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<journal-title>Zeitschrift Korpora Deutsch als Fremdsprache</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<article-id pub-id-type="doi">10.48694/tujournals-3723</article-id>
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<subject>Thematic issue articles</subject>
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<article-title><italic>ZUVIEL</italic>: TRANSKRIPTVISUALISIERUNG UND ARBEITEN MIT TRANSKRIPTEN</article-title>
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<contrib-id contrib-id-type="orcid">https://orcid.org/0000-0003-0026-6450</contrib-id>
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<surname>Schmidt</surname>
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<email>thomas@linguisticbits.de</email>
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<contrib-id contrib-id-type="orcid">https://orcid.org/0000-0001-6738-4748</contrib-id>
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<surname>Schwendemann</surname>
<given-names>Matthias</given-names>
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<email>matthias.schwendemann@uni-leipzig.de</email>
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<surname>Wallner</surname>
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<email>f.wallner@uni-leipzig.de</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Leibniz-Institut f&#252;r Deutsche Sprache Mannheim</aff>
<aff id="aff-2"><label>2</label>Herder-Institut der Universit&#228;t Leipzig</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2023-07-21">
<day>21</day>
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<year>2023</year>
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<year>2023</year>
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<fpage>72</fpage>
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<license-p>CC BY 4.0 International - Creative Commons, Namensnennung. See <uri xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</uri>.</license-p>
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<abstract>
<p>Die Darstellung von und Arbeit mit Transkripten spielt in vielen forschungs- und anwendungsbezogenen Arbeiten mit Daten gesprochener Sprache eine wichtige Rolle. Der im <italic>ZuMult</italic>-Projekt entwickelte Prototyp <italic>ZuViel</italic> (<italic>Zugang zu Visualisierung von Transkripten</italic>) kn&#252;pft an etablierte Verfahren zur Transkriptdarstellung an und erweitert diese durch neue M&#246;glichkeiten des interaktiven Arbeitens mit Transkripten im digitalen Medium. Der Beitrag f&#252;hrt in diese neuen M&#246;glichkeiten ein und erkl&#228;rt, wie sie in didaktischen DaF/DaZ-Kontexten aber auch hinsichtlich forschungsbezogener Perspektiven angewendet werden k&#246;nnen.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p>The representation of and work with transcripts plays an important role in many research and application-related works with spoken language data. The prototype <italic>ZuViel</italic> (<italic>access to visualisation of transcripts</italic>) developed in the <italic>ZuMult</italic> project takes up established procedures for transcript representation and extends them by new possibilities of interactive work with transcripts in the digital medium. The article introduces these new possibilities and explains how they can be applied in didactic GFL/GSL contexts but also with regard to research-related perspectives.</p>
</trans-abstract>
<kwd-group>
<kwd>gesprochene Sprache</kwd>
<kwd>m&#252;ndliche Korpora</kwd>
<kwd>Arbeit mit Transkripten</kwd>
<kwd>Visualisierung von Transkripten</kwd>
<kwd>Korpora in DaF/DaZ</kwd>
</kwd-group>
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<kwd>spoken language</kwd>
<kwd>oral corpora</kwd>
<kwd>working with transcripts</kwd>
<kwd>visualisation of transcripts</kwd>
<kwd>corpora in GFL/GSL</kwd>
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<sec>
<title>1. Einleitung</title>
<p>Korpora gesprochener Sprache bieten Forschenden, Lernenden und Lehrenden eine Vielzahl an unterschiedlichen Nutzungsm&#246;glichkeiten. Diese k&#246;nnen dabei deutlich &#252;ber die Funktionalit&#228;ten geschriebener Korpora hinausgehen.</p>
<p>F&#252;r ein Korpus geschriebener Sprache sind automatische Suchabfragen (&#8218;Queries&#8216;) der prim&#228;re und oft einzige Zugangsweg. Mit solchen Abfragen werden Vorkommen eines zu untersuchenden Ph&#228;nomens, ggf. mit einer kleinen Menge Kontext und zugeh&#246;rigen Metadaten, ausgew&#228;hlt. Diese Vorkommen k&#246;nnen dann quantifiziert oder in anderer Weise weiter ausgewertet werden. Weil es in der Korpuslinguistik geschriebener Sprache bislang eher un&#252;blich (und f&#252;r viele Arten von Analysen auch nicht notwendig) ist, eine Analyse statt von einer Suchabfrage von einem einzelnen Text ausgehen zu lassen, wird einer umfassenderen Rekontextualisierung von Suchergebnissen, also deren Inbezugsetzung zu vorausgehendem und folgendem sprachlichen Material oder zu Eigenschaften des Textes oder des/der Autor:in, oft wenig Beachtung geschenkt<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref>.</p>
<p>F&#252;r viele Arten von Arbeit mit gesprochener Sprache ist dies grundlegend anders. Zwar wird auch jede Korpusplattform f&#252;r diesen Datentyp die Funktionalit&#228;t f&#252;r Suchabfragen beinhalten. Zus&#228;tzlich sind aber ein eingehendes und detailliertes Studium (&#8218;Lesen&#8216;) des Transkripts und der R&#252;ckgriff auf die zugrunde liegenden Audio- oder Videoaufnahmen viel h&#228;ufiger essentielle und unabdingbare Schritte in der Analyse. Der Wert eines m&#252;ndlichen Korpus h&#228;ngt somit stark davon ab, welche Zugangsm&#246;glichkeiten f&#252;r den Zugriff auf und die Exploration von Transkripten zur Verf&#252;gung stehen. Bisherige Studien zur Nutzung m&#252;ndlicher Korpora zeigen, dass Nutzer:innen Zugriff auf Transkripte und Audio bzw. Video ben&#246;tigen,</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>- um sich mit den Korpusdaten vertraut zu machen, d.h. um eine Vorstellung von der Beschaffenheit der aufgezeichneten Interaktionen, eine Vorstellung von Art und Qualit&#228;t der Transkription zu bekommen u.&#196;.;</p></list-item>
<list-item><p>- um auf Sequenzen im Transkript qualitative Analysen auszuf&#252;hren. Diese Sequenzen k&#246;nnen durch eine vorangehende systematische Query identifiziert worden sein, aber sie k&#246;nnen auch &#8218;manuell&#8216;, also beim Durchsehen des gesamten Transkripts gefunden worden sein. Letzteres wird in Disziplinen wie der Konversationsanalyse oft die bevorzugte Vorgehensweise sein;</p></list-item>
<list-item><p>- um einzelne Query-Ergebnisse auszuwerten, etwa mehrdeutige Formen zu disambiguieren, falsche Positive auszusortieren u.&#196;. Dies erfordert oft einen R&#252;ckgriff auf den gr&#246;&#223;eren Transkriptkontext und/oder auf das zugrunde liegende Audio oder Video;</p></list-item>
<list-item><p>- um Transkript- und/oder Aufnahmeausschnitte auf den eigenen Rechner herunterzuladen, z.B. um sie dort mit Hilfe einer spezialisierten Software wie Praat (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Boersma 2001</xref>) hinsichtlich akustischer Merkmale zu analysieren;</p></list-item>
