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<journal-title>Zeitschrift Korpora Deutsch als Fremdsprache</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Article</subject>
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<article-title>WISSENSCHAFTSSPRACHLICHE KOMPETENZ BEIM SCHREIBEN IN DEUTSCH ALS FREMDE WISSENSCHAFTSSPRACHE.</article-title>
<subtitle>Eine korpusbasierte Untersuchung<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref></subtitle>
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<email>antonella.nardi@unimc.it</email>
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<surname>Farroni</surname>
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<email>c.farroni2@unimc.it</email>
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<aff id="aff-1">Universit&#224; degli Studi di Macerata, Sezione di Linguistica, Letteratura e Filologia, Via Illuminati, 4, 62100 Macerata, Italien</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2022-07-18">
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<abstract>
<p>Beim Schreiben einer Hausarbeit in fremder Wissenschaftssprache m&#252;ssen Studierende einerseits fachbezogenes Wissen durch den Gebrauch von Fachtermini verbal umsetzen, andererseits m&#252;ssen sie auch f&#228;hig sein, dem/den Lesenden dieses Wissen und ihr Untersuchungsvorhaben durch eine kompetente Auswahl spezifisch alltagswissenschaftlicher Ausdr&#252;cke (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">Ehlich 1999</xref>) zu vermitteln. Das Anliegen dieses Beitrags ist es, auf der Basis eines Korpus von in deutscher Sprache abgefassten Seminararbeiten italophoner Studierenden das Repertoire an Fachterminologie und an alltagssprachlichen Ausdr&#252;cken mit wissenschaftlicher Verwendung zu untersuchen, welches die Schreibenden zu diesen Zwecken einsetzen. Nach einem quantitativ-qualitativen korpusbasierten Ansatz werden die Daten nach Keywords, Lemmata und h&#228;ufigen Kookkurrenzen extrahiert bzw. ausgewertet und anhand ausgew&#228;hlter Beispiele auf der Suche nach spezifischen Schwierigkeiten bzw. guten Leistungen im Sprachgebrauch der Schreibenden interpretiert.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p>When writing a seminar paper in a foreign language, students must be able to convey subject-related knowledge through the use of specialized terminology, while at the same time, they must make this knowledge, along with the aims of their work, available to the reader through the use of ordinary academic language (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">Ehlich 1999</xref>). This article will examine the repertoire of terminology, as well as everyday expressions with scientific usage within a corpus of seminar papers written in German by Italian students. Taking a quantitative-qualitative corpus-based approach, the data will be extracted and analyzed for keywords, lemmas and frequent co-occurrences, interpreted on the basis of selected examples, with the aim of identifying difficulties and students&#8217; good use of language.</p>
</trans-abstract>
<kwd-group>
<kwd>Wissenschaftssprache</kwd>
<kwd>Terminologie</kwd>
<kwd>AWS</kwd>
<kwd>DaF</kwd>
<kwd>Korpora</kwd>
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<kwd>terminology</kwd>
<kwd>ordinary academic language</kwd>
<kwd>GFL</kwd>
<kwd>corpora</kwd>
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<title>1. Einleitung</title>
<p>Ein wesentlicher Aspekt universit&#228;rer Ausbildung ist die wissenschaftliche Sozialisation der Studierenden, auch in der Fremdsprache (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Ehlich 1995: 327</xref>). Dazu geh&#246;rt, dass sich Studierende Kompetenzen in Bezug auf wissenschaftliches Arbeiten in dem jeweiligen Fachbereich aneignen m&#252;ssen. Dementsprechend m&#252;ssen Studierende in den von ihnen besuchten Fachkursen durch Lern- und Trainingsformen das Instrumentarium wissenschaftlicher Arbeitstechniken kennenlernen. Ein Format, das den Studierenden die M&#246;glichkeit bietet, sich einer solchen Anforderung zu stellen, ist die Seminararbeit (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Ehlich 2003: 20-22</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B10">2018: 25-26</xref>). Im Falle fremdsprachlichen akademischen Schreibens geht es auch darum, die wissenschaftlichen Konventionen der Fremdsprache zu erlernen und sich in sie einzuarbeiten.</p>
<p>Vorbild der Seminararbeit ist der wissenschaftliche Artikel, dessen Zweck es ist, neues Wissen zu generieren bzw. schon bestehendes Wissen umzustrukturieren und es der wissenschaftlichen Gemeinschaft weiterzugeben. Die Seminararbeit ist dagegen eine vorwissenschaftliche &#220;bungsform, durch die sich die Studierenden an die wissenschaftliche Kommunikation ann&#228;hern. Trotz der unterschiedlichen Funktion teilt die Seminararbeit mit ihrem Vorbild &#228;hnliche wissenschaftliche Anforderungen, wenn auch nur im Anfangsstadium des Studiums.</p>
<p>Diese wissenschaftlichen Anforderungen sind sprachlich zu bearbeiten. Thielmann (<xref ref-type="bibr" rid="B39">2014: 3-4</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B40">2017: 548-551</xref>) illustriert wissenschaftstypische Zwecke, die mit Sprache verbunden sind. In der Folge werden einige ausgew&#228;hlt, adaptiert und auf das vorwissenschaftliche Niveau bezogen:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Formulierung der wissenschaftlichen Fragestellungen und des wissenschaftlichen Erkenntnisgegenstandes: Studierende m&#252;ssen sich mit dem gew&#228;hlten Untersuchungsgegenstand methodologisch auseinandersetzen, indem sie z.B. ein fachbezogenes Thema ausw&#228;hlen und eingrenzen, eine pr&#228;zise Fragestellung formulieren und herausarbeiten sowie die Schritte ihrer Vorgehensweise ordnen und systematisch wiedergeben. Im Arbeitstitel, in der Gliederung und Einleitung k&#252;ndigen die Schreibenden diese Phasen ihres Handlungsplans (<xref ref-type="bibr" rid="B36">Rehbein 1981</xref>) an;</p></list-item>
<list-item><p>sprachliche Fassung des (neuen) Wissens, das dem Erkenntnisgegenstand zugeschrieben wird: Schreibende von Seminararbeiten m&#252;ssen sich mit dem im jeweiligen Kurs vermittelten und erarbeiteten fachlichen Wissen auseinandersetzen und es auf den Fachgegenstand, den sie in ihrer Arbeit in den Fokus r&#252;cken, sprachlich beziehen;</p></list-item>
<list-item><p>sprachliche Festlegung der wissenschaftlichen Praxis in Bezug auf die Darstellung des Forschungsprozesses und der Erkenntnisresultate: Studierende m&#252;ssen sich im Laufe des Verfassens ihrer Arbeit bei der Beschreibung ihrer Vorgehensweise und Resultate sowie bei der inhaltlichen Einarbeitung in die Forschungsliteratur mit den (fremd-)sprachlichen Formen der Wissensdarstellung und -vermittlung auseinandersetzen.</p></list-item>
</list>
<p>Aus den oben ausgef&#252;hrten und auf Sprache bezogenen wissenschaftstypischen Zwecken wird klar, dass die Schreibenden einer Seminararbeit sich nicht nur mit der Darstellung eines fachlichen Themas befassen, sondern auch den pragmatischen Bedingungen gerecht werden m&#252;ssen, unter denen ein wissenschaftlicher Text rezipiert und als solcher anerkannt wird (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B13">Graefen 1994: 137</xref>). Und vor allem m&#252;ssen sie Texte schreiben, die verst&#228;ndlich und leserfreundlich sind.</p>
<p>Im Hinblick auf das akademische Schreiben im Fach <italic>Deutsch als Fremdsprache</italic> klingen solche Anforderungen oft sehr komplex. Studierende m&#252;ssen sich n&#228;mlich einerseits in der Fremdsprache auf einem fortgeschrittenen Niveau bei komplexen Sachverhalten korrekt und verst&#228;ndlich ausdr&#252;cken, andererseits m&#252;ssen sie die sprachlichen Mittel beherrschen, die das vorwissenschaftliche Format Seminararbeit erfordert, d.h. die deutsche Wissenschaftssprache. Dabei sind drei Aspekte der Wissenschaftssprache zu ber&#252;cksichtigen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6"> Ehlich 1996/2007: 105</xref>): Elemente der allt&#228;glichen Sprache, Elemente der allt&#228;glichen Wissenschaftssprache und terminologische Elemente<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref>.</p>
<p>Gemeinsprachliche Mittel, die in allen Texten, auch in den (vor-)wissenschaftlichen, vorkommen, sind z.B. sprachliche Verfahren der Leserorientierung bzw. der Unterst&#252;tzung von Verstehens- und Verarbeitungsprozessen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B35">Redder 2010: 47</xref>), die eingesetzt werden, um den Lesenden das zu vermittelnde Wissen zug&#228;nglich zu machen.</p>
<p>Der Gebrauch von Fachw&#246;rtern bezieht sich auf hochspezialisiertes Wissen mit Blick auf eine bestimmte Disziplin: Dazu geh&#246;rt die exakte Benennung von fachlichen Sachverhalten, Vorg&#228;ngen und Begriffen, insbesondere im Hinblick auf die Einf&#252;hrung und auf den Gebrauch von Termini als exemplarisch fachsprachliche Komponenten. Die Vermittlung der Terminologie und ihre Einbettung ins sprachliche Handeln muss seitens der studentischen Schreibenden sachgem&#228;&#223; erfolgen.</p>
<p>Demgegen&#252;ber steht ein Bereich der Wissenschaftssprache, der sich jenseits der disziplingebundenen Fachterminologie fach&#252;bergreifender, gemeinsprachlicher Mittel bedient, die f&#252;r wissenschaftliche Zwecke funktionalisiert werden und in der wissenschaftlichen Kommunikation eine spezifische Nutzung finden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B8">Ehlich 2000: 52</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B10">2018: 17</xref>). Es geht um Ausdr&#252;cke wie <italic>Methode, Fragestellung, Thema, Untersuchung, Gegenstand</italic> oder Verben, wie z.B. <italic>etwas beleuchten, betrachten, diskutieren, darstellen</italic> und idiomatische Wortkombinationen, wie z.B. die F&#252;gungen <italic>eine Frage aufwerfen, eine Ansicht vertreten, einen Blick auf X werfen</italic>. Solche sprachlichen Mittel geh&#246;ren zur sogenannten &#8222;Allt&#228;glichen Wissenschaftssprache&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Ehlich 1999</xref>; ab jetzt AWS), einem grundlegenden Bestandteil wissenschaftlicher Kommunikation, der &#8222;&#8218;zwischen den Fachtermini&#8216; steht&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Ehlich 1999: 8</xref>). Der AWS-Gebrauch bereitet besonders fremdsprachlichen Schreibenden akademischer Texte gro&#223;e Schwierigkeiten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Ehlich 1995</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B6">1999</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B14">Graefen 1999</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B15">2014</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B22">Heller 2006</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B12">Fandrych 2006</xref>).</p>
