische Herausforderung der Annotation kann mit Hilfe der Dulko-Tools einfacher, schneller und zuverl&#228;ssiger bew&#228;ltigt werden. Der vorliegende Artikel bietet eine Anleitung zur Nutzung der Dulko-Tools, indem die Schritte der semiautomatischen Annotation anhand eines Beispiels veranschaulicht werden.</p>
<p>Die vorliegende Themenausgabe m&#246;chte auch weitere Kooperation und Vernetzung zwischen den einzelnen DaF-Korpusprojekten f&#246;rdern, indem Forschungen zu den methodischen Aspekten und empirischen Anwendungen der neueren Korpora durch die Zeitschrift KorDaF als Open-Access-Organ allen Interessierten zug&#228;nglich gemacht werden.</p>
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<fn id="n1"><p>Das vorliegende Themenheft fokussiert auf fehlerannotierte Korpora des geschriebenen Deutsch, zum &#220;berblick &#252;ber gesprochene Lernerkorpora vgl. Fandrych / Mei&#223;ner / Wallner (<xref ref-type="bibr" rid="B6">2021</xref>) und Wisniewski (<xref ref-type="bibr" rid="B24">2022b</xref>).</p></fn>
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<title>Literatur und Ressourcen</title>
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<ref id="B2"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Bley-Vroman</surname>, <given-names>Robert</given-names></string-name> (<year>1983</year>): <article-title>The comparative fallacy in interlanguage studies: The case of systematicity</article-title>. In: <source>Language Learning</source> <volume>33</volume>: <issue>1</issue>, <fpage>1</fpage>&#8211;<lpage>17</lpage>.</mixed-citation></ref>
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<title>Biographische Notiz</title>
<p>Bernadett Modri&#225;n-Horv&#225;th ist Oberassistentin am Institut f&#252;r Germanistik der Universit&#228;t Szeged und Mitglied der funktional-kognitiven Forschungsgruppe DiAGram der Universit&#228;t ELTE. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der gebrauchsbasierten Linguistik, der kontrastiven und der Lernenden-Grammatik, der Wortstellung und dem Genus verbi. Von 2019 bis 2021 hat sie als Mitverantwortliche in der Projektgruppe mitgewirkt, die im Rahmen des Projekts <italic>DeutUng: Deutsch-ungarischer Sprachvergleich: korpustechnologisch, funktional-semantisch und sprachdidaktisch</italic> das Korpus Dulko erstellte.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5"><bold>Kontaktanschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Dr. Bernadett Modri&#225;n-Horv&#225;th</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Institut f&#252;r Germanistik</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Universit&#228;t Szeged</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Egyetem utca 2</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">H-6722 Szeged</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:modrian.horvath@lit.u-szeged.hu">modrian.horvath@lit.u-szeged.hu</ext-link></styled-content></p>
</sec>
<sec>
<title>Biographische Notiz</title>
<p>P&#233;ter Kappel ist Oberassistent am Institut f&#252;r Germanistik der Universit&#228;t Szeged und Mitglied des Projekts <italic>Lexikographische Darstellung der ungarndeutschen Mundarten</italic>. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Syntax, Variationslinguistik, Sprachgeschichte und der Analyse von Lernendensprache. Von 2019 bis 2021 hat er im Rahmen des Projekts <italic>DeutUng: Deutsch-ungarischer Sprachvergleich: korpustechnologisch, funktional-semantisch und sprachdidaktisch</italic> als Mitverantwortlicher bei der Erstellung des Dulko-Korpus mitgewirkt.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5"><bold>Kontaktanschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Dr. P&#233;ter Kappel</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Institut f&#252;r Germanistik</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Universit&#228;t Szeged</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Egyetem utca 2</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">H-6722 Szeged</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:kappelp@lit.u-szeged.hu">kappelp@lit.u-szeged.hu</ext-link></styled-content></p>
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