<list-item><p>- f&#252;r verschiedenste Pr&#228;sentationszwecke, die von der Integration eines gedruckten Transkripts in eine Publikation &#252;ber die Einbettung eines Ausschnitts in eine Pr&#228;sentation bis zum Zusammenstellen von Beispielkollektionen, die f&#252;r Lehrzwecke genutzt werden, reichen. Letzteres ist von besonderer Relevanz f&#252;r Sprachlehrkr&#228;fte, die wir als wichtigste Nutzergruppe von <italic>ZuMult</italic> im Blick haben (siehe hierzu <xref ref-type="bibr" rid="B20">Schmidt et. al. 2023</xref> in dieser Themenausgabe).</p></list-item>
</list>
<p>In einer digitalen Umgebung kann ein &#8218;Transkript&#8216; viel mehr sein als nur ein Dokument, das schriftlich wiedergibt, was im Audio- oder Videomaterial zu h&#246;ren oder zu sehen ist (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B18">Schmidt 2005</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B19">2010</xref>). Wenn die Transkription in einer geeigneten Datenstruktur modelliert ist, kann eine Bildschirmdarstellung des Transkripts eine Vielzahl von Funktionen erm&#246;glichen, die f&#252;r die oben genannten Aufgaben n&#252;tzlich sind, z.B. die Wiedergabe der Aufnahme mit synchronisierter Hervorhebung der betreffenden Stelle im Transkript, die optionale Anzeige von Annotationen, die Integration von Sprecher- oder Kommunikations-Metadaten und so weiter.</p>
<p>Die Herausforderung besteht dabei nicht so sehr darin, das eigentliche Transkript mit zus&#228;tzlichen Informationen anzureichern, sondern es so zu pr&#228;sentieren, dass alle und nur die f&#252;r einen bestimmten Nutzungskontext relevanten Informationen angezeigt werden, und die Nutzer:innen entscheiden zu lassen, was relevant ist und was nicht. Das Transkript wird so zu einer Art interaktiver Visualisierung.</p>
<p>Das im <italic>ZuMult</italic>-Projekt entwickelte Tool <italic>ZuViel</italic> (<italic><underline>Zu</underline>gang zu <underline>Vi</underline>sualisierungs<underline>el</underline>ementen f&#252;r Transkripte</italic>) ist der Versuch einer solchen Visualisierung, die darauf abzielt, das Transkript leicht lesbar zu machen, und die von den Nutzer:innen so konfiguriert werden kann, dass bestimmte Arten von Informationen entsprechend dem jeweiligen Nutzungskontext einbezogen, ausgeschlossen oder hervorgehoben werden. Sie basiert auf der <italic>ZuMult</italic>-Spezifikation der ISO/TEI-Normen f&#252;r Transkriptionen und verwendet die <italic>ZuMult</italic>-Basisarchitektur (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B20">Schmidt et. al. 2023</xref> in dieser Themenausgabe).</p>
<p>Im vorliegenden Beitrag werden die in <italic>ZuViel</italic> integrierten Funktionalit&#228;ten vorgestellt. Nach einem kurzen &#220;berblick &#252;ber die in einem <italic>FOLK</italic>- oder <italic>GeWiss</italic>-Transkript enthaltenen Informationen (Abschnitt 2) werden die Visualisierungsoptionen in <italic>ZuViel</italic> sowie M&#246;glichkeiten zur Interaktion mit dem Transkript (Abschnitt 3) erl&#228;utert. Daran anschlie&#223;end gehen wir auf Anwendungsperspektiven ein, die sich f&#252;r Nutzer:innen von <italic>ZuViel</italic> in didaktischen und forschungsbezogenen Kontexten er&#246;ffnen (Abschnitt 4).</p>
</sec>
<sec>
<title>2. Information im Transkript</title>
<p>Da <italic>ZuViel</italic> Zugang zu so vielen verschiedenen Arten von Informationen bietet, soll hier zun&#228;chst kurz rekapituliert werden, welche Informationen ein Transkript (in den Korpora <italic>FOLK</italic> und <italic>GeWiss</italic>) enth&#228;lt:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>- den transkribierten Text in literarischer Transkription;</p></list-item>
<list-item><p>- eine Segmentierung des Textes in Sprecherbeitr&#228;ge;</p></list-item>
<list-item><p>- eine Zuordnung jedes Sprecherbeitrags zu einer Sprecherin oder einem Sprecher;</p></list-item>
<list-item><p>- eine Zuordnung von (Teilen von) Sprecherbeitr&#228;gen zu einem Abschnitt in der Audio- oder Videoaufnahme (&#8218;Alignment&#8216;);</p></list-item>
<list-item><p>- eine Tokenisierung (Unterteilung) des Textes in W&#246;rter und nonverbale Tokens (wie Pausen, Atmung, nonverbale Handlungen wie Lachen); dabei wird jedem Token eine eindeutige ID zugeordnet, so dass es sich z.B. f&#252;r eine Hervorhebung oder eine Standoff-Annotation adressieren l&#228;sst;</p></list-item>
<list-item><p>- eine Annotation jedes Tokens mit:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>- einer normalisierten Form, d.h. dem orthografischen Standard&#228;quivalent der transkribierten Form in der literarischen Transkription (z.B. <italic>zwei</italic> f&#252;r <italic>zwo</italic> oder <italic>hast Du es</italic> f&#252;r <italic>hastes</italic>) (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B24">Winterscheid et al. 2019</xref>);</p></list-item>
<list-item><p>- einem Lemma, d.h. der Grundform von flektierten Formen (z.B. <italic>gehen</italic> f&#252;r <italic>gehst</italic> oder <italic>Haus</italic> f&#252;r <italic>H&#228;user</italic>);</p></list-item>
<list-item><p>- einem Part-of-Speech-Tag (z.B. VVFIN = Finites Vollverb f&#252;r <italic>gehst</italic>) (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Westpfahl 2020</xref>);</p></list-item>
<list-item><p>- einer phonetische Annotation in IPA (wie <italic>&#609;e&#720;&#643;t</italic> f&#252;r <italic>gescht</italic>), einschlie&#223;lich der Syllabifizierung, d.h. der Aufteilung einer Wortform in Silben (wie <italic>&#609;e&#720;.&#601;n</italic> f&#252;r <italic>gehen</italic>, wobei der Punkt die Silbengrenze repr&#228;sentiert);</p></list-item>
</list></list-item>
<list-item><p>- verschiedene aus den vorgenannten Informationen abgeleitete Ma&#223;e (siehe hierzu Fandrych / Mei&#223;ner / Schwendemann / Wallner in dieser Themenausgabe), insbesondere:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>- die Sprechgeschwindigkeit eines Beitrags, berechnet als Anzahl der Silben pro Sekunde, d.h. unter Verwendung der phonetischen Annotation und der zeitlichen Ausrichtung der &#196;u&#223;erungen;</p></list-item>
<list-item><p>- die Normalisierungsrate eines Beitrags, berechnet als der Anteil der Token, deren normalisierte Form von der transkribierten Form abweicht;</p></list-item>
</list></list-item>
<list-item><p>- (im Fall von <italic>GeWiss</italic>) zus&#228;tzliche (partielle) manuelle Annotationen zu Sprachwechseln, zu Diskurskommentierungen sowie zu Zitationen und Verweisen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Fandrych / Mei&#223;ner / Wallner 2017</xref>);</p></list-item>
<list-item><p>- (im Fall von <italic>FOLK</italic>) zus&#228;tzliche (partielle) manuelle Annotationen zu Themen und Handlungssequenzen (siehe <xref ref-type="bibr" rid="B14">Kaiser 2023</xref> in dieser Themenausgabe);</p></list-item>
<list-item><p>- Verweise auf umfassende Metadaten zum Gespr&#228;ch selbst und zu den daran beteiligten Sprecher:innen.</p></list-item>
</list>
</sec>
<sec>
<title>3. Visualisierungen in <italic>ZuViel</italic></title>
<p>In diesem Abschnitt stellen wir nacheinander dar, aus welchen Elementen die Visualisierung in <italic>ZuViel</italic> besteht (Abschnitt 3.1), wie Nutzer:innen in diesen Elementen navigieren k&#246;nnen (Abschnitt 3.2) und welche M&#246;glichkeiten <italic>ZuViel</italic> bietet, die Visualisierungselemente zu konfigurieren und anzupassen (Abschnitte 3.3 und 3.4).</p>
<sec>
<title>3.1 Elemente der Visualisierung</title>