<p>Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen Daten und Beispiele aus <italic>Tesine</italic>, so die italienische Bezeichnung f&#252;r studentische Hausarbeiten<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref>, die in Bezug auf den Gebrauch von Terminologie und einigen Substantiven aus der AWS korpusbasiert untersucht wurden. Nach einer kurzen Einf&#252;hrung in das Thema Lernerkorpora werden in Kapitel 2 das Korpus &#8222;<italic>Tesine</italic> auf Deutsch&#8220; (TaD) und die Arbeitsmethode beschrieben sowie die Fragestellungen formuliert. Darauf (s. Kap. 3) folgt die quantitativ-qualitative Analyse von Daten aus den studentischen Arbeiten mit Anf&#252;hrung und Diskussion von auf Terminologie und AWS bezogenen Beispielen. Daraus resultierende didaktische &#220;berlegungen schlie&#223;en den Beitrag ab.</p>
</sec>
<sec sec-type="methods">
<title>2. Korpusdesign, Arbeitsmethode und Fragestellung</title>
<p>Im folgenden Abschnitt werden das TaD-Korpus und die Fragestellung der Untersuchung sowie die angewandte Arbeitsmethode vorgestellt. Einleitend wird die Rolle der Lernerkorpora in der Fremdsprachenerwerbsforschung und in der Fremdsprachendidaktik er&#246;rtert.</p>
<sec>
<title>2.1 Lernerkorpora</title>
<p>In Anlehnung an Sinclairs (<xref ref-type="bibr" rid="B38">1996</xref>) Definition von Korpora schl&#228;gt Granger (<xref ref-type="bibr" rid="B17">2002: 7</xref>) folgende Definition von Lernerkorpora vor: &#8222;electronic collections of authentic FL/SL textual data assembled according to explicit design criteria for a particular SLA/FLT purpose. They are encoded in a standardised and homogeneous way and documented as to their origin and provenance&#8220;. Aus dieser Definition lassen sich zwei wichtige Kriterien zur Abgrenzung der Lernerkorpora von anderen Sammlungen von Lernertexten ableiten. Erstens sind Lernerkorpora Zusammenstellungen von Texten in digitaler Form &#8211; was auch die quantitativen Analysen von umfangreicheren Daten erleichtert &#8211; und zweitens werden sie nach bestimmten Design-Kriterien erstellt (s. Kap. 2.2).</p>
<p>Lernerkorpora bestehen in der Regel aus Texten, die von Lernenden des Deutschen als Fremd-/Zweitsprache verfasst wurden und stellen daher relevante Daten sowohl f&#252;r den Bereich der Zweit- und Fremdsprachenerwerbsforschung als auch der Fremdsprachendidaktik bereit. Unter den Anwendungsszenarien von Lernerkorpora in der Spracherwerbsforschung z&#228;hlen zum Beispiel die Analyse von Sprachvariet&#228;ten von Lernenden mit unterschiedlichen Muttersprachen, die L1-Einfl&#252;sse auf die Zielsprache sowie die Untersuchung unterschiedlicher Phasen des Zweitsprach- oder Fremdspracherwerbs (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B21">Granger 2015</xref>). Was die Sprachvermittlung aus der Sicht der Lehrenden betrifft, dienen Lernerkorpora zum Beispiel dazu, die Schwierigkeiten beim Fremdsprachenlernen zu identifizieren<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref>, um zielgerichtete &#220;bungen zu planen, welche Lernenden erlauben, die schwierigsten Sprachelemente zu erwerben. Die f&#252;r p&#228;dagogische Zwecke gestalteten Lernerkorpora k&#246;nnen jedoch auch im Kontext von Schule und Studium genutzt werden, wobei die Lernenden gleichzeitig zu Produzenten und Nutzern des Korpus werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B33">Seidlhofer 2002</xref>)<xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref>.</p>
<p>In der deutschen Korpuslandschaft sind zumindest zwei wichtige Korpora zu identifizieren, durch die das wissenschaftliche Schreiben<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref> von Lernenden des Deutschen als Fremd-/Zweitsprache untersucht wird: KoLaS und Falko. KoLaS umfasst 853 Texte, die von Studierenden mit unterschiedlichen Herkunftssprachen an der Universit&#228;t Hamburg zwischen 2011 und 2016 produziert wurden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Andresen / Knorr 2017</xref>). Falko ist ein frei zug&#228;ngliches fehlerannotiertes Lernerkorpus, das in zwei Kern-Korpora unterteilt ist: Ein erstes Korpus, das aus Zusammenfassungen besteht, welche von Germanistikstudierenden erstellt wurden, und ein zweites Subkorpus, das Essays von Deutschlernenden enth&#228;lt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B37">Schmidt 2011 : 563</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B32">Reznicek et al. 2012</xref>). Im vorliegenden Beitrag liegt ein &#228;hnlicher Fokus auf vorwissenschaftlichen Texten, die von Lernenden des Deutschen als Fremd-/Zweitsprache geschrieben wurden. Ein wesentlicher Unterschied besteht aber darin, dass die hier untersuchten Texte von italophonen Studierenden im italienischen universit&#228;ren Kontext produziert wurden.</p>
<p>Der Erhebungskontext der Daten sowie weitere lerner- und aufgabenbezogene Kriterien (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B19">Granger 2008: 263-265</xref>) wie z.B. Sprachniveau, Aufgabentyp und Erhebungszeitraum sind beim Aufbau eines Lernerkorpus unter Ber&#252;cksichtigung der anf&#228;nglichen Fragestellung anzugeben, um Aussagen &#252;ber lernersprachliche Ph&#228;nomene validieren zu k&#246;nnen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B37">Schmidt 2011: 559</xref>). Im folgenden Kapitel wird daher auf die Design-Kriterien eingegangen, die zur Erstellung des eingesetzten Korpus verfolgt wurden.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.2 TaD: Korpusdesign</title>
<p>Das TaD-Korpus besteht aus insgesamt 134 Hausarbeiten (davon 70 in digitaler Form), die von italophonen Studierenden produziert wurden und deren Sammlung im Sommersemester 2010 im Rahmen des Projektes &#8222;<italic>Tesina</italic> auf Deutsch&#8220; begann. Die Hausarbeiten dienen als Leistungsnachweis am Ende von zwei Kursen, die im Masterstudium &#8222;Lingue moderne per la comunicazione e la cooperazione internazionale&#8220; (Moderne Sprachen f&#252;r die internationale Kommunikation und Kooperation &#8211; LM38) an der Universit&#228;t Macerata angeboten werden. Beide Kurse bestehen sowohl aus einer theoretischen Einf&#252;hrung als auch aus praxisorientierten &#220;bungen zum Thema &#220;bersetzen im ersten Jahr bzw. Untertitelung im zweiten Jahr. Das Projekt &#8222;<italic>Tesina</italic> auf Deutsch&#8220; zielt darauf ab, die wissenschaftlichen Schreibkompetenzen von Studierenden durch Schreibwerkst&#228;tten und zielgerichtete Lektoratsmodule zu entwickeln. Im Rahmen der Schreibwerkst&#228;tten und der Lektoratsmodule werden u.a. folgende Schwerpunkte<xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref> behandelt:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>ein Thema w&#228;hlen und eingrenzen,</p></list-item>
<list-item><p>eine Fragestellung formulieren,</p></list-item>
<list-item><p>Quellen suchen, lesen, bearbeiten und exzerpieren,</p></list-item>
<list-item><p>die Arbeit strukturieren,</p></list-item>
<list-item><p>den wissenschaftlichen Schreibstil &#252;ben.</p></list-item>
</list>
<p>Die Struktur der Hausarbeiten wird von der Lehrkraft vorgegeben und besteht aus einem theoretischen Teil zu einem der im Kurs behandelten Themen und aus einem praktischen Teil. Im praktischen Teil m&#252;ssen Studierende die Theorie in die Praxis umsetzen und einen Text &#252;bersetzen bzw. ein audiovisuelles Dokument untertiteln. Ergebnisse und Schlussfolgerungen werden dann im Schlussteil diskutiert.</p>
<p>F&#252;r die Zwecke der vorliegenden Untersuchung wurden 60 Hausarbeiten analysiert. Davon wurden 30 Hausarbeiten von Studierenden geschrieben, die Schreibwerkst&#228;tten und Lektoratsmodule besucht hatten, und 30 von Studierenden, die entweder nur gelegentlich teilgenommen oder die ihre Hausarbeiten vor der Einf&#252;hrung der Lektoratsmodule bzw. Schreibwerkst&#228;tten verfasst hatten<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref>.</p>
<p>Ausgehend von dieser Einteilung wurden zwei Subkorpora &#228;hnlicher Gr&#246;&#223;e erstellt, deren Design-Kriterien in <xref ref-type="table" rid="T1">Tabelle 1</xref> zusammengefasst sind.</p>
<table-wrap id="T1">
<label>Tabelle 1</label>
<caption>
<p>Design-Kriterien</p>
</caption>
<table>
<tr>
<td align="left"></td>
<td colspan="2"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><bold>ab jetzt K1</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>ab jetzt K2</bold></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Muttersprache</td>
<td align="left" valign="top">Italienisch</td>
<td align="left" valign="top">Italienisch</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Lernkontext</td>
<td align="left" valign="top">DaF<break/>Masterstudiengang (LM38)<break/>Teilnahme an Modulen und Schreibwerkst&#228;tten zum wissenschaftlichen Schreiben</td>
<td align="left" valign="top">DaF<break/>Masterstudiengang (LM38)<break/>Keine Teilnahme an Modulen und Schreibwerkst&#228;tten zum wissenschaftlichen Schreiben</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Sprachniveau</td>
<td align="left" valign="top">B2-C1</td>
<td align="left" valign="top">B2-C1</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Textsorte</td>
<td align="left" valign="top">Hausarbeit</td>
<td align="left" valign="top">Hausarbeit</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Aufgabe</td>
<td align="left" valign="top">Schriftliche Produktion einer <italic>Tesina</italic> als Leistungsnachweis</td>
