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<journal-title>Zeitschrift Korpora Deutsch als Fremdsprache</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<article-id pub-id-type="doi">10.48694/tujournals-4134</article-id>
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<subject>Thematic issue articles</subject>
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<article-title>KORPUSBASIERTE ANS&#196;TZE ZUR ENTWICKLUNG VON REGISTER- UND TEXTSORTENKOMPETENZ IM DAF-UNTERRICHT</article-title>
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<surname>Costa</surname>
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<email>andressa.costa@kit.edu</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Karlsruher Institut f&#252;r Technologie (KIT)</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2024-12-13">
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<abstract>
<p>Die F&#228;higkeit, verschiedene Textsorten und Register parallel zu beherrschen, ist f&#252;r eine erfolgreiche Kommunikation unerl&#228;sslich. Dieser Beitrag unterstreicht die Relevanz dieser Kompetenz im DaF-Unterricht und zeigt auf, wie Korpora als wertvolle Ressource dienen k&#246;nnen, um authentische Sprachdaten zu analysieren und didaktisch sinnvoll zu nutzen. Korpusanalysen belegen, dass sich sprachliche Merkmale je nach Textsorte und Register systematisch unterscheiden. Die drei Beitr&#228;ge dieser Themenausgabe beleuchten verschiedene Aspekte der Textsorten- und Registerforschung im DaF-Unterricht und pr&#228;sentieren innovative Ans&#228;tze, wie korpusbasierte Erkenntnisse f&#252;r die Entwicklung von Lehrmaterialien und Unterrichtsmethoden genutzt werden k&#246;nnen.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p>The ability to master various genres and registers is essential for successful communication. This article emphasizes the relevance of this competence in teaching German as a Foreign Language (GFL). It demonstrates how corpora can serve as valuable resources for analyzing authentic language data and utilizing it meaningfully in teaching. Corpus analyses show that linguistic features systematically differ depending on genres and registers. The three contributions in this special issue illuminate various aspects of genre and register research in GFL instruction and present innovative approaches on how corpus-based insights can be used for developing teaching materials and instructional methods.</p>
</trans-abstract>
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<kwd>Register</kwd>
<kwd>Textsorte</kwd>
<kwd>Korpuslinguistik</kwd>
<kwd>Deutsch als Fremdsprache</kwd>
<kwd>linguistische Variation</kwd>
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<kwd>Corpus Linguistics</kwd>
<kwd>German as Foreign Language</kwd>
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<title>1. Einleitung</title>
<p>Die Bedeutung von Textsorten und Registern im Sprachgebrauch und deren Relevanz f&#252;r den Fremdsprachenunterricht ist ein zentrales Thema in der modernen Sprachdidaktik. Viele Beitr&#228;ge widmeten sich bereits dem Thema, insbesondere im Bereich Englisch als Fremd-/Zweitsprache (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Conrad 2004</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B13">Meunier / Reppen 2015</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B9">Gray / Egbert 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B12">Jeaco 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B7">Foll 2021</xref>). Im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) ist die Auseinandersetzung mit Textsorten und Registern zwar noch weniger ausgepr&#228;gt, gewinnt jedoch zunehmend an Bedeutung. Wegweisende Arbeiten liegen vor &#8211; wie Fandrych / Tschirner (<xref ref-type="bibr" rid="B6">2007</xref>) und Fandrych / Thurmair (<xref ref-type="bibr" rid="B5">2010</xref>). Zugleich bieten einige Beitr&#228;ge in fr&#252;heren Ausgaben dieser Zeitschrift interessante Einsatzm&#246;glichkeiten von Ressourcen spezifischer Register im DaF-Unterricht an, wie das ZuMult-Projekt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Fandrych et. al 2023</xref>) und Korpora internetbasierter Kommunikation (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B10">Gredel 2023</xref>).</p>