<p>Die Transkriptanzeige von <italic>ZuViel</italic> ist in drei Spalten gegliedert (vgl. <xref ref-type="fig" rid="F1">Abbildung 1</xref>). Die mittlere Spalte ist die gr&#246;&#223;te und enth&#228;lt das eigentliche Transkript. Die linke Spalte ist f&#252;r die konfigurierbare Anzeige einer Wortliste reserviert, die rechte Spalte enth&#228;lt einen sogenannten Density Viewer und einen Player f&#252;r die zum Transkript geh&#246;rende(n) Audio- oder Videoaufnahme(n). Am oberen Rand der Seite finden Nutzer:innen ein Men&#252; mit verschiedenen Funktionen zur Einstellung der Transkriptparameter und zur Interaktion mit einer Auswahl des Transkripts.</p>
<fig id="F1">
<label>Abbildung 1</label>
<caption>
<p>Gesamtansicht <italic>ZuViel</italic></p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g1.png"/>
</fig>
<p>Technisch werden alle Komponenten mit Hilfe des Bootstrap-Frameworks realisiert. Dies ist eine L&#246;sung f&#252;r die Gestaltung von Webseiten, bei der viele Aspekte bereits professionell auf Benutzerfreundlichkeit optimiert wurden. Die Tatsache, dass Bootstrap auch in vielen anderen Webanwendungen eingesetzt wird, macht das &#8218;Look &amp; Feel&#8216; von <italic>ZuViel</italic> f&#252;r viele Nutzer:innen vertraut.</p>
<p>Als Basisdarstellung in <italic>ZuViel</italic> werden die (literarisch) transkribierten Formen ausgew&#228;hlt und in einer zeilenweisen Notation dargestellt, wobei eine Zeile einem Sprecherbeitrag entspricht und die Sprecherzuordnung &#252;ber ein Sprecherk&#252;rzel und durch unterschiedliche Schriftfarben f&#252;r verschiedene Sprecher angezeigt wird (vgl. <xref ref-type="fig" rid="F2">Abbildung 2</xref>).</p>
<fig id="F2">
<label>Abbildung 2</label>
<caption>
<p>Basisdarstellung des Transkripts</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g2.png"/>
</fig>
<p>Ein Doppelklick auf eine beliebige Stelle in der Transkription startet die Audio- oder Videowiedergabe an der entsprechenden Stelle der Aufnahme. Die aktuelle Position der Wiedergabe wird im Transkript durch einen dunkelblauen Balken links neben dem/den Sprecher(n) und durch einen hellblauen Hintergrund des transkribierten Textes selbst hervorgehoben (vgl. <xref ref-type="fig" rid="F3">Abbildung 3</xref>).</p>
<fig id="F3">
<label>Abbildung 3</label>
<caption>
<p>Hervorhebung der aktuellen Abspielposition</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g3.png"/>
</fig>
<p>W&#228;hrend das Transkript auf diese Weise genutzt werden kann, um bestimmte Stellen in der/den Audio- bzw. Videoaufnahme(n) anzusteuern, ist es auch m&#246;glich, andersherum zu navigieren, d.h. eine Stelle in der Aufnahme auszuw&#228;hlen, um zu dem entsprechenden Teil des Transkripts zu gelangen.</p>
<p>In der Standardeinstellung und wenn die zugrundeliegende Aufnahme ein Video ist, wird der Transkripttext auch als Untertitel auf dem Videobild angezeigt (vgl. <xref ref-type="fig" rid="F4">Abbildung 4</xref>).</p>
<fig id="F4">
<label>Abbildung 4</label>
<caption>
<p>Untertitel im Video</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g4.png"/>
</fig>
<p>Die Wortliste auf der linken Seite listet standardm&#228;&#223;ig alle im Transkript vorkommenden Lemmata mit ihren H&#228;ufigkeiten auf (vgl. <xref ref-type="fig" rid="F5">Abbildung 5</xref>). Wenn man eine Referenzwortliste ausw&#228;hlt, lassen sich alle Formen markieren, die sowohl Teil dieser Referenzwortliste sind als auch im Transkript vorkommen. Durch einen Doppelklick auf einen Eintrag in der Wortliste wird die erste entsprechende Form im Transkript angezeigt und hervorgehoben (und weitere Formen bei weiteren Doppelklicks).</p>
<fig id="F5">
<label>Abbildung 5</label>
<caption>
<p>Wortliste f&#252;r das Transkript</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g5.png"/>
</fig>
<p>Der Density Viewer in der oberen rechten Ecke visualisiert die Struktur der Interaktion, indem er jeden Sprecherbeitrag als Balken darstellt, dessen L&#228;nge der Dauer und dessen Position der zeitlichen Zuordnung entspricht (vgl. <xref ref-type="fig" rid="F6">Abbildung 6</xref>). Auf diese Weise ist es auf einfache Weise m&#246;glich, stark interaktive Passagen von eher monologischen zu unterscheiden. Als zus&#228;tzliche Information gibt die Einf&#228;rbung der Balken einen Hinweis auf den Sprecher und den Normalisierungsgrad des jeweiligen Beitrags: je &#8218;ges&#228;ttigter&#8216; die Farbe, desto h&#246;her der Anteil standardkonformer Formen, die er enth&#228;lt. Die Anzahl der spitzen Klammern innerhalb der Balken schlie&#223;lich entspricht der Sprechgeschwindigkeit des jeweiligen Beitrags &#8211; eine Klammer f&#252;r deutlich langsameres Sprechen als der Durchschnitt, drei f&#252;r deutlich schnelleres Sprechen.</p>
<fig id="F6">
<label>Abbildung 6</label>
<caption>
<p>Density Viewer</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g6.png"/>
</fig>
<p>Der Density Viewer ist ebenfalls mit dem Transkript und der Audio-/Videowiedergabe synchronisiert, so dass er zur Navigation zu den jeweiligen Positionen verwendet werden kann und die aktuelle Abspielposition durch einen Cursor angezeigt wird.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.2 Navigation in der Visualisierung</title>
<p>Wie bereits oben skizziert, sind die verschiedenen Komponenten der Visualisierung alle synchronisiert, d.h. die Navigation (Scrollen, Ausw&#228;hlen, Anklicken etc.) in einer der Komponenten f&#252;hrt dazu, dass sich die anderen Komponenten entsprechend aktualisieren. In der Praxis kann dies wie folgt genutzt werden:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>- Benutzer:innen k&#246;nnen von jeder beliebigen Stelle im Transkript in die Aufzeichnung(en) springen;</p></list-item>
<list-item><p>- Der Teil des Transkripts, der dem gerade abgespielten Teil der Aufzeichnung entspricht, wird hervorgehoben;</p></list-item>
<list-item><p>- Beim Vor- oder Zur&#252;ckspulen der Aufzeichnung bl&#228;ttert das Transkript zu dem entsprechenden Ausschnitt;</p></list-item>
<list-item><p>- Mit einem Doppelklick auf die Eintr&#228;ge in der Wortliste kann das Transkript an die Stelle(n) gescrollt werden, an denen das jeweilige Wort vorkommt. Dieses Wort wird dann hervorgehoben;</p></list-item>
<list-item><p>- Der Density Viewer kann verwendet werden, um Passagen mit bestimmten interaktiven Eigenschaften, z.B. viel oder wenig Interaktivit&#228;t, schnell auszuw&#228;hlen.</p></list-item>
</list>
</sec>
<sec>
<title>3.3 Parameter f&#252;r die Visualisierung</title>
<p>&#220;ber das Parameter-Men&#252; k&#246;nnen Einzelheiten der Visualisierung angepasst werden (vgl. <xref ref-type="fig" rid="F7">Abbildung 7</xref>). Die linke Spalte (mit der Wortliste) und/oder die rechte Spalte (mit dem Density Viewer und den Audio-/Video-Playern) k&#246;nnen ausgeblendet werden, wenn sie nicht ben&#246;tigt werden. So steht mehr Platz f&#252;r das Transkript zur Verf&#252;gung, und der visuelle Gesamteindruck wird durch gerade nicht ben&#246;tigte Informationen nicht gest&#246;rt.</p>
<fig id="F7">
<label>Abbildung 7</label>
<caption>
<p>Dialog zum Einstellen von Visualisierungsparametern</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g7.png"/>
</fig>
<p>Die Anzeige von Untertiteln in den Videos kann nach Bedarf aus- oder eingeblendet werden. Sowohl f&#252;r die Untertitel als auch f&#252;r das Transkript selbst k&#246;nnen Nutzer:innen w&#228;hlen, ob sie die (in literarischer Umschrift) transkribierten Formen, die standardorthographisch normalisierten Formen, die phonetischen Formen oder auch Lemmata oder POS-Tags anzeigen m&#246;chten. Beispielsweise wird eine Anzeige der normalisierten Formen das Lesen und Verstehen des Transkripts (z.B. f&#252;r Sprachlernende) erleichtern, die besonderen Eigenschaften der gesprochenen Sprache bleiben in dieser Anzeige jedoch ausgeblendet.</p>