<td align="left" valign="top">Schriftliche Produktion einer <italic>Tesina</italic> als Leistungsnachweis</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Erhebungsumst&#228;nde</td>
<td align="left" valign="top">Hausaufgabe (ohne Aufsicht)<break/>Hilfsmittel erlaubt</td>
<td align="left" valign="top">Hausaufgabe (ohne Aufsicht)<break/>Hilfsmittel erlaubt</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
</table>
</table-wrap>
</sec>
<sec sec-type="methods">
<title>2.3 Methode</title>
<p>Im Folgenden werden die unterschiedlichen Arbeitsphasen &#8211; von der Aufbereitung bis hin zur Interpretation der Daten &#8211; beschrieben, die im Rahmen der vorliegenden Untersuchung durchlaufen wurden.</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Datenaufbereitung: Die 60 <italic>Tesine</italic> wurden anonymisiert und in ein Textformat (.txt) konvertiert. Deckblatt, IVZ, Bibliografie, Originaltext, &#220;bersetzung und l&#228;ngere Zitate wurden entfernt, um zu vermeiden, dass die darin enthaltenen Termini und Ausdr&#252;cke als von Studierenden produzierte bzw. untersuchungsverbundene Sprache berechnet wurden. Jede <italic>Tesina</italic> wurde mit Metadaten versehen. Besonders wichtig war die manuelle Annotation von zwei Textabschnitten: die Einleitung einerseits, die der Thematisierung und Formulierung der Fragestellung gewidmet ist, und die Schlussfolgerungen andererseits. Eine solche Annotation erm&#246;glichte es unter anderem, die Suche von thematisierenden Ausdr&#252;cken auf die relevantesten Textabschnitte zu begrenzen und zugleich die entsprechenden Daten schneller zu gewinnen und zu analysieren. Die Texte wurden dann in Sketch Engine (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B25">Kilgarriff et al. 2014</xref>) hochgeladen und mit dem in Sketch Engine verf&#252;gbaren <italic>Part-of-Speech-RFTagger</italic> annotiert. Das Korpus (s. <xref ref-type="table" rid="T2">Tabelle 2</xref>) wurde im Folgenden in die oben beschriebenen Subkorpora unterteilt, um eine differenzierte Analyse durchf&#252;hren zu k&#246;nnen.</p>
<p><table-wrap id="T2">
<label>Tabelle 2</label>
<caption>
<p>Gr&#246;&#223;e der Subkorpora</p>
</caption>
<table>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>Gr&#246;&#223;e</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>K1</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>K2</bold></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Anzahl der tokens</td>
<td align="left" valign="top">153.698<break/>(57 % des Gesamtkorpus)</td>
<td align="left" valign="top">115.924<break/>(43 % des Gesamtkorpus)</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Anzahl der <italic>Tesine</italic></td>
<td align="left" valign="top">30</td>
<td align="left" valign="top">30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
</table>
</table-wrap></p></list-item>
<list-item><p>Datenauswertung: Die Funktion <italic>Keywords</italic> erlaubte einen automatischen Vergleich zwischen dem Fokuskorpus und einem in Sketch Engine integrierten Referenzkorpus (German Web 2018<xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref>). Das Ziel bestand darin, eine Einsicht in die von Studierenden verwendete Terminologie zu gewinnen. Dar&#252;ber hinaus wurden Wortlisten durch die Funktion <italic>Word List</italic> automatisch erstellt. Die Auswertung wurde auf die Textabschnitte der Einleitung und der Schlussfolgerungen begrenzt. Dies trug dazu bei, W&#246;rter zu identifizieren, welche die Studierenden zur Bezugnahme auf ihre eigenen Arbeiten (wie z.B. <italic>Hausarbeit</italic> und <italic>Beitrag</italic>) sowie zu Thematisierungszwecken und zur Formulierung der Fragestellung verwenden. Schlie&#223;lich wurde durch die Funktion <italic>Concordance</italic> nach Konkordanzen gesucht. Das Ziel war, die in den ersten zwei Phasen identifizierten terminologischen und alltagswissenschaftlichen Ausdr&#252;cke unter Ber&#252;cksichtigung der entsprechenden Kontexte und Kookkurrenzen zu analysieren.</p></list-item>
<list-item><p>Datenanalyse- und Interpretation: Die Korpusanalyse war sowohl quantitativ als auch qualitativ ausgerichtet. Die ersten quantitativen Befunde wurden demnach durch eine qualitative Analyse vertieft, die darauf abzielte, Schwierigkeiten und gut gelungene Leistungen von Studierenden der beiden Gruppen unter die Lupe zu nehmen: Da die beiden Gruppen unterschiedliche Vorkenntnisse der Wissenschaftssprache aufwiesen, wurden etwaige damit verbundene sprachliche Unterschiede qualitativ untersucht.</p></list-item>
</list>
</sec>
<sec>
<title>2.4 Fragestellung</title>
<p>Mit Bezug auf die in der Einleitung veranschaulichten sprachwissenschaftlichen Zwecke bzw. auf die Funktion der dort angesprochenen Aspekte der Wissenschaftssprache und mithilfe der oben beschriebenen korpusbasierten Arbeitsmethode versteht sich dieser Artikel als ein Beitrag zur empirischen Forschung studentischen sprachlichen Handelns in der <italic>Tesina</italic> auf Deutsch. Daher wird versucht, einen exemplarischen Blick auf den studentischen Gebrauch von Lexemen aus der Wissenschaftssprache zu werfen. Die quantitative und qualitative Analyse der Daten ist durch folgende Fragestellungen bestimmt:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Welche fachbezogenen Termini werden in den Arbeiten am h&#228;ufigsten gebraucht bzw. werden sie zweckgerichtet eingesetzt?</p></list-item>
<list-item><p>Wie oft kommen bestimmte W&#246;rter der AWS in den Arbeiten vor bzw. werden sie passend gebraucht?</p></list-item>
<list-item><p>Kann man Unterschiede zwischen den zwei Gruppen von Lernenden bzw. eine Tendenz der Schreibenden im rekurrenten bzw. passenden Gebrauch wissenschaftssprachlicher Lexeme feststellen?</p></list-item>
<list-item><p>Wie kann man im Falle eventueller Schwierigkeiten didaktisch eingreifen?</p></list-item>
</list>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>3. Analyse und Interpretation der Daten</title>
<p>Bei der Analyse und Interpretation der oben beschriebenen Lernerdaten werden zwei Aspekte in den Mittelpunkt ger&#252;ckt: der Gebrauch von Fachsprache bzw. Terminologie (s. Kap. 3.1) sowie der Gebrauch von alltagswissenschaftlichen Ausdr&#252;cken, die zur Bezeichnung der eigenen Arbeit und Formulierung der Fragestellung eingesetzt werden (s. Kap. 3.2).</p>
<sec>
<title>3.1 Fachbezogene Terminologie</title>
<p>Was die Terminologie betrifft, kann eine erste Analyse automatischer Natur einige terminologische Tendenzen in den analysierten Texten ans Licht bringen. Die Funktion <italic>Keywords</italic> erlaubte es, verschiedene Termini zu identifizieren, welche im Vergleich zum Referenzkorpus signifikant sind und welche zu unterschiedlichen sprachwissenschaftlichen Fachbereichen (&#220;bersetzungswissenschaft, Pragmatik, Phonetik, Soziolinguistik) geh&#246;ren. Im Folgenden wird eine Auswahl von <italic>Keywords</italic> angezeigt, die von Studierenden der beiden Gruppen h&#228;ufig<xref ref-type="fn" rid="n10">10</xref> eingesetzt werden (vgl. <xref ref-type="table" rid="T3">Tabelle 3</xref>). Au&#223;erdem werden die Bereiche der Sprachwissenschaften, denen die <italic>Keywords</italic> angeh&#246;ren, angegeben.</p>
<table-wrap id="T3">
<label>Tabelle 3</label>
<caption>
<p>Terminologie im TaD-Korpus</p>
</caption>
<table>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">Keyword</td>
<td align="center" valign="top">K1 (mit Schreibwerkst&#228;tten)</td>
<td align="center" valign="top">K2 (ohne Schreibwerkst&#228;tten)</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top" colspan="3" style="background-color:#e1e1e1;">Sprachwissenschaftlicher Bereich: <bold>&#220;bersetzungswissenschaft</bold></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Ausgangstext</italic></td>
<td align="left" valign="top">158 (1.027,99)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 26/30</td>
<td align="left" valign="top">80 (690,11)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 17/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Zieltext</italic></td>
<td align="left" valign="top">88 (572,55)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 21/30</td>
<td align="left" valign="top">59 (508,95)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 19/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Paraphrase</italic></td>
<td align="left" valign="top">121 (787,26)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 25/30</td>
<td align="left" valign="top">49 (422,69)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 15/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Kondensation</italic></td>
<td align="left" valign="top">160 (1.041)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 27/30</td>
<td align="left" valign="top">60 (517,58)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 19/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Auslassung</italic></td>
<td align="left" valign="top">85 (553,03)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 16/30</td>
<td align="left" valign="top">45 (388,19)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 14/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Tilgung</italic></td>
<td align="left" valign="top">41 (266,76)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 13/30</td>
<td align="left" valign="top">25 (215,66)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 14/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top" colspan="3" style="background-color:#e1e1e1;">Sprachwissenschaftlicher Bereich: <bold>Pragmatik</bold></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Interjektion</italic></td>
<td align="left" valign="top">22 (143,14)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 13/30</td>
<td align="left" valign="top">20 (172,53)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 8/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Modalpartikel</italic></td>
<td align="left" valign="top">60 (390,38)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 4/30</td>