<p>Die Verwendung und Kenntnis unterschiedlicher Textsorten und Register geh&#246;ren zum Alltag eines jeden Menschen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B11">Heinemann 2000: 507</xref>) und sind daher ebenfalls f&#252;r Sprachlernende von gro&#223;er Bedeutung (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Biber / Conrad 2009: 3&#8211;4</xref>). T&#228;glich begegnen Menschen einer Vielzahl verschiedener Texte, sowohl in gesprochener als auch in geschriebener Form. Einige dieser Texte werden aktiv produziert und rezipiert, wie informelle und formelle Gespr&#228;che, E-Mails oder Beitr&#228;ge in sozialen Medien, w&#228;hrend andere prim&#228;r rezipiert werden, beispielsweise Zeitungsartikel, Blogs, Podcasts sowie Radio- und Fernsehsendungen.</p>
<p>Textsorten und Register sind eng mit spezifischen Kommunikationssituationen und -zwecken verkn&#252;pft. Die Wahl der angemessenen Textvariet&#228;t variiert je nach Kontext (z. B. privat, beruflich, &#246;ffentlich) und erm&#246;glicht eine effektive und situationsgerechte Kommunikation. So unterscheidet sich etwa ein formeller Gesch&#228;ftsbrief deutlich von einer privaten WhatsApp-Nachricht. Die F&#228;higkeit, verschiedene Textsorten und Register zu beherrschen, bildet einen wesentlichen Teil der kommunikativen Kompetenz. Um im Alltag erfolgreich zu kommunizieren, ist es notwendig, flexibel zwischen verschiedenen Textvariet&#228;ten wechseln zu k&#246;nnen. Diese Flexibilit&#228;t und das Verst&#228;ndnis f&#252;r die Vielfalt der Textsorten und Register sind somit entscheidend f&#252;r eine effektive Kommunikation in unterschiedlichen Lebensbereichen.</p>
<p>Nach Biber / Conrad (<xref ref-type="bibr" rid="B2">2009: 15&#8211;16</xref>) bezeichnen die Begriffe <italic>Textsorte</italic> und <italic>Register</italic> verschiedene Perspektiven, unter denen Textvariet&#228;ten betrachtet werden k&#246;nnen. Die Textsortenperspektive fokussiert auf die linguistischen Merkmale, die verwendet werden, um Texte zu strukturieren, w&#228;hrend die Registerperspektive sich auf die linguistischen Merkmale konzentriert, die in Texten einer Variet&#228;t h&#228;ufig vorkommen und deswegen charakteristisch f&#252;r diese Variet&#228;t sind.</p>
<p>Korpusanalytische Untersuchungen belegen, dass der situative Kontext bzw. Register ein wichtiger Pr&#228;diktor f&#252;r sprachliche Variation darstellt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Biber 2012</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B8">Gablasova / Brezina / McEnery 2017</xref>). Dies zeigt sich besonders deutlich im Vergleich zwischen gesprochener und geschriebener Sprache, deren Verwendungsmuster sich drastisch unterscheiden, wie man in der Gegen&#252;berstellung von Gespr&#228;chen und akademischen Prosa beobachten kann (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Biber 2012: 11</xref>). Eine angemessene linguistische Beschreibung muss daher mindestens diese beiden Pole des Kontinuums ber&#252;cksichtigen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Biber 2012: 11</xref>).</p>
<p>Die sprachliche Variabilit&#228;t, bei der Menschen ihre Sprache an verschiedene Situationen anpassen, wird im DaF-Unterricht oft vernachl&#228;ssigt, obwohl sie f&#252;r authentischen Sprachgebrauch entscheidend ist. Wie Stubbs (<xref ref-type="bibr" rid="B14">2004: 115</xref>) beobachtet: &#8222;A well-known problem for even advanced language learners is that they may speak grammatically, yet not sound native-like, because their language use deviates from native speaker collocational norm&#8220;.</p>
<p>In ihrer korpusbasierten Studie &#252;ber Spracherwerbsforschung analysierten Gablasova / Brezina / McEnery (<xref ref-type="bibr" rid="B8">2017</xref>) Kollokationsmuster in verschiedenen Textsorten und Registern des BNC (<italic>British National Corpus</italic>), sowohl in geschriebener als auch in gesprochener Sprache. Dabei stellen sie fest, dass diese Muster systematisch nach Frequenz und nach St&#228;rke der Assoziation variieren.</p>