<p>Ebenfalls zur Erleichterung des Verst&#228;ndnisses kann die Abspielgeschwindigkeit f&#252;r Audio und Video verringert (oder wahlweise auch erh&#246;ht) werden. Die Grundfrequenz des Audios bleibt dabei weitestgehend erhalten. Dadurch stellt sich weder ein sogenannter &#8218;Micky-Mouse-Effekt&#8216; ein, wenn schneller abgespielt wird, noch werden die Stimmen bei langsamerem Abspielen tiefer.</p>
<p>Auf Wunsch k&#246;nnen im Transkript auch diejenigen Formen hervorgehoben werden, bei denen sich transkribierte und normalisierte Form unterscheiden (wo also die Aussprache vom Standard abweicht, wie bei <italic>sach</italic> vs. <italic>sage</italic> in <xref ref-type="fig" rid="F8">Abbildung 8</xref>, Zeile 0032), und die Sprechgeschwindigkeit kann durch unterschiedliche Laufweiten der Schriftart visualisiert werden (Zeile 0032 in <xref ref-type="fig" rid="F8">Abbildung 8</xref> visualisiert z.B. langsameres Sprechen).</p>
<fig id="F8">
<label>Abbildung 8</label>
<caption>
<p>Anzeige von Ausspracheabweichungen und Sprechgeschwindigkeit<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref></p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g8.png"/>
</fig>
<p>Schlie&#223;lich lassen sich auch Schriftart und -gr&#246;&#223;e f&#252;r das Transkript an den jeweiligen Pr&#228;sentationszweck oder individuelle Pr&#228;ferenzen anpassen.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.4 Interaktion mit dem Transkript</title>
<p>Wir verstehen in <italic>ZuViel</italic> das Transkript als ein digitales Objekt, dass den Nutzer:innen (Lehrenden, Lernenden, Forschenden) nicht als statische Einheit pr&#228;sentiert wird, sondern mit dem sie in vielf&#228;ltiger Weise themengeleitet und -explorierend interagieren. Neben den basalen Rezeptionsm&#246;glichkeiten des Lesens (Transkripts), Anh&#246;rens (Audio) und Ansehens (Videos) haben Nutzer:innen daher weitere M&#246;glichkeiten, mit dem Transkript zu interagieren.</p>
<p>Beispielsweise k&#246;nnen &#252;ber die Wortlisten am linken Bildschirmrand oder ein Suchfeld rechts in der oberen Navigationsleiste ausgew&#228;hlte Wortformen im Transkript hervorgehoben werden. Die Wortliste steuert transkribierte W&#246;rter &#252;ber ihre Lemmata an, so dass z.B. &#252;ber die Sucheingabe &#8222;gehen&#8220; alle konjugierten Formen des Verbs (<italic>gehst, ging, gegangen</italic>) im Transkript erreicht werden. &#220;ber die Suchbox ist eine einfache Abfrage auf allen Annotationsebenen m&#246;glich. Im abgebildeten Beispiel wurde etwa &#252;ber den Suchausdruck &#8222;pos = ART&#8220; nach allen Artikeln, also Wortformen mit dem POS-Tag &#8218;ART&#8216;, im Transkript gesucht.</p>
<fig id="F9">
<label>Abbildung 9</label>
<caption>
<p>Suche nach und Hervorhebung von Artikeln im Transkript</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g9.png"/>
</fig>
<disp-quote>
<p>Wenn eine Transkriptzeile (ein Sprecherbeitrag) ausgew&#228;hlt wurde, k&#246;nnen &#252;ber ein Kontextmen&#252; zus&#228;tzliche Informationen (etwa verschiedene Annotationsebenen) und Visualisierungs-Elemente dazu in Popup-Fenstern (<xref ref-type="fig" rid="F10">Abbildung 10</xref> Kontextmen&#252; f&#252;r einen Beitrag) angezeigt werden.</p>
</disp-quote>
<fig id="F10">
<label>Abbildung 10</label>
<caption>
<p>Kontextmen&#252; f&#252;r einen Beitrag</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g10.png"/>
</fig>
<p>Eine Partituransicht visualisiert die zeitlichen Verh&#228;ltnisse des Gespr&#228;chsverlaufs an der betreffenden Stelle und macht dadurch insbesondere Gleichzeitigkeit (&#220;berlappungen, Rezeptionssignale) visuell schneller erfassbar:</p>
<fig id="F11">
<label>Abbildung 11</label>
<caption>
<p>Partituransicht eines Transkriptausschnitts</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g11.png"/>
</fig>
<p>Eine weitere Ansicht zeigt alle zum Sprecherbeitrag geh&#246;renden Annotationen (von oben nach unten f&#252;r jedes Token: die Token-ID, die literarisch transkribierte Form, die orthographisch normalisierte Form, das Lemma, das POS-Tag, die phonetische Transkription; die Artikulationsrate f&#252;r den gesamten Beitrag) an (vgl. <xref ref-type="fig" rid="F12">Abbildung 12</xref>).</p>
<fig id="F12">
<label>Abbildung 12</label>
<caption>
<p>Anzeige von Annotationen f&#252;r einen Beitrag</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g12.png"/>
</fig>
<p>Der Einsatz von Transkripten in einem Lehr-/Lernszenario beinhaltet oft an zentraler Stelle die Auswahl geeigneter Transkriptausschnitte, die das behandelte Thema m&#246;glichst deutlich und kompakt illustrieren (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">Fandrych / Schwendemann / Wallner 2021</xref>). Nachdem unter Zuhilfenahme der bisher beschriebenen Methoden ein solcher Ausschnitt gefunden wurde, k&#246;nnen Nutzer:innen diesen markieren, indem sie (&#252;ber das Kontextmen&#252; in <xref ref-type="fig" rid="F10">Abbildung 10</xref>) die betreffende Start- und Endzeile im Transkript ausw&#228;hlen (vgl. <xref ref-type="fig" rid="F13">Abbildung 13</xref>):</p>
<fig id="F13">
<label>Abbildung 13</label>
<caption>
<p>Markieren eines Ausschnitts</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g13.png"/>
</fig>
<p>Ein so ausgew&#228;hlter Ausschnitt kann zudem isoliert angezeigt werden, und es gibt die M&#246;glichkeit, alle zugeh&#246;rigen Daten in verschiedenen Formaten herunterzuladen (vgl. <xref ref-type="fig" rid="F14">Abbildung 14</xref>). Dies erm&#246;glicht die weitere Bearbeitung eines Transkriptausschnittes beispielsweise in Software-Tools wie <italic>EXMARaLDA</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B21">Schmidt / W&#246;rner 2014</xref>), Praat oder ELAN (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B22">Sloetjes 2014</xref>) sowie das Ausdrucken oder die Integration eines Beispiels in ein Textverarbeitungsdokument etwa als Grundlage f&#252;r die Erstellung von L&#252;ckentexten.</p>
<fig id="F14">
<label>Abbildung 14</label>
<caption>
<p>Optionen f&#252;r den Download von Transkriptausschnitten</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g14.png"/>
</fig>
<p>Dar&#252;ber hinaus ist ein Download von Wortlisten m&#246;glich. Diese umfassen den gesamten in einem Transkript enthaltenen Wortschatz. Zur Auswahl stehen dabei eine Lemmaliste und eine Liste aller transkribierten Einheiten. Zudem besteht die M&#246;glichkeit, den Download auf den durch eine ausgew&#228;hlte Referenzwortliste gedeckten oder wahlweise auch nicht gedeckten Wortschatz zu beschr&#228;nken.</p>
<fig id="F15">
<label>Abbildung 15</label>
<caption>
<p>Druck- und Downloadoptionen f&#252;r Wortlisten</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g15.png"/>
</fig>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>4. Anwendungsperspektiven</title>
<p>Mit dem Transkriptbrowser <italic>ZuViel</italic> wurde eine Oberfl&#228;che geschaffen, die sowohl f&#252;r didaktische Settings als auch f&#252;r Forschungskontexte vielf&#228;ltige neue Nutzungsm&#246;glichkeiten m&#252;ndlicher Korpusdaten er&#246;ffnet. In der Regel wird <italic>ZuViel</italic> weniger als eigenst&#228;ndige Komponente denn als Bestandteil anderer Anwendungen verwendet. Wie <italic>ZuViel</italic> in andere Zugangswege eingebettet ist, wird im Folgenden (Abschnitt 4.1) kurz erl&#228;utert. Daran anschlie&#223;end wird gezeigt, wie <italic>ZuViel</italic> in didaktischen (Abschnitt 4.2) und in forschungsbezogenen Kontexten (Abschnitt 4.3) genutzt werden kann.</p>