<td align="left" valign="top">6 (51,76)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 4/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top" colspan="3" style="background-color:#e1e1e1;">Sprachwissenschaftlicher Bereich: <bold>Phonetik</bold></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Intonation</italic></td>
<td align="left" valign="top">21 (136,63)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 11/30</td>
<td align="left" valign="top">18 (155,27)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 9/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Prosodie</italic></td>
<td align="left" valign="top">12 (78,08)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 8/30</td>
<td align="left" valign="top">12 (103,52)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 8/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>suprasegmental</italic></td>
<td align="left" valign="top">19 (123,62)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 8/30</td>
<td align="left" valign="top">10 (86,26)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 7/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top" colspan="3" style="background-color:#e1e1e1;">Sprachwissenschaftlicher Bereich: <bold>Soziolinguistik</bold></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>diastratisch</italic></td>
<td align="left" valign="top">15 (97,59)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 5/30</td>
<td align="left" valign="top">21 (181,15)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 7/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>diamesisch</italic></td>
<td align="left" valign="top">24 (156,15)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 13/30</td>
<td align="left" valign="top">21 (181,15)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 7/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>diatopisch</italic></td>
<td align="left" valign="top">6 (39,04)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 3/30</td>
<td align="left" valign="top">18 (155,27)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 6/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
</table>
</table-wrap>
<p>Die <italic>Tesina</italic> wird in der Regel als Leistungsnachweis am Ende eines Kurses zum Thema &#220;bersetzungswissenschaft oder audiovisuelle &#220;bersetzung gefordert. Dies spiegelt sich in der von Studierenden verwendeten Terminologie wider. Die oben angef&#252;hrten Termini geh&#246;ren zu den bereits erw&#228;hnten Bereichen der Sprachwissenschaft und werden von Studierenden zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt. Die manuelle Analyse der Kontexte, in denen die Termini vorkommen, ergab Folgendes:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Termini sowie fachsprachliche Mehrworteinheiten sind h&#228;ufig in Definitionen eingebettet oder kommen in Verbindung mit Elementen definitorischer Natur vor. Studierende greifen auf unterschiedliche Definitionsarten zur&#252;ck, wie z.B. Inhaltsdefinitionen (1), Umfangsdefinitionen (2), operationale Definitionen (3), Synonymdefinitionen (4.1 und 4.2) und exemplarische Definitionen (5)<xref ref-type="fn" rid="n11">11</xref>.</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(1)&#160;<italic><bold>Intersemiotische &#220;bersetzung</bold></italic><xref ref-type="fn" rid="n12">12</xref>&#160;<italic>ist eine besondere Form von &#220;bersetzung, in der der Text mit einem anderen Zeichensystem &#252;bertragen wird</italic> [K1_4<xref ref-type="fn" rid="n13">13</xref>]</p></list-item>
<list-item><p>(2)&#160;<italic><bold>Totale Reduktion</bold>: Tilgung oder Auslassung</italic> [K1_17]</p></list-item>
<list-item><p>(3)&#160;<italic>Bei der Anwendung der <bold>Kondensation</bold> wird der ganze Inhalt der Aussage in kompakter Form &#252;bertragen und durch pr&#228;gnantere Ausdrucksweise simplifiziert</italic> [K1_18]</p></list-item>
<list-item><p>(4.1)&#160;<italic>In vielen F&#228;llen wird ein Ethnolekt mit der Transkription eines <bold>Regiolektes</bold> (Dialekt) [&#8230;] in der Zielsprache wiedergegeben</italic> [K2_16]</p></list-item>
<list-item><p>(4.2)&#160;<italic>Oft nutzt man in der Untertitelung die <bold>Paraphrase</bold> (Umformulierungen)</italic> [K2_6]</p></list-item>
<list-item><p>(5)&#160;<italic>Die gesprochene Sprache unterscheidet sich vom Schreiben durch die <bold>Prosodie</bold>, z.B. der Rhythmus, die Intonationsverl&#228;ufe und die Sprechgeschwindigkeit (Pausen und Dehnung)</italic> [K2_2]</p></list-item>
</list></list-item>
<list-item><p>Die studentenseitige Tendenz, Termini zu erkl&#228;ren und zu definieren, erfolgt nicht nur durch die oben erw&#228;hnten Definitionsarten, sondern auch mit Hilfe von sogenannten verstehensbearbeitenden Ausdr&#252;cken (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B34">Redder 2007: 56</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B35">2010: 49</xref>), wie z.B.: <italic>das hei&#223;t, d.h., und zwar, zum Beispiel, beispielsweise, n&#228;mlich</italic><xref ref-type="fn" rid="n14">14</xref>. Im Folgenden werden einige aus dem Korpus extrahierte S&#228;tze am Beispiel des Terminus <italic>Kondensation</italic> aufgelistet:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(6)&#160;<italic>Informationen werden simplifiziert durch Kondensation der Gespr&#228;che, <bold>z.B.</bold> durch eine Zusammenfassung des Textes</italic> [K1_7]</p></list-item>
<list-item><p>(7)&#160;<italic>Der Wortwahl hilft die Kondensation, <bold>das hei&#223;t</bold> man benutzt k&#252;rzere W&#246;rter</italic> [K2_14]</p></list-item>
<list-item><p>(8)&#160;<italic>Im 29. Abschnitt wird die Strategie der Kondensation benutzt, die S&#228;tze werden <bold>n&#228;mlich</bold> verk&#252;rzt, aber die Informationen bleiben</italic> [K1_29]</p></list-item>
</list></list-item>
<list-item><p>Die Terminologie wird nicht nur im theoretischen Teil der <italic>Tesine</italic> eingesetzt, sondern auch operativ im praktischen Teil der Arbeit, um die angewendeten Methoden und Strategien zu beschreiben. Einige Beispiele aus dem Korpus:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>(9)&#160;<italic>Die Strategie der <bold>Paraphrase</bold> ist hier von einer anderen Strategie begleitet: die <bold>Kompensation</bold></italic> [K1_30]</p></list-item>
<list-item><p>(10)&#160;<italic>Im Fall der Rede der Bundeskanzlerin Angela Merkel, wurden vor allem die Strategien der <bold>Kondensation, Auslassung</bold> und <bold>Umformulierung</bold> verwendet</italic> [K1_13]</p></list-item>
<list-item><p>(11)&#160;<italic>F&#252;r die anderen Untertitel habe ich die Strategie der <bold>Kondensation</bold> angewendet, v.a. wenn die S&#228;tze zu lang sind und wenn eine Wort-f&#252;r-Wort &#220;bersetzung nicht mit der normalen Lesegeschwindigkeit &#252;bereinstimmt</italic> [K2_5]</p></list-item>
</list></list-item>
</list>
<p>Aus den oben angef&#252;hrten Beispielen lassen sich einige R&#252;ckschl&#252;sse ziehen. Studierende beider Gruppen (K1 und K2) neigen dazu, die in ihren Arbeiten verwendete Terminologie zu erkl&#228;ren, obwohl die erwartete erste Zielgruppe des Textes die Lehrkraft selbst ist, die jedoch &#252;ber ein weitgehend ausreichendes Vorwissen verf&#252;gt. Diese Tendenz kann auf den Aufgabentyp einerseits und auf die kommunikative Situation der <italic>Tesina</italic> andererseits zur&#252;ckgef&#252;hrt werden.</p>
<p>Die <italic>Tesina</italic> hat einen didaktischen Charakter und wird von der Lehrkraft gefordert. Aus diesem Grund versuchen Studierende nachzuweisen, dass sie ausf&#252;hrliche Kenntnisse &#252;ber das jeweilige Fachthema besitzen. Das Einbeziehen von Definitionen und das Erkl&#228;ren von Termini werden also nicht unbedingt funktional eingesetzt, um z.B. den theoretischen Rahmen des spezifischen Forschungsgegenstands zu erl&#228;utern oder eine bestimmte Fragestellung zu formulieren, sondern als &#8222;Wissensdarbietung&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B30">Nardi 2017: 220, s. Kap. 4</xref>).</p>
<p>Der zweite Aspekt ist die kommunikative Situation der <italic>Tesina</italic>, n&#228;mlich der italienische institutionelle Kontext. Die vorwiegende Kommunikationsform an der italienischen Universit&#228;t ist die Vorlesung, die durch eine frontale, monologische und erl&#228;uternd ausgerichtete Wissensvermittlung gepr&#228;gt ist (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Hornung 2014: 37</xref>); diese wird von italienischen Studierenden imitiert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B30">Nardi 2017: 225</xref>).</p>
<p>Die Analyse zeigt in Bezug auf fachbezogene Terminologie au&#223;erdem noch, dass Studierende relevante Terminologie nicht nur theoretisch in Form von Definitionen verwenden, sondern auch operativ z.B. zur Beschreibung der von ihnen angewendeten &#220;bersetzungsstrategien. Diese Tendenz sowie die hohe Anzahl von <italic>Keywords</italic>, die aus dem Korpus extrahiert wurden, zeigen, dass Studierende beider Gruppen die im Studium vermittelte Fachsprache der Sprach- und &#220;bersetzungswissenschaft gut kennen und versuchen, sie in ihren Hausarbeiten zu reproduzieren.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.2 Allt&#228;gliche Wissenschaftssprache</title>
<p>Neben der f&#252;r die Seminararbeiten relevanten Fachsprache sollen die Studierenden auch in der Lage sein, alltagswissenschaftliche Ausdr&#252;cke zu verwenden, um den Lesenden das Fachwissen, das gew&#228;hlte Thema und das Untersuchungsvorhaben zug&#228;nglich zu machen.</p>
<p>Was die von Studierenden eingesetzte AWS anbelangt, wurde die Analyse in zwei Richtungen durchgef&#252;hrt. Erstens wurde eine quantitative Analyse der W&#246;rter durchgef&#252;hrt, die von Studierenden verwendet werden, um auf die eigene Arbeit zu verweisen und ihre Fragestellung zu formulieren. Zweitens wurde der Gebrauch von einigen ausgew&#228;hlten alltagswissenschaftlichen Substantiven n&#228;her betrachtet und kontrastiv in den beiden Subkorpora analysiert (s. Kap. 3.2.1 und Kap. 3.2.2)<xref ref-type="fn" rid="n15">15</xref>.</p>