<p>Die Verwendung von Korpora erm&#246;glicht ein umfassenderes Verst&#228;ndnis sprachlicher Variationsmuster und bietet damit wichtige Vorteile f&#252;r den DaF-Unterricht. Korpusanalysen k&#246;nnen systematisch aufzeigen, welche spezifischen Merkmale bestimmte Textsorten und Register von anderen unterscheiden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Conrad 2004</xref>).</p>
<p>Insbesondere bei der Untersuchung lexiko-grammatischer Fragen zeigen Korpora, welche W&#246;rter h&#228;ufig oder selten in bestimmten Kontexten gemeinsam auftreten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Stubbs 2004: 115</xref>). Diese Kollokationsmuster sind eng mit dem Stil und Register eines Textes verbunden, wie Gablasova / Brezina / McEnery (<xref ref-type="bibr" rid="B8">2017</xref>) zeigten, und variieren systematisch je nach Kommunikationssituation. So k&#246;nnen Korpora aufzeigen, welche W&#246;rter in konventionalisierten Kombinationen h&#228;ufig verwendet werden und welche nur in speziellen Kontexten vorkommen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Stubbs 2004: 121</xref>). Diese Erkenntnisse sind besonders n&#252;tzlich f&#252;r die Gestaltung von Lehrpl&#228;nen, da sie Lehrenden helfen, den Sprachgebrauch gezielt zu vermitteln.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus erm&#246;glichen Korpusmethoden auch die Analyse ganzer Texte und Texttypen. Sie k&#246;nnen beispielsweise aufzeigen, wie hoch der Anteil an Wiederholungen oder neuen W&#246;rtern in einem Text ist (Type-Token-Ratio), das Verh&#228;ltnis von Inhalts- zu Funktionsw&#246;rtern (lexikalische Dichte) oder den Anteil an Alltags- und Fachvokabular (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Stubbs 2004: 122</xref>) darstellen. Solche Analysen helfen dabei, zentrale Tendenzen und Variationsbreiten innerhalb eines Registers zu ermitteln und diese im Unterricht gezielt zu behandeln.</p>
</sec>
<sec>
<title>2. Die Beitr&#228;ge dieser Ausgabe</title>
<p>Die drei Beitr&#228;ge dieser Themenausgabe liefern wichtige Erkenntnisse f&#252;r die Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien im DaF-Unterricht. Alle Autor:innen nutzen Korpora als Grundlage und betonen die Notwendigkeit, authentische Sprachdaten zu ber&#252;cksichtigen. Jeder Beitrag fokussiert ein spezifisches Register oder eine Textsorte und f&#246;rdert spezifische sprachliche Kompetenzen:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Gesprochenes Deutsch in verschiedenen Kontexten: Grammatik (Giorgio Antonioli)</p></list-item>
<list-item><p>Interaktive Sequenzen in Vorlesungen: H&#246;rverstehen (Martin Wichmann / Juliane Michelini)</p></list-item>
<list-item><p>Vorlesungsmitschriften: Schriftliche Produktion (Sandra Reitbrecht)</p></list-item>
</list>
<p>In seinem Beitrag stellt <bold>Giorgio Antonioli</bold> das Projekt <italic>LernGrammis</italic> vor, ein innovatives Vorhaben zur korpusbasierten digitalen Grammatikvermittlung des gesprochenen Deutsch, das am IDS &#8211; Leibniz-Institut f&#252;r Deutsche Sprache in Mannheim entwickelt wird. Ziel des Projekts ist es, einen niederschwelligen und adaptiven Zugang zur deutschen Grammatik zu bieten. Der methodische Ansatz von <italic>LernGrammis</italic> basiert auf der Verwendung authentischer Beispiele aus dem FOLK-Korpus, um Lernende f&#252;r die Besonderheiten der gesprochenen Sprache zu sensibilisieren. Durch eine didaktische Strategie, die auf der Aktivierung vorhandenen Grammatikwissens aufbaut und neue Konzepte schrittweise einf&#252;hrt, soll ein tieferes Verst&#228;ndnis der deutschen Sprache gef&#246;rdert werden. Inhaltlich stehen grammatische Besonderheiten des gesprochenen Deutsch im Vergleich zur Schriftsprache im Fokus. Dabei werden spezifische Ph&#228;nomene wie Verbzweits&#228;tze mit Subjunktoren und Nebens&#228;tze mit <italic>wo</italic> in nicht-lokaler Bedeutung exemplarisch behandelt. Prim&#228;r richtet sich <italic>LernGrammis</italic> an Lehrkr&#228;fte und fortgeschrittene Lernende (ab B2-Niveau), um die Integration von Merkmalen des gesprochenen Deutsch in den DaF/DaZ-Unterricht zu unterst&#252;tzen. Die Notwendigkeit authentischer Korpusbeispiele wird betont, um die L&#252;cke zwischen konstruierten Lehrwerkbeispielen und dem tats&#228;chlichen Sprachgebrauch zu schlie&#223;en.</p>