<sec>
<title>4.1 Zugangswege</title>
<p>Zun&#228;chst kann <italic>ZuViel</italic> &#252;ber das Tool <italic>ZuMal</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Fandrych et al. 2023</xref> in dieser Themenausgabe) aufgerufen werden. Hier steht nach der Auswahl eines Sprechereignisses mit Hilfe verschiedener Auswahlfilter jeweils ein Link zur Verf&#252;gung, der das Transkript des ausgew&#228;hlten Sprechereignisses in <italic>ZuViel</italic> &#246;ffnet. Ein weiterer, vorrangig didaktisch ausgerichteter Zugang zu <italic>ZuViel</italic> ergibt sich &#252;ber <italic>ZuHand</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Kaiser 2023</xref> in dieser Themenausgabe), wobei dort Sprechereignisse zun&#228;chst nach Handlungssequenzen gefiltert und dann die entsprechend ausgew&#228;hlten Transkripte bzw. Transkriptausschnitte in <italic>ZuViel</italic> ge&#246;ffnet werden k&#246;nnen. Dar&#252;ber hinaus kann <italic>ZuViel</italic> auch &#252;ber die Ergebnisliste von in <italic>ZuRecht</italic> durchgef&#252;hrten Suchanfragen angesteuert werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B11">Frick / Helmer / Wallner 2023</xref> in dieser Themenausgabe).</p>
<p>Je nach gew&#228;hltem Zugangsweg werden in <italic>ZuViel</italic> vollst&#228;ndige Transkripte oder Transkriptausschnitte angezeigt. W&#228;hrend es sich bei einem Zugang &#252;ber <italic>ZuMal</italic> immer um vollst&#228;ndige Transkripte handelt, werden von <italic>ZuHand</italic> jeweils nur ausgew&#228;hlte Transkriptausschnitte in <italic>ZuViel</italic> aufgerufen. Diese lassen sich jedoch bei Bedarf erweitern. Wird <italic>ZuViel</italic> &#252;ber <italic>ZuRecht</italic> angesteuert, &#246;ffnet sich bei einer zuvor durchgef&#252;hrten Konkordanzanalyse auch ein Transkriptausschnitt, der das in der Suchanfrage fokussierte Elemente enth&#228;lt. Dieses wird zus&#228;tzlich rot umrahmt. Erfolgt in <italic>ZuRecht</italic> eine Suche mit Wortschatz- bzw. Querylisten<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B11">Frick / Helmer / Wallner 2023</xref> in dieser Themenausgabe), wird wiederum das gesamte Transkript in <italic>ZuViel</italic> aufgerufen, und die in der Wortschatz- bzw. Queryliste enthaltenen Einheiten werden auch dann in <italic>ZuViel</italic> rot umrahmt.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.2 Nutzung von <italic>ZuViel</italic> in didaktischen Kontexten</title>
<p>Das Anliegen von <italic>ZuViel</italic> ist es, einen insbesondere f&#252;r sprachdidaktische Kontexte geeigneten Zugriff f&#252;r die Exploration m&#252;ndlicher Korpusdaten zu erm&#246;glichen. Damit wird zun&#228;chst der Forderung nach der Bereitstellung authentischer m&#252;ndlicher Kommunikation f&#252;r Vermittlungskontexte Rechnung getragen. So wird vielfach beklagt, dass die Merkmale der M&#252;ndlichkeit in Lehrmaterialien h&#228;ufig anhand einer an Schriftsprache orientierten Normvorstellung betrachtet werden und Beispiele f&#252;r authentisches sprachliches Handeln fehlen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B12">G&#252;nthner / Wegner / Weidner 2013</xref>). Zwar existieren inzwischen erste Vorschl&#228;ge f&#252;r die Einbeziehung authentischer Sprachbeispiele anhand der Didaktisierung von Transkriptausschnitten (vgl. z.B. <xref ref-type="bibr" rid="B17">Moraldo / Missaglia 2013</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B13">Imo / Weidner 2018</xref>). Eine systematische und an verschiedene Unterrichtsthemen und Vermittlungsbedarfe adaptierbare Thematisierung der Merkmale gesprochener Sprache war jedoch aufgrund der vergleichsweise komplizierten Zugriffswege bislang kaum m&#246;glich. Die M&#246;glichkeit der Exploration authentischer m&#252;ndlicher Sprachdaten f&#252;r Lehr- und Lernzwecke eignet sich dabei besonders f&#252;r die gebrauchsorientierten Sprachdidaktik, in deren Rahmen sprachliche Strukturen in ihren jeweiligen Kontexten und mit ihren jeweiligen Funktionen (und nicht etwa isoliert vom tats&#228;chlichen Gebrauch bspw. in Form von Transformations&#252;bungen) vermittelt werden. Daneben bieten sich damit auch vielf&#228;ltige M&#246;glichkeiten f&#252;r das datengeleitete Lernen, bei dem sich Lernende selbstst&#228;ndig mit authentischen Daten der Sprachverwendung befassen und auf dieser Grundlage Gebrauchscharakteristika ableiten (vgl. u.a. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Boulton 2009</xref>).</p>
<p>Da die in <italic>ZuViel</italic> implementierten Visualisierungs- und Interaktionsoptionen an Konzepten und Prinzipien der Sprachvermittlung sowie an lernerseitigen Informationsbed&#252;rfnissen ausgerichtet sind, er&#246;ffnen sich zudem weitere, &#252;ber das reine Lesen und Abspielen von Sprechereignissen deutlich hinausgehende sprachdidaktische Nutzungsm&#246;glichkeiten. Diese werden im Folgenden kurz skizziert.</p>
<p>Dem jeweiligen Zugangsweg entsprechend werden in <italic>ZuViel</italic> vollst&#228;ndige Transkripte oder Transkriptausschnitte angezeigt. Da viele der vollst&#228;ndigen Transkripte f&#252;r didaktische Kontexte zu umfangreich sind, ist bereits vor der eigentlichen Arbeit mit einem Sprechereignis im Unterricht die Auswahl einer oder mehrerer Sequenzen erforderlich. Der Density Viewer bietet hier eine m&#246;gliche Unterst&#252;tzung, da anhand der darin bereitgestellten Visualisierung des Sprechereignisses geeignete Sequenzen ermitteln werden k&#246;nnen. Zu denken w&#228;re hier bspw. an die Ermittlung von Sequenzen, die mehr oder weniger standardkonform sind und/oder keine bzw. nur wenige &#220;berlappungen enthalten. Auch mit Hilfe der Wortschatzlisten lassen sich im Transkript geeignete Sequenzen identifizieren. So kann bspw. die A2 Wortschatzliste ausgew&#228;hlt werden. Alle W&#246;rter, die den Niveaustufen A1 und A2 angeh&#246;ren, werden dadurch im Transkript gelb unterlegt. Lehrende k&#246;nnen auf diese Weise diejenigen Sequenzen schneller identifizieren, deren Wortschatzniveau dem ihrer Lernenden am besten entspricht. Mit Hilfe der Suchbox in der Men&#252;zeile, welche f&#252;r Abfragen auf allen Annotationsebenen genutzt werden kann, lassen sich ebenfalls geeignete Sequenzen ermitteln. Denkbar w&#228;re hier beispielsweise, dass s&#228;mtliche M&#252;ndlichkeitsph&#228;nomene im Transkript abgefragt und damit rot umrahmt werden. Lehrende k&#246;nnen auf dieser Grundlage wiederum Sequenzen auffinden, in denen M&#252;ndlichkeitsph&#228;nomene besonders geh&#228;uft auftreten. Dieses Vorgehen bietet sich auch an, wenn ein l&#228;ngeres Transkript in <italic>ZuViel</italic> &#252;ber eine zuvor in <italic>ZuRecht</italic> durchgef&#252;hrte Suche mit Wortschatz- oder Query-Listen angesteuert wird (vgl. 4.1). Lehrende k&#246;nnen somit diejenigen Sequenzen im Transkript, in denen die jeweils fokussierten Einheiten oder Ph&#228;nomene h&#228;ufig vorkommen, schneller identifizieren. Gerade in gebrauchsbasierten Ans&#228;tzen der Sprachvermittlung wird vielfach eine solche Inputoptimierung gefordert, um sicherzustellen, dass Lernende den im Fokus stehenden Ph&#228;nomenen hinreichend oft begegnen (vgl. auch <xref ref-type="bibr" rid="B1">Amorocho-Duran / Pfeiffer im Druck</xref>).</p>