<p><xref ref-type="table" rid="T4">Tabelle 4</xref> fasst die ermittelten Daten zusammen und zeigt die zwei spezifischen Aspekte vorwissenschaftlichen Schreibens, die ber&#252;cksichtigt wurden: <italic>die eigene Arbeit bezeichnen</italic> und <italic>die eigene Fragestellung formulieren</italic>.</p>
<table-wrap id="T4">
<label>Tabelle 4</label>
<caption>
<p>AWS-W&#246;rter im TaD-Korpus</p>
</caption>
<table>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Bezeichnungen</td>
<td align="left" valign="top">K1 (mit Schreibwerkst&#228;tten)</td>
<td align="left" valign="top">K2 (ohne Schreibwerkst&#228;tten)</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top" colspan="3" style="background-color:#e1e1e1;">Die eigene Arbeit bezeichnen</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Arbeit</italic> &#124; <italic>Hausarbeit</italic> &#124; <italic>Seminararbeit</italic></td>
<td align="left" valign="top">134 (871,84)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 30/30</td>
<td align="left" valign="top">63 (543,46)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 27/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Beitrag</italic></td>
<td align="left" valign="top">11 (71,57)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 5/30</td>
<td align="left" valign="top">5 (43,13)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 3/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Studie</italic></td>
<td align="left" valign="top">0</td>
<td align="left" valign="top">2<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 2/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Papier</italic></td>
<td align="left" valign="top">0</td>
<td align="left" valign="top">2<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 2/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Werk</italic></td>
<td align="left" valign="top">0</td>
<td align="left" valign="top">2<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 1/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top" colspan="3" style="background-color:#e1e1e1;">Die eigene Fragestellung formulieren</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Fragestellung</italic></td>
<td align="left" valign="top">14 (91,09)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 10/30</td>
<td align="left" valign="top">1 (8,63)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 1/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Frage</italic></td>
<td align="left" valign="top">9 (58,56)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 7/30</td>
<td align="left" valign="top">7 (60,38)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 4/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Ziel</italic></td>
<td align="left" valign="top">18 (117,11)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 15/30</td>
<td align="left" valign="top">12 (103,52)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 11/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
</table>
</table-wrap>
<p>Die zwei fokussierten Handlungsbereiche werden im Folgenden n&#228;her beschrieben und qualitativ weiter analysiert.</p>
<sec>
<title>3.2.1 Die eigene Arbeit bezeichnen</title>
<p>Um den Aspekt <italic>die eigene Arbeit bezeichnen</italic> n&#228;her zu analysieren, wurde eine Liste der am h&#228;ufigsten auftretenden W&#246;rter aus den Abschnitten der Einleitung und der Schlussfolgerungen erstellt<xref ref-type="fn" rid="n16">16</xref>. Anschlie&#223;end wurden nur die W&#246;rter aus der Liste extrahiert, die sich auf die von den Studierenden verfassten Arbeiten bezogen. In der unten angef&#252;hrten Tabelle werden die herausgegriffenen W&#246;rter mit der entsprechenden absoluten und relativen H&#228;ufigkeit und mit der Anzahl der <italic>Tesine</italic>, in denen sie auftreten, angezeigt.</p>
<table-wrap id="T5">
<label>Tabelle 5</label>
<caption>
<p>Bezeichnungen der eigenen Arbeit</p>
</caption>
<table>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top" style="background-color:#e1e1e1;">Bezeichnungen</td>
<td align="left" valign="top" style="background-color:#e1e1e1;">K1</td>
<td align="left" valign="top" style="background-color:#e1e1e1;">K2</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Arbeit &#124; Hausarbeit &#124; Seminararbeit</italic></td>
<td align="left" valign="top">134 (871,84)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 30/30</td>
<td align="left" valign="top">63 (543,46)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 27/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Beitrag</italic></td>
<td align="left" valign="top">11 (71,57)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 5/30</td>
<td align="left" valign="top">5 (43,13)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 3/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Studie</italic></td>
<td align="left" valign="top">0</td>
<td align="left" valign="top">2<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 2/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Papier</italic></td>
<td align="left" valign="top">0</td>
<td align="left" valign="top">2<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 2/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><italic>Werk</italic></td>
<td align="left" valign="top">0</td>
<td align="left" valign="top">2<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 1/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="3"><hr/></td>
</tr>
</table>
</table-wrap>
<p>Die Bezeichnungen <italic>Arbeit, Hausarbeit</italic> und <italic>Seminararbeit</italic> &#8211; die &#252;blicherweise zur Beschreibung dieser Art von Texten verwendet werden &#8211; werden von beiden Gruppen h&#228;ufig eingesetzt, wobei K1 die W&#246;rter quantitativ &#246;fter als K2 und in allen <italic>Tesine</italic> einsetzt. In beiden Subkorpora kommt auch die Bezeichnung <italic>Beitrag</italic> vor, die jedoch weniger passend ist, da es sich hier nicht um einen wissenschaftlichen Forschungsbeitrag f&#252;r eine Zeitschrift oder f&#252;r einen Sammelband<xref ref-type="fn" rid="n17">17</xref> handelt, sondern um eine Aufgabe zum Erwerb der wissenschaftlichen Methode und Schreibweise. Es kann zudem festgestellt werden, dass einige Studierende der zweiten Gruppe auch andere ungeeignete Bezeichnungen gebrauchen: <italic>Studie, Papier, Werk</italic>.</p>
<p>Wie die Bezeichnung <italic>Beitrag</italic> spiegelt auch das Substantiv <italic>Studie</italic> die Art der von den italienischen Studierenden verfassten Texte nicht treffend wider. Die <italic>Tesina</italic> hat eine didaktische Natur und steht in engem Zusammenhang mit dem Fachinhalt der von den Studierenden besuchten Lehrveranstaltungen. Die Bezeichnung <italic>Studie</italic> hingegen wird f&#252;r komplexere Texte verwendet, die h&#228;ufig das Ergebnis einer eingehenden wissenschaftlichen Untersuchung sind.</p>
<p>Im Gegensatz zu den vorherigen Beispielen scheint die Bezeichnung <italic>Papier</italic> ein Lehnwort aus dem Englischen (<italic>paper</italic>) zu sein und wird in der deutschen Wissenschaftssprache in der Regel nicht gebraucht.</p>
<p>Au&#223;erdem ist auch die Bezeichnung <italic>Werk</italic> unpassend, da sie im deutschsprachigen Raum entweder mit Bezug auf Handlungen &#8211; z.B. <italic>etwas in Werk setzen, ein gro&#223;es Werk vollbringen</italic> &#8211; oder auf ein &#8222;Produkt sch&#246;pferischer Arbeit&#8220;<xref ref-type="fn" rid="n18">18</xref> verwendet wird.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.2.2 Die eigene Fragestellung formulieren</title>
<p>Eine der Besonderheiten der Wissenschaftssprache besteht darin, dass sie bestimmte Sprachmittel mit der allt&#228;glichen Sprache teilt (s. Kap. 1). In der wissenschaftlichen Forschung erhalten diese Sprachmittel jedoch eine spezifische Bedeutung, mit welcher die Studierenden nicht unbedingt vertraut sind. Was zum Beispiel das Substantiv <italic>Fragestellung</italic> angeht, liefert Duden online<xref ref-type="fn" rid="n19">19</xref> zwei Bedeutungen:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>&#8222;Formulierung einer Frage&#8220;,</p></list-item>
<list-item><p>&#8222;Frage, (wissenschaftliches, philosophisches) Problem&#8220;.</p></list-item>
</list>
<p>Die erste Bedeutung ist gemeinsprachlichen Gebrauchs, die zweite ist dagegen eng mit der Welt der wissenschaftlichen Forschung verbunden und bezieht sich auf eine der entscheidendsten Phasen wissenschaftlichen Schreibens, n&#228;mlich &#8218;etwas in Frage stellen&#8216; mit dem Ziel, einen eigenen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung zu leisten.</p>
<p>Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wurde der Gebrauch des Substantivs <italic>Fragestellung</italic> in den beiden Subkorpora analysiert:</p>
<table-wrap id="T6">
<label>Tabelle 6</label>
<caption>
<p>Korpusbelege des Substantivs Fragestellung</p>
</caption>
<table>
<tr>
<td colspan="2"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#e1e1e1;">K1</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#e1e1e1;">K2</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">14 (91,09)<break/>Anzahl der <italic>Tesine</italic>: 10/30</td>
<td align="left" valign="top">1 (8,63)<break/>Anzahl der <italic>Tesine</italic>: 1/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Hinter dieser <bold>Fragestellung</bold> steht der Wille&#8230; [K1_2]<break/>Die vorliegende Arbeit besch&#228;ftigt sich mit der <bold>Fragestellung</bold>&#8230; [K1_5]<break/>Unter Bezugnahme auf die anf&#228;ngliche<break/><bold>Fragestellung</bold> wird es festgestellt, dass&#8230; [K1_10]<break/>Die <bold>Fragestellung</bold> ist&#8230; [K1_14]<break/>In der vorliegenden Arbeit liegt die folgende <bold>Fragestellung</bold> zugrunde&#8230; [K1_18]<break/>In den abschlie&#223;enden Betrachtungen wird die <bold>Fragestellung</bold> geantwortet&#8230; [K1_25]</td>
<td align="left" valign="top">Der &#252;bersetzte Text ist keine Vollversion des Artikels, sondern besteht aus den Teilen, die f&#252;r die Zwecke der <bold>Fragestellung</bold>, auf die diese Arbeit antworten soll, am wichtigsten sind. [K2_3]</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2"><hr/></td>
</tr>
</table>
</table-wrap>