<p>Im zweiten Beitrag pr&#228;sentieren <bold>Martin Wichmann</bold> und <bold>Juliane Michelini</bold> einen innovativen Ansatz zur didaktischen Vermittlung des H&#246;rverstehens in Vorlesungen f&#252;r internationale Studierende. Dabei nutzen sie authentisches Material und korpusbasierte Analysen, um Lernende gezielt auf reale Vorlesungssituationen vorzubereiten. Das Projekt zielt darauf ab, ein Kurskonzept f&#252;r das H&#246;rverstehen in Vorlesungen zu entwickeln, das sich speziell an internationale Studierende richtet. Der Fokus liegt auf Fragehandlungen in interaktiven Vorlesungssequenzen. Grundlage hierf&#252;r ist ein f&#228;cher&#252;bergreifendes Vorlesungskorpus. Dieses Korpus umfasst 236 Audiosequenzen aus sechs Bachelor-Vorlesungsreihen und bietet eine vielf&#228;ltige Basis f&#252;r die Analyse von Fragehandlungen. Die detaillierte Untersuchung des Korpus erm&#246;glicht eine Kategorisierung der Fragen nach ihrer Funktion und ihrem Komplexit&#228;tsgrad. Dabei wurde nicht nur zwischen Fragen von Dozierenden und Studierenden unterschieden, sondern auch verschiedene Fragetypen wie Wissensabfragen, eristische Fragen oder R&#252;ckfragen identifiziert. Auf Basis der Korpusanalyse wurden Lehr-Lern-Materialien entwickelt, die Aufgaben zur Bewusstmachung, zum auditiven Erkennen und zum Verstehen von Fragen enthalten. Diese sollen internationale Studierende gezielt bei den kommunikativen Herausforderungen in Vorlesungen unterst&#252;tzen. Der Ansatz &#252;berwindet Schwachstellen traditioneller H&#246;rverstehensdidaktik, indem er authentische Daten nutzt, um eine effektive Vorbereitung auf reale Vorlesungssituationen zu erm&#246;glichen. Das Kurskonzept kann zudem als Referenzdesign auf andere Lernkontexte &#252;bertragen werden.</p>
<p><bold>Sandra Reitbrecht</bold> pr&#228;sentiert eine detaillierte Untersuchung der syntaktischen Gestaltung von Vorlesungsmitschriften, wobei der Fokus auf Unterschieden zwischen Studierenden mit Deutsch als Erst- und Zweitsprache liegt. Die Studie basiert auf der Analyse von 22 Mitschriften aus dem MIKO-Korpus, die w&#228;hrend einer Vorlesungsreihe &#252;ber Lexikologie an der Universit&#228;t Leipzig entstanden sind. Das Korpus umfasst 14 Mitschriften von L1-Studierenden und 8 von L2-Studierenden, mit insgesamt 1621 analysierten Segmenten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Studierenden &#252;berwiegend Konstruktionen ohne Verb verwenden (ca. 75 %). Die Vielfalt der Strukturen reicht von einfachen Nominalgruppen bis hin zu komplexen Partizipialkonstruktionen. Dennoch zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den beiden Gruppen:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>L1-Studierende verwenden h&#228;ufiger komplexe Strukturen wie Partizipien und pr&#228;dikative Adjektive.</p></list-item>
<list-item><p>L2-Studierende greifen &#246;fter auf Strukturen mit konjugierten Verben zur&#252;ck.</p></list-item>
<list-item><p>Korrelation mit Sprachkompetenz: Es besteht eine positive Korrelation zwischen der Sprachkompetenz der Studierenden und dem Anteil komplexer syntaktischer Strukturen in ihren Mitschriften. Insbesondere komplexe Adjektivgruppen korrelieren mit den Sprachkompetenzma&#223;en.</p></list-item>
</list>
<p>Reitbrechts Studie liefert wertvolle Einblicke in die individuellen Strategien beim Mitschreiben von Vorlesungen und zeigt, dass die syntaktische Gestaltung von Mitschriften nicht nur von der inhaltlichen Komplexit&#228;t der Vorlesung abh&#228;ngt, sondern auch von der sprachlichen Kompetenz der Studierenden beeinflusst wird. Die Ergebnisse dieser Untersuchung k&#246;nnen dazu beitragen, die Mitschriftkompetenz von Studierenden gezielter zu f&#246;rdern und die Lehre an die spezifischen Bed&#252;rfnisse der Studierenden anzupassen.</p>
</sec>
<sec>
<title>3. Zusammenfassung und Ausblick</title>