<p>Die auf diese Weise oder auch explorativ ermittelten Sequenzen k&#246;nnen &#8211; wie oben bereits erl&#228;utert &#8211; isoliert in einem eigenen Browser-Tab angezeigt und dort gesondert didaktisch aufbereitet werden. Dabei kann es sich sowohl um l&#228;ngere Ausschnitte von mehreren Minuten als auch um sehr kurze Sequenzen handeln, die f&#252;r sogenannte Mikro-H&#246;r&#252;bungen genutzt werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Dietz 2021</xref>).</p>
<p>Ebenfalls im Vorfeld der Arbeit mit einem Sprechereignis l&#228;sst sich mit Hilfe der Zertifikats-Wortschatzlisten derjenige Wortschatz eines Sprechereignisses identifizieren, der den Lernenden voraussichtlich unbekannt ist &#8211; etwa, weil er nicht zu dem einer Niveaustufe zugeordneten Wortschatz geh&#246;rt. Lehrende haben so die M&#246;glichkeit, den entsprechenden Wortschatz vorzuentlasten. Auch die f&#252;r einige Sprechereignisse verf&#252;gbaren Videomitschnitte k&#246;nnen die Vorentlastung unterst&#252;tzen, indem Lernende bspw. anhand kurzer Sequenzen oder auch Screenshots den kontextuellen Rahmen und die Gespr&#228;chssituation identifizieren (Wo findet das Gespr&#228;ch statt? Wer sind die Gespr&#228;chsteilnehmer:innen?).</p>
<p>Die im Abschnitt &#8222;Parameter der Visualisierung&#8220; aufgef&#252;hrten Einstellungsm&#246;glichkeiten sind insbesondere zur Binnendifferenzierung geeignet. So k&#246;nnen Lernende je nach Lernstand und H&#246;rerfahrung mit verschiedenen Abspielgeschwindigkeiten arbeiten. Zudem ist denkbar, dass Lernende ihrem Kenntnisstand entsprechend entweder die aussprachenahe Fassung eines Transkripts oder die orthografisch normalisierte Version bzw. ggf. auch beide Fassungen vorgelegt bekommen. Zudem l&#228;sst sich mit Hilfe der Visualisierung aller orthografisch normalisierten Einheiten sowie der Sprechgeschwindigkeit die Aufmerksamkeit der Lernenden auf Ph&#228;nomene der gesprochenen Sprache lenken und somit die Sprachbewusstheit f&#252;r diese sprachlichen Besonderheiten f&#246;rdern.</p>
<p>Auch die Hervorhebung von ausgew&#228;hlten Einheiten und Ph&#228;nomenen im Transkript durch eine rote Umrahmung erm&#246;glicht eine gezielte Steuerung der Aufmerksamkeit der Lernenden. Dem Ansatz des <italic>focus on form</italic> entsprechend (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B15">Long 1991</xref>) lassen sich auf diese Weise sprachliche Formen explizit betrachten. Hinzu kommt, dass sie durch das Format des Transkripts stets in ihrer kommunikativen Einbettung und damit nicht losgel&#246;st von konkreten sprachlichen Handlungen akzentuiert werden. Gleichzeitig kann dabei auch &#220;berlegungen der textsortenbezogenen Sprachdidaktik (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B8">Fandrych / Thurmair 2011a</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B9">b</xref>) entsprochen werden, da sich die jeweils fokussierten Ph&#228;nomene auch in Zusammenhang mit der jeweiligen Diskursart und Interaktionsdom&#228;ne betrachten lassen. Dies bietet f&#252;r eine Vielzahl von sprachlichen Ph&#228;nomenen, die innerhalb des Satzrahmens nicht hinreichend erfasst bzw. vermittelt werden k&#246;nnen (bspw. Artikelgebrauch, Pronominalisierung), einen erheblichen Mehrwert.</p>
<p><italic>ZuViel</italic> er&#246;ffnet damit nicht nur umfassende M&#246;glichkeiten zur gezielten Vermittlung von Besonderheiten der gesprochenen Sprache, sondern gestattet dar&#252;ber hinaus auch Reflexionsprozesse zu Ph&#228;nomenen, die nicht ausschlie&#223;lich mit der gesprochenen Sprache assoziiert werden.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.3 Nutzung von <italic>ZuViel</italic> in forschungsbezogenen Kontexten</title>
<p>Auch aus Forschungsperspektive bietet <italic>ZuViel</italic> vielf&#228;ltige Nutzungsm&#246;glichkeiten. Insbesondere f&#252;r qualitative Analysen sind die verschiedenen Visualisierungs- und Interaktionsoptionen besonders hilfreich. Einen besonderen Mehrwert bietet die rote Umrahmung der in einer vorangegangenen Query im Tool <italic>ZuRecht</italic> ermittelten bzw. fokussierten Einheiten bzw. Sequenzen. Diese lassen sich durch die Hervorhebung in <italic>ZuViel</italic> direkt ansteuern und weiter analysieren. Denkbar w&#228;re hier etwa die Disambiguierung mehrdeutiger Formen oder auch das Aussortieren von falsch positiven Treffern, was h&#228;ufig einen R&#252;ckgriff auf die vorhandenen Annotationen einerseits und auf einen gr&#246;&#223;eren Transkriptkontext und/oder auf das zugrunde liegende Audio oder Video andererseits erfordert. Werden Transkripte in <italic>ZuRecht</italic> &#252;ber die Suche mit Wortschatz- oder Querylisten ermittelt, erm&#246;glicht die Markierung der gesuchten Lemmata bzw. Sequenzen zudem einen &#220;berblick &#252;ber deren Verteilung im gesamten Sprechereignis.</p>
<p><xref ref-type="fig" rid="F16">Abbildung 16</xref> zeigt dies am Beispiel von m&#252;ndlichen Zitat- und Verweisrealisierungen innerhalb eines Expertenvortrags. Mit Hilfe der Suche mit einer Queryliste wurde vorab in <italic>ZuRecht</italic> nach Vortr&#228;gen gesucht, die besonders viele Vorkommen von Zitaten und Verweisen aufweisen.</p>
<fig id="F16">
<label>Abbildung 16</label>
<caption>
<p>Ausschnitt aus einem Expertenvortrag im <italic>GeWiss</italic>-Korpus (GWSS_E_00026_SE_01_T_01) mit Markierung von Zitaten und Verweisen</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g16.png"/>
</fig>
<p>Der Aufruf eines Sprechereignisses in <italic>ZuViel</italic> mit gleichzeitiger Markierung ausgew&#228;hlter Formen oder Sequenzen ist auch &#252;ber Beleg-URLs m&#246;glich. Diese werden beim Download von Ergebnissen der Konkordanzsuche in <italic>ZuRecht</italic> zur Verf&#252;gung gestellt. Im weiteren Forschungsprozess k&#246;nnen die heruntergeladenen Konkordanzen in Excel bereinigt und mit weiteren Kodierungen und Annotationen versehen werden (vgl. hierzu auch den Beitrag von <xref ref-type="bibr" rid="B11">Frick / Helmer / Wallner 2023</xref> in dieser Themenausgabe). Mit Hilfe der f&#252;r jede Belegstelle bereitgestellten Beleg-URL lassen sich die einzelnen Belege wiederum in <italic>ZuViel</italic> aufrufen. Somit k&#246;nnen die Ergebnisse eigener Kodierungen und Annotationen f&#252;r die Forschercommunity zug&#228;nglich gemacht werden. Ein Beispiel daf&#252;r sind argumentative Positionierungskonstruktionen, die in den Expertenvortr&#228;gen des <italic>GeWiss</italic>-Korpus ermittelt wurden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B11">Fandrych / Wallner 2023</xref>). Die Links zu den dabei als Positionierung eingestuften Belegstellen k&#246;nnen &#252;ber &#8218;zumult.org&#8216; abgerufen und f&#252;r weitere Analysen genutzt werden. Forschungsergebnisse werden damit auch langfristig &#252;berpr&#252;f- und nachnutzbar. Zudem lassen sich auf der Grundlage der Beleg-URLs auch sogenannte Sammel-URLs erstellen, die es erm&#246;glichen, alle ermittelten Belegstellen (in diesem Fall f&#252;r Positionierungskonstruktionen) innerhalb eines Vortrags auf einmal in <italic>ZuViel</italic> aufzurufen und durch eine Umrahmung hervorzuheben. Die folgende Beleg-URL f&#252;hrt bspw. zu einem Expertenvortrag aus dem <italic>GeWiss</italic>-Korpus, indem insgesamt 33 Positionierungen identifiziert wurden.</p>
<fig id="F17">
<label>Abbildung 17</label>
<caption>
<p>URL mit Verweis auf Token-IDs</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="kordaf-3723_wallner-g17.png"/>
</fig>