<p>Aus der ersten quantitativen Analyse k&#246;nnte abgeleitet werden, dass das Substantiv <italic>Fragestellung</italic> vorwiegend von Studierenden der ersten Gruppe gebraucht wird, wohingegen es in dem zweiten Subkorpus nur einmal vorkommt. Aus der Analyse der Kookkurrenzen des Substantivs <italic>Fragestellung</italic> im ersten Subkorpus lassen sich auch einige idiomatische Formulierungen identifizieren, wie z.B. &#8222;unter Bezugnahme auf die anf&#228;ngliche Fragestellung&#8220; (K1_10), &#8222;liegt die folgende Fragestellung zugrunde&#8220; (K1_18) und &#8222;hinter dieser Fragestellung steht&#8220; (K1_2).</p>
<p>Eine zweite Analyse betraf das Substantiv <italic>Frage</italic>. Der Frageprozess &#8211; d.h. &#8218;etwas in Frage stellen, um anschlie&#223;end eine Wissensl&#252;cke zu schlie&#223;en&#8216; &#8211; bildet das Kernst&#252;ck wissenschaftlichen Schreibens. Die zu beantwortenden Fragen werden oft in der Wissenschaftssprache &#8222;implizit zu (teils beweglichen) Objekten, die es aus einem Innenraum hervorzuholen gilt (<italic>aufwerfen</italic>)&#8220; oder &#8222;Teil einer Wegmetapher [&#8230;] (<italic>verfolgen, nachgehen</italic>)&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B11">Fandrych 2004: 273-274</xref>). Weitere typische F&#252;gungen der AWS, in denen das Substantiv <italic>Frage</italic> vorkommt, sind z.B. <italic>eine Frage beantworten</italic> / <italic>behandeln</italic> / <italic>untersuchen</italic> / <italic>diskutieren</italic> usw.<xref ref-type="fn" rid="n20">20</xref>. In <xref ref-type="table" rid="T7">Tabelle 7</xref> sind einige aus den Subkorpora extrahierten Kookkurrenzen des Substantivs <italic>Frage</italic> &#8211; im Sinne von &#8218;wissenschaftlicher Frage&#8216; &#8211; aufgef&#252;hrt.</p>
<table-wrap id="T7">
<label>Tabelle 7</label>
<caption>
<p>Korpusbelege des Substantivs Frage</p>
</caption>
<table>
<tr>
<td colspan="2"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#e1e1e1;">K1</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#e1e1e1;">K2</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">9 (58,56)<break/>Anzahl der <italic>Tesine</italic>: 7/30</td>
<td align="left" valign="top">7 (60,38)<break/>Anzahl der <italic>Tesine</italic>: 4/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Die am Anfang gestellte <bold>Frage</bold> lautete&#8230; [K1_6]<break/>Die <bold>Frage</bold>, worin die Leistungen der Modalpartikeln eigentlich bestehen, wurde bisher sehr unterschiedlich beantwortet. [K1_9]<break/>In der vorliegenden Arbeit wird die <bold>Frage</bold> beantwortet&#8230; [K1_11]<break/>In Bezug auf die anf&#228;ngliche <bold>Frage</bold>, die in dieser Arbeit nachgegangen wird, kann man feststellen&#8230; [K1_18]<break/>Der Beitrag versucht die <bold>Frage</bold> [&#8230;] zu beantworten. [K1_26]</td>
<td align="left" valign="top">In diesem Fall konzentriert man sich auf die langj&#228;hrige <bold>Frage</bold>: &#8220;Soll eine &#220;bersetzung treu oder frei sein?&#8221; [K2_15]<break/>Ziel dieser Arbeit ist es, diese <bold>Fragen</bold> zu beantworten&#8230; [K2_19]<break/>Die <bold>Frage</bold>, die man sich spontan stellt ist &#8230; [K2_23]<break/>Das Ziel ist, die <bold>Frage</bold> zu beantworten&#8230; [K2_28]<break/></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2"><hr/></td>
</tr>
</table>
</table-wrap>
<p>Verben wie <italic>beantworten</italic> und <italic>antworten</italic> werden h&#228;ufig von Studierenden als verbale Kollokationen von <italic>Frage</italic> eingesetzt<xref ref-type="fn" rid="n21">21</xref>. Zu dem gleichen Wortfeld des Frageformulierens geh&#246;rt auch das Verb <italic>stellen</italic> im Funktionsverbgef&#252;ge <italic>eine Frage stellen</italic>, das in K2_23 verwendet wird. Dies kann darauf zur&#252;ckgef&#252;hrt werden, dass Studierende mit der ersten vom Duden gelieferten gemeinsprachlichen Bedeutung des Substantivs <italic>Frage</italic> vertrauter sind, d.h. die Formulierung einer Frage, die in der Regel <italic>gestellt</italic> und <italic>beantwortet</italic> wird. Verben wie <italic>diskutieren</italic> und <italic>untersuchen</italic>, die auf eine kritischere Auseinandersetzung mit dem Frageprozess hinweisen, werden in Verbindung mit dem Substantiv <italic>Frage</italic> nicht gebraucht. Nur in Gruppe K1 kommt die Wegmetapher durch das Verb <italic>nachgehen</italic> einmal (K1_18) vor.</p>
<p>In Gruppe K2 sind auch zwei Beispiele herauszustellen, die eine n&#228;here Betrachtung verdienen. Aus der Analyse des ersten Beispiels (K2_15) k&#246;nnte so n&#228;mlich herausgelesen werden, dass die von den Studierenden vorgeschlagene Frage keine eigenformulierte wissenschaftliche Frage ist, sondern ein allgemeines, in der Literatur weithin behandeltes Thema. Anstatt einer Fokussierung &#8211; die jedoch durch das Strukturmuster &#8218;sich auf etwas konzentrieren&#8216; vom Lesenden erwartet wird &#8211; findet in diesem Beispiel eine Verallgemeinerung statt. Wie oben beschrieben, wird auch hier auf das Wortfeld des Frageformulierens Bezug genommen, was durch die Verwendung der Anf&#252;hrungszeichen noch offensichtlicher wird. K2_23 schreibt hingegen &#8222;die Frage, die man sich spontan stellt&#8220;, was auf eine Subjektivierung des Frageprozesses, anstatt einer wissenschaftlich basierten Formulierung der Fragestellung, hindeutet.</p>
<p>Die oben angef&#252;hrten Beispiele lassen einige erste Schlussfolgerungen zu. Die Studierenden der ersten Gruppe verwenden das Substantiv <italic>Fragestellung</italic> h&#228;ufiger und versuchen, eine Forschungsfrage im Einleitungsteil zu formulieren (z.B. <italic>in der vorliegenden Arbeit wird die Frage beantwortet</italic>&#8230;), um sie dann in der Schlussfolgerung wieder aufzugreifen (z.B. <italic>der</italic><xref ref-type="fn" rid="n22">22</xref>&#160;<italic>am Anfang gestellte Frage</italic> und <italic>in Bezug auf die anf&#228;ngliche Frage</italic>). Gleichzeitig zeigt sich auch, dass die sprachliche Vielfalt der alltagswissenschaftlichen F&#252;gungen in den beiden Subkorpora auf einige wiederkehrende Muster &#8211; wie z.B. <italic>eine Fragestellung beantworten</italic> &#8211; beschr&#228;nkt ist.</p>
<p>Au&#223;erdem wurde der Gebrauch des Substantivs <italic>Ziel</italic> untersucht. Das Ziel wissenschaftlicher Forschung besteht darin, neues Wissen zu generieren bzw. Wissensl&#252;cken zu schlie&#223;en. In wissenschaftlichen Arbeiten werden daher Ziele unter Ber&#252;cksichtigung der relevantesten theoretischen Hintergr&#252;nde und in engem Zusammenhang mit der Fragestellung formuliert. In der Wissenschaftssprache wird also unter <italic>Ziel</italic> in der Regel ein <italic>Forschungsziel</italic> bzw. <italic>Untersuchungsziel</italic> verstanden. In <xref ref-type="table" rid="T8">Tabelle 8</xref> werden einige Korpusbelege<xref ref-type="fn" rid="n23">23</xref> des Substantivs <italic>Ziel</italic> mit Bezug auf die studentenseitige Formulierung der eigenen Fragestellung angezeigt.</p>
<table-wrap id="T8">
<label>Tabelle 8</label>
<caption>
<p>Korpusbelege des Substantivs Ziel</p>
</caption>
<table>
<tr>
<td colspan="2"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#e1e1e1;">K1</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#e1e1e1;">K2</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">18 (117,11)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 15/30</td>
<td align="left" valign="top">12 (103,52)<break/>Anzahl von <italic>Tesine</italic>: 11/30</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2"><hr/></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>Ziel</bold> der Hausarbeit ist es zu untersuchen, wie die Modalpartikel in der italienischen Untertitelungssprache und Kultur wiedergegeben werden k&#246;nnen [K1_9]<break/>Der vorliegende Beitrag hat das <bold>Ziel</bold>, die &#220;bertragung der deutschen Komik in die italienische Sprache und Kultur durch die interlinguale Untertitelung zu analysieren. [K1_20]<break/><bold>Ziel</bold> der Arbeit ist die Untersuchung der Adaptationsstrategien und der Zusammenfassungsstrategien durch die Analyse einer deutschen Reportage, die sich mit dem Thema Fitness besch&#228;ftigt. [K1_26]</td>
<td align="left" valign="top"><bold>Ziel</bold> dieser Untersuchung war es, audiovisuelle &#220;bersetzung, beziehungsweise Untertitelung und wie gesprochene Sprache &#252;bersetzt und untertitelt werden soll, zu erkl&#228;ren. [K2_8]<break/><bold>Ziel</bold> war es, dieses Video in italienischer Sprache wiederzugeben, damit auch Italiener zur Kenntnis nehmen, was sich aus der obgenannten Bundeserkl&#228;rung ergeben hat. [K2_18]<break/><bold>Ziel</bold> dieser Arbeit war eine interlinguale Untertitelung dieses Dokumentarfilms mit Interviews zu liefern und die Probleme, die bei dem Untertitelungsverfahren aufgetaucht sind, zu behandeln [K2_25]</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2"><hr/></td>
</tr>
</table>
</table-wrap>
<p>Aus der Analyse der beiden Subkorpora geht hervor, dass die Studierenden versuchen, dem/der Lesenden bereits im einleitenden Teil den Inhalt und die Ziele ihrer Arbeit vorzustellen. In K2_8, K2_18 und K2_25 scheint das Substantiv <italic>Ziel</italic> jedoch nicht in einer wissenschaftlichen Forschungsfrage verankert zu sein. K2_8 zielt nicht darauf ab, eine Forschungsfrage durch empirische Daten zu beantworten, sondern die Untertitelungst&#228;tigkeit durch seine eigene Arbeit zu erkl&#228;ren (&#8222;Ziel dieser Untersuchung war es [&#8230;] wie gesprochene Sprache &#252;bersetzt und untertitelt werden soll, zu erkl&#228;ren&#8220;). In K2_18 besteht das Ziel der Arbeit in &#228;hnlicher Weise in der Erstellung von Untertiteln in italienischer Sprache f&#252;r das italienische Publikum und K2_25 setzt sich das Ziel &#8222;eine interlinguale Untertitelung [&#8230;] zu liefern&#8220; und die damit verbundenen Schwierigkeiten zu behandeln. Die Ziele des praktischen Teils der Arbeit &#8211; d.h. das &#220;bersetzen bzw. Untertiteln &#8211; werden also als Forschungsfrage der gesamten Hausarbeit vorgestellt.</p>