<p>Die drei Beitr&#228;ge unterstreichen die zunehmende Bedeutung von Register- und Textsortenkompetenz im DaF-Unterricht, insbesondere im universit&#228;ren Kontext. Sie zeigen, wie korpusbasierte Ans&#228;tze und authentische Sprachdaten erfolgreich in die Vermittlung verschiedener sprachlicher Kompetenzen integriert werden k&#246;nnen. Die Studien belegen eindr&#252;cklich, dass die systematische Ber&#252;cksichtigung von Registern und Textsorten &#8211; von der gesprochenen Sprache &#252;ber Vorlesungsinteraktionen bis hin zu schriftlichen Mitschriften &#8211; essenziell f&#252;r einen effektiven DaF-Unterricht ist. Dabei sollte die Unterscheidung zwischen Register- und Textsortenperspektive weiter ausdifferenziert werden, wobei besonders die Wechselwirkungen zwischen situativem Kontext und sprachlicher Variation systematischer zu erforschen sind.</p>
<p>Zentrale Entwicklungsfelder f&#252;r den DaF-Unterricht umfassen die Integration digitaler Kommunikationsformen und deren spezifische Register, die systematische Vermittlung von Registerkompetenz f&#252;r verschiedene Kommunikationssituationen sowie die Entwicklung von Lehrkonzepten f&#252;r die Vermittlung von Textsortenmustern. Die korpusbasierte Analyse von Registern und Textsorten bietet noch viel Potenzial, insbesondere durch die Erweiterung der Korpora um neue Textsorten und Register, die Verfeinerung der Analysemethoden f&#252;r Kollokationsmuster und die Entwicklung spezifischer Korpora f&#252;r den DaF-Unterricht. K&#252;nftige Forschung sollte sich besonders auf vergleichende Analysen zwischen L1- und L2-Sprechern in verschiedenen Registern sowie die Untersuchung der Rolle digitaler Medien bei der Entwicklung von Registerkompetenz konzentrieren. Die Integration dieser Perspektiven verspricht eine effektivere Vermittlung von Register- und Textsortenkompetenz im DaF-Unterricht und damit eine bessere Vorbereitung der Lernenden auf authentische Kommunikationssituationen.</p>
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<title>Literatur und Ressourcen</title>
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<ref id="B3"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Conrad</surname>, <given-names>Susan</given-names></string-name> (<year>2004</year>): <chapter-title>Corpus linguistics, language variation, and language teaching</chapter-title>. In: <string-name><surname>Sinclair</surname>, <given-names>John</given-names></string-name> (Hrsg.), <source>How to Use Corpora in Language Teaching</source>. <publisher-loc>Amsterdam</publisher-loc>: <publisher-name>John Benjamins</publisher-name>, <fpage>185</fpage>&#8211;<lpage>199</lpage>.</mixed-citation></ref>
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<ref id="B13"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Meunier</surname>, <given-names>Fanny</given-names></string-name> / <string-name><surname>Reppen</surname>, <given-names>Randi</given-names></string-name> (<year>2015</year>): <chapter-title>Corpus vs. non-corpus informed pedagogical materials: Grammar as the focus</chapter-title>. In: <string-name><surname>Biber</surname>, <given-names>Douglas</given-names></string-name> / <string-name><surname>Reppen</surname>, <given-names>Randi</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>The Cambridge Handbook of English Corpus Linguistics</source>. <publisher-loc>Cambridge</publisher-loc>: <publisher-name>Cambridge University Press</publisher-name>, <fpage>498</fpage>&#8211;<lpage>514</lpage>.</mixed-citation></ref>
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<title>Biographische Notiz</title>
<p>Andressa Costa ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und IT-Beauftragte im Department f&#252;r Wissenschaftskommunikation mit Schwerpunkt Linguistik des Karlsruher Institut f&#252;r Technologie. Ihre Forschungsinteresse sind Korpuslinguistik, Registervariation, Wissenschaftskommunikation und NLP.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5"><bold>Kontaktanschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Andressa Costa</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">CS 50.19 &#8211; InformatiKOM I</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">Adenauerring 12</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5">76131 Karlsruhe</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.5"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:andressa.costa@kit.edu">andressa.costa@kit.edu</ext-link></styled-content></p>
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