<p>Rot umrahmt sind in der in <italic>ZuViel</italic> angezeigten Transkriptansicht die Indikatorlemmata, mit deren Hilfe in der vorab durchgef&#252;hrten Konkordanzsuche in <italic>ZuRecht</italic> potenzielle Belegstellen ermittelt wurden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B10">Fandrych / Wallner 2023</xref>).</p>
<p>Diese Form der Dokumentation und Bereitstellung von Forschungsergebnissen f&#246;rdert zum einen M&#246;glichkeiten zur dezentralen Zusammenarbeit. Zum anderen werden Forschungsergebnisse auf diese Weise besser &#252;berpr&#252;fbar und k&#246;nnen zur Beantwortung weiterf&#252;hrender Fragestellungen nachgenutzt werden.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>5. Fazit / Ausblick</title>
<p>Mit <italic>ZuViel</italic> wurde ein vielseitiges Werkzeug f&#252;r eine integrierte Darstellung von Transkripten und zugrunde liegenden Audio-/Videoaufnahmen entwickelt, das es Nutzer:innen erm&#246;glicht, die Visualisierung flexibel eigenen Bed&#252;rfnissen anzupassen und &#252;ber verschiedene Zugriffsinstrumente gezielt Stellen in den Daten anzusteuern. Die implementierten Visualisierungsoptionen orientierten sich dabei an sprachdidaktischen und forschungsbezogenen Nutzungsbed&#252;rfnissen.</p>
<p><italic>ZuViel</italic> zeigt, wie ein niedrigschwelliger und an spezifischen Nutzungsbed&#252;rfnissen ausgerichteter Zugang zu Transkripten aussehen kann. Nat&#252;rlich konnten im Rahmen des Projekts bei weitem nicht alle potenziellen Bed&#252;rfnisse gleicherma&#223;en aufgegriffen werden. Viele neue Anforderungen oder Ideen entstehen zudem gerade erst durch die neuen Zugangsm&#246;glichkeiten, die <italic>ZuViel</italic> bereitstellt. Da das Tool &#8211; wie in der Einleitung beschrieben &#8211; auf der <italic>ZuMult</italic>-Architektur aufbaut, die eine flexible Anpassung und Erweiterung erm&#246;glicht, wird <italic>ZuViel</italic> selbst in Zukunft mit Blick auf diese Bed&#252;rfnisse weiterentwickelt werden. Zudem sollte auch eine &#220;bertragung ausgew&#228;hlter Komponenten (und ggf. die Entwicklung weiterer Visualisierungselemente) f&#252;r andere Typen von Korpora und/oder andere Nutzungsszenarien in Zukunft m&#246;glich sein.</p>
</sec>
</body>
<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>Die fehlenden M&#246;glichkeiten zur Rekontextualisierung haben in Plattformen f&#252;r schriftliche Korpora aber auch oft praktische Gr&#252;nde, wenn z.B. die betreffenden Vereinbarungen mit Textlieferanten (Verlage u.&#196;.) eine Maximalgr&#246;&#223;e f&#252;r zug&#228;ngliche Textausschnitte beinhalten.</p></fn>
<fn id="n2"><p>Nach den <italic>FOLK</italic>-Normalisierungskonventionen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B24">Winterscheid et al. 2019</xref>) werden auch Formen wie <italic>irgendwas</italic> (Zeile 0034) und <italic>was</italic> (Zeile 0037) zu <italic>irgendetwas</italic> bzw. <italic>etwas</italic> normalisiert und erscheinen daher in dieser Darstellung unterstrichelt.</p></fn>
<fn id="n3"><p>Bei einer Query-Liste handelt es sich um eine txt-Datei, in der Suchanfragen formuliert werden. Die Suchanfrage (&lt;VZ/&gt;) erm&#246;glicht beispielsweise eine Suche nach allen Sprechereignissen, in denen Verweise und Zitate annotiert wurden. Je nach Einstellung der Sortierung werden die so ermittelten Sprechereignisse geordnet nach der absoluten oder relativen Vorkommensh&#228;ufigkeit von Verweisen und Zitaten aufgelistet und k&#246;nnen von <italic>ZuRecht</italic> aus in <italic>ZuViel</italic> aufgerufen werden.</p></fn>
</fn-group>
<ref-list>
<title>Literatur und Ressourcen</title>
<ref id="B1"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Amorocho</surname>, <given-names>Simone</given-names></string-name> / <string-name><surname>Pfeiffer</surname>, <given-names>Christian</given-names></string-name> (im Druck): <article-title>Konstruktionsdidaktik &#8211; Grundz&#252;ge einer sprachdidaktischen Konzeption</article-title>. In: <source>Deutsch als Fremdsprache</source> <volume>60</volume>: <fpage>3</fpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B2"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Boersma</surname>, <given-names>Paul</given-names></string-name> (<year>2001</year>): <article-title>Praat, a system for doing phonetics by computer</article-title>. In: <source>Glot International</source> <volume>5</volume>: <issue>9/10</issue>, <fpage>341</fpage>&#8211;<lpage>345</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B3"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Boulton</surname>, <given-names>Alex</given-names></string-name> (<year>2009</year>): <article-title>Data-driven learning: Reasonable fears and rational reassurance</article-title>. In: <source>Indian Journal of Applied Linguistics</source> <volume>35</volume>: <issue>1</issue>, <fpage>81</fpage>&#8211;<lpage>106</lpage>.</mixed-citation></ref>
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<ref id="B13"><mixed-citation publication-type="other"><string-name><surname>Imo</surname>, <given-names>Wolfgang</given-names></string-name> / <string-name><surname>Weidner</surname>, <given-names>Beate</given-names></string-name> (<year>2018</year>): <chapter-title>M&#252;ndliche Korpora im DaF- und DaZ-Unterricht</chapter-title>. In: <string-name><surname>Schmidt</surname>, <given-names>Thomas</given-names></string-name> / <string-name><surname>Kupietz</surname>, <given-names>Marc</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Korpora in der Linguistik</source>. <publisher-loc>Berlin / Boston</publisher-loc>: <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>, <fpage>231</fpage>&#8211;<lpage>251</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B14"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Kaiser</surname>, <given-names>Julia</given-names></string-name> (<year>2023</year>): <article-title>ZuHand: Zugang zu Handlungssequenzen und handlungsbezogenen Themenausschnitten in einem qualitativ annotierten FOLK-Subkorpus</article-title>. In: <source>Korpora Deutsch als Fremdsprache</source> <volume>3</volume>: <issue>1</issue>, <fpage>92</fpage>&#8211;<lpage>111</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B15"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Long</surname>, <given-names>Michael</given-names></string-name> (<year>1991</year>): <chapter-title>Focus on form: A design feature in language teaching methodology</chapter-title>. In: <string-name><surname>De Bot</surname>, <given-names>Kees</given-names></string-name> / <string-name><surname>Ginsberg</surname>, <given-names>Ralph</given-names></string-name> / <string-name><surname>Kramsch</surname>, <given-names>Claire</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Foreign language research in cross-cultural perspectives</source>. <publisher-loc>Amsterdam</publisher-loc>: <publisher-name>John Benjamins</publisher-name>, <fpage>39</fpage>&#8211;<lpage>52</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B16"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Mei&#223;ner</surname>, <given-names>Cordula</given-names></string-name> / <string-name><surname>Wallner</surname>, <given-names>Franziska</given-names></string-name> (<year>2022</year>): <chapter-title>Korpora gesprochener Sprache als virtuelle Lernr&#228;ume der M&#252;ndlichkeitsdidaktik: Affordanzen eines au&#223;erunterrichtlichen Sprachlernsettings</chapter-title>. In: <string-name><surname>Feick</surname>, <given-names>Diana</given-names></string-name> / <string-name><surname>Rymarczyk</surname>, <given-names>Jutta</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Zur Digitalisierung von Lernorten &#8211; Fremdsprachenlernen im virtuellen Raum</source>. Tagungsband zum 28. DGFF-Kongress an der Julius-Maximilians-Universit&#228;t W&#252;rzburg 2019, <fpage>215</fpage>&#8211;<lpage>239</lpage>.</mixed-citation></ref>