<p>K1_20 bezieht sich ebenfalls auf den &#220;bersetzungsprozess, versucht aber zugleich, einen Aspekt zu fokussieren, n&#228;mlich Komik, die kultur- und sprachgebunden ist, bei der Untertitelung zu ber&#252;cksichtigen. Gut gelungen sind die Zielsetzungen von K1_9 und K1_26. K1_9 zielt darauf ab, Modalpartikel zu analysieren und K1_26 schr&#228;nkt die Untersuchung auf zwei &#220;bersetzungsstrategien ein: Adaptation und Zusammenfassung. In beiden F&#228;llen wird also das Forschungsthema eingegrenzt. In K1_26 wird auch erkl&#228;rt, wie das Thema empirisch untersucht wird, d.h. auf der Grundlage einer Reportage &#252;ber Fitness. Au&#223;erdem weist die Pr&#228;position <italic>durch</italic> darauf hin, dass der praktische Teil der Arbeit dazu dient, die aufgeworfene Fragestellung zu beantworten.</p>
</sec>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>4. Fazit und didaktische &#220;berlegungen</title>
<p>In diesem Beitrag wurde aus einer korpusbasierten Perspektive der Gebrauch der Terminologie und einiger Lexeme der AWS in Hausarbeiten italienischer Studierenden beleuchtet. Als Fazit werden zun&#228;chst die in Kapitel 2.4 gestellten Fragen diskutiert.</p>
<p>Die Terminologie wird in den <italic>Tesine</italic> beider Gruppen h&#228;ufig (s. <xref ref-type="table" rid="T3">Tabelle 3</xref>: absolute und relative H&#228;ufigkeit) und verbreitet (s. Anzahl der <italic>Tesine</italic>) gebraucht. Durch die Funktion <italic>Keywords</italic> war es jedoch m&#246;glich, einige Unterschiede im Vorkommen terminologischer Ausdr&#252;cke festzustellen:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Am h&#228;ufigsten und in den meisten <italic>Tesine</italic> vorkommend scheinen typische &#252;bersetzungswissenschaftliche Termini zu rekurrieren, wie <italic>Ausgangs</italic>- und <italic>Zieltext</italic> sowie die Bezeichnungen der &#220;bersetzungs- bzw. Untertitelungsstrategien (<italic>Paraphrase, Kondensation, Auslassung, Tilgung</italic>); solche Termini sind eng mit der fachspezifischen Pr&#228;gung des besuchten universit&#228;ren Seminars verbunden;</p></list-item>
<list-item><p>weniger h&#228;ufig und vor allem in den einzelnen <italic>Tesine</italic> unterschiedlich auftretend sind die auf die gew&#228;hlten fachlichen Themen bzw. Gegenst&#228;nde bezogenen Termini, z.B. aus dem Bereich der Phonetik, der Soziolinguistik, der Pragmatik; solche Termini sind unumg&#228;nglich, um den fachlichen Gegenstand, den die Studierenden als Fokus ihrer Arbeit gew&#228;hlt haben, zu beschreiben und zu analysieren;</p></list-item>
<list-item><p>einige quantitative Unterschiede zwischen den zwei Gruppen sind in der H&#228;ufigkeit des Auftretens von &#252;bersetzungswissenschaftlichen Termini zu bemerken: die Gruppe K1, die an didaktischen Veranstaltungen zum wissenschaftlichen Schreiben teilgenommen hat, zeigt im Allgemeinen einen h&#228;ufigeren und verbreiteteren Gebrauch solcher Fachw&#246;rter, die auch im Allgemeinen in mehr <italic>Tesine</italic> vorkommen, als die Gruppe K2, die nicht an Modulen und Schreibwerkst&#228;tten &#252;ber Deutsch als fremde Wissenschaftssprache teilgenommen hat.</p></list-item>
</list>
<p>Als Ergebnis der qualitativen Analyse der Daten zum Fachwortschatz (s. Kap. 3.1) ist Folgendes festzuhalten:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Die fachspezifische Terminologie wird von beiden Gruppen zweckgerichtet eingesetzt. Und zwar einerseits im theoretischen Teil, um das im Kurs vermittelte und eigens erarbeitete Fachwissen auf den gew&#228;hlten Gegenstand der Arbeit sprachlich zu beziehen; andererseits im praktischen Teil, um die eigene Vorgehensweise sowie die Arbeitsschritte fachlich zu beschreiben.</p></list-item>
<list-item><p>Ferner ist anzumerken, dass Termini und Mehrworteinheiten in den <italic>Tesine</italic> h&#228;ufig erkl&#228;rt werden, obwohl sie den Lesenden (der Lehrkraft) wohl bekannt sind. In solchen F&#228;llen handeln die Studierenden stark adressatenorientiert und zielen auf die Aktivierung bzw. Erleichterung des leserseitigen Verstehensprozesses. Insbesondere werden unterschiedliche Definitionsarten und verstehensbearbeitende Mittel zu erl&#228;uternden Zwecken eingesetzt, wie <italic>z.B., das hei&#223;t, n&#228;mlich</italic>.</p></list-item>
</list>
<p>Wie bereits in Kapitel 3.1 angeschnitten wurde, kann demzufolge eine gemeinsame Tendenz im passenden bzw. rekurrenten Gebrauch der fachbezogenen Terminologie der beiden Gruppen festgestellt werden. Die didaktische Natur der <italic>Tesina</italic> als Leistungsnachweis bringt die Schreibenden n&#228;mlich dazu, fachliches Wissen nach den dozierendenseitigen Erwartungen sachkundig darzubieten. Dabei werden Erkl&#228;rungs- bzw. Erl&#228;uterungstechniken eingesetzt, besonders bei den sprachlichen Handlungen <italic>definieren</italic> und <italic>erkl&#228;ren</italic>/<italic>erl&#228;utern</italic>, welche die Studierenden im Laufe der schulischen und akademischen Sozialisation erlernt haben (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B30">Nardi 2017: 222-223</xref>). Es wird also angenommen, dass die Schreibenden ein bekanntes Lehrmodell &#252;bertragen: Da sie durch erkl&#228;rendes Handeln instruktiv unterrichtet werden, versuchen die Studierenden es schriftlich imitierend zu &#252;bernehmen.</p>
<p>Zum Gebrauch allt&#228;glicher Wissenschaftssprache kann Folgendes festgehalten werden:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Wie in Kapitel 3.2 schon gezeigt wurde, wendet K1 W&#246;rter der AWS quantitativ h&#228;ufiger (absolute und relative H&#228;ufigkeit) und verbreiteter (Anzahl der <italic>Tesine</italic>) als die Gruppe K2 an, insbesondere bei der Bezeichnung der eigenen Arbeit als <italic>Arbeit</italic>/<italic>Hausarbeit</italic>/<italic>Seminararbeit</italic>.</p></list-item>
<list-item><p>Dabei sind aber auch bei der ersten Gruppe einige Gebrauchsschwierigkeiten festzustellen, z.B. bei der unpassenden Anwendung des Wortes <italic>Beitrag</italic>, das sich eher zur Bezeichnung eines wissenschaftlichen Artikels als einer <italic>Tesina</italic> eignet. Dieser Gebrauch k&#246;nnte auf die Lekt&#252;re der wissenschaftlichen Literatur zur&#252;ckgef&#252;hrt werden, in der das Wort h&#228;ufig vorkommt, welches von den Schreibenden imitierend &#252;bernommen wird. Das gleiche gilt f&#252;r die Anwendung des Wortes <italic>Studie</italic>.</p></list-item>
<list-item><p>Eine h&#246;here H&#228;ufigkeit zeigt sich bei K1 auch beim Gebrauch des Lexems <italic>Fragestellung</italic>, auch in Verbindung mit idiomatischen Wendungen. Die erste Gruppe scheint au&#223;erdem den Versuch, einer selbst entwickelten Forschungsfrage nachzugehen bzw. das Ziel ihrer Arbeit mit einer bestimmten wissenschaftlichen Problematik zu verbinden, bewusster als K2 zu unternehmen und in die Praxis umzusetzen. Die K2 umgeht dagegen das wissenschaftliche Verfahren des &#8218;Infragestellens&#8216; und identifiziert das Ziel der Arbeit vorwiegend mit der Erstellung einer interlingualen &#220;bertragung, also mit dem konkreten &#220;bersetzungsprozess.</p></list-item>
</list>
<p>Wie sich aus diesen kleineren Untersuchungen, die f&#252;r weitreichendere Aussagen vertieft werden sollten, ergibt, sind die Schreibenden tendenziell in der Lage, sowohl mit als auch ohne eine kurze wissenschaftssprachliche Ausbildung in Deutsch als fremder Wissenschaftssprache die Terminologie im Allgemeinen quasi problemlos zu gebrauchen. Gro&#223;e Anwendungsprobleme bei Studierenden ohne spezifische sprachwissenschaftliche DaF-Ausbildung sind dagegen bei der allt&#228;glichen Wissenschaftssprache anzumerken. Es kann also zusammenfassend festgehalten werden, dass sich die Arbeit in den Schreibwerkst&#228;tten und in den Lektoratsmodulen als positiv erwiesen hat, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz von Mitteln der allt&#228;glichen Wissenschaftssprache, der in den <italic>Tesine</italic> der ersten Gruppe als gelungener als in den Arbeiten der zweiten Gruppe zu beurteilen ist. Aus den untersuchten Texten kann man diesbez&#252;glich annehmen, dass die Problematiken im Gebrauch allt&#228;glicher Wissenschaftssprache der zweiten Gruppe einerseits mit einer mangelnden Sprachkompetenz in Deutsch als fremder Wissenschaftssprache zusammenh&#228;ngen, andererseits aber u.U. auf eine geringe wissenschaftliche Kompetenz der Schreibenden, h&#246;chstwahrscheinlich auch in der Erstsprache, zur&#252;ckzuf&#252;hren sind. Abschlie&#223;end seien noch einige &#220;berlegungen zum studentischen Gebrauch der AWS formuliert, die mit einigen didaktischen Anregungen verbunden werden.</p>
<p>Sprache, einschlie&#223;lich der AWS, ist mit dem wissenschaftlichen Prozess und mit wissenschaftlichen Zwecken eng verbunden, und das bereits im Anfangsstadium des Studiums. Das hei&#223;t, dass sich die Studierenden den Fragen wissenschaftlicher T&#228;tigkeit, z.B. der Planung, Organisation und Durchf&#252;hrung wissenschaftlicher Prozesse im Laufe der universit&#228;ren Ausbildung bewusstwerden m&#252;ssen (s. Kap. 1). Die Aneignung wissenschaftlicher Kompetenz sollte interdisziplin&#228;r gef&#246;rdert werden, auch in der Fremdsprache Deutsch mit Studierenden auf fortgeschrittenem Sprachniveau. Das geschieht hier durch ein sprachbewusstseinsf&#246;rderndes Training mit dem Ziel, die spezifischen Gebrauchsregeln, denen sprachliche Mittel in der Wissenschaft unterliegen, herauszuarbeiten. Der Blick sollte dabei insbesondere auf die Mittel der AWS gerichtet sein, die unauff&#228;llig, aber doch unumg&#228;nglich f&#252;r die wissenschaftliche Kommunikation sind. Aufgrund ihrer Unscheinbarkeit bed&#252;rfen die Mittel der AWS einer besonderen Fokussierung, damit das sprachliche Bewusstsein der Studierenden &#252;ber die spezifische Funktion der Lexeme in der fremden Wissenschaftssprache gegen&#252;ber ihrer gemeinsprachlichen Anwendung gesch&#228;rft wird. Diese Funktion sollte im Lehr-Lern-Diskurs anhand von authentischen Beispielen herausgearbeitet werden. Dazu kann der didaktische Einsatz von Mitteln der Korpuslinguistik von gro&#223;er Hilfe sein, denn sie erlauben eine analytische Betrachtung von Sprache. F&#252;r eine praktische Umsetzung dieses Vorhabens k&#246;nnte