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<ref id="B20"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Schmidt</surname>, <given-names>Thomas</given-names></string-name> / <string-name><surname>Fandrych</surname>, <given-names>Christian</given-names></string-name> / <string-name><surname>Frick</surname>, <given-names>Elena</given-names></string-name> / <string-name><surname>Schwendemann</surname>, <given-names>Matthias</given-names></string-name> / <string-name><surname>Wallner</surname>, <given-names>Franziska</given-names></string-name> / <string-name><surname>W&#246;rner</surname>, <given-names>Kai</given-names></string-name> (<year>2023</year>): <article-title>Zug&#228;nge zu m&#252;ndlichen Korpora f&#252;r DaF und DaZ. Projekt, Datengrundlagen, technische Basis</article-title>. In: <source>Korpora Deutsch als Fremdsprache</source> <volume>3</volume>: <issue>1</issue>, <fpage>1</fpage>&#8211;<lpage>12</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B21"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Schmidt</surname>, <given-names>Thomas</given-names></string-name> / <string-name><surname>W&#246;rner</surname>, <given-names>Kai</given-names></string-name> (<year>2014</year>): <chapter-title>EXMARaLDA</chapter-title>. In: <string-name><surname>Durand</surname>, <given-names>Jacques</given-names></string-name> / <string-name><surname>Gut</surname>, <given-names>Ulrike</given-names></string-name> / <string-name><surname>Kristoffersen</surname>, <given-names>Gjert</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>The Oxford Handbook on Corpus Phonology</source>. <publisher-loc>Oxford</publisher-loc>: <publisher-name>Oxford University Press</publisher-name>, <fpage>402</fpage>&#8211;<lpage>419</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B22"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Sloetjes</surname>, <given-names>Han</given-names></string-name> (<year>2014</year>): <chapter-title>ELAN: Multimedia annotation application</chapter-title>. In: <string-name><surname>Durand</surname>, <given-names>Jacques</given-names></string-name> / <string-name><surname>U. Gut</surname>, <given-names>Ulrike</given-names></string-name> / <string-name><surname>Kristoffersen</surname>, <given-names>Gjert</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>The Oxford Handbook of Corpus Phonology</source>. <publisher-loc>Oxford</publisher-loc>: <publisher-name>Oxford University Press</publisher-name>, <fpage>305</fpage>&#8211;<lpage>310</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B23"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Westpfahl</surname>, <given-names>Swantje</given-names></string-name> (<year>2020</year>): <chapter-title>POS-Tagging f&#252;r Transkripte gesprochener Sprache. Entwicklung einer automatisierten Wortarten-Annotation am Beispiel des Forschungs- und Lehrkorpus Gesprochenes Deutsch (FOLK)</chapter-title>. Studien zur deutschen Sprache (83). <publisher-loc>T&#252;bingen</publisher-loc>: <publisher-name>Narr</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B24"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Winterscheid</surname>, <given-names>Jenny</given-names></string-name> / <string-name><surname>Deppermann</surname>, <given-names>Arnulf</given-names></string-name> / <string-name><surname>Schmidt</surname>, <given-names>Thomas</given-names></string-name> / <string-name><surname>Sch&#252;tte</surname>, <given-names>Wilfried</given-names></string-name> / <string-name><surname>Schedl</surname>, <given-names>Evi</given-names></string-name> / <string-name><surname>Kaiser</surname>, <given-names>Julia</given-names></string-name> (<year>2019</year>): <source>Normalisieren mit OrthoNormal. Konventionen und Bedienungshinweise f&#252;r die orthografische Normalisierung von FOLKER-Transkripten</source>. <pub-id pub-id-type="doi">10.14618/ids-pub-9326</pub-id>.</mixed-citation></ref>
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<title>Biographische Notiz:</title>
<p>Thomas Schmidt ist Software-Entwickler bei Musical Bits GmbH und linguisticbits.de. Er hat bis 2021 den Programmbereich &#8222;M&#252;ndliche Korpora&#8220; und das Archiv f&#252;r Gesprochenes Deutsch am Leibniz-Institut f&#252;r Deutsche Sprache in Mannheim geleitet. Seine Forschungsinteressen liegen in der Korpuslinguistik und Korpustechnologie f&#252;r m&#252;ndliche Korpora sowie in der digitalen Lexikographie.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Kontaktanschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Thomas Schmidt</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Musical Bits GmbH</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Nahestra&#223;e 28</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">55411 Bingen</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Deutschland</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:thomas@linguisticbits.de">thomas@linguisticbits.de</ext-link></styled-content></p>
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<title>Biographische Notiz:</title>
<p>Matthias Schwendemann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Linguistik am Herder-Institut der Universit&#228;t Leipzig. Seine Arbeitsschwerpunkte in Forschung und Lehre liegen in den Bereichen Lexikologie, Wissenschaftssprache und Erwerb und Entwicklung des Deutschen als Fremd- und Zweitsprache sowie der Analyse von Lernersprache.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Kontaktanschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Matthias Schwendemann</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Herder-Institut der Universit&#228;t Leipzig</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Beethovenstr. 15</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">04107 Leipzig</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Deutschland</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:matthias.schwendemann@uni-leipzig.de">matthias.schwendemann@uni-leipzig.de</ext-link></styled-content></p>
</sec>
<sec>
<title>Biographische Notiz:</title>
<p>Franziska Wallner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Linguistik am Herder-Institut der Universit&#228;t Leipzig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind unter anderen das Deutsche als fremde Bildungs- und Wissenschaftssprache, die korpusbasierte Erforschung der gesprochenen Sprache, M&#252;ndlichkeitsdidaktik sowie die Nutzung von Korpora im Kontext von Deutsch als Fremd- und Zweitsprache.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Kontaktanschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Franziska Wallner</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Herder-Institut der Universit&#228;t Leipzig</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Beethovenstr. 15</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">04107 Leipzig</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Deutschland</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:f.wallner@uni-leipzig.de">f.wallner@uni-leipzig.de</ext-link></styled-content></p>
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