im Rahmen des Fachseminars oder des entsprechenden Lektorats ein kleines Projekt zur Erarbeitung des spezifischen Gebrauchs von AWS-W&#246;rtern in wissenschaftlichen Beitr&#228;gen gestartet werden<xref ref-type="fn" rid="n24">24</xref>. Zu diesem Zweck w&#228;re f&#252;r das Fach Deutsch als fremde Wissenschaftssprache eine Sammlung von authentischen sprachwissenschaftlichen Artikeln von muttersprachlichen Autor*innen zu organisieren, um anschlie&#223;end ein Korpus zu erstellen. Das Korpus kann in ein Konkordanz-Programm zur Korpusanalyse importiert und nach verschiedenen Funktionen befragt werden. Mit dem Tool Sketch Engine kann man z.B. mit der Funktion <italic>Concordance</italic> einzelne W&#246;rter eingeben und ihre Kookkurrenzen innerhalb des Korpus analysieren. Dadurch w&#228;re es m&#246;glich, verschiedene Gebrauchskontexte von einzelnen AWS-Lexemen wie z.B. <italic>Frage, Methode, Thema, Untersuchung, Gegenstand, Ziel</italic> zu visualisieren. Aus der Analyse der entsprechenden Gebrauchskontexte k&#246;nnten Studierende die spezifisch wissenschaftliche Anwendung der W&#246;rter betrachten und zusammen mit der Lehrkraft ihre Bedeutungsnuancen reflektieren. Das Gleiche kann auch mit Verben der AWS wie <italic>herausarbeiten, herbeif&#252;hren, auswerten, aufzeigen</italic> usw. erfolgen, die nicht-muttersprachlichen Studierenden gro&#223;e Schwierigkeiten bereiten. Zur Ermittlung idiomatischer F&#252;gungen, wie z.B. <italic>eine Frage aufwerfen, in den Blick nehmen, den Fokus legen</italic> kann man beispielweise die Funktion <italic>Word Sketch</italic> benutzen, die es erlaubt, die grammatischen Eigenschaften eines Suchwortes (<italic>Frage, Blick, Fokus</italic> usw.) und die entsprechenden Kollokationen bzw. festen Verbindungen n&#228;her zu analysieren. Die Integration korpuslinguistischer Untersuchungen in die DaF-Ausbildung hat somit das Ziel, nicht nur die (fremd-)sprachliche Kompetenz der Studierenden zu erweitern, sondern auch einen Beitrag zur wissenschaftlichen Basis-Sozialisation der Studierenden zu leisten.</p>
</sec>
</body>
<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>Der Beitrag ist das Ergebnis einer gemeinsamen Diskussion. Antonella Nardi hat die Abschnitte 1, 2.4 und 4 verfasst; Cristina Farroni die Abschnitte 2.1, 2.2, 2.3 und 3.</p></fn>
<fn id="n2"><p>Zum Verh&#228;ltnis zwischen Fach- und Wissenschaftssprache vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Ehlich (1995: 336-340</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B8">2000</xref>); Kretzenbacher (<xref ref-type="bibr" rid="B26">1998</xref>); Thielmann (<xref ref-type="bibr" rid="B39">2014</xref>), zwischen Fachsprache und allt&#228;glicher Wissenschaftssprache vgl. Ehlich (<xref ref-type="bibr" rid="B10">2018: 16-18</xref>).</p></fn>
<fn id="n3"><p>Die Seminararbeit und die <italic>Tesina</italic> unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht, sowohl was die situativen Bedingungen als auch die charakteristischen Merkmale der beiden Textsorten anbelangt (vgl. dazu <xref ref-type="bibr" rid="B30">Nardi 2017: 41-48</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B29">Nardi 2016</xref>).</p></fn>
<fn id="n4"><p>Schwierigkeiten und L1-Einfl&#252;sse k&#246;nnen z.B. in Form von &#220;ber- und Mindergebrauch von bestimmten W&#246;rtern auftreten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Altenberg 2002</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B41">Zeldes / L&#252;deling / Hirschmann 2008</xref>).</p></fn>
<fn id="n5"><p>In dieser Hinsicht unterscheidet Granger (<xref ref-type="bibr" rid="B20">2009: 20</xref>) zwischen <italic>Corpora for delayed pedagogical use</italic> bzw. <italic>DPU</italic> und <italic>Corpora for immediate pedagogical use</italic> bzw. <italic>IPU</italic>.</p></fn>
<fn id="n6"><p>Als Lernerkorpus der gesprochenen Wissenschaftssprache ist auch GeWiss (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B28">Meissner / Slavcheva 2014</xref>) zu verstehen.</p></fn>
<fn id="n7"><p>F&#252;r eine ausf&#252;hrlichere Darstellung der Schreibwerkst&#228;tten- und Modulinhalte siehe Nardi (<xref ref-type="bibr" rid="B30">2017: 58</xref>).</p></fn>
<fn id="n8"><p>Die angewandte Sampling-Methode wird als <italic>stratified random sampling</italic> bezeichnet (siehe dazu <xref ref-type="bibr" rid="B27">McEnery et al. 2006: 20</xref>). Die Gesamtheit der Hausarbeiten des TaD-Korpus wurde in zwei homogene Gruppen unterteilt, aus denen dann jeweils 30 Hausarbeiten durch Randomisierung gewonnen wurden. Die <italic>Tesine</italic> die nur in Papierform verf&#252;gbar waren, wurden gescannt und mit einer OCR-Software bearbeitet</p></fn>
<fn id="n9"><p>German Web 2018 ist ein Korpus, das aus Texten besteht, die automatisch aus dem Internet gewonnen wurden. Es enth&#228;lt 5,3 Milliarden W&#246;rter und wurde mit dem RFTagger annotiert.</p></fn>
<fn id="n10"><p>In der Tabelle wird sowohl die absolute als auch die relative H&#228;ufigkeit (in Klammern) angegeben. Was die Auswahl der <italic>Keywords</italic> anbelangt, wurde eine Liste von <italic>Keywords</italic> aus dem Gesamtkorpus ermittelt. Im Anschluss daran wurde die Liste manuell analysiert und besondere Aufmerksamkeit wurde den <italic>Keywords</italic> gewidmet, die am h&#228;ufigsten vorkommen. Aus der Analyse ergab sich, dass diese <italic>Keywords</italic> vier unterschiedlichen sprachwissenschaftlichen Fachbereichen angeh&#246;ren: &#220;bersetzungswissenschaft, Pragmatik, Phonetik und Soziolinguistik.</p></fn>
<fn id="n11"><p>Die Merkmale der Inhaltsdefinitionen und der Umfangsdefinitionen werden in der Norm DIN 2342 (<xref ref-type="bibr" rid="B3">2011</xref>) definiert. Bei einer operationalen bzw. genetischen Definition werden &#8222;Hinweise zum Verfahren oder zur Herstellung&#8220; angegeben, wohingegen die Synonymdefinition und die exemplarische Definition &#8222;W&#246;rter mit gleicher Bedeutung&#8220; beziehungsweise Beispiele einsetzen (vgl. dazu <xref ref-type="bibr" rid="B4">Efing / Roelcke 2021: 54</xref>). Die exemplarischen Definitionen werden h&#228;ufig auch anhand verstehensbearbeitender Ausdr&#252;cke (siehe Punkt Nr. 2) formuliert.</p></fn>
<fn id="n12"><p>Fett von C.F.</p></fn>
<fn id="n13"><p>Die Dateien wurden anonymisiert und mit <italic>K1</italic> oder <italic>K2</italic> (je nach Subkorpus) und einer Zahl zwischen 1 und 30 umbenannt. Alle Beispiele sind in der Originalfassung wiedergegeben.</p></fn>
<fn id="n14"><p>F&#252;r eine ausf&#252;hrlichere Untersuchung der verstehensbearbeitenden Ausdr&#252;cke in der <italic>Tesina</italic> auf Deutsch, siehe Nardi (<xref ref-type="bibr" rid="B31">2020</xref>).</p></fn>
<fn id="n15"><p>Die Analyse wurde in beiden F&#228;llen auf die Abschnitte der Einleitung und der Schlussfolgerungen beschr&#228;nkt (s. Kap. 3.2.1).</p></fn>
<fn id="n16"><p>Es wurde davon ausgegangen, dass sich Studierende m&#246;glicherweise auf ihre eigene Arbeit sowohl in der Einleitung (z.B. Gegenstand dieser <italic>Seminararbeit</italic> ist&#8230;) als auch in den Schlussfolgerungen (z.B. In dieser <italic>Arbeit</italic> wurde X untersucht) beziehen.</p></fn>
<fn id="n17"><p>Siehe dazu die Definition von Duden: <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Beitrag">https://www.duden.de/rechtschreibung/Beitrag</ext-link> (11.03.2022).</p></fn>
<fn id="n18"><p>Wie z.B. die &#8222;Werke der Weltliteratur&#8220; oder &#8222;Nietzsches gesammelte Werke&#8220;. Siehe dazu Duden online: <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Werk">https://www.duden.de/rechtschreibung/Werk</ext-link> (11.03.2022).</p></fn>
<fn id="n19"><p><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Fragestellung">https://www.duden.de/rechtschreibung/Fragestellung</ext-link> (11.03.2022).</p></fn>
<fn id="n20"><p>F&#252;r eine ausf&#252;hrlichere Liste typischer F&#252;gungen siehe Graefen / Moll (<xref ref-type="bibr" rid="B16">2011: 44-45</xref>).</p></fn>
<fn id="n21"><p>In manchen F&#228;llen kommt das Verb <italic>beantworten</italic> auch als Kookkurrenz des Substantivs <italic>Fragestellung</italic> vor: &#8222;In den abschlie&#223;enden Betrachtungen werden, die am h&#228;ufigsten &#220;bersetzungsstrategien und Untertitelungsstrategien zusammengefasst und die Fragestellung beantwortet &#8220; [K1_1] und &#8222;Im Kommentar werden abschlie&#223;end die verwendeten &#220;bersetzungs- und Untertitelungsstrategien erkl&#228;rt und die Fragestellung dieser Arbeit beantwortet&#8220; [K1_5].</p></fn>
<fn id="n22"><p>Hier wird die Originalfassung wiedergegeben. Richtig w&#228;re: <italic>die</italic> am Anfang gestellte Frage.</p></fn>
<fn id="n23"><p>Aus den Korpusbelegen wurden S&#228;tze entfernt, in denen das Substantiv <italic>Ziel</italic> nicht mit Bezug auf die Zielsetzung bzw. Forschungsfrage der eigenen Arbeit verwendet wird.</p></fn>
<fn id="n24"><p>Jaworska (<xref ref-type="bibr" rid="B24">2011</xref>) schl&#228;gt z.B. ein korpusbasiertes Arbeitsverfahren zur Vermittlung von Deutsch als fremder Wissenschaftssprache vor.</p></fn>
</fn-group>
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<title>Biographische Notiz</title>
<p>Antonella Nardi, Prof. Dr. phil., lehrt Deutsche Sprach- und &#220;bersetzungswissenschaft an der Universit&#228;t Macerata. Ihre Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen in den folgenden Bereichen: linguistische Pragmatik, kontrastive Fachkommunikation Deutsch &gt; Italienisch (insbesondere Wissenschaftssprachen und Museumskommunikation), Deutsch als Fremdsprache und als fremde Wissenschaftssprache, audiovisuelles &#220;bersetzen.</p>
<p>Cristina Farroni, hat ihr Studium im Oktober 2018 in Translationswissenschaft (Italienisch &lt;&gt; Deutsch, Italienisch &lt;&gt; Englisch) abgeschlossen. Nach dem Abschluss war sie als freiberufliche &#220;bersetzerin und Dolmetscherin t&#228;tig und ist seit 2019 Doktorandin an der Universit&#228;t Macerata. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den folgenden Bereichen: mehrsprachige Unternehmenskommunikation, &#220;bersetzungsprozess, Terminologie.</